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Unterkühlung: Symptome erkennen, Erste Hilfe leisten, vorbeugen

28 Min. Lesezeit 6 Schritte Aktualisiert

Unterkühlung-Symptome beginnen unauffällig: Zittern, ungeschickte Hände, Stolpern, nuschelnde Antworten und ein Begleiter, der plötzlich auffallend still wird. Unterkühlung (Hypothermie) bedeutet, dass der Körper mehr Wärme verliert, als er erzeugen kann, und die Körperkerntemperatur unter etwa 35 °C sinkt. Frost braucht es dafür nicht – das klassische Unterkühlungswetter beim Wandern und im Lager sind 5–10 °C mit Wind und Regen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie du die Stadien an ihren Zeichen erkennst, wie Erste Hilfe bei leichter Unterkühlung draußen aussieht, wie du eine Wärmepackung baust, wann du den Notruf wählst und wie du vorbeugst. Dazu kommen Erfrierungen, Immersionsfuß und Frostbeulen. Er gehört zu unseren Bushcraft-Fertigkeiten, baut auf den Bushcraft-Grundlagen auf und ergänzt den Ratgeber zum Erste-Hilfe-Set.

Schritt für Schritt

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  1. Warnzeichen früh erkennen – Zittern, ungeschickte Hände, Stolpern, Nuscheln und ein gereizter oder sehr stiller Begleiter sind das Warnsignal – bei jedem kalten, nassen oder windigen Wetter.
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    Warnzeichen früh erkennen

    Zittern, ungeschickte Hände, Stolpern, Nuscheln und ein gereizter oder sehr stiller Begleiter sind das Warnsignal – bei jedem kalten, nassen oder windigen Wetter.

  2. Halt – raus aus Wind und Regen – Nicht weiterlaufen. Sofort hinter einen Windschutz, unter ein Tarp oder in Biwaksack oder Gruppen-Notunterkunft.
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    Halt – raus aus Wind und Regen

    Nicht weiterlaufen. Sofort hinter einen Windschutz, unter ein Tarp oder in Biwaksack oder Gruppen-Notunterkunft.

  3. Trocken, Mütze, weg vom Boden – Im Windschutz nasse Kleidung gegen trockene tauschen, Mütze auf und auf Isomatte oder Rucksack setzen – nie auf den nackten Boden.
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    Trocken, Mütze, weg vom Boden

    Im Windschutz nasse Kleidung gegen trockene tauschen, Mütze auf und auf Isomatte oder Rucksack setzen – nie auf den nackten Boden.

  4. Isolieren und einpacken – Matte darunter, Schlafsack darum, außen eine wind- und wasserdichte Hülle. Das Gesicht bleibt frei.
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    Isolieren und einpacken

    Matte darunter, Schlafsack darum, außen eine wind- und wasserdichte Hülle. Das Gesicht bleibt frei.

  5. Hellwach? Warm und süß trinken – Warme, gezuckerte Getränke und Süßes nur geben, wenn die Person ganz wach ist und sicher schlucken kann. Kein Alkohol.
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    Hellwach? Warm und süß trinken

    Warme, gezuckerte Getränke und Süßes nur geben, wenn die Person ganz wach ist und sicher schlucken kann. Kein Alkohol.

  6. Schläfrig oder verwirrt: Notruf 112 – Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder nachlassendes Zittern sind ein Notfall. 112 wählen, behutsam behandeln und flach liegen lassen.
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    Schläfrig oder verwirrt: Notruf 112

    Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder nachlassendes Zittern sind ein Notfall. 112 wählen, behutsam behandeln und flach liegen lassen.

Bevor du weiterliest

Was ist Unterkühlung – und warum 5–10 °C das klassische Wetter sind

Der Körper arbeitet in einem engen Bereich um 37 °C. In der Kälte verteidigt er diese Temperatur auf zwei Wegen: Er stellt die Blutgefäße in Haut, Händen und Füßen eng, damit das warme Blut im Körperkern bleibt, und er erzeugt durch Muskelzittern zusätzliche Wärme. Eine Unterkühlung beginnt, wenn das nicht mehr reicht und die Kerntemperatur unter etwa 35 °C fällt. Von da an arbeiten Muskeln, Gehirn und Herz zunehmend schlechter – deshalb merkt es der Betroffene selbst meist zuletzt.

Die meisten Fälle draußen sind keine Schneesturm-Dramen. Sie passieren an gewöhnlichen kühlen Tagen Menschen, die nass, müde und unterzuckert sind: die lange Tour im Nieselregen bei 8 °C, der windige Kamm im Mittelgebirge, das gekenterte Kanu im Frühjahr, der Lagerabend in klammer Kleidung. Nasse Kleidung und Wind entziehen dem Körper viel schneller Wärme als trockene, ruhige Kälte. Bei 5 °C fühlen sich 20 km/h Wind bereits wie etwa 1 °C an; der Windchill-Rechner zeigt den Effekt für deine Bedingungen, und wer das Wetter lesen kann, sieht ihn kommen.

Die fünf Wege, auf denen der Körper Wärme verliert

Stehende Person mit Pfeilen: Wärmeverlust durch Wind, in den kalten Boden, durch Verdunstung aus nasser Kleidung, durch Abstrahlung am Kopf und durch die Atmung
Die fünf Wege des Wärmeverlusts: Wind (Konvektion), kalter Boden (Wärmeleitung), nasse Kleidung (Verdunstung), Abstrahlung über unbedeckte Haut und die Atmung. Jeder Schritt der Ersten Hilfe und der Vorbeugung schließt einen davon.
Wie der Körper Wärme verliert – und was dagegen hilft
WegWas passiertWas hilft
Konvektion (Wind)Bewegte Luft trägt die warme Luftschicht an Haut und Kleidung fortWinddichte Jacke, Windschutz, Biwaksack, in den Windschatten gehen
Wärmeleitung (Kontakt)Wärme fließt in alles Kältere, das du berührst – Boden, Fels, Schnee, Wasser. Wasser leitet Wärme rund 25-mal besser als LuftIsomatte, Rucksack oder Zweige unter dir; raus aus dem Wasser
Verdunstung (Nässe)Regen- oder schweißnasse Kleidung kühlt beim Trocknen, und nasser Stoff isoliert schlechtTrocken bleiben, lüften, bevor du schwitzt, trockene Wechselschicht
AbstrahlungUnbedeckte Haut strahlt Wärme an die kältere Umgebung abMütze, Kapuze, Handschuhe, Kopf und Hals bedecken
AtmungJeder Atemzug wärmt und befeuchtet kalte Luft – und geht verlorenNicht zu verhindern; ein Schlauchtuch vor dem Mund hilft etwas

Liest du die Tabelle von rechts nach links, hast du die ganze Behandlung: raus aus dem Wind, weg vom Boden, trocken werden, Kopf bedecken, Isolation dazu. Alles Weitere in diesem Artikel sind Einzelheiten.

Unterkühlung beim Wandern: Wer ist besonders gefährdet?

Unterkühlen kann jeder, aber manche Situationen und Menschen kühlen deutlich schneller aus. Je mehr Punkte der Liste zutreffen, desto früher solltest du anhalten und für Wärme sorgen.

