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Bushcraft-Tour planen: Schritt für Schritt zur sicheren Tourenplanung

21 Min. Lesezeit 6 Schritte Aktualisiert

Wer eine Bushcraft-Tour planen will, die sicher, legal und schön wird, geht in einer festen Reihenfolge vor: Ziel und Gruppe klären, Gebiet und Regeln prüfen, Route und Zeit berechnen, das Wetter ansehen, dann Wasser, Essen, Schlafplatz, Feuer und Ausrüstung planen und zuletzt einen schriftlichen Tourenplan bei jemandem hinterlegen. Die meisten schiefgelaufenen Touren hatten kein Pech – einer dieser Schritte wurde übersprungen.

Dieser Beitrag ist der Knotenpunkt der Seite: Jeder Schritt verlinkt auf die ausführliche Anleitung oder den passenden Rechner, damit du eine erste Übernachtung oder eine Mehrtagestour in einem Rutsch planen kannst. Er baut auf deiner ersten Nacht draußen und den Grundlagen in Bushcraft für Anfänger auf.

Schritt für Schritt

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  1. Ziel und Gruppe festlegen – Entscheide, wofür die Tour da ist und wer mitkommt. Plane für die langsamste und unerfahrenste Person, auch mit Kindern, Fitness und Können.
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    Ziel und Gruppe festlegen

    Entscheide, wofür die Tour da ist und wer mitkommt. Plane für die langsamste und unerfahrenste Person, auch mit Kindern, Fitness und Können.

  2. Gebiet und Regeln prüfen – Kläre, wo Übernachten, Feuer und Holzsammeln erlaubt sind. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land und Bundesland – prüfe die offizielle Quelle.
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    Gebiet und Regeln prüfen

    Kläre, wo Übernachten, Feuer und Holzsammeln erlaubt sind. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land und Bundesland – prüfe die offizielle Quelle.

  3. Route und Zeit planen – Miss Strecke und Höhenmeter, berechne die Gehzeit, plane Pausen und Reserve ein, markiere Ausstiege und lege eine Umkehrzeit fest.
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    Route und Zeit planen

    Miss Strecke und Höhenmeter, berechne die Gehzeit, plane Pausen und Reserve ein, markiere Ausstiege und lege eine Umkehrzeit fest.

  4. Wetter, Wasser, Essen, Kit – Wähle ein Wetterfenster, plane dann Wasser, Essen, Schlafplatz, Feuer und eine Packliste. Wiege den vollen Rucksack vor dem Start.
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    Wetter, Wasser, Essen, Kit

    Wähle ein Wetterfenster, plane dann Wasser, Essen, Schlafplatz, Feuer und eine Packliste. Wiege den vollen Rucksack vor dem Start.

  5. Plan schreiben, hinterlegen – Schreibe Wer, Wo, Route, Rückkehr und Alarmzeit auf eine Seite und gib sie jemandem, der weiß, was bei ausbleibender Meldung zu tun ist.
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    Plan schreiben, hinterlegen

    Schreibe Wer, Wo, Route, Rückkehr und Alarmzeit auf eine Seite und gib sie jemandem, der weiß, was bei ausbleibender Meldung zu tun ist.

  6. Melden, dann auswerten – Melde dich zur vereinbarten Zeit, kehre bei der Umkehrzeit notfalls um und schreibe danach auf, was du beim nächsten Mal änderst.
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    Melden, dann auswerten

    Melde dich zur vereinbarten Zeit, kehre bei der Umkehrzeit notfalls um und schreibe danach auf, was du beim nächsten Mal änderst.

Der Ablauf der Tourenplanung auf einen Blick

Gute Tourenplanung für Anfänger und Fortgeschrittene ist eine Kette kleiner Entscheidungen, die sich gegenseitig begrenzen. Das Gebiet bestimmt die Route, die Route bestimmt die Zeit, die Zeit bestimmt das Wetterfenster, und das Wetter bestimmt die Ausrüstung. Wer in dieser Reihenfolge plant, vermeidet den Klassiker: erst packen, dann nachdenken.

Von der Idee zum Aufbruch

  1. Ziel und GruppeWas, mit wem, wie lange, wie schwer.
  2. Gebiet und RegelnÜbernachten, Feuer, Holz, Hunde, Zugang.
  3. Route und ZeitStrecke, Höhe, Stunden, Tageslicht.
  4. Wetter und VorräteFenster, Wasser, Essen, Schlafplatz, Feuer, Kit.
  5. SicherheitsplanSchriftlicher Plan, Alarmzeit, Ausstiege.
  6. Los, melden, auswertenNachricht nach Hause, lernen, anpassen.

Der Rest dieser Seite geht jeden Schritt einmal durch, fasst die wichtigsten Regeln zusammen und verweist für die ganze Methode auf die jeweilige Anleitung. Wenn du nur zehn Minuten hast, erledige drei Dinge: Regeln für deinen Platz prüfen, eine Umkehrzeit festlegen und deinen Plan an jemanden schicken.

Schritt 1: Ziel und Gruppe – für wen ist die Tour?

Eine Tour hat einen Zweck: eine Fertigkeit üben, unter dem Tarp schlafen, einen See erreichen oder einfach Zeit draußen verbringen. Schreibe diesen Zweck in einen Satz, denn er sagt dir, was du streichst, wenn Zeit oder Wetter knapp werden. Eine Tour zum Feuermachen kann man kürzen, eine Gipfeltour nicht.

