Feuer

Feuer machen bei Regen: So brennt es auch bei Nässe

15 Min. Lesezeit · Aktualisiert

Um Feuer bei Regen zu machen, brauchst du trockenes Material – und das steckt bei Nässe im Holz, nicht auf ihm. Sammle stehendes Totholz, spalte es bis zum trockenen Kern, schnitze Feathersticks, baue auf einer Plattform über dem nassen Boden, schütze das Feuer vor direktem Regen und bereite zwei- bis dreimal so viel Anzündholz vor wie sonst. Mit Kienholz oder einer Anzündhilfe als Reserve klappt ein Feuer auch im Dauerregen.

Dieser Ratgeber zeigt, wo du trockenen Brennstoff findest, wie du ihn verarbeitest, wie du das Feuer vor Regen schützt, welche Brennhilfen helfen und wie du ein Feuer am Leben hältst. Er baut auf den Grundlagen zum Feuermachen und unserem Leitfaden Bushcraft für Anfänger auf.

Schritt für Schritt

  1. Stehend tot,nicht vom Boden
    1

    Stehendes Totholz sammeln

    Sammle abgestorbene Äste, die noch am Baum hängen, und dürre untere Fichtenzweige. Holz vom nassen Boden meiden.

  2. Innen trockenNur außennass
    2

    Bis zum trockenen Kern spalten

    Handgelenkdickes Holz auf Länge sägen und zu Anzündholz spalten. Innen ist es selbst nach Tagen Regen trocken.

  3. ≥ 2 mPlattform über nassem Boden
    3

    Feuerstelle abschirmen

    Ein Tarp hoch über der Feuerstelle spannen oder dichte Deckung nutzen. Auf dem nassen Boden eine Plattform aus gespaltenen Stöcken bauen.

  4. 3 FeathersticksKienholz, Birkenrinde,Brennhilfe
    4

    Zunder und Brennhilfen vorbereiten

    Drei Feathersticks schnitzen, Kienholz oder Birkenrinde dazulegen und eine mitgebrachte Anzündhilfe bereithalten.

  5. Tief anzünden, abschirmen,nächstes Holz trocknen
    5

    Anzünden und geduldig nachlegen

    Tief auf der Windseite anzünden, nur gespaltenes trockenes Anzündholz nachlegen und das nächste Holz am Feuer trocknen.

Warum ist Feuer machen bei Regen so schwer?

Wasser ist der Feind des Feuers, weil es Wärme stiehlt. Bevor nasses Holz seine Zündtemperatur von etwa 250–300 °C erreicht, muss das ganze Wasser darin und darauf erhitzt und verdampft werden – und Verdampfen kostet sehr viel Energie. Eine kleine Zunderflamme kann nicht gleichzeitig durchnässtes Anzündholz trocknen und entzünden. Regen kühlt die Flamme zusätzlich direkt, und nasser Boden zieht Wärme aus dem Fuß des Feuers.

Die gute Nachricht: Regen durchnässt die Oberfläche von Holz viel schneller als sein Inneres. Ein toter Ast, auf den einen Tag lang Regen fiel, ist außen und in den äußeren Millimetern nass, innen aber trocken. Dünne Zweige, Laub und Holz am Boden sind dagegen völlig durchtränkt. Daraus ergibt sich die ganze Strategie für Feuer bei Nässe: dickeres Totholz abseits vom Boden finden, aufspalten und das freigelegte trockene Holz schützen.

Die Strategie für Feuer bei Nässe

  1. FindenStehendes Totholz, Kienholz, Birkenrinde, geschützter Brennstoff.
  2. SpaltenMit Säge, Beil oder Batoning an den trockenen Kern.
  3. SchützenTarp darüber, Plattform darunter, trockener Arbeitsplatz.
  4. AnzündenFeathersticks, Kienholzmehl oder Anzündhilfe, tief entzündet.
  5. ErhaltenNächstes Holz am Feuer trocknen, Glutbett aufbauen.