Risikofaktoren – je mehr zutreffen, desto früher handeln

  • Nasse Kleidung durch Regen, Schweiß, eine Bachquerung oder einen Sturz ins Wasser
  • Wind – auf Kämmen, freien Hochflächen, am Seeufer und im Kanu
  • Erschöpfung: müde Muskeln erzeugen weniger Wärme und zittern schwächer
  • Zu wenig gegessen und getrunken
  • Alkohol – er weitet die Hautgefäße und trübt das Urteilsvermögen
  • Kinder, schlanke und ältere Menschen: sie kühlen schneller aus oder erzeugen weniger Wärme
  • Verletzung oder Krankheit, die jemanden still auf kaltem Boden hält
  • Lange Pausen, Warten, Verlaufen und die ungeplante Nacht draußen

Die typische Kette erkennt man im Nachhinein sofort: später Start, längere Route als gedacht, keine richtige Mittagspause, weil es regnete, durchgeschwitztes Unterhemd unter der Regenjacke – und dann die Rast auf dem windigen Sattel. Jedes Glied ist für sich harmlos. Gute Planung unterbricht die Kette früh: eine realistische Route (siehe Gehzeit-Rechner und Tageslicht-Rechner), eine feste Umkehrzeit und die Disziplin, anzuhalten, bevor alle frieren.

Besondere Aufmerksamkeit braucht jeder Verletzte. Wer mit verstauchtem Knöchel auf nassem Boden sitzt, kühlt auch bei mildem Wetter schnell aus: Er erzeugt keine Bewegungswärme mehr und verliert Wärme in den Untergrund. Wärmeerhalt gehört deshalb bei jeder Verletzung zur Ersten Hilfe, nicht nur bei Kälte.

Unterkühlung Symptome: So erkennst du die Zeichen

Ein Thermometer für die Körperkerntemperatur hast du im Wald nicht dabei – und du brauchst es auch nicht. Ersthelfer, Bergrettung und alpinmedizinische Empfehlungen beurteilen eine Unterkühlung nach dem, was man sieht: Zittert die Person? Wie wach ist sie? Wie bewegt sie sich, wie spricht sie?

Die frühen Warnzeichen

Im Englischen merkt man sich die Frühzeichen als "umbles" – stumbles, mumbles, fumbles, grumbles. Auf Deutsch:

  • Stolpern – unsicherer Gang, Abkommen vom Weg, langsames, schwerfälliges Gehen.
  • Nuscheln – verwaschene, langsame oder einsilbige Antworten.
  • Fummeln – der Reißverschluss geht nicht mehr zu, Dinge fallen aus der Hand, Schnürsenkel und Feuerzeug werden zum Problem.
  • Grummeln – gereizt, teilnahmslos, zurückgezogen: "Mir geht's gut, lass mich."

Zusammen mit Zittern und kalter, blasser Haut heißt das: Der Körper kämpft. Der Betroffene bestreitet es oft – das Urteilsvermögen leidet als Erstes. Deshalb gilt in der Gruppe: Wer die Warnzeichen beim anderen sieht, entscheidet, nicht der Betroffene.

Drei Gesichter für leichte, mittlere und schwere Unterkühlung: zitternd und wach, verwirrt mit Fragezeichen, grau mit geschlossenen Augen
Nach Zeichen urteilen, nicht nach einer Zahl: zitternd und wach (leicht), nachlassendes Zittern mit Verwirrtheit und Schläfrigkeit (mittel), kein Zittern und kaum ansprechbar (schwer). Ab dem zweiten Bild ist es ein Notfall.
Hypothermie-Stadien: Zeichen, Bedeutung, Maßnahmen
StadiumSichtbare ZeichenWas es bedeutetWas tun
Kalt, noch nicht unterkühltFriert, zittert gelegentlich, bewegt sich und spricht normalDer Körper kommt zurecht, arbeitet aber hartSchicht anziehen, essen, trinken, in Bewegung bleiben, Nässe beheben
Leicht (ca. 35–32 °C)Ständiges, starkes Zittern, kalte blasse Haut, ungeschickte Hände, Stolpern, Nuscheln – aber wach und klarDie Abwehr läuft auf Hochtouren und funktioniert nochAnhalten, Windschutz, trocken anziehen, isolieren, warm und süß trinken, essen, ruhen; Notruf, wenn keine klare Besserung
Mittel (ca. 32–28 °C)Zittern lässt nach oder hört auf, Verwirrtheit, verwaschene Sprache, Schläfrigkeit, kann nicht mehr richtig gehenDer Körper kann sich nicht mehr selbst aufwärmenNotruf 112. Behutsam behandeln, flach lagern, einpacken und isolieren, nichts zu trinken bei Schläfrigkeit
Schwer (unter ca. 28 °C)Kein Zittern, nicht oder kaum ansprechbar, Atmung und Puls sehr langsam oder kaum feststellbarLebensgefahr; das Herz ist sehr empfindlichSofort 112. So wenig und so behutsam wie möglich bewegen, isolieren, Atmung beobachten, Wiederbelebung, wenn keine Lebenszeichen

Die Temperaturbereiche sind die üblicherweise veröffentlichten Näherungswerte. Messen lassen sie sich draußen nicht – entscheidend sind die Zeichen. Menschen halten sich nicht an Tabellen; im Zweifel wie das schwerere Stadium behandeln.

Zittern – und wenn es aufhört

Das Zittern ist das nützlichste einzelne Zeichen. Starkes Zittern bei einem wachen, klaren Menschen bedeutet: Der Körper hat noch Brennstoff und Kontrolle. Mit Windschutz, trockener Isolation und Essen wärmt er sich meist selbst wieder auf. Lässt das Zittern nach bei jemandem, der weiterhin kalt und nass ist und stiller wird, ist das keine gute Nachricht, sondern das Gegenteil: Die Energie geht aus, der Kern kühlt weiter ab. "Er zittert nicht mehr, also geht es ihm besser" gehört zu den gefährlichsten Fehleinschätzungen draußen. Wer wirklich wärmer wird, wird gesprächiger, geschickter und rosiger – nicht schläfriger.

Der Partnercheck als Frühwarnsystem

Bei nasskaltem Wetter gehört ein kurzer Check zu jeder Pause. Er dauert eine Minute und erwischt das Problem in dem Stadium, in dem eine Thermoskanne Tee es noch löst.

Partnercheck in drei schnellen Tests

  1. Einfache Frage stellen – Frag etwas, das eine echte Antwort braucht – was es mittags gab, wohin es als Nächstes geht. Eine klare, zügige Antwort beruhigt. Langsame, verwaschene, gereizte oder unsinnige Antworten sind ein Warnzeichen.1
    Einfache Frage stellen

    Frag etwas, das eine echte Antwort braucht – was es mittags gab, wohin es als Nächstes geht. Eine klare, zügige Antwort beruhigt. Langsame, verwaschene, gereizte oder unsinnige Antworten sind ein Warnzeichen.

