Ausrüstung
Tarp kaufen: Worauf achten? Größe, Material, Abspannpunkte & Gewicht
Wer ein Tarp kaufen will, sollte vor allem auf Größe, Material und Abspannpunkte achten. Für die meisten ist ein quadratisches Bushcraft-Tarp mit etwa 3 × 3 m, mindestens 16 verstärkten Abspannpunkten und 400–900 g Gewicht aus Polyester oder silikonbeschichtetem Gewebe die beste Wahl. Diese Größe lässt sich als A-Frame, Lean-To oder geschlossener Sturmaufbau für eine Person mit Gepäck aufbauen – oder eng für zwei. Wer dicht am Feuer sitzen will, greift zu Baumwollmischgewebe; für zwei Personen oder Gruppen darf es 3 × 4 m oder 4 × 4 m sein.
Hier vergleichen wir Größen, Stoffe, Wassersäule, Abspannpunkte, Farben und Gewichte. Wie du das Tarp danach aufbaust, zeigen Tarp-Aufbauten und der Tarp-Aufbau- & Schnur-Planer. Mehr Ratgeber unter Bushcraft-Ausrüstung.
Schritt für Schritt
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1
Größe festlegen
3 × 3 m für eine Person mit Gepäck, 3 × 4 m oder größer für zwei, ein Hex- oder Diamond-Tarp mit 3–3,5 m First über der Hängematte.
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2
Material nach Feuernutzung
Kunstfaser ist leicht, schmilzt aber durch Funken; Baumwollmischgewebe ist schwer, verträgt aber ein Feuer in der Nähe.
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3
Abspannpunkte zählen
Mindestens 16 verstärkte Schlaufen, dazu Punkte auf First und Diagonalen sowie Abspannpunkte in der Fläche.
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4
Wassersäule und Nähte prüfen
1.500–3.000 mm Wassersäule und getapte oder versiegelte Nähte – oder gar keine Mittelnaht.
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5
Gewicht und Budget abwägen
PU-Polyester ist günstig und robust, Silpoly leicht, DCF am leichtesten und am teuersten.
Warum das Tarp der Bushcraft-Klassiker ist
Ein Tarp ist eine wasserdichte Stoffplane mit Befestigungspunkten. Genau diese Einfachheit ist seine Stärke: Dasselbe Tarp wird an einem milden Abend zum offenen Lean-To mit Blick aufs Feuer, bei Dauerregen zum steilen A-Frame und bei Sturm zum niedrigen, geschlossenen Unterschlupf. Es wiegt weniger als die meisten Zelte, ist klein verpackt und hält dich in Verbindung mit dem Wald – du hörst, riechst und siehst, was rund ums Lager passiert.
Dafür verlangt es mehr Können: kein Boden, kein Moskitonetz, keine feste Form. Platzwahl, Knoten und Aufbautechnik entscheiden. Wenn du neu dabei bist, lies unseren Leitfaden Bushcraft für Anfänger, lerne ein paar wichtige Knoten und übe den Aufbau im Garten, bevor du dich bei Regen auf das Tarp verlässt.
Tarp oder Zelt?
Tarp
- Leichter: ≈ 700 g für ein Polyester-Tarp 3 × 3 m
- Viele Aufbauvarianten, passt sich Gelände und Wetter an
- Überdachter Sitzplatz am Feuer
- Gute Belüftung, kaum Kondenswasser
- Braucht Übung, Bäume oder Stangen und einen guten Platz
Zelt
- Schwerer: ≈ 1,8 kg für ein 1–2-Personen-Zelt
- Eine Form, schnell überall aufgebaut
- Boden und Insektenschutz
- Innen etwa 3 °C wärmer, windgeschützt
- Kondenswasser, Feuer muss weit weg bleiben
Der Ausrüstungsplaner bildet diesen Kompromiss ab: Ein Tarp-Setup (Tarp, 15 m Schnur, 8 Heringe, Bodenplane) wiegt rund 1,2 kg, ein Zelt etwa 1,8 kg – und das Zelt braucht rund 5 Liter mehr Platz im Rucksack.
Welche Tarp-Größe brauche ich?