Vorbereiten, bevor der Regen kommt

Das einfachste Feuer bei Regen ist das, auf das du vorbereitet bist. Ist Regen angesagt, sammle Zunder und Anzündholz, solange es trocken ist, und lagere es unter dem Tarp oder in einem Beutel. Steck tagsüber jede Handvoll trockene Birkenrinde oder trockenes Gras ein, die dir begegnet. Nimm mindestens zwei Zündquellen mit, denn sie haben unterschiedliche Schwächen: Ein Feuerstahl funktioniert auch nass, braucht aber feinen Zunder; ein Feuerzeug liefert eine anhaltende Flamme, kann aber bei Kälte oder Nässe streiken.

Auch die Ausrüstung zählt. Mit guter Säge und gutem Messer kommst du an den trockenen Kern dickeren Holzes, mit einem Tarp arbeitest und zündest du im Trockenen. Wirf einen Blick auf unsere Bushcraft-Packliste oder plane dein Feuerset mit dem Ausrüstungsplaner.

Plane außerdem genug Zeit ein. Bei Nässe dauern Holzsuche, Spalten und Anzünden leicht eine Dreiviertelstunde – im Herbst und Winter ist es dann womöglich schon dunkel. Mit dem Sonnenuntergang-Rechner siehst du, wann du spätestens mit dem Feuer beginnen solltest. Im Dunkeln und mit klammen Fingern Holz zu spalten, ist mühsam und erhöht das Verletzungsrisiko deutlich.

Feuerset für nasses Wetter

  • Feuerstahl und Feuerzeug in einer trockenen Innentasche
  • Sturmstreichhölzer in wasserdichter Dose
  • Anzündhilfe: Wattepads mit Vaseline, Wachs- oder Zunderwürfel
  • Ein Stück Kienholz im Zipbeutel
  • Klappsäge und feststehendes Messer (oder kleines Beil)
  • Tarp und Schnur für einen trockenen Arbeitsplatz
  • Ein Beutel trockener, vorher gesammelter Zunder
  • Sitzmatte oder Schaumstoffstück zum Knien

Trockenes Holz im Regen finden

Trockenen Brennstoff zu finden ist die wichtigste Fähigkeit für Feuer bei Nässe. Schau nach oben und ins Innere, nicht auf den Boden. Das sind die besten Quellen, grob nach Zuverlässigkeit sortiert:

Stehendes Totholz

Abgestorbene Äste, die noch am Baum hängen, und kleine tote Bäume, die noch stehen, lassen Regen ablaufen und trocknen im Wind schnell. Selbst nach langem Regen ist ihr Kern trocken. Ein toter Ast, der knackend bricht, ist brauchbar; einer, der sich biegt oder schwammig anfühlt, nicht.

Dürre untere Äste von Nadelbäumen

Fichten und Kiefern werfen beim Wachsen ihre unteren Äste ab. Die dünnen, toten, grauen Zweige dicht am Stamm unter einer dichten Krone sind oft erstaunlich trocken und ein hervorragendes feines Anzündholz. Brich sie stammnah ab – nur von abgestorbenen Ästen.

Kienholz und Birkenrinde

Harzreiches Kienholz aus alten Kiefernstubben weist Wasser ab und zündet selbst feucht. Birkenrinde enthält ölige Stoffe, die auch nass brennen; schäle sie von toten, liegenden Birken ab, nie von lebenden. Beides ist der beste natürliche Zunder für Regenwetter.

Geschützte Stellen

Holz unter Felsüberhängen, unter schräg liegenden Stämmen, in hohlen Stubben oder unter dichten Fichten bleibt oft trockener. Die Unterseite eines schräg liegenden Totstamms kann trocken sein, während die Oberseite trieft.

Denk daran: In Deutschland gehört das Holz dem Waldbesitzer, und das Sammeln ist nicht überall erlaubt. Bei einem geplanten Feuer an einer offiziellen Feuerstelle ist mitgebrachtes, trocken verpacktes Holz oft die beste Lösung.