  2. Hände testen – Kann die Person den Daumen nacheinander an jede Fingerspitze führen, den Reißverschluss schließen, eine Schleife binden? Ungeschickte Finger zeigen, dass der Körper das warme Blut schon aus den Händen abzieht.2
    Hände testen

    Kann die Person den Daumen nacheinander an jede Fingerspitze führen, den Reißverschluss schließen, eine Schleife binden? Ungeschickte Finger zeigen, dass der Körper das warme Blut schon aus den Händen abzieht.

  3. Gehen lassen – Lass sie ein paar Meter geradeaus gehen. Stolpern oder seitliches Abdriften auf leichtem Gelände, zusammen mit Zittern, heißt: hier anhalten, Schutz suchen und jetzt aufwärmen – nicht bis zum geplanten Lagerplatz weiterlaufen.3
    Gehen lassen

    Lass sie ein paar Meter geradeaus gehen. Stolpern oder seitliches Abdriften auf leichtem Gelände, zusammen mit Zittern, heißt: hier anhalten, Schutz suchen und jetzt aufwärmen – nicht bis zum geplanten Lagerplatz weiterlaufen.

Wer allein unterwegs ist, hat niemanden, der prüft. Setz dir stattdessen feste Auslöser: Wenn Reißverschluss oder Feuerzeug nicht mehr gehen, wenn du auf leichtem Weg zweimal gestolpert bist oder wenn dir die Kälte plötzlich gleichgültig wird, hältst du an und kümmerst dich. Eine erste Nacht draußen in der kalten Jahreszeit gehört immer in die Nähe von Haus oder Auto.

Unterkühlung Erste Hilfe: Was tun bei leichter Unterkühlung draußen?

Ein zitternder, wacher Mensch lässt sich im Gelände wieder aufwärmen – wenn du den Wärmeverlust vollständig stoppst. Die Reihenfolge zählt: erst Schutz, dann trocken, dann Isolation, dann Brennstoff. Umziehen auf dem freien Kamm im Regen kostet mehr Wärme, als es bringt.

Raus aus dem Wind und weg vom Boden

  1. Früh anhalten – Sobald jemand die Warnzeichen zeigt, ist die Tour unterbrochen. "Nur noch bis zum Gipfel" oder "bloß zwanzig Minuten bis zur Hütte" – so wird aus leichter Unterkühlung eine mittlere. Sag der Gruppe klar, dass jetzt angehalten wird.1
    Früh anhalten

    Sobald jemand die Warnzeichen zeigt, ist die Tour unterbrochen. "Nur noch bis zum Gipfel" oder "bloß zwanzig Minuten bis zur Hütte" – so wird aus leichter Unterkühlung eine mittlere. Sag der Gruppe klar, dass jetzt angehalten wird.

  2. In den Windschatten – Geh ein paar Meter auf die geschützte Seite eines Felsens, einer Böschung, einer dichten Fichtenschonung oder Mauer. Gibt es nichts, spann ein Tarp flach und mit dem Rücken zum Wind ab. Mulden, in denen Wasser steht, meiden.2
    In den Windschatten

    Geh ein paar Meter auf die geschützte Seite eines Felsens, einer Böschung, einer dichten Fichtenschonung oder Mauer. Gibt es nichts, spann ein Tarp flach und mit dem Rücken zum Wind ab. Mulden, in denen Wasser steht, meiden.

  3. Matte oder Rucksack drunter – Setz oder leg die Person auf Isomatte, Rucksack, Seil oder eine dicke Lage trockener Zweige. Kalter, nasser Boden entzieht viel schneller Wärme als Luft – die Isolation von unten ist so wichtig wie die Jacke oben.3
    Matte oder Rucksack drunter

    Setz oder leg die Person auf Isomatte, Rucksack, Seil oder eine dicke Lage trockener Zweige. Kalter, nasser Boden entzieht viel schneller Wärme als Luft – die Isolation von unten ist so wichtig wie die Jacke oben.

  4. Nass aus, trocken an, Mütze auf – Erst im Wind- und Regenschutz nasse Schichten gegen trockene tauschen, mit dem Oberkörper beginnen, dazu Mütze und Handschuhe. Ist nichts Trockenes da: Unterhemd auswringen und eine wind- und wasserdichte Schicht über alles ziehen.4
    Nass aus, trocken an, Mütze auf

    Erst im Wind- und Regenschutz nasse Schichten gegen trockene tauschen, mit dem Oberkörper beginnen, dazu Mütze und Handschuhe. Ist nichts Trockenes da: Unterhemd auswringen und eine wind- und wasserdichte Schicht über alles ziehen.

  5. Biwaksack oder Gruppen-Notunterkunft – Zieh einen Notbiwaksack oder ein Gruppen-Biwakzelt über die Person – noch besser über sie und einen warmen Begleiter. Darin sorgen geteilte Körperwärme und ruhende Luft binnen Minuten für spürbar mehr Wärme.5
    Biwaksack oder Gruppen-Notunterkunft

    Zieh einen Notbiwaksack oder ein Gruppen-Biwakzelt über die Person – noch besser über sie und einen warmen Begleiter. Darin sorgen geteilte Körperwärme und ruhende Luft binnen Minuten für spürbar mehr Wärme.

Essen, Trinken und vorsichtige Bewegung

Zittern verbraucht viel Energie, deshalb braucht ein leicht Unterkühlter Brennstoff. Die Empfehlung von Rotem Kreuz, Bergrettung und Alpenvereinen ist einheitlich: warme, gut gezuckerte, alkoholfreie Getränke und etwas Süßes wie Schokolade oder Traubenzucker – aber nur, wenn die Person ganz wach ist und sicher schlucken kann. Der Zucker zählt mehr als die Temperatur; lauwarmer süßer Tee genügt, kochend heiß darf er nicht sein. Kocher und Becher gehören in der kalten Jahreszeit zur Notfallausrüstung – siehe Campingkocher und Wasser abkochen.

Und Bewegung zum Aufwärmen? Die alpin- und wildnismedizinischen Empfehlungen sind vorsichtig. Lass die Person zunächst etwa eine halbe Stunde geschützt und isoliert ruhen und beobachte sie. Bessert sich ihr Zustand eindeutig – weniger Zittern, weil sie wärmer ist, normale Sprache, die Hände funktionieren wieder –, ist behutsame Bewegung wie langsames Gehen sinnvoll und erzeugt Wärme. Bessert er sich nicht oder war die Person zwischendurch verwirrt oder schläfrig, wird nicht abgestiegen: isolieren, Hilfe rufen, warten.

Kontrollpunkt: Geht es wirklich besser?

  • Die Sprache ist wieder klar, die Antworten ergeben Sinn
  • Die Hände funktionieren: Reißverschluss, Becher, Daumen an die Fingerspitzen
  • Das Zittern lässt nach, während die Haut wärmer wird und Farbe zurückkehrt
  • Die Person will essen und trinken und nimmt wieder Anteil
  • Sie kann sicher stehen und gehen – erst dann ans Weitergehen denken, und dann auf dem kürzesten Weg in die Wärme

Fehlt nach einer ordentlichen Pause einer dieser Punkte, behandle es als mittlere Unterkühlung: einpacken, Notruf, warten. Und auch nach einer leichten Episode ändert sich der Tourenplan – Route kürzen, Hütte, Auto oder einen geschützten Lagerplatz mit Feuer ansteuern (Feuer machen bei Nässe lohnt sich genau für diesen Tag zu üben; bei Schnee und strengem Frost hilft Feuer im Schnee).