Plane für die langsamste Person

Die Gruppe setzt die Grenzen, nicht das stärkste Mitglied. Frag ehrlich nach Fitness, Erfahrung mit beladenem Rucksack und danach, wie jemand mit Kälte, Regen und Unbequemlichkeit umgeht. Eine Gruppe ist so schnell wie ihr langsamstes Mitglied, und eine müde Gruppe trifft schlechte Entscheidungen.

Wie die Gruppe die Planung verändert
GruppeWas du anpasstMehr dazu
Allein, erfahrenMehr Reserve und feste Melderoutine, weil niemand ein Problem bemerktNavigation und der Sicherheitsplan unten
AnfängerKurze Strecke, einfaches Gelände, naher Ausstieg, nur eine NachtErste Übernachtung
Mit KindernKürzere Tage, mehr Pausen, früh und warm ins Lager, nicht zu viele Premieren auf einmalBushcraft mit Kindern
Gemischte FitnessGepäck verteilen, Tempo nach der schwächsten Person, Ruhetag oder kürzere RundeAbschnitt Rollen unten
Mit HundLeinenpflicht, Wasser für den Hund, Wild und WeidetiereWildtieren begegnen

Wähle den richtigen Schwierigkeitsgrad

Ändere pro Tour nur eine große Sache: einen neuen Ort, eine längere Strecke, einen neuen Unterstand oder eine kältere Jahreszeit. Wenn alles auf einmal neu ist, wird aus einem kleinen Problem ein großes. Was du unterwegs brauchst, übst du vorher zu Hause; dein Lageraufbau, deine Knoten und der Umgang mit dem Kocher sollten keine Experimente im Dunkeln sein.

Schritt 2: Gebiet wählen und Regeln prüfen

Derselbe Wald kann für Wildcampen offen, für Feuer gesperrt und als Rückzugsraum für Wildtiere geschützt sein – je nach Land, Region und Eigentümer. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land und in Deutschland von Bundesland zu Bundesland, und dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Prüfe immer die aktuelle offizielle Quelle für genau dein Gebiet.

Das solltest du vor der Zusage klären

Regel-Checkliste für das Gebiet

  • Ist Übernachten im Freien hier erlaubt, und für wie viele Nächte?
  • Liegt das Gebiet in einem Naturschutzgebiet, Nationalpark, Wasserschutzgebiet oder Truppenübungsplatz mit Sonderregeln?
  • Sind offenes Feuer und Kocher erlaubt, und wie sieht die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe oder ein Verbot aus?
  • Darfst du Totholz sammeln, oder ist das eingeschränkt? Lebende Bäume zu fällen ist praktisch nie erlaubt.
  • Sind Hunde erlaubt, und gilt Leinenpflicht (Brut- und Setzzeit, Weidetiere)?
  • Wem gehört das Land, und wen kannst du um Erlaubnis fragen?
  • Sind an deinen Terminen Jagden oder Forstarbeiten geplant?

Beginne mit der offiziellen Seite des Parks, der Forstbehörde oder der Gemeinde, und frag im Zweifel Eigentümer oder Förster. Typische Situationen erklärt Wildcampen und Regeln; Feuer-Sicherheit behandelt Feuerverbote und sicheres Verhalten; und wenn du ein Messer oder eine Axt dabeihast, lies Messerrecht für Bushcrafter, denn die Regeln zum Mitführen sind verschieden und teils strenger, als viele denken.

So wählst du das Gebiet

  • Passe das Gebiet an die Gruppe an. Eine erste Tour gehört in vertrautes Gelände mit Handyempfang und einer Straße in Reichweite.
  • Prüfe die Anreise. Wie kommst du zum Start, wo parkst du, wie kommst du heim, wenn du früher abbrechen musst?
  • Prüfe das Wasser. Gibt es Bäche oder Seen auf der Strecke, und wie verlässlich sind sie spät im Jahr? Mehr in Wasser finden.
  • Prüfe die Gefahren. Steiles Gelände, Flussquerungen, Moore, Felsen, Jagdzeiten und Weidevieh.

Schritt 3: Route und Zeit – wie lange dauert es wirklich?

Die Routenplanung beantwortet drei Fragen: wie weit, wie hoch und wie lange. Nutze eine topografische Karte oder eine Karten-App und lies die Höhenlinien, nicht nur die Entfernung. Maßstab, Höhenlinien und Marschzahl erklärt die Anleitung zu Karte und Kompass; eine gedruckte Karte mit Kompass gehört auch dann in den Rucksack, wenn du mit dem Handy navigierst.

Aus Strecke und Höhe werden Stunden

Eine gängige Planungsregel lautet etwa 5 km pro Stunde in der Ebene plus rund eine Stunde je 600 Höhenmeter Aufstieg. Schweres Gepäck, unwegsames Gelände, Kinder oder Matsch bremsen, also ist die Zahl nur ein Ausgangspunkt. Der Gehzeit-Rechner nimmt dir die Rechnung ab und berücksichtigt Packgewicht und Tempo. Bei der ersten Tour mit einer neuen Gruppe misst du dein echtes Tempo auf einem kurzen Probegang.

Von der Karte zum Zeitplan in vier Schritten

  1. Start, Lager und Linie dazwischen markieren – Zeichne die Route in die Karte und notiere Parkplatz, Lager und Orientierungspunkte wie Brücken und Wegkreuzungen. Das werden deine Kontrollpunkte und die Wörter in deinem Tourenplan.1
    Start, Lager und Linie dazwischen markieren

    Zeichne die Route in die Karte und notiere Parkplatz, Lager und Orientierungspunkte wie Brücken und Wegkreuzungen. Das werden deine Kontrollpunkte und die Wörter in deinem Tourenplan.