Wo du bei Nässe trockenen Brennstoff findest
QuelleTrockenheit nach RegenNutzen alsHinweis
Kern von gespaltenem, stehendem TotholzTrockenAnzündholz, Feathersticks, BrennholzZuverlässigste Quelle; braucht Säge und Spalten
Dürre untere Fichten-/Kiefernzweige am StammOft trockenFeines AnzündholzNur tote Zweige; Knacktest
Kienholz aus alten KiefernstubbenWasserabweisendZunder, BrennhilfeSchaben, Mehl, Locken schnitzen
Birkenrinde von toten, liegenden BirkenFeucht, brennt aberZunderÖle brennen auch nass; fein zerfasern
Holz unter Felsüberhängen oder schrägen StämmenOft trockenAnzündholzVorher auf Tierbauten achten
Dünne Zweige und Laub vom BodenDurchnässtUnbrauchbarVerschwendet nur deinen Zunder
Morsches, mürbes HolzVollgesogen wie ein SchwammUnbrauchbarZerfällt, glimmt bestenfalls
Regnerische Waldszene: stehender toter Baum und Fichte mit dürren unteren Zweigen als gut markiert, nasse Zweige am Boden als schlecht
Nach oben schauen, nicht nach unten: Tote Äste an stehenden Bäumen und die dürren unteren Zweige von Fichte und Kiefer bleiben viel trockener als alles, was auf dem nassen Boden liegt.

Der Knacktest: Biege einen fingerdicken toten Stock. Ein sauberes, helles Knacken heißt: innen trocken genug. Biegt er sich, reißt er dumpf oder fühlt er sich kalt und schwer an, lass ihn liegen. Übe das bei jedem Regenspaziergang, dann hast du bald in wenigen Minuten ein gutes Bündel beisammen.

Holz spalten: an den trockenen Kern kommen

Das Spalten ist das Herzstück jedes Regenfeuers. Je dicker das Totholz, desto größer sein trockener Kern. Handgelenk- bis wadendicke Stücke sind ideal: dick genug, um innen trocken zu sein, dünn genug für Messer und Schlagholz. Säge sie mit der Klappsäge auf Länge, spalte sie mit dem Beil oder per Batoning mit dem Messer und spalte weiter, bis du alle Stärken beisammen hast.

Querschnitt eines beregneten toten Asts mit dünnem, dunklem nassem Rand und hellem, trockenem Kern
Stirnseite eines toten Asts nach einem Regentag: Nur die äußeren Millimeter sind nass, der Kern ist trocken. Beim Spalten legst du dieses trockene Holz frei.

Vom nassen Scheit zum trockenen Anzündholz

  1. Auf Länge sägen – Abschnitte von 25–30 cm aus stehendem Totholz, 5–10 cm dick. Dickere Stücke haben einen größeren trockenen Kern.1
    Auf Länge sägen

    Abschnitte von 25–30 cm aus stehendem Totholz, 5–10 cm dick. Dickere Stücke haben einen größeren trockenen Kern.

  2. Halbieren und vierteln – Mittig durchspalten, dann vierteln. Die nassen Außenstücke für später beiseitelegen, sie trocknen am Feuer.2
    Halbieren und vierteln

    Mittig durchspalten, dann vierteln. Die nassen Außenstücke für später beiseitelegen, sie trocknen am Feuer.

  3. Den trockenen Kern weiter spalten – Die Viertel in drei Häufchen spalten: daumendick, bleistiftdünn und streichholzdünn. Vom dünnsten brauchst du am meisten.3
    Den trockenen Kern weiter spalten

    Die Viertel in drei Häufchen spalten: daumendick, bleistiftdünn und streichholzdünn. Vom dünnsten brauchst du am meisten.