Die Wärmepackung Schritt für Schritt

Die Wärmepackung – im Englischen "hypothermia wrap" oder scherzhaft "Burrito" – ist die Outdoor-Variante von "ab ins Bett": Isolation rundum, eine Schicht, die Feuchtigkeit drinnen hält, und eine Hülle gegen Wind und Regen. Bergrettung und Outdoor-Erste-Hilfe-Kurse lehren sie, weil ein ausgekühlter Mensch im Schlafsack allein weiter Wärme an den Boden und über nasse Kleidung verliert. Bauen lässt sie sich aus dem, was eine normale Tourenausrüstung hergibt.

Wärmepackung bauen

  1. Erst die Hülle, dann Matten – Breite Tarp, Biwaksack, Poncho oder Außenzelt an der geschütztesten Stelle aus. Darauf kommen eine, besser zwei Isomatten – von Kopf bis Fuß, ohne Lücken.1
    Erst die Hülle, dann Matten

    Breite Tarp, Biwaksack, Poncho oder Außenzelt an der geschütztesten Stelle aus. Darauf kommen eine, besser zwei Isomatten – von Kopf bis Fuß, ohne Lücken.

  2. Schlafsack und Dampfsperre – Leg einen geöffneten Schlafsack (oder zwei, oder alle Reservekleidung) auf die Matten. Darauf die Dampfsperre: Rettungsdecke, ein aufgeschnittener großer Müllsack oder der Packsack-Liner. Sie verhindert, dass feuchte Kleidung die Isolation durchnässt, und stoppt die Verdunstung.2
    Schlafsack und Dampfsperre

    Leg einen geöffneten Schlafsack (oder zwei, oder alle Reservekleidung) auf die Matten. Darauf die Dampfsperre: Rettungsdecke, ein aufgeschnittener großer Müllsack oder der Packsack-Liner. Sie verhindert, dass feuchte Kleidung die Isolation durchnässt, und stoppt die Verdunstung.

  3. Behutsam hineinlegen – Wenn es im Schutz machbar ist: trockene Kleidung und Mütze an, dann die Person flach auf den Stapel legen. Eine warme – nicht heiße – Flasche in einer Socke darf auf die Brust, über der Kleidung. Wärme nie auf die nackte Haut und nie an Arme und Beine.3
    Behutsam hineinlegen

    Wenn es im Schutz machbar ist: trockene Kleidung und Mütze an, dann die Person flach auf den Stapel legen. Eine warme – nicht heiße – Flasche in einer Socke darf auf die Brust, über der Kleidung. Wärme nie auf die nackte Haut und nie an Arme und Beine.

  4. Alle Lagen schließen – Dampfsperre um den Körper schlagen, Schlafsack samt Kapuze schließen, dann die Außenhülle wie ein Paket umschlagen und locker mit Schnur oder Riemen sichern. Das Gesicht bleibt frei und sichtbar.4
    Alle Lagen schließen

    Dampfsperre um den Körper schlagen, Schlafsack samt Kapuze schließen, dann die Außenhülle wie ein Paket umschlagen und locker mit Schnur oder Riemen sichern. Das Gesicht bleibt frei und sichtbar.

  5. Bleiben, beobachten, Hilfe rufen – Bleib bei der Person, sprich mit ihr und prüfe alle paar Minuten Atmung und Wachheit. Notiere Uhrzeit und Veränderungen für den Rettungsdienst. Lass einen Unterkühlten nicht allein, außer es gibt keinen anderen Weg, Alarm zu schlagen.5
    Bleiben, beobachten, Hilfe rufen

    Bleib bei der Person, sprich mit ihr und prüfe alle paar Minuten Atmung und Wachheit. Notiere Uhrzeit und Veränderungen für den Rettungsdienst. Lass einen Unterkühlten nicht allein, außer es gibt keinen anderen Weg, Alarm zu schlagen.

Nasse Kleidung: ausziehen oder anlassen?

Bei leichter Unterkühlung im Windschutz ist die Antwort einfach: Nasses aus, Trockenes an. Bei mittlerer oder schwerer Unterkühlung bedeutet Umziehen viel Bewegung und Auskühlung im Wind. Die Erste-Hilfe-Lehre formuliert es so: nasse Kleidung entfernen, wenn ihr geschützt seid und trockene Kleidung oder Decken als Ersatz da sind. Wenn nicht, bleibt sie an; die Dampfsperre kommt direkt über die nassen Schichten, die Isolation außen darum. Muss bei einem stark Ausgekühlten Kleidung herunter, wird sie aufgeschnitten, statt Arme und Beine durch Ärmel und Hosenbeine zu ziehen.

Wärmequellen: warm, eingewickelt, am Rumpf

Die Hauptarbeit leistet die Isolation. Zusätzliche Wärme ist ein Bonus und braucht Vorsicht, denn kalte Haut verbrennt leicht und spürt es nicht. Viele Ratgeber für Laien raten deshalb von Wärmflaschen, heißen Bädern und Heizstrahlern ganz ab. Bergrettung und alpinmedizinische Empfehlungen setzen Wärmepackungen und warme Flaschen ein – mit klaren Regeln: warm statt heiß, immer in Stoff gewickelt und über der Kleidung, auf Brust, in den Achseln oder am oberen Rücken, nie auf nackter Haut und nie an Armen oder Beinen, und regelmäßig kontrolliert. Wer unsicher ist, lässt sie weg und kümmert sich um eine trockene, winddichte, dicke Verpackung.

Wärmepackung aus normaler Ausrüstung improvisieren
LageIdealImprovisiert
Äußere Wind- und RegenhülleTarp, Biwaksack, Gruppen-BiwakzeltPoncho, Außenzelt, zwei große Müllsäcke, Regenjacke obenauf
Isolation zum BodenZwei IsomattenRucksäcke, Seil, trockene Fichtenzweige, Farn oder Laub in 15–20 cm Dicke
Isolation um den KörperEin oder zwei SchlafsäckeAlle Reservekleidung, Quilt, Isolationsjacken unter und über der Person
DampfsperreRettungsdecke oder RettungssackMüllsack, Packsack-Liner, Regenhose und -jacke
KopfWarme Mütze plus SchlafsackkapuzeFleece um Kopf und Hals gewickelt
Wärmequelle (optional)Große Wärmepackung über der Kleidung auf der BrustFlasche mit warmem Wasser in einer Socke; ein warmer Begleiter daneben im Schutz

Eine Rettungsdecke allein ist Wind- und Dampfsperre, keine Isolation. Sie wirkt als Teil einer Packung – mit etwas Dickem unter und um die Person.

Mittlere und schwere Unterkühlung: Was tun, bis Hilfe kommt?