Die Größe bestimmt, welche Aufbauten möglich sind und wie viel Schutz du bekommst. Ein zu kleines Tarp zwingt dich bei Regen zu niedrigen, engen Aufbauten; ein zu großes ist schwer, fängt mehr Wind und braucht größere Baumabstände. Im Bushcraft ist ein quadratisches Tarp vielseitiger als ein rechteckiges: Es lässt sich an der Kante oder diagonal aufspannen und zu geschlossenen Formen falten.
| Größe | Personen | Gute Aufbauten | Typisches Gewicht (Polyester / Silikon) | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| 2 × 1,5 m / Poncho-Tarp | 1 (Notfall) | Niedriges Lean-To, über dem Biwaksack | 250–450 g | Backup oder minimalistisch; wenig Platz bei Regen |
| 3 × 2 m | 1 | A-Frame, Lean-To | 400–700 g | Leicht, Sturmaufbauten werden eng |
| 3 × 3 m | 1 + Gepäck, 2 eng | A-Frame, Lean-To, Plough Point, geschlossene Sturmaufbauten, Diamond | 450–1.000 g | Der Bushcraft-Allrounder |
| 3 × 4 m / 3,5 × 3,5 m | 2 | A-Frame mit Vorbau, Lean-To am Feuer | 600–1.300 g | Bequem zu zweit, gutes Basislager |
| 4 × 4 m und größer | 3–4 (Gruppe) | Küchen- oder Gruppenunterstand, Lean-To am Feuer | 1.000–2.000 g | Schwer, braucht große Baumabstände |
| Hängematten-Tarp (Hex / Diamond, 3–3,5 m First) | 1 in Hängematte | Über der Hängematte, Türen an den Enden | 350–900 g | First je Seite ≈ 30 cm länger als die Hängematte |
Tarps aus Baumwollmischgewebe wiegen bei gleicher Größe etwa zwei- bis dreimal so viel wie Polyester-Tarps.
Welche Tarp-Größe passt zu dir?
Schläfst du in einer Hängematte?
Ja → Ein Hängematten-Tarp (Hex oder Diamond) mit etwa 3–3,5 m First wählen – siehe Hängematten-Setup.Nein → Weiter zur nächsten Frage.Schlaft ihr regelmäßig zu zweit darunter?
Ja → 3 × 4 m oder 3,5 × 3,5 m, für Gruppenlager 4 × 4 m.Nein → Weiter zur nächsten Frage.Ist geringes Gewicht dein wichtigstes Kriterium?
Ja → 3 × 2 m oder ein kleines 2,5 × 2,5 m Tarp in Kombination mit einem Biwaksack.Nein → Das klassische 3 × 3 m Quadrat – die vielseitigste Wahl.
Die Höhe zählt genauso wie die Fläche. Ein 3 × 3 m Tarp als A-Frame mit etwa 1,2 m Firsthöhe ergibt eine Liegefläche von rund 3 m Länge und 1,5–2 m Breite – genug für eine Person mit Gepäck unter Dach. Bei Wind und Regen baust du niedriger, und die nutzbare Fläche schrumpft. Der Tarp-Aufbau-Planer berechnet Firsthöhe, Liegefläche, Schnurlänge und Heringe für jede Variante und Tarp-Größe.
Tarp-Material: Polyester, Silnylon, Silpoly, DCF oder Baumwolle?
Das Gewebe entscheidet über Gewicht, Verhalten im Regen, Lebensdauer und – für Bushcraft besonders wichtig – darüber, wie nah du am Feuer sitzen kannst.
| Material | Gewicht 3 × 3 m | Dehnung bei Nässe | UV / Haltbarkeit | Funkenfestigkeit | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Polyester, PU-beschichtet | 700–1.000 g | gering | gute UV-Beständigkeit; PU-Beschichtung altert nach Jahren | schmilzt durch Funken | niedrig |
| Nylon, PU-beschichtet | 600–900 g | spürbar | reißfest, aber UV schwächt Nylon | schmilzt durch Funken | niedrig–mittel |
| Silnylon (silikonisiertes Nylon) | 400–600 g | hoch – bei Regen nachspannen | sehr reißfest; UV-empfindlich | schmilzt durch Funken | mittel |
| Silpoly (silikonisiertes Polyester) | 450–650 g | sehr gering | gute UV-Beständigkeit | schmilzt durch Funken | mittel |
| DCF (Dyneema Composite) | 250–400 g | keine | sehr fest fürs Gewicht; empfindlich gegen Abrieb und Knicken | schmilzt, hitzeempfindlich | sehr hoch |
| Baumwollmischgewebe / Baumwoll-Canvas | 2.000–3.000 g | gering; Baumwolle quillt bei Nässe und dichtet | robust; schimmelt, wenn feucht gelagert | funkenresistent (nicht feuerfest) | mittel–hoch |
Typische Spannen für ein 3 × 3 m Tarp ohne Schnüre und Heringe.