  2. Die Zeit zusammenrechnen – Gehzeit aus dem Gehzeit-Rechner, dazu Pausen, dazu eine Reserve von etwa einer Stunde oder 25–30 Prozent. Die Summe ist die Zeit, mit der du planst, nicht die optimistische.2
    Die Zeit zusammenrechnen

    Gehzeit aus dem Gehzeit-Rechner, dazu Pausen, dazu eine Reserve von etwa einer Stunde oder 25–30 Prozent. Die Summe ist die Zeit, mit der du planst, nicht die optimistische.

  3. Ausstiege markieren – Suche Stellen, an denen ein Weg schnell zu einer Straße oder einem Dorf führt, und markiere sie vor der Abfahrt. Ein Ausstieg, den du vorher gefunden hast, kostet eine Minute; einer, den du suchen musst, eine Stunde.3
    Ausstiege markieren

    Suche Stellen, an denen ein Weg schnell zu einer Straße oder einem Dorf führt, und markiere sie vor der Abfahrt. Ein Ausstieg, den du vorher gefunden hast, kostet eine Minute; einer, den du suchen musst, eine Stunde.

  4. Die Umkehrzeit festlegen – Wähle eine Uhrzeit, ab der du nicht mehr weitergehst, sondern umkehrst oder einen Ausstieg nimmst – egal, wo du bist. Entscheide das zu Hause, wenn du ruhig bist.4
    Die Umkehrzeit festlegen

    Wähle eine Uhrzeit, ab der du nicht mehr weitergehst, sondern umkehrst oder einen Ausstieg nimmst – egal, wo du bist. Entscheide das zu Hause, wenn du ruhig bist.

Das Tageslicht setzt den Rahmen

Sieh Sonnenaufgang und Sonnenuntergang im Tageslicht-Rechner nach und plane die Ankunft im Lager mindestens ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang, damit Unterstand, Wasser und Feuer im Hellen fertig werden. Im Herbst und Winter ist der Gehtag kurz, das kann eine Route halbieren. Im Dunkeln zu gehen ist eine eigene Fertigkeit; lies sicher im Dunkeln unterwegs, falls eine späte Ankunft möglich ist.

Strecke im Gelände kontrollieren

Unter Bäumen und im Nebel verschieben sich Zeit und Entfernung. Zähle deine Schritte mit dem Schrittzähl-Rechner, um zu wissen, wie weit du zwischen zwei Punkten gegangen bist, und vergleiche an jedem Kontrollpunkt die Uhrzeit mit dem Zeitplan. Bist du am ersten Punkt 30 Minuten hinten, ist das eine Information und kein Versagen: Kürze die Route oder verschiebe die Umkehrzeit.

Typische Faktoren, die dich bremsen
FaktorWirkungWas du tust
Schwerer RucksackLangsamer bergauf, ermüdet über den TagWiegen und kürzen, Packgewicht in den Rechner eingeben
Kinder oder AnfängerHäufige Stopps, kürzere TageHalb so weit planen wie allein
Unwegsames Gelände, Moor, GeröllViel langsamer als die Karte vermuten lässt25–50 Prozent aufschlagen oder andere Route wählen
Regen, Wind, SchneeLangsameres Gehen, mehr KleidungspausenWetter prüfen; leichtere Route als Plan B
Später StartWeniger Licht für LageraufgabenFrüher starten oder Route kürzen

Schritt 4: Das Wetterfenster finden

Das Wetter entscheidet, ob eine Tour angenehm, mühsam oder gefährlich wird. Sieh dir die Vorhersage einige Tage vorher an, um den Termin zu wählen, dann noch einmal am Vorabend und am Abreisetag. Vergleiche mehr als eine Quelle, prüfe die Stundenvorhersage für die Nacht und achte auf Wind, Regenwahrscheinlichkeit, Gewitterwarnungen und die nächtliche Tiefsttemperatur.

Was der Himmel dir sagt, lernst du in Wetter deuten. Wind lässt kalte Luft viel kälter wirken, nutze also den Windchill-Rechner, wenn die Vorhersage niedrige Temperaturen und Böen zeigt. Kalt, nass und windig zusammen sind die Zutaten für Unterkühlung.

Losgehen, anpassen oder verschieben
VorhersageEntscheidungGrund
Trocken, leichter Wind, milde NachtWie geplant losgehenNormale Ausrüstung genügt
Schauer möglich, kühle NachtMit kürzerem, nahem Plan und guter Regenkleidung gehenNasse Ausrüstung ist das Hauptrisiko
Starker Wind, Böen, DauerregenVerschieben oder in geschütztes Gebiet bzw. auf einen Zeltplatz wechselnAstbruch und schlechter Schlaf
Gewitter angesagtVerschiebenBlitz und Bäume sind im Wald eine echte Gefahr
Hitzewelle oder WaldbrandwarnungVerschieben oder auf Feuer und Kochen am Boden verzichtenWaldbrandrisiko und Austrocknung
Frostnacht mit SommerausrüstungVerschieben oder Schlafsystem verbessernSiehe Schlafsystem unten

Lege deine Wettergrenzen zu Hause fest: zum Beispiel die höchste Windstärke und die niedrigste Temperatur, die du mit dieser Gruppe und dieser Ausrüstung akzeptierst. Dann ist es eine Regel und keine Verhandlung am Parkplatz.

Schritt 5: Wasserplan und Essensplan

Wasserplan

Notiere, wo entlang der Route Wasser zu finden ist und wie verlässlich jede Quelle ist: Ein Fluss ist zuverlässiger als eine kleine Quelle im Spätsommer. Der Wasser-Rechner schätzt, wie viel jede Person bei Wetter, Anstrengung und Kochen braucht; ein normaler aktiver Tag verlangt insgesamt mehrere Liter. Plane so viel Tragekapazität ein, dass du die nächste sichere Quelle erreichst, plus Reserve.