Ist jemand verwirrt, schläfrig, zittert nicht mehr oder kann nicht mehr gehen, wärmst du ihn nicht mehr selbst auf. Deine Aufgabe ist jetzt: weiteres Auskühlen stoppen, nicht schaden und professionelle Hilfe in Gang setzen. Ruf früh an – Rettung bei schlechtem Wetter braucht Zeit.

Links eine eingepackte Person flach auf einer Matte mit Hinweis Notruf 112. Rechts Flachmann, dampfende Badewanne und zwei Hände, die einen Arm reiben, jeweils durchgestrichen
Richtig: flach lagern, behutsam behandeln, gegen Boden, Wind und Nässe isolieren und früh den Notruf wählen. Falsch: Alkohol, heißes Bad oder schnelles Aufwärmen sowie Reiben an Armen und Beinen.

Stark ausgekühlte Person: richtig und falsch

Richtig

  • Früh 112 wählen und den Anweisungen der Leitstelle folgen
  • Sehr behutsam behandeln und waagerecht lagern
  • Vor Ort vor Wind und Regen schützen, wenn Transport schwierig ist
  • Vom Boden isolieren und vollständig einpacken, auch den Kopf
  • Dabeibleiben, ansprechen, Atmung und Wachheit beobachten
  • Bewusstlose mit normaler Atmung in die stabile Seitenlage – gut isoliert
  • Wiederbelebung beginnen, wenn keine Lebenszeichen da sind – und weitermachen

Falsch

  • Kein Alkohol – er verstärkt den Wärmeverlust
  • Arme, Beine, Hände und Füße nicht reiben oder massieren
  • Kein heißes Bad, keine heiße Dusche, kein Feuer dicht an der Haut, kein schnelles Aufwärmen im Gelände
  • Nichts zu essen oder zu trinken, wenn die Person schläfrig oder verwirrt ist oder nicht sicher schluckt
  • Nicht aufstehen, gehen oder sich "warm bewegen" lassen
  • Nicht ruckartig bewegen, ziehen oder aufsetzen, wenn es anders geht
  • Niemanden für tot halten, weil er kalt, steif und scheinbar leblos ist

Warum so behutsam? Afterdrop und Bergungstod einfach erklärt

Bei einem stark Ausgekühlten ist das Blut in Armen und Beinen deutlich kälter als das Blut am Herzen. Grobes Anfassen, Aufrichten, Reiben der Gliedmaßen oder Wärme zuerst an Armen und Beinen können dieses kalte Blut in den Körperkern spülen: Die Kerntemperatur sinkt weiter, obwohl die Person gerade "gerettet" wird. Das nennt man Afterdrop. Zugleich ist das kalte Herz reizbar und der Kreislauf labil – plötzliche Bewegung oder Aufsetzen können lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen oder einen Kollaps auslösen. Dafür steht der Begriff Bergungstod. Die Physiologie musst du dir nicht merken, das Verhalten schon: flach, langsam, behutsam – und den Rumpf wärmen, nicht die Gliedmaßen.

Keine Lebenszeichen?

Ein schwer Unterkühlter kann wie tot wirken: kalt, grau, steif, Atmung und Puls so langsam und schwach, dass sie kaum zu finden sind. Kälte schützt zugleich das Gehirn; Menschen haben sich nach langer Zeit in diesem Zustand erholt. Deshalb ist die Linie der Reanimationsleitlinien und der Bergrettung eindeutig: Einen kalten Patienten gibt man nicht auf – "niemand ist tot, solange er nicht warm und tot ist". Prüfe die Atmung länger als sonst; die Leitlinien für Retter nennen bis zu einer Minute. Sind keine Lebenszeichen da, beginne mit der Wiederbelebung, wie du sie im Kurs gelernt hast, sag es der Leitstelle und mach weiter, bis Profis übernehmen. Ob und wie lange reanimiert wird, entscheiden Rettungsdienst und Klinik – nicht die Ersthelfer am Berg.

Wann den Notruf wählen – und was die Leitstelle wissen muss

Unterkühlung: Notruf wählen?

  1. Reagiert die Person nicht, atmet sie nicht normal oder fehlen Lebenszeichen?

    Ja → Sofort 112. Wiederbelebung beginnen, wenn keine Lebenszeichen da sind.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  2. Ist sie verwirrt, sehr schläfrig, spricht stark verwaschen, kann nicht gehen – oder zittert trotz Kälte nicht mehr?

    Ja → Jetzt 112. Behutsam, flach lagern, einpacken und isolieren, nichts zu trinken.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  3. Zitternd und wach, aber zusätzlich verletzt, ein kleines Kind, stark erschöpft oder aus kaltem Wasser gerettet?

    Ja → 112 anrufen und Rat holen; währenddessen schützen und aufwärmen.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  4. Zitternd und wach: Geht es nach etwa 30 Minuten mit Windschutz, trockener Kleidung, Essen und Trinken eindeutig besser?

    Ja → Warm halten, Tour abkürzen, für den Rest des Tages genau beobachten.Nein → Hilfe rufen – nicht auf Verschlechterung oder Dunkelheit warten.

In Deutschland und der ganzen EU gilt die 112, auch im Gebirge; die Leitstelle alarmiert Bergwacht oder Rettungshubschrauber. In Österreich erreichst du die Bergrettung zusätzlich über den Alpin-Notruf 140, in der Schweiz die Rega über 1414 und den Sanitätsnotruf über 144. Bist du unsicher, ob es "schlimm genug" ist: trotzdem anrufen – die Leitstelle berät lieber früh, als nachts zu suchen. In vielen deutschen Wäldern helfen Rettungspunkte mit Schildnummer bei der Ortsangabe.

Das will die Leitstelle wissen

Wo
Koordinaten vom Handy oder aus der Karte, nächster Weg, Hütte, markanter Punkt, Rettungspunkt-Nummer
Was
Verdacht auf Unterkühlung; nass / im Wasser gewesen / verletzt; wie lange draußen
Zustand
Wach? Klar? Zittert sie oder nicht? Atmet sie normal?
Wer
Wie viele Personen, Alter, weitere Ausgekühlte oder Verletzte
Vor Ort
Vorhandener Schutz und Isolation, Wetter, Wind, Sicht
Rückruf
Deine Nummer; Handy warm, geladen und frei halten

Kein Netz? Die 112 trotzdem versuchen, ein Stück höher oder ins Freie gehen, wenn das jemand gefahrlos kann, und mit Pfeife und Licht die Zeichen aus dem Ratgeber Notsignale geben. Muss jemand Hilfe holen, gehen möglichst zwei – mit aufgeschriebenem Standort, dem Ergebnis sauberer Arbeit mit Karte und Kompass –, und die wärmste, fitteste Person bleibt beim Betroffenen.

Unterkühlung vorbeugen: trocken, satt und der Kälte einen Schritt voraus

Vorbeugen ist bei Unterkühlung ungleich leichter als behandeln. Mit Härte hat das nichts zu tun – es sind kleine Gewohnheiten, die dich trocken, versorgt und ehrlich gegenüber dem Zustand der Gruppe halten.