  4. Feathersticks schnitzen – Zwei bis drei daumendicke Stücke zu Feathersticks mit je 30–40 feinen Locken verarbeiten, nur aus trockenem Holz.4
    Feathersticks schnitzen

    Zwei bis drei daumendicke Stücke zu Feathersticks mit je 30–40 feinen Locken verarbeiten, nur aus trockenem Holz.

  5. Späne schnitzen – Von den trockensten Stücken eine Handvoll feiner Locken als zusätzlichen Zunder abschnitzen und auf einer trockenen Unterlage auffangen.5
    Späne schnitzen

    Von den trockensten Stücken eine Handvoll feiner Locken als zusätzlichen Zunder abschnitzen und auf einer trockenen Unterlage auffangen.

  6. Sortieren und abdecken – Alles nach Stärke sortiert auf einem Brett oder Rindenstück unter dem Tarp ablegen, damit du die nächste Stärke ohne Suchen greifst.6
    Sortieren und abdecken

    Alles nach Stärke sortiert auf einem Brett oder Rindenstück unter dem Tarp ablegen, damit du die nächste Stärke ohne Suchen greifst.

So sollte es aussehen: Frische Spaltflächen sind hell und fühlen sich an Lippen oder Handrücken trocken, höchstens kühl an. Ist sogar der Kern dunkel und nass, war das Holz morsch oder lag am Boden: Such dir lieber ein anderes Stück, statt es verbrennen zu wollen.

Arbeite auf einer trockenen Unterlage wie einem Brett, einem Stück Rinde oder dem Rucksackdeckel, nicht auf dem nassen Boden. Trockne deine Hände an der Innenseite der Jacke, bevor du Zunder anfasst. Die nassen Außenstücke sind nicht verloren: Staple sie später ans Feuer, damit sie trocknen und zu Brennholz werden.

Feuerstelle wählen und vor Regen schützen

Bei Regen braucht die Feuerstelle Schutz von oben und unten. Von unten entzieht nasser Boden Wärme, von oben kühlen Regentropfen die junge Flamme und durchnässen das Anzündholz.

Plattform bauen

Lege eine Plattform aus handgelenkdicken Totholzstöcken dicht nebeneinander, am besten in zwei gekreuzten Lagen, oder nutze einen flachen, trockenen Stein. So liegt der Zunder über dem nassen Boden und bekommt Luft von unten. Auf Schnee ist die Plattform Pflicht. Mehr zu Plattformen in unserer Feuerarten-Übersicht.

Schutz vor Regen

Ein hoch über der Feuerstelle gespanntes Tarp hält den Regen ab, während du anzündest und das Feuer in Gang bringst. Halte mindestens 2 m Höhe zwischen Feuer und Kunstfasertarp und spanne es schräg, damit Rauch abziehen kann. Natürliche Deckung hilft ebenfalls: die Leeseite eines großen Felsens, eine dichte Fichtenkrone oder ein Überhang. Achte auf tote Äste über dir, die bei Wind und Regen herabfallen können – mehr dazu im Ratgeber Lagerplatz wählen.

Schutz vor Wind

Regen kommt selten allein. Wind treibt den Regen ins Feuer und trägt die Wärme fort. Baue auf der Leeseite eines Stamms, Felsens oder Hangs oder nutze ein Lean-to-Feuer mit Windschutzstamm. Ein kleines, geschütztes Feuer ist besser als ein großes, ungeschütztes.

Eine Plattform auf nassem Boden bauen

  1. Erste Lage – Handgelenkdicke Totholzstöcke dicht an dicht über die nasseste Stelle legen. Gespaltene Stöcke mit der flachen Seite nach oben sind ideal.1
    Erste Lage

    Handgelenkdicke Totholzstöcke dicht an dicht über die nasseste Stelle legen. Gespaltene Stöcke mit der flachen Seite nach oben sind ideal.