Essensplan

Zähle Mahlzeiten, nicht Tage: Frühstück, Snacks, Mittag, Abendessen und eine zusätzliche Notration. Der Essens-Planer schätzt Mengen pro Person, und Verpflegung planen zeigt einfache Menüs. Plane Essen passend zu deiner Kochmethode: Wenn ein Feuerverbot möglich ist, nimm einen Kocher oder kalte Verpflegung mit (siehe Campingkocher). Folienpäckchen brauchen nur Glut, und ein kleines Set für Kaffee beim Camping wiegt kaum etwas. Verpacke und lagere Essen sicher nach Essen im Lager lagern.

Wasser- und Essens-Check

  • Wasserquellen auf der Karte markiert, mit Ersatzoption
  • Tragekapazität für die längste trockene Strecke plus Reserve
  • Aufbereitungsmethode eingepackt und getestet (Filter, Tabletten, Topf)
  • Mahlzeiten pro Person gezählt, plus ein zusätzlicher Snack-Tag
  • Allergien und Abneigungen aller Beteiligten geprüft
  • Brennstoff für den Kocher passend zur Zahl warmer Mahlzeiten

Schritt 6: Unterstand, Schlafsystem und Feuerplan

Wähle den Unterstand (Zelt, Tarp oder Hängematte) nach Vorhersage und Gelände und passe das Schlafsystem an die tiefste erwartete Temperatur an. Der Tarp-Größen-Rechner hilft bei der passenden Tarpgröße für die Personenzahl, und der Schlafsystem-Rechner prüft, ob Schlafsack und Matte für die Nacht reichen. Übe jede Abspannung zu Hause: Tarp-Aufbauten, Biwak und Hängematte verhalten sich im Wind unterschiedlich. Bei Regen lies Camping bei Regen; fällt die Wahl auf ein Zelt, hilft das richtige Zelt.

Feuerplan – mit Entscheidungshilfe

Feuer ist ein Privileg, keine Selbstverständlichkeit. Entscheide vor der Tour, ob du am Feuer, mit dem Kocher oder gar nicht kochst. Ist ein Feuer legal und sicher, schätzen der Feuerlayout-Rechner und der Brennholz-Rechner den Holzbedarf, und Feuerarten erklärt den Aufbau. Bei Trockenheit, Verbot oder in Schutzgebieten nimmst du Kocher oder kalte Küche.

Feuer, Kocher oder kalte Küche?

  1. Ist offenes Feuer hier und jetzt eindeutig erlaubt (kein Verbot, niedrige Gefahrenstufe)?

    Ja → Weiter zur nächsten Frage.Nein → Kein Feuer. Kocher nur, wenn Kocher erlaubt sind, sonst kalte Küche.
  2. Gibt es einen sicheren, kahlen Feuerplatz mit Wasser in der Nähe und ohne Windproblem?

    Ja → Ein kleines Feuer ist möglich. Holzbedarf mit dem Brennholz-Rechner planen.Nein → Kocher nehmen oder auf warmes Essen verzichten.
  3. Brauchst du das Feuer, oder ist es nur für die Stimmung?

    Ja → Klein halten und restlos löschen.Nein → Ein Kocher ist günstiger, schneller und sicherer.

Die Grundlagen stehen in Feuer machen und Feuer-Sicherheit. Nimm eine zuverlässige zweite Zündquelle mit, auch wenn du Feuerstahl oder Handbohrer nutzen willst, und plane nie so, dass dein Überleben von einem Feuer abhängt, wenn du das vermeiden kannst.

Schritt 7: Packliste und Rucksackgewicht

Erstelle die Packliste aus deinem Plan, nicht aus Gewohnheit. Jedes Teil sollte ein Bedürfnis decken: Schlafen, Unterstand, Wasser, Essen, Wärme, Orientierung, Licht, Feuer, Erste Hilfe oder Kommunikation. Der Ausrüstungsplaner erstellt dir eine Liste für Jahreszeit und Tourlänge, und die Bushcraft-Packliste erklärt jedes Teil. Mit kleinem Budget zeigt das günstige Bushcraft-Kit, wo du sparst und wo nicht, und Rucksäcke hilft bei der Wahl eines passenden Modells.

Wiege den gepackten Rucksack samt Wasser und Essen. Ein zu schwerer Rucksack bremst, ermüdet und macht alles schwerer. Betrachte das Gesamtgewicht im Verhältnis zu deinem Körper und zur Tourlänge, und streiche alles, was du auf der letzten Tour nicht benutzt hast. Wiege auch die einzelnen Teile, damit du weißt, wo das Gewicht sitzt.

Von der Liste zum gepackten Rucksack

  1. Alles auslegen – Leg jedes Teil auf den Boden und hake es auf der Liste ab. Was am Boden liegt, aber nicht auf der Liste steht, braucht einen Grund; was auf der Liste steht und fehlt, ist eine Lücke.1
    Alles auslegen

    Leg jedes Teil auf den Boden und hake es auf der Liste ab. Was am Boden liegt, aber nicht auf der Liste steht, braucht einen Grund; was auf der Liste steht und fehlt, ist eine Lücke.