Polyester: die vernünftige Standardwahl
PU-beschichtetes Polyester ist nicht ohne Grund das häufigste Bushcraft-Tarp-Material: günstig, kaum dehnend bei Nässe, UV-beständig und nachsichtig bei grober Behandlung. Das 700-g-Tarp im Ausrüstungsplaner entspricht einem typischen Polyester-Tarp 3 × 3 m. Die PU-Beschichtung kann nach vielen Jahren zerfallen – besonders bei feucht-warmer Lagerung. Du merkst es an einer klebrigen Oberfläche oder einem muffigen Geruch.
Silikonbeschichtete Stoffe: leichter
Silnylon ist leicht und extrem reißfest, aber Nylon nimmt etwas Wasser auf und dehnt sich: Ein abends straff gespanntes Tarp kann bei Regen um Mitternacht durchhängen. Nutze also verstellbare Abspannleinen und spanne nach. Silpoly bietet das geringe Gewicht bei viel weniger Dehnung und ist deshalb sehr beliebt geworden. Nähte auf Silikongewebe lassen sich nicht tapen, sie werden mit Silikon-Nahtdichter versiegelt.
DCF: die Ultraleicht-Option
Dyneema Composite Fabric dehnt sich nicht, nimmt kein Wasser auf und ist extrem leicht – aber auch teuer, knisternd und empfindlich gegen Hitze und Funken. Für die meisten Bushcrafter, die am Feuer kochen, ist es überdimensioniert; für Weitwanderer, die jedes Gramm zählen, hervorragend.
Baumwollmischgewebe und Canvas: fürs Feuer
Baumwollmischgewebe (Baumwolle/Polyester, oft „Polycotton" genannt) und Baumwoll-Canvas sind atmungsaktiv, flattern kaum im Wind und – das Wichtigste – ein verirrter Funke hinterlässt meist nur einen kleinen Fleck statt eines geschmolzenen Lochs. Damit sind sie erste Wahl für ein Lean-To vor einem Reflektorfeuer. Der Preis ist das Gewicht: zwei bis drei Kilogramm für 3 × 3 m und ein großes Packvolumen. Vor dem Einlagern unbedingt vollständig trocknen, sonst droht Schimmel.
Wie wasserdicht muss ein Tarp sein?
Die Wasserdichtigkeit wird als Wassersäule in Millimetern angegeben – also wie hoch eine Wassersäule sein darf, bevor Wasser durch den Stoff dringt. Bei einem Tarp, das schräg gespannt und nicht wie eine Bodenplane belastet wird, sind rund 1.500 mm ein praktisches Minimum, 2.000–3.000 mm bieten ein komfortables Polster, wenn die Beschichtung altert. Deutlich höhere Werte bedeuten schwerere Beschichtungen und bringen auf einem schrägen Dach kaum Vorteile.
Mindestens genauso wichtig sind die Nähte. Ein Tarp ohne Mittelnaht (aus einem Stück) kann dort nicht undicht werden. Nähte sollten getapt (PU-Gewebe) oder mit Silikon-Nahtdichter versiegelt sein (Silnylon, Silpoly). Prüfe besonders die Firstnaht, denn dort läuft das meiste Wasser entlang. Baumwollmischgewebe funktioniert anders: Die Baumwollfasern quellen bei Nässe auf und schließen das Gewebe. Innen nicht gegen das nasse Tuch drücken – an dieser Stelle kann Wasser durchsickern.