  2. Zweite Lage quer – Eine zweite Lage im rechten Winkel darüberlegen. Beide Lagen heben das Feuer deutlich über stehendes Wasser und lassen Luft von unten zu.2
    Zweite Lage quer

    Eine zweite Lage im rechten Winkel darüberlegen. Beide Lagen heben das Feuer deutlich über stehendes Wasser und lassen Luft von unten zu.

  3. Zunder und Brennhilfe obendrauf – Birkenrinde, Kienholzmehl oder mitgebrachte Anzündhilfe in die Mitte der Plattform legen, nie direkt auf den nassen Boden.3
    Zunder und Brennhilfe obendrauf

    Birkenrinde, Kienholzmehl oder mitgebrachte Anzündhilfe in die Mitte der Plattform legen, nie direkt auf den nassen Boden.

  4. Kompakter Aufbau – Ein kleines Tipi über den Zunder bauen, etwas dichter gepackt als bei trockenem Wetter, mit einer Öffnung auf der Windseite zum Anzünden.4
    Kompakter Aufbau

    Ein kleines Tipi über den Zunder bauen, etwas dichter gepackt als bei trockenem Wetter, mit einer Öffnung auf der Windseite zum Anzünden.

Vergleich: hoch und schräg gespanntes Tarp über kleinem Feuer und tief gespanntes Tarp direkt über dem Feuer
Links: Tarp hoch und schräg gespannt, mindestens 2 m über einem kleinen Feuer, damit Hitze und Rauch abziehen. Rechts: Ein tief gespanntes Tarp direkt über dem Feuer schmilzt durch Hitze und Funken.

Brennhilfen: Zunder, der länger brennt

Bei Regen muss deine Zunderflamme lange genug brennen, um feuchtes Anzündholz zu trocknen und zu entzünden. Ein paar Sekunden reichen selten. Brennhilfen sind Materialien, die eine Minute oder länger brennen und diese Lücke überbrücken. Natürliche Brennhilfen findest du im Wald, mitgebrachte sind eine günstige Versicherung im Gepäck.

Brennhilfen für nasses Wetter
BrennhilfeArtBrenndauerHinweis
Kienspäne und KienholzmehlNatürlichMehrere MinutenWasserabweisend, zündet mit dem Feuerstahl
BirkenrindeNatürlich30 s bis 2 Min.Brennt feucht; für Funken fein zerfasern
Harz (von Wunden toter Nadelbäume)NatürlichMinutenAuf Anzündholz streichen; nicht von lebenden Bäumen
Wattepads mit VaselineMitgebracht1–3 Min.Günstig, leicht; Fasern vor dem Zünden aufzupfen
Anzündwürfel auf WachsbasisMitgebracht3–8 Min.Zuverlässig bei Regen; Packungsangaben beachten
KerzenstummelMitgebrachtLangAnhaltende Flamme zum Trocknen; braucht Windschutz

Brenndauern hängen von Größe und Bedingungen ab und sind nur Richtwerte.

Feuer bei Nässe aufbauen und anzünden

Baue auf der Plattform einen kompakten Feueraufbau: Ein kleines Tipi oder ein Lean-to-Feuer an einem Windschutzstamm funktioniert am besten. Packe es etwas dichter als bei trockenem Wetter, damit sich die Stücke gegenseitig erhitzen, aber lass genug Luftspalten. Bereite zwei- bis dreimal so viel feines Anzündholz vor wie sonst – ein Teil davon wird anfangs nur trocknen, nicht brennen.