  2. Den vollen Rucksack wiegen – Häng den gepackten Rucksack mit Wasser und Essen an eine Kofferwaage. Schreibe die Zahl in deinen Tourenplan. Beim nächsten Mal kannst du vergleichen und siehst, was sich verändert hat.2
    Den vollen Rucksack wiegen

    Häng den gepackten Rucksack mit Wasser und Essen an eine Kofferwaage. Schreibe die Zahl in deinen Tourenplan. Beim nächsten Mal kannst du vergleichen und siehst, was sich verändert hat.

  3. In Zonen packen – Leichte, sperrige Teile wie der Schlafsack kommen nach unten, schwere wie Essen, Wasser und Kocher in die Mitte nah am Rücken, und Regenkleidung, Snacks und Erste Hilfe nach oben, wo du sie erreichst.3
    In Zonen packen

    Leichte, sperrige Teile wie der Schlafsack kommen nach unten, schwere wie Essen, Wasser und Kocher in die Mitte nah am Rücken, und Regenkleidung, Snacks und Erste Hilfe nach oben, wo du sie erreichst.

  4. Akku und Karten – Lade Handy und Powerbank, lade Offline-Karten herunter und nimm die gedruckte Karte mit. Trag das Handy in einer Tasche oder einem Packsack und nutze unterwegs den Flugmodus, um Akku zu sparen.4
    Akku und Karten

    Lade Handy und Powerbank, lade Offline-Karten herunter und nimm die gedruckte Karte mit. Trag das Handy in einer Tasche oder einem Packsack und nutze unterwegs den Flugmodus, um Akku zu sparen.

Kleidung und Schuhe

Zieh dich in Schichten an und pack ein warmes, trockenes Set fürs Lager ein, das im Beutel trocken bleibt. Siehe Kleidung und Schuhe. Lauf neue Wanderschuhe vor der Tour ein, nicht währenddessen, und nimm Licht nach Beleuchtung mit Ersatzbatterien mit.

Gewicht senken

  • Prüfe jedes Teil: Auf der letzten Tour benutzt oder für die Sicherheit nötig? Wenn nicht, bleibt es zu Hause.
  • Teile Gruppenausrüstung wie Tarp, Kocher und Erste-Hilfe-Set auf, damit niemand doppelt trägt.
  • Fülle Essen in passende Mengen um und lass die Verpackung zu Hause.

Schritt 8: Der Sicherheitsplan – aufschreiben und hinterlegen

Der schriftliche Tourenplan ist die wichtigste Sicherheitsmaßnahme, und sie kostet nichts. Er sagt jemandem, der nicht mitkommt, wo du bist, wann du zurück sein solltest und wann er Hilfe rufen soll. Ohne ihn beginnt eine Suche spät und am falschen Ort.

Umkehrzeit und Alarmzeit

Zwei Zeiten gehören in jeden Plan, und sie werden oft verwechselt:

  • Die Umkehrzeit gilt für dich. Es ist die Uhrzeit, ab der du nicht mehr weitergehst, sondern umkehrst oder einen Ausstieg nimmst, egal, wo du bist. Sie schützt dich davor, bei schlechter werdenden Bedingungen oder schwindendem Licht weiterzudrängen.
  • Die Alarmzeit gilt für deinen Kontakt. Es ist die Uhrzeit, nach der er Hilfe ruft, wenn er nichts von dir gehört hat. Setze sie mit Puffer nach der geplanten Rückkehr, am besten so, dass für eine Suche noch Tageslicht bleibt.
Zeitachse von 08:00 bis 18:00 mit Markierungen für Start, Umkehrzeit 14:00, geplante Rückkehr 16:00 und Alarmzeit 18:00 sowie einer Sonne bei 19:30
Beispielzeiten für einen Tag: Start, Umkehrzeit, geplante Rückkehr und Alarmzeit, mit Sonnenuntergang nach der Alarmzeit. Deine eigenen Zeiten ergeben sich aus Zeitplan und Tageslicht-Rechner.

Was in den Tourenplan gehört

Ein Tourenplan auf Papier mit Zeilen für Wer, Wo, Route, Zurück und Alarm, rechts jeweils eine kurze Erklärung
Eine Seite mit fünf Blöcken: Wer, Wo, Route, Zurück, Alarm.

Von der Notiz zum Alarm in vier Schritten

  1. Alles aufschreiben – Trage Wer, Wo, Route, geplante Rückkehr und Alarmzeit ein. Ergänze Fahrzeugdaten, die Telefonnummern aller Beteiligten und medizinische Besonderheiten, die Retter kennen sollten.1
    Alles aufschreiben

    Trage Wer, Wo, Route, geplante Rückkehr und Alarmzeit ein. Ergänze Fahrzeugdaten, die Telefonnummern aller Beteiligten und medizinische Besonderheiten, die Retter kennen sollten.

  2. Route und Standort schicken – Teile die Route als Screenshot, Datei oder Standort-Pin und ein Foto des Plans. Ein Kontakt, der die Karte sieht, kann einer Leitstelle deine Position beschreiben.2
    Route und Standort schicken

    Teile die Route als Screenshot, Datei oder Standort-Pin und ein Foto des Plans. Ein Kontakt, der die Karte sieht, kann einer Leitstelle deine Position beschreiben.

  3. Zur vereinbarten Zeit melden – Schick zur vereinbarten Zeit eine kurze Nachricht, auch wenn sie nur „alles gut“ lautet. Hast du keinen Empfang, sag vorher, wann du wieder erreichbar bist.3
    Zur vereinbarten Zeit melden

    Schick zur vereinbarten Zeit eine kurze Nachricht, auch wenn sie nur „alles gut“ lautet. Hast du keinen Empfang, sag vorher, wann du wieder erreichbar bist.