Zwiebelprinzip und trocken bleiben

Kleide dich in Schichten, die du auch wirklich anpasst: eine Funktions- oder Wollschicht auf der Haut, eine wärmende Zwischenschicht, außen wind- und wasserdicht. Nasse Baumwolle auf der Haut ist der Klassiker unter den Fehlern. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Bushcraft-Kleidung und Zwiebelprinzip. Zwei Regeln leisten die meiste Arbeit:

  • Nicht schwitzen. Leicht kühl loslaufen, Reißverschlüsse öffnen und eine Schicht ausziehen, bevor dir im Anstieg heiß wird. Durchgeschwitzte Kleidung kühlt bei der nächsten Pause genauso aus wie Regen. Für Touren im Schnee siehe Winterwandern im Schnee.
  • Regenjacke an, bevor du nass bist – und die warme Jacke in dem Moment, in dem du stehen bleibst, nicht nach zehn Minuten Herumstehen.

Essen, Trinken und Tempo

Der Körper heizt mit Nahrung. Iss bei nasskaltem Wetter etwa jede Stunde eine Kleinigkeit, auch wenn Anhalten unangenehm ist, und trink regelmäßig – in kalter Luft verlierst du Wasser, ohne Durst zu spüren. Plane Verpflegung, die sich mit Handschuhen und ohne Auspacken essen lässt; Tourenverpflegung planen, der Proviantrechner und der Wasserrechner helfen bei den Mengen. Das Tempo bestimmt der Langsamste, Pausen sind kurz und windgeschützt, und die Umkehrzeit steht vor dem Start fest.

Ausrüstung, die den Notfall verhindert

Nasskalt-Ausrüstung: wenig Gewicht, viel Reserve

  • Komplette trockene Unterwäsche und Socken im wasserdichten Beutel – für den Notfall und die Nacht, nicht zum Laufen
  • Warme Mütze und Handschuhe, auch im Frühjahr und Herbst
  • Eine Isolationsjacke für Pausen
  • Notbiwaksack oder Rettungsdecke pro Person; für Gruppen eine Gruppen-Notunterkunft
  • Sitzkissen oder Isomatte, schnell greifbar
  • Kocher, Topf, Becher und süße Getränke oder eine gefüllte Thermoskanne
  • Zusätzliche energiereiche Notverpflegung außerhalb des Essensplans
  • Stirnlampe, Signalpfeife, geladenes Handy in einer warmen Innentasche

Rettungsdecke und Biwaksack gehören ins Erste-Hilfe-Set; die trockene Wechselschicht und die Thermoskanne stehen in der kalten Jahreszeit auf jeder Bushcraft-Packliste. Das Gewicht des gesamten Setups prüfst du im Ausrüstungsplaner.

Lagerroutine bei nasskaltem Wetter

Kalt und klamm am Lagerplatz ankommen

  1. Erst der SchutzTarp oder Zelt vor allem anderen – windgeschützt und nicht auf nassem Grund.
  2. Trocken und isoliertNasses aus, Trockenes und warme Jacke an, auf die Matte setzen.
  3. Heißes Getränk, EssenKocher an, erst etwas Süßes trinken, dann richtig essen.
  4. Dann die ArbeitFeuerholz, Wasser und Lagerbau, wenn alle warm sind.
  5. Warm ins BettEin paar Kniebeugen, ein Snack, trockene Socken – warm in den Schlafsack.

Die Platzwahl ist die halbe Routine: Kaltluftsenken und ausgesetzte Kuppen meiden, wie in Lagerplatzwahl und Lageraufbau beschrieben. Ein Biwaksack bringt jedem Schlafsystem Windschutz und ein paar Grad.

Warm schlafen

Viele leichte Fälle beginnen nachts – im zu dünnen Schlafsack auf der zu kalten Matte. Ein Schlafsack erzeugt keine Wärme, er hält nur, was du mitbringst. Also: vor dem Schlafen essen, warm hineinsteigen, trockene Schlafkleidung und Mütze tragen und ordentlich vom Boden isolieren – der R-Wert der Matte zählt so viel wie die Komforttemperatur des Schlafsacks. Der Ratgeber Schlafsack und Isomatte erklärt Temperaturangaben und Matten, der Schlafsystem-Rechner prüft dein Setup gegen die Tiefsttemperatur, und Wintercamping behandelt Nächte bei Frost. Wachst du zitternd auf und es hört nicht auf, warte nicht auf den Morgen: essen, alle Schichten an, Sit-ups im Schlafsack, heißes Getränk – und den Begleiter wecken.

Sturz ins kalte Wasser: das 1–10–1-Prinzip

Kaltes Wasser ist der schnellste Weg in die Unterkühlung – und die erste Gefahr ist gar nicht die Unterkühlung. Der kanadische Kaltwasserforscher Gordon Giesbrecht hat die Phasen als 1–10–1-Prinzip zusammengefasst, das Wasserrettungs- und Bootssport-Organisationen weithin lehren:

  • 1 Minute – Kälteschock. Plötzliches Eintauchen löst Schnappatmung und unkontrolliert schnelles Atmen aus. Noch nicht losschwimmen; Atemwege frei halten und die Atmung unter Kontrolle bringen.
  • 10 Minuten – sinnvolle Bewegung. Danach verlieren Hände, Arme und Beine schnell Kraft und Koordination. So lange hast du ungefähr, um dich selbst herauszuziehen oder auf etwas Schwimmendes zu retten.
  • 1 Stunde – Unterkühlung. Selbst in sehr kaltem Wasser dauert es in der Regel deutlich länger als gedacht – in der Größenordnung einer Stunde –, bis ein Erwachsener durch Unterkühlung bewusstlos wird. Mit Schwimmweste gilt: ruhig bleiben und so viel Körper wie möglich aus dem Wasser bringen, das verschafft Zeit.

Die Zahlen sind grobe Merkwerte, keine Garantie; Wassertemperatur, Kleidung, Körperbau und Schwimmweste verändern sie. Für Bushcrafter heißt das praktisch: Schwimmweste im Kanu und auf eiskalten Seen, keine Flussquerung bei Hochwasser, kein Eis betreten, das du nicht beurteilen kannst.

Ist jemand aus dem Wasser, behandle ihn als unterkühlt, auch wenn er fit wirkt: raus aus dem Wind, im Schutz Nasses aus und Trockenes an, isolieren, warm und süß trinken, wenn er ganz wach ist. Rechne mit verzögertem Auskühlen – vielen geht es nach dem Herauskommen zunächst schlechter, nicht besser. Wer länger als ein paar Minuten im kalten Wasser war, Wasser geschluckt hat oder verwirrt ist, braucht den Rettungsdienst. Bis dahin liegen lassen.

Erfrierung Erste Hilfe, Immersionsfuß und Frostbeulen

Unterkühlung betrifft den ganzen Körper. Örtliche Kälteschäden treffen die Teile, die am weitesten vom Herzen entfernt sind – Finger, Zehen, Nase, Ohren, Wangen – und treten oft zusammen mit ihr auf. Hat jemand beides, wird zuerst die Unterkühlung behandelt.