Feueraufbau bei Nässe (oben = zuletzt)

  1. Nasse Außenstücke zum TrocknenRund ums Feuer gestapelt, später als Brennholz nachgelegt.
  2. Gespaltenes, daumendickes AnzündholzNur Stücke mit trockenen Spaltflächen, sobald das Feuer steht.
  3. Bleistift- und streichholzdünnes AnzündholzAus dem trockenen Kern gespalten – reichlich.
  4. Feathersticks und KienholzLocken nach unten, dicht am Zunder.
  5. Zunder und BrennhilfeKienholzmehl, Birkenrinde, mitgebrachte Anzündhilfe.
  6. PlattformGespaltene Stöcke oder trockener Stein über dem nassen Boden.
Schnittbild eines kleinen Tipifeuers auf einer Stockplattform mit Zunder, Brennhilfe und Feathersticks im Inneren
Feueraufbau bei Nässe von unten nach oben: Plattform, Zunder und Brennhilfe, Feathersticks mit den Locken nach unten, dann reichlich gespaltenes Anzündholz als kompaktes Tipi.

Zünde tief auf der Windseite an, damit der Wind die Flamme ins Anzündholz drückt. Schirme die junge Flamme mit Körper oder Hut ab. Flammt der Zunder auf, nicht hetzen: erst streichholzdünnes Anzündholz, ein paar Stücke auf einmal, und warten, bis jede Lage brennt. Sanftes Anblasen am Fuß hilft einem schwächelnden Feuer, zu starkes Pusten verstreut die Glut. Widerstehe der Versuchung, früh dickes Holz aufzulegen – es erstickt die Flamme und schickt Dampf- und Rauchwolken hoch.

Ein junges Feuer im Regen füttern

  1. Tief auf der Windseite anzünden – Den Zunder unten auf der Seite anzünden, von der der Wind kommt, damit die Flamme in den Aufbau gedrückt wird. Mit Körper oder Hut abschirmen.1
    Tief auf der Windseite anzünden

    Den Zunder unten auf der Seite anzünden, von der der Wind kommt, damit die Flamme in den Aufbau gedrückt wird. Mit Körper oder Hut abschirmen.

  2. Erst streichholzdünnes Holz – Streichholzdünne Späne immer nur zu wenigen nachlegen, genau dort, wo die Flamme schon leckt. Warten, bis jede Handvoll brennt.2
    Erst streichholzdünnes Holz

    Streichholzdünne Späne immer nur zu wenigen nachlegen, genau dort, wo die Flamme schon leckt. Warten, bis jede Handvoll brennt.

  3. Bleistift, dann Daumen – Brennt das feine Holz kräftig, auf bleistift- und dann daumendicke Späne wechseln. Nie eine Stärke überspringen: Genau an diesem Sprung sterben Feuer bei Nässe.3
    Bleistift, dann Daumen

    Brennt das feine Holz kräftig, auf bleistift- und dann daumendicke Späne wechseln. Nie eine Stärke überspringen: Genau an diesem Sprung sterben Feuer bei Nässe.

  4. Glut aufbauen und trocknen – Die nassen Außenstücke aufrecht rund ums Feuer stellen, damit sie abdampfen, und erst nachlegen, wenn sich ein Glutbett gebildet hat.4
    Glut aufbauen und trocknen

    Die nassen Außenstücke aufrecht rund ums Feuer stellen, damit sie abdampfen, und erst nachlegen, wenn sich ein Glutbett gebildet hat.

Woran du erkennst, dass es klappt
Nach etwaWas du sehen solltestFalls nicht
30 SekundenZunder und Brennhilfe brennen mit stetiger FlammeKienspäne oder eine zweite Brennhilfe nachlegen
2 MinutenStreichholzdünnes Holz knistert, kaum DampfDünner und trockener spalten; Schutz prüfen
5 MinutenBleistiftdickes Holz brennt von selbstLänger kleine Stücke füttern, bevor du steigerst
10–15 MinutenErste Glut glimmt unter dem AufbauWeiter kleines Spaltholz nachlegen; noch kein Rundholz
20+ MinutenDas Glutbett übersteht einen kräftigen SchauerTrocknendes Holz näher stellen; einer bleibt am Feuer

Die Zeiten sind grobe Richtwerte und hängen von Holz, Regen und Wind ab.

Wie hält man ein Feuer bei Regen am Brennen?