  4. Keine Nachricht, keine Antwort: handeln – Wenn die Alarmzeit vorbei ist und der Kontakt dich nicht erreicht, wartet er nicht „noch ein bisschen“. Er ruft den Notruf an und liest den Plan vor.4
    Keine Nachricht, keine Antwort: handeln

    Wenn die Alarmzeit vorbei ist und der Kontakt dich nicht erreicht, wartet er nicht „noch ein bisschen“. Er ruft den Notruf an und liest den Plan vor.

Sag deinem Kontakt ausdrücklich, was zu tun ist: wen er zuerst anruft (Angehörige eines Gruppenmitglieds, dann den Notruf), was er sagt und welche Angaben die Leitstelle abfragt. Vereinbare auch, dass du dich meldest, wenn du zurück bist, damit niemand nach jemandem sucht, der längst zu Hause ist. Ändert sich dein Plan, aktualisiere ihn, denn ein veralteter Plan ist schlechter als keiner.

Notruf, Erste Hilfe, Ausstiege und Handy-Akku

Notrufnummern und was du der Leitstelle sagst

In Deutschland und der gesamten EU gilt 112 als allgemeiner Notruf; in Gebirgsregionen gibt es teils eine eigene Bergrettungsnummer. Schreibe die Nummern für dein Gebiet in den Plan. Ein Anruf gelingt leichter, wenn du die Fakten vorbereitest: wer du bist, wo du bist (Koordinaten, nächster Orientierungspunkt, Wegname), was passiert ist, wie viele Personen verletzt sind und welche Hilfe du brauchst. Bleib in der Leitung und folge den Anweisungen. Mehr zu Signalen und Gefundenwerden in Notsignale.

Erste Hilfe

Pack ein Erste-Hilfe-Set, das zu Gruppe und Gelände passt, mit persönlichen Medikamenten, und wisse, wie du es benutzt. Siehe Erste-Hilfe-Set und erwäge einen Erste-Hilfe-Kurs. Ist jemand kalt, nass und zittert, handle früh, wie in Unterkühlung erkennen beschrieben. Kontrolliere nach der Tour auf Zecken; siehe Zecken und Mücken.

Fluchtwege und Ausstiege

Frage dich für jeden Abschnitt der Route: Wenn hier etwas schiefgeht, wohin gehen wir? Ein guter Ausstieg ist ein Weg zu einer Straße, Hütte, einem Dorf oder Zeltplatz, den du in ein bis zwei Stunden erreichst. Markiere sie auf der Karte und schreibe sie in den Plan.

Vier Wanderer in einer Reihe, jeweils mit rundem Rollenabzeichen über dem Kopf: Navigator, Zeitwächter, Erste Hilfe und Schlusslicht
Rollen in der Gruppe: Navigator, Zeitwächter, Erste Hilfe und Schlusslicht. Tauscht sie jeden Tag.
Rollen in der Gruppe
RolleAufgabeNutzen
NavigatorFolgt der Karte, ruft die Kontrollpunkte aus, vergleicht mit dem ZeitplanEine Person ist verantwortlich, statt dass alle sich darauf verlassen
ZeitwächterBehält die Uhr im Blick, ruft Pausen und die Umkehrzeit ausVerhindert, dass ihr über die Grenze hinausdriftet
Erste HilfeKennt das Set, achtet bei der Gruppe auf Kälte, Blasen und MüdigkeitProbleme werden früh erkannt
SchlusslichtGeht als Letzte oder Letzter, damit niemand zurückbleibtHält die Gruppe zusammen

Handy-Akku und Kommunikation

Ein Handy ist Karte, Kamera, Taschenlampe und Weg zum Notruf, also schütze seinen Akku. Lade es vor der Tour voll, nimm Powerbank und kurzes Kabel mit, lade Offline-Karten, halte das Handy warm, weil Kälte den Akku schneller leert, und schalte in den Flugmodus, wenn du keinen Empfang brauchst. Verlass dich nicht nur auf das Handy: Gedruckte Karte, Kompass, Pfeife und Stirnlampe funktionieren ohne Akku. In Tälern und Wäldern kann der Empfang fehlen, finde also vorher heraus, wo er wahrscheinlich ist, und sag es deinem Kontakt.

Beispiel: ein ausgefüllter Tourenplan

Dies ist ein Beispiel für eine einfache Übernachtung zu zweit. Jedes Feld ist etwas, das eine Person zu Hause, ein Suchtrupp oder eine Leitstelle braucht. Übernimm die Struktur und ersetze die Zahlen durch deine eigenen.

Beispiel-Tourenplan: eine Nacht, zwei Personen, 9 km
FeldBeispieleintrag
WerAnna (Telefon …) und Ben (Telefon …), beide gesund, Ben hat eine Nussallergie; Ausrüstung: Tarp, zwei Schlafsäcke, Kocher
FahrzeugGrauer Kombi, Kennzeichen …, geparkt am Waldparkplatz am Ausgangspunkt
WoWaldgebiet nördlich des Dorfes; Lager am Hang über dem Fluss
RouteParkplatz, Forstweg, Fußgängerbrücke, Pfad den Hang hinauf zum Lager; 9 km, etwa 300 m Aufstieg
ZeitplanStart Samstag 10:00; Gehen etwa 3 Std., Pausen etwa ½ Std., Reserve 1 Std.; geplante Ankunft im Lager 14:30
UmkehrzeitSamstag 14:00: Wer dann nicht nah am Lager ist, kehrt um oder nimmt den nächsten Ausstieg
AusstiegeAn der Fußgängerbrücke und an der Wegkreuzung unterhalb des Lagers, beide führen hinab zur Straße
RückkehrSonntag bis 12:00 zurück am Auto
MeldungNachricht Samstag 18:00 und Sonntag bei Ankunft; ohne Empfang spätestens Sonntag 12:00
AlarmzeitSonntag 14:00: Ohne Nachricht bis dahin 112 anrufen und diesen Plan weitergeben
Notrufnummern112; regionale Rettungsnummer; Familienkontakt …
HinweiseWetter Freitagabend geprüft: trocken, leichter Wind, Tiefstwert 8 °C; Feuer nur, wenn erlaubt und nicht verboten