Oberflächliche Kälteschädigung und Erfrierung

Frühstadium und Erfrierung: Zeichen und Erste Hilfe
ZeichenErste Hilfe
Frühstadium ("Frostnip", umkehrbar)Haut blass oder weiß und taub, oft kribbelnd – aber noch weich und verschiebbarRaus aus dem Wind, Stelle bedecken, mit Körperwärme aufwärmen: warme Hand auf die Wange, Finger in die eigenen Achseln. Nicht reiben. Es sollte sich binnen Minuten erholen
Erfrierung (Gewebe gefroren)Haut hart, wachsartig oder hölzern, weiß oder graublau, gefühllos; später Schwellung und BlasenVor weiterer Kälte und Druck schützen, Ringe und enge Schuhe oder Handschuhe entfernen, Unterkühlung behandeln, ärztliche Hilfe. Nur aufwärmen, wenn nichts erneut einfrieren kann
Links eine Hand mit blassen Fingerspitzen in einer Schüssel mit warmem Wasser, beschriftet 37 bis 39 Grad. Rechts eine Hand mit blassen Fingerspitzen neben Schneeflocke mit Reibepfeilen und Flamme, beides durchgestrichen
Eine Erfrierung wird in warmem – nicht heißem – Wasser von etwa 37–39 °C aufgewärmt, und nur, wenn kein erneutes Einfrieren droht. Nie reiben, nie Schnee verwenden und nie an Feuer oder Kocher halten.

Die wichtigste Regel bei Erfrierungen lautet: nicht aufwärmen, wenn die Stelle wieder einfrieren könnte. Gewebe, das auftaut und erneut gefriert, nimmt weit mehr Schaden als Gewebe, das etwas länger gefroren bleibt. Praktisch heißt das: erst zur Hütte, ins Auto oder zum Arzt. Dort empfehlen alpin- und wildnismedizinische Fachgesellschaften ein Wasserbad von etwa 37–39 °C – für eine gesunde Hand oder den Ellbogen angenehm warm, niemals heiß – über rund eine halbe Stunde, bis die Haut weich ist und wieder Farbe hat. Das Aufwärmen schmerzt; das ist normal.

  • Nicht reiben, nicht massieren, kein Schnee. Gefrorenes Gewebe reißt leicht.
  • Keine direkte Hitze – Feuer, Kocher, Heizkörper, Wärmflasche, Heizstrahler. Taube Haut verbrennt ohne Vorwarnung.
  • Blasen nicht öffnen. Locker, trocken und sauber abdecken, zwischen Fingern oder Zehen polstern.
  • Auf aufgetauten Füßen möglichst nicht laufen; den betroffenen Körperteil hochlagern.
  • Zum Arzt mit allem, was über das Frühstadium hinausgeht – wie tief der Schaden reicht, lässt sich draußen nicht beurteilen.

Wie ihr das Frühstadium gegenseitig im Gesicht erkennt, zeigt der Ratgeber Wintercamping.

Immersionsfuß (Schützengrabenfuß)

Der Immersionsfuß ist ein Kälteschaden ohne Frost: Füße, die viele Stunden oder Tage nass und kühl bleiben – in durchweichten Stiefeln, auf langen Regentouren, im Kanu –, erleiden Nerven- und Gefäßschäden schon deutlich über 0 °C. Zeichen sind kalte, taube, blasse oder fleckige Haut, Kribbeln und Schwellung sowie Schmerzen beim Wiedererwärmen. Die Erste Hilfe ist unspektakulär: Stiefel und nasse Socken aus, Füße vorsichtig abtrocknen, in trockener Isolation langsam bei Umgebungstemperatur warm werden lassen, hochlagern – und kein Reiben, kein Feuer, kein heißes Wasser. Ärztlichen Rat holen, wenn Taubheit, Verfärbung oder Blasen bleiben. Vorbeugung ist Routine: jede Nacht trockene Socken, Füße bei jeder längeren Pause lüften, nicht zu fest schnüren. Die ganze Routine steht im Ratgeber Schuhe und Stiefel.

Frostbeulen

Frostbeulen sind kleine, juckende oder brennende, rot bis bläulich geschwollene Stellen, meist an Zehen, Fingern, Ohren oder Nase. Sie entstehen einige Stunden nach nasskalter Belastung – oft, wenn kalte Haut zu schnell aufgewärmt wurde. Sie sind unangenehm, aber meist harmlos und heilen in der Regel innerhalb einiger Wochen von selbst ab. Warm und trocken halten, nicht kratzen oder reiben, und kalte Füße nicht direkt an die Heizung oder in heißes Wasser stellen. Zum Arzt, wenn sie nicht heilen, aufbrechen oder immer wiederkommen.

Kinder und Hunde in der Kälte

Kinder

Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene: Sie haben im Verhältnis zum Gewicht mehr Hautoberfläche, kleinere Reserven und sitzen oft still oder werden getragen, während die Erwachsenen sich warm laufen. Sie sagen auch selten "mir ist kalt" – sie werden still, quengelig, ungeschickt oder hören auf zu spielen. Ein Kind, das bei nasskaltem Wetter verstummt, ist ein Warnzeichen: Hände, Nacken und Bauch fühlen statt fragen und beim ersten Zittern handeln. Plane kürzere Etappen, füttere oft, nimm pro Kind eine komplette Wechselgarnitur mit, und denk daran, dass ein Kind in der Kraxe eine Schicht mehr braucht als du. Bei allem, was über kurzes, leichtes Zittern hinausgeht, früh ärztlichen Rat holen. Mehr zu sicheren Touren mit den Kleinen in Bushcraft mit Kindern.

Hunde

Auch Hunde unterkühlen – besonders kleine, schlanke, kurzhaarige, alte oder sehr junge Tiere und jeder Hund, der nass ist und im Lager still liegen muss. Warnzeichen sind anhaltendes Zittern, eingeklemmte Rute und krummer Rücken, Langsamerwerden, Unlust weiterzugehen und später Teilnahmslosigkeit. Hund abtrocknen, vom Boden auf eine Matte oder den Rucksack holen, in Decke oder Reservejacke wickeln und mit in den Windschutz nehmen. Ein Hund, der apathisch oder steif ist oder trotz Kälte nicht mehr zittert, muss dringend zum Tierarzt. Im Schnee Pfoten auf Eisklumpen und rissige Ballen prüfen; für kalte Übernachtungen gehören Hundemantel und ein Stück Schaumstoffmatte ins Gepäck.