Brennt das Feuer, ist dein Ziel ein Bett aus heißer Glut. Glut speichert Wärme, trocknet das nachgelegte Holz und hält das Feuer auch bei kräftigen Schauern am Leben. Ein Feuer, das nur aus Flammen ohne Glut besteht, geht aus, sobald der Regen stärker wird.

  • Das nächste Holz am Feuer trocknen: Brennholz hochkant ums Feuer stellen oder ein kleines Trockengestell bauen und die Stücke drehen, bis sie ausgedampft sind.
  • Gespaltenes Holz nachlegen: Spaltflächen trocknen und zünden viel schneller als runde Äste mit nasser Rinde.
  • Klein und oft nachlegen: Mehrere kleine Stücke brennen besser als ein großer nasser Klotz.
  • Ein Dach aus Brennholz: Bei Blockhaus oder Tipi halten größere Stücke obenauf etwas Regen vom Kern ab und trocknen dabei.
  • Laubholz für die Glut: Steht das Feuer, bilden Buche oder Eiche ein länger haltendes Glutbett als Nadelholz.
  • Feuer betreuen: Bei starkem Regen sollte immer jemand am Feuer bleiben; ein vernachlässigtes Feuer ertrinkt schnell.

Wie viel Holz brauchst du? Bei Regen verbraucht ein Feuer mehr Holz als bei Trockenheit, weil ein Teil der Energie ins Trocknen geht. Der Brennholz-Rechner gibt einen Anhaltspunkt – plane bei Nässe großzügig mehr ein. Wird der Regen kalt und windig, prüfe den Windchill-Rechner und zieh trockene Kleidungsschichten an, bevor du auskühlst: Unterkühlung ist bei kaltem Regen auch über dem Gefrierpunkt ein echtes Risiko.

Wenn das Feuer nicht angeht: Fehlersuche

Feuer bei Nässe scheitern aus einer Handvoll Gründen. Bevor du deinen ganzen Zunder verbrauchst: innehalten, hinsehen und die Fragen unten durchgehen.

Warum fängt mein Feuer nicht?

  1. Brennt die Zunderflamme kürzer als 30 Sekunden?

    Ja → Brennhilfe, Kienspäne oder einen Kerzenstummel ergänzen.Nein → Der Zunder passt – schau aufs Anzündholz.
  2. Zischt und dampft das Anzündholz, ohne zu brennen?

    Ja → Zu dick oder zu nass. Dünner spalten, nur trockene Kernstücke nutzen, mehr feines Anzündholz.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  3. Startet das Feuer und geht dann aus?

    Ja → Zu großer Sprung in der Dicke oder zu wenig Anzündholz. Länger streichholz- und bleistiftdünn nachlegen, erst dann daumendick.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  4. Treffen Regen oder Wind das Feuer direkt?

    Ja → Besser abschirmen: Tarp höher übers Feuer, Windschutzstamm, den eigenen Körper als Schild.Nein → Luftzufuhr prüfen: Der Aufbau ist vielleicht zu dicht oder steht im Wasser.

Klappt gar nichts und die Lage wird gefährlich, hat Warm- und Trockenbleiben Vorrang: Unterschlupf, trockene Kleidung, Isolation und Essen zuerst. Ein Feuer ist wertvoll, doch gegen Unterkühlung schützen vor allem Trockenheit und Isolation. Hat das Feuer seinen Zweck erfüllt, lösche es vollständig – siehe Lagerfeuer löschen. Alle weiteren Feuerthemen findest du unter Feuer – Übersicht.