Druck ihn aus oder schreib ihn von Hand. Schick deinem Kontakt zusätzlich ein Foto und leg eine Kopie in den Rucksack. Derselbe Plan funktioniert für längere Touren; füge pro Tag eine Zeile und eine Meldezeit pro Tag hinzu.

Zeitplan: von einer Woche vorher bis zum Morgen der Abreise

Verteile die Arbeit so, dass nichts für den letzten Abend übrig bleibt. Dies ist eine realistische Reihenfolge für eine Wochenendtour; bei langen Touren beginnst du zwei Wochen oder mehr vorher.

Zeitleiste mit fünf Schritten von sieben Tagen vorher bis zum Morgen der Abreise, jeweils mit kleinem Symbol: Karte, Wetter, Rucksack, Tourenplan und Sonne
Rückwärts vom Abreisetag planen: Regeln und Route eine Woche vorher, Wetter drei Tage vorher, Packen am Vortag, Plan am Vorabend senden.

Der Countdown

  1. 7 Tage vorherGebiet wählen, Regeln prüfen, Route zeichnen, Zeltplatz buchen oder Erlaubnis einholen.
  2. 3 Tage vorherVorhersage prüfen, Losgehen oder Verschieben entscheiden, Wasser- und Essensplan abschließen.
  3. 1 Tag vorherPacken, wiegen, Geräte laden, Kocher und Filter testen, Karte ausdrucken.
  4. VorabendLetzte Vorhersage, Tourenplan und Alarmzeit an den Kontakt schicken.
  5. Morgen der AbreiseWasser füllen, Wetter noch einmal prüfen, Handy einstellen, verabschieden, los.

Mach an der Tür einen kurzen Taschencheck: Schlüssel, Handy, Karte, Stirnlampe, Feuerzeug, Messer nur, wenn es erlaubt mitgeführt werden darf, und Plan gesendet. Für das Tageslicht nutzt du den Tageslicht-Rechner, für die Zeit den Gehzeit-Rechner.

Plan B: Wetter, Krankheit und veränderte Bedingungen

Ein Plan ist nur gut, wenn er sich ändern darf. Schreibe die Alternative in den Plan, nicht nur in deinen Kopf, und vereinbart vorher, wer entscheidet. Der beste Plan B ist einer, mit dem du zufrieden bist, damit seine Nutzung sich nicht wie Verlieren anfühlt.

Häufige Probleme und die geplante Reaktion
ProblemPlan BWer entscheidet
Vorhersage verschlechtert sichKürzere Route, tieferes Lager, Zeltplatz oder nach HauseDie Gruppe nach den zu Hause festgelegten Grenzen
Jemand ist krank oder verletztRasten, behandeln, nächsten Ausstieg nehmen; bei Ernstfall Hilfe rufenDie Person für Erste Hilfe mit der Gruppe
Hinter dem ZeitplanRoute kürzen, Gipfel streichen, Umkehrzeit anwendenZeitwächter und Navigator
Wasserquelle trockenErsatzquelle nutzen, Wasser rationieren, Route kürzenDer Navigator
Feuerverbot verkündetKocher oder kalte Küche, prüfen, ob Kocher erlaubt sindWer die Regeln prüft
Ausrüstung fällt aus (Rucksack, Schuh, Kocher)Reparieren, Ausrüstung teilen, Tour verkürzenDie Gruppe

Sag deinem Kontakt Bescheid, wenn sich der Plan ändert: neuer Ort, neue Rückkehrzeit oder ein genommener Ausstieg. Umkehren gehört zum Bushcraft und ist kein Scheitern.

Nach der Tour: Auswertung und Ausrüstungsnotizen

Eine Tour lehrt dich nur, wenn du sie aufschreibst. Mach dir innerhalb eines Tages, solange alles frisch ist, Notizen zu Folgendem und bewahre sie bei deiner Packliste auf:

  • Zeit. Wie lange dauerte jeder Abschnitt im Vergleich zum Plan? Wo scheiterte der Plan?
  • Ausrüstung. Was hast du getragen, ohne es zu benutzen, und was hat gefehlt? Wie schwer war der Rucksack am Ende?
  • Essen und Wasser. Zu viel, zu wenig, was wurde gegessen?
  • Wetter und Schlaf. War das Schlafsystem für die echte Temperatur richtig?
  • Gruppe. Funktionierten die Rollen, stimmte das Tempo, fühlten sich alle wohl?
  • Sicherheit. Hat die Meldung funktioniert? Wusste der Kontakt, was zu tun ist?

Dann folgen die lästigen Aufgaben: Kontakt Bescheid geben, dass du zurück bist, Ausrüstung trocknen und reinigen, Defektes reparieren, Erste-Hilfe-Set auffüllen, Brennstoff nachkaufen und auf Zecken prüfen. Zur Pflege von Messer und Axt siehe Werkzeugpflege. Ändere beim nächsten Mal eine Sache, dann wird die Planung jedes Mal besser. Bereit für mehr? Der Fertigkeiten-Bereich und der Ausrüstungs-Bereich zeigen den nächsten Schritt.