Unterkühlungs-Mythen, die wirklich schaden

Mythos und Tatsache
MythosTatsache
"Ein Schnaps wärmt von innen."Alkohol weitet die Hautgefäße. Man fühlt sich kurz warm und verliert dabei schneller Kernwärme; das Urteilsvermögen leidet zusätzlich. Kein Alkohol für Ausgekühlte.
"Erfrorene Haut mit Schnee abreiben."Schnee kühlt weiter, Reiben zerreißt gefrorenes Gewebe. Frühstadien mit Körperwärme aufwärmen, Erfrierungen zum Arzt.
"Arme und Beine rubbeln, damit das Blut in Schwung kommt."Reiben kann kaltes Blut in den Kern treiben und die Haut schädigen. Den ganzen Körper isolieren, den Rumpf wärmen.
"Er zittert nicht mehr – es geht ihm besser."Bei jemandem, der weiter kalt ist und stiller wird, heißt es: Es geht ihm schlechter. Notruf.
"Bewegung! Ein strammer Marsch hilft."Nur bei jemandem, der wach und versorgt ist und sich nach einer Ruhepause eindeutig erholt. Verwirrte oder Schläfrige bleiben flach liegen.
"Sofort in die heiße Badewanne."Schnelles Aufwärmen kann bei stark Ausgekühlten zum Kollaps führen. Heiße Bäder sind keine Erste Hilfe im Gelände.
"Dafür muss es unter null sein."Frost ist nicht nötig. Nasse Kleidung, Wind und Erschöpfung bei 5–10 °C genügen – der klassische Wanderfall.
"Die meiste Wärme geht über den Kopf verloren."Der Kopf verliert Wärme wie jede andere unbedeckte Haut – nur ist er oft das einzige Unbedeckte. Eine Mütze bleibt deshalb eines der wirksamsten Teile im Rucksack.

Die meisten dieser Mythen haben eines gemeinsam: Sie wollen schnell und von außen nach innen aufwärmen. Richtige Erste Hilfe macht das Gegenteil – sie stoppt die Verluste, lässt den Körper von innen warm werden und übergibt an Profis, wenn der Körper das nicht mehr schafft.

Unterkühlung auf einen Blick: Zeichen und erste Maßnahme
Unterkühlung auf einen Blick: Zeichen und erste Maßnahme
SituationTypische ZeichenErste Maßnahme
Kalt, nicht unterkühltFriert, zittert gelegentlichSchicht an, essen, trinken, bewegen
Leichte UnterkühlungDauerzittern, ungeschickt, stolpert, wachWindschutz, trocken, Matte, warm und süß trinken
Mittlere UnterkühlungZittern lässt nach, verwirrt, schläfrigNotruf 112, flach lagern, einpacken
Schwere UnterkühlungKein Zittern, kaum ansprechbarNotruf, behutsam, ggf. Wiederbelebung
ErfrierungHarte, weiße, taube HautSchützen, nicht reiben, Arzt

Häufige Fehler

  • "Nur noch bis zur Hütte" weiterlaufen, obwohl jemand schon stolpert und nuschelt.
  • Glauben, dass es jemandem besser geht, weil er nicht mehr zittert – obwohl er weiter kalt und still ist.
  • Alkohol geben – oder überhaupt etwas zu trinken, wenn die Person schläfrig ist und nicht sicher schluckt.
  • Arme und Beine reiben, Erfrierungen mit Schnee abreiben oder taube Haut am Feuer wärmen.
  • Jemanden in den Schlafsack packen, aber auf dem nackten, nassen Boden liegen lassen.
  • Einen stark Ausgekühlten aufstehen, gehen oder sich "warm bewegen" lassen.
  • Im durchgeschwitzten Unterhemd laufen und keine trockene Reserve dabeihaben.

Das brauchst du

  • Trockene Wechselunterwäsche und Socken im wasserdichten Beutel
  • Warme Mütze und Handschuhe
  • Notbiwaksack oder Rettungsdecke; Gruppen-Notunterkunft für Gruppen
  • Isomatte oder Sitzkissen
  • Kocher, Becher und süße Getränke oder gefüllte Thermoskanne
  • Energiereiche Snacks
  • Geladenes Handy, Signalpfeife und Stirnlampe

Rechner zu diesem Thema

Häufige Fragen

Was sind die ersten Symptome einer Unterkühlung?
Anhaltendes Zittern, kalte blasse Haut und die typischen Frühzeichen: Stolpern, Nuscheln, ungeschickte Hände an Reißverschluss oder Schnürsenkeln, Gereiztheit oder auffällige Stille. Die Person ist noch wach und klar, bestreitet das Problem aber oft. In diesem Stadium helfen Wind- und Regenschutz, trockene Kleidung, Isolation vom Boden und ein warmes, süßes Getränk meist zuverlässig.
Was tun bei Unterkühlung – Erste Hilfe draußen?
Anhalten, raus aus Wind und Regen, nasse Kleidung gegen trockene tauschen, Mütze auf und die Person mit Matte oder Rucksack vom Boden isolieren. In den Schlafsack packen, außen eine winddichte Hülle. Warme, gezuckerte Getränke und Essen nur, wenn sie ganz wach ist. Bei Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder nachlassendem Zittern: 112 wählen, flach lagern, behutsam behandeln.
Ab welcher Temperatur droht Unterkühlung?
Eine sichere Lufttemperatur gibt es nicht. Unterkühlung heißt, dass die Körperkerntemperatur unter etwa 35 °C sinkt – und das passiert auch deutlich über dem Gefrierpunkt, wenn man nass, müde und dem Wind ausgesetzt ist. Typisch beim Wandern sind 5–10 °C mit Regen und Wind. Im kalten Wasser kühlt der Körper noch viel schneller aus.
Welche Stadien der Hypothermie gibt es?
Üblich ist die Einteilung in leicht (etwa 35–32 °C: starkes Zittern, wach), mittel (etwa 32–28 °C: Zittern lässt nach, verwirrt, schläfrig) und schwer (unter etwa 28 °C: kein Zittern, kaum ansprechbar, Lebensgefahr). Die Temperaturen sind Näherungswerte und draußen nicht messbar – entscheidend sind Zittern, Wachheit und Bewegung. Ab dem mittleren Stadium: Notruf 112.
Warum ist es gefährlich, wenn das Zittern aufhört?
Zittern ist die Wärmeproduktion des Körpers. Lässt es nach, während die Person weiter kalt und nass ist und stiller oder verwirrt wird, geht dem Körper die Energie aus und die Kerntemperatur sinkt weiter. Das ist der Übergang von leichter zu mittlerer Unterkühlung – ein Grund für den Notruf, flache Lagerung und eine Wärmepackung.
Darf man Unterkühlten heißen Tee geben?
Ja, wenn sie ganz wach sind und normal schlucken können: warme, gut gezuckerte, alkoholfreie Getränke und etwas Süßes liefern Energie fürs Zittern. Warm genügt, kochend heiß sollte es nicht sein. Wer schläfrig, verwirrt oder nicht ansprechbar ist, bekommt nichts zu essen oder zu trinken – er könnte sich verschlucken. Alkohol ist immer tabu.
Was darf man bei Erfrierungen nicht tun?
Nicht reiben oder massieren, nicht mit Schnee abreiben und nicht an Feuer, Kocher oder Heizung wärmen – taube Haut verbrennt leicht. Blasen nicht öffnen, und eine Erfrierung gar nicht erst aufwärmen, wenn sie wieder einfrieren könnte. Stelle schützen, zuerst die Unterkühlung behandeln und ärztliche Hilfe holen.
Hält eine Rettungsdecke wirklich warm?
Allein nur wenig. Die Rettungsdecke stoppt Wind und Verdunstung, isoliert aber kaum und hilft nicht gegen Bodenkälte. Richtig gut wirkt sie als Teil einer Wärmepackung: Matte unten, Schlafsack oder Reservekleidung um die Person, die Rettungsdecke als Dampfsperre und außen Tarp oder Biwaksack.

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