Feuer bei Nässe: die wichtigsten Schritte
Feuer bei Nässe: die wichtigsten Schritte
SchrittWas tunWarum
FindenStehendes Totholz, Kienholz, BirkenrindeAbseits vom Boden, innen trocken
SpaltenSägen, Batoning, bis zum Kern spaltenDas trockene Holz liegt innen
SchützenPlattform unten, Tarp obenNasser Boden und Regen stehlen Wärme
AnzündenFeathersticks plus BrennhilfeLängere Flamme trocknet das Anzündholz
ErhaltenHolz am Feuer trocknen, Glut aufbauenGlut übersteht Schauer

Häufige Fehler

  • Nasse Zweige und Laub vom Boden sammeln statt stehendem Totholz.
  • Das Spalten auslassen und runde, nasse Äste anzünden wollen.
  • Direkt auf nassem Boden oder Schnee ohne Plattform bauen.
  • Den ganzen Zunder an einem Aufbau mit zu wenig feinem Anzündholz verbrauchen.
  • Zu früh dickes Holz auflegen und die Flamme ersticken.
  • Ein Kunstfasertarp zu tief über das Feuer spannen.
  • Beim Kampf ums Feuer nass und kalt werden, statt vorher Schichten anzuziehen.

Das brauchst du

  • Feuerstahl und Feuerzeug in trockener Tasche
  • Sturmstreichhölzer in wasserdichter Dose
  • Klappsäge und feststehendes Messer
  • Kleines Beil oder Schlagholz zum Spalten
  • Mitgebrachte Anzündhilfe (Wachswürfel, Watte mit Vaseline)
  • Kienholz im Zipbeutel
  • Tarp und Schnur

Rechner zu diesem Thema

Häufige Fragen

Kann man bei Regen ein Feuer machen?
Ja, mit Vorbereitung. Stehendes Totholz suchen, bis zum trockenen Kern spalten, Feathersticks schnitzen, auf einer Plattform unter einem hohen Tarp oder dichter Deckung bauen und Kienholz oder eine Anzündhilfe verwenden. Entscheidend sind Geduld und deutlich mehr feines Anzündholz als bei trockenem Wetter.
Wie findet man trockenes Holz, wenn alles nass ist?
Suche abgestorbene Äste, die noch am Baum hängen, dürre untere Zweige unter dichten Fichten und kleine stehende tote Bäume. Holz am Boden ist meist durchnässt. Spalte handgelenkdicke Stücke – ihr Kern bleibt auch nach Tagen Regen trocken. Kienholz und Birkenrinde sind ebenfalls zuverlässig, siehe natürlicher Zunder.
Welcher Zunder ist bei Nässe am besten?
Kienholz ist die beste natürliche Wahl, weil sein Harz Wasser abweist; schabe feines Mehl und schnitze Locken. Birkenrinde brennt ebenfalls feucht. Feathersticks aus dem trockenen Kern gespaltenen Holzes sind zuverlässig, und eine mitgebrachte Anzündhilfe wie Wattepads mit Vaseline oder Wachswürfel ist eine günstige Versicherung.
Wie hält man ein Feuer bei Regen am Brennen?
Baue so schnell wie möglich ein Glutbett auf, trockne das nächste Holz rund ums Feuer, lege gespaltenes statt rundes Holz nach, klein und oft, und nutze Laubholz, sobald das Feuer steht. Bleib beim Feuer – ein unbeaufsichtigtes Feuer ertrinkt bei starkem Regen schnell.
Darf man unter einem Tarp Feuer machen?
Ein kleines Feuer kann neben oder unter einem hoch gespannten Tarp sicher brennen – mit mindestens 2 m Abstand und schräg gespanntem Tarp, damit Rauch und Hitze abziehen. Kunstfasertarps schmelzen durch Hitze und Funken. Nie im Zelt oder geschlossenen Unterstand Feuer machen: Kohlenmonoxid-Gefahr.
Funktioniert ein Feuerstahl, wenn er nass ist?
Ja. Ein Feuerstahl funkt auch nach Nässe, einfach kurz abwischen. Die Herausforderung ist der Zunder: Er muss trocken und fein genug sein, um einen Funken zu fangen. Kienholzmehl oder sehr feine Featherstick-Locken funktionieren am besten. Die Technik erklärt der Ratgeber Feuerstahl richtig benutzen.