Tourenplanung auf einen Blick
Tourenplanung auf einen Blick
SchrittSchlüsselfrageRechner oder Anleitung
Ziel und GruppeWer ist am langsamsten, und was ist der Zweck?[[skills/kids|Bushcraft mit Kindern]]
Gebiet und RegelnSind Übernachten, Feuer und Holz erlaubt?[[shelter/wild-camping|Wildcampen und Regeln]]
Route und ZeitWie lange dauert es wirklich?[[tool:hiking-time|Gehzeit-Rechner]]
WetterIst das Fenster gut genug?[[skills/weather|Wetter deuten]]
Wasser, Essen, KitWie viel brauchen und tragen wir?[[page:kit-builder|Ausrüstungsplaner]]
SicherheitsplanUmkehrzeit und Alarmzeit festgelegt?[[skills/distress-signals|Notsignale]]

Häufige Fehler

  • Erst das Ziel wählen und danach die Regeln prüfen, dann an einem Ort übernachten oder Feuer machen, wo es nicht erlaubt ist.
  • Für die stärkste statt die langsamste Person planen, sodass die Gruppe spät und müde ankommt.
  • Mit der optimistischen Gehzeit ohne Pausen und Reserve rechnen und dann im Dunkeln ankommen.
  • Keine Umkehrzeit haben, sodass es keinen Moment gibt, in dem Umkehren der Plan statt einer Niederlage ist.
  • Jemandem sagen „Ich gehe in den Wald“, ohne Route, Rückkehrzeit oder Alarmzeit.
  • Aus Gewohnheit statt aus dem Plan packen und den Rucksack nie wiegen.
  • Sich auf ein einziges Handy mit halbem Akku und ohne gedruckte Karte verlassen.

Das brauchst du

  • Gedruckte topografische Karte und Kompass
  • Handy mit Offline-Karten, Powerbank und Kabel
  • Schriftlicher Tourenplan (gedruckt oder handgeschrieben) und ein Stift
  • Stirnlampe mit Ersatzbatterien und eine Pfeife
  • Erste-Hilfe-Set und persönliche Medikamente
  • Wasserbehälter und eine Methode zur Wasseraufbereitung
  • Kocher oder anderer Kochplan passend zu den Feuerregeln
  • Schlafsystem und Unterstand passend zur erwarteten Tiefsttemperatur

Rechner zu diesem Thema

Häufige Fragen

Wie plane ich eine Tour Schritt für Schritt?
Lege Ziel und Gruppe fest, prüfe die Regeln für das Gebiet, berechne Route und Zeit, wähle ein Wetterfenster, plane Wasser, Essen, Unterstand, Feuer und Packliste und schreibe dann einen Tourenplan, den du hinterlegst. Plane für die langsamste Person, rechne Reserve ein und lege vor dem Start eine Umkehrzeit fest.
Was gehört in einen Tourenplan?
Namen und Telefonnummern aller Beteiligten, Fahrzeugdaten, Gebiet und Route mit Ausstiegen, geplanter Start und Rückkehr, eine Umkehrzeit, Meldezeiten, die Alarmzeit, nach der dein Kontakt Hilfe rufen soll, Notrufnummern und medizinische Hinweise. Ein Foto oder Screenshot der Route hilft Rettern sehr.
Was ist der Unterschied zwischen Umkehrzeit und Alarmzeit?
Die Umkehrzeit gilt für dich: die Uhrzeit, ab der du nicht mehr weitergehst und umkehrst, egal, wo du bist. Die Alarmzeit gilt für deinen Kontakt: die Uhrzeit, nach der er ohne Nachricht Hilfe ruft. Die Alarmzeit liegt nach der geplanten Rückkehr und sollte noch Tageslicht für eine Suche lassen.
Wie weit sollte ich pro Tag laufen?
Das hängt von Fitness, Packgewicht, Gelände und Tageslicht ab. Als Startregel gelten etwa 5 km pro Stunde plus eine Stunde je 600 Höhenmeter Aufstieg, aber ein beladener Rucksack, Kinder oder unwegsames Gelände machen langsamer. Nutze den Gehzeit-Rechner, plane Pausen und Reserve ein und teste dein echtes Tempo vorher auf einem kurzen Gang.
Wem gebe ich meinen Tourenplan?
Einer verlässlichen Person, die nicht mitkommt, die merkt, wenn du dich nicht meldest, und die weiß, was zu tun ist. Nenne ihr die Alarmzeit und welchen Notruf sie wählen soll. Vereinbare, dass du dich meldest, wenn du zu Hause bist, und gib Bescheid, wenn sich dein Plan ändert.
Was tue ich, wenn das Wetter schlechter wird?
Nutze deinen Plan B: Route kürzen, in ein tieferes oder geschützteres Lager wechseln, einen Ausstieg nehmen oder nach Hause gehen. Lege Grenzen für Wind, Regen und Temperatur zu Hause fest, damit die Entscheidung schon getroffen ist. Informiere deinen Kontakt über die Änderung und geh nie weiter, nur um den ursprünglichen Plan einzuhalten.
Wie schwer darf mein Rucksack sein?
So leicht, wie Sicherheit und Komfort erlauben. Wiege den vollen Rucksack mit Wasser und Essen, vergleiche die Zahl mit dem Gefühl auf der letzten Tour und streiche, was du nicht benutzt hast. Gruppenausrüstung teilen, Essen umfüllen und Mehrzweck-Teile wählen helfen. Anfänger sollten lieber eine kürzere Strecke als mehr Last akzeptieren.

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