Abspannpunkte, Firstlinie und Befestigung
Abspannpunkte sind die verstärkten Schlaufen, an denen du die Leinen befestigst. Ihre Zahl und Lage bestimmen, wie viele Aufbauten möglich sind. Ein gutes quadratisches Bushcraft-Tarp hat:
- 4 Ecken und Randschlaufen alle 60–100 cm (bei 3 × 3 m meist drei pro Seite, insgesamt 12–16);
- Firstschlaufen entlang der Mittellinie und idealerweise auf beiden Diagonalen, damit du das Tarp unter einer Firstleine einhängen oder als Diamond aufbauen kannst;
- Abspannpunkte in der Fläche (Panel Pull-outs) auf der Außenseite, die den Stoff nach außen ziehen, mehr Kopffreiheit schaffen und Flattern verhindern.
Achte auf Schlaufen, die mit einem zusätzlichen Stoffflicken verstärkt und durch mehrere Lagen vernäht sind – dort reißt ein Tarp im Sturm zuerst aus. Gurtbandschlaufen halten mehr aus als kleine Metallösen, die ausreißen können. Kurze, fest angeknotete Schnurschlaufen an jedem Punkt sparen draußen Zeit. Welcher Knoten für Firstleine und verstellbare Abspannung passt, verrät der Knoten-Finder.
Abspannpunkte und Abspannleinen vorbereiten
1
Schlaufen schon zuhauseVor der Tour an jeden Abspannpunkt eine kurze Schnurschlaufe knoten. Draußen hängst du die Abspannleinen dann in Sekunden ein – auch mit kalten Fingern.
2
Verstellbare AbspannleinenJede Leine mit einem verstellbaren Knoten, etwa einem Spannleinenknoten, oder einem kleinen Leinenspanner zum Hering führen. So spannst du nach, ohne den Hering neu zu setzen.
3
Straff spannenGegenüberliegende Ecken abwechselnd spannen, bis der Stoff glatt und faltenfrei ist. Ein straffes Dach lässt Regen ablaufen und flattert nicht; ein schlaffes sammelt Wasser und macht Lärm.
4
Im Regen nachspannenVor allem Silnylon dehnt sich bei Nässe: Vor dem Schlafen und nach der ersten Regenstunde das Tarp prüfen und an den verstellbaren Knoten nachziehen.
Checkliste: Tarp kaufen – worauf achten
- Größe passt zur Nutzung: 3 × 3 m solo, 3 × 4 m oder größer zu zweit
- Mindestens 16 verstärkte Abspannpunkte inkl. First und Diagonalen
- Mindestens 1–2 Abspannpunkte in der Fläche
- Wassersäule 1.500–3.000 mm, Nähte getapt oder versiegelt
- Material passt zu deinen Feuergewohnheiten (Kunstfaser vs. Baumwollmischgewebe)
- Gewicht passt zu deinem Ziel – siehe Ausrüstungsplaner
- Farbe passend zum Einsatz (unauffällig vs. gut sichtbar)
- Packsack groß genug, um das Tarp auch nass schnell einzupacken
Tarp-Gewicht: Wie leicht ist leicht genug?
Die Gewichtsunterschiede zwischen den Stoffen sind groß, sollten aber eingeordnet werden: Das Tarp ist nur ein Teil deines Shelters. Mit 15 m Schnur (≈ 150 g), 8 Heringen (≈ 120 g) und einer Bodenplane (≈ 200 g) wird aus einem 700-g-Polyester-Tarp ein Shelter von rund 1,2 kg.
Typisches Gewicht eines 3 × 3 m Tarps nach Material
Für ein Wochenende mit kurzen Wegen zum Lagerplatz ist ein schwereres, robustes Polyester- oder Baumwollmisch-Tarp völlig in Ordnung. Für lange Strecken spart ein Silpoly-Tarp gegenüber PU-Polyester rund 300–400 g bei ähnlicher Haltbarkeit. Wie sich das Tarp ins Basisgewicht einfügt, zeigt unsere Bushcraft-Packliste; wie viel Platz ein Canvas-Tarp im Rucksack braucht, der Ratgeber Bushcraft-Rucksäcke.
Tarp-Farbe: Oliv, Coyote oder auffällig?
Die meisten Bushcraft-Tarps sind oliv, grün oder coyote-braun. Gedeckte Farben fügen sich in den Wald ein und stören andere Waldbesucher und Wildtiere weniger – viele Bushcrafter legen Wert auf ein unauffälliges, rücksichtsvolles Lager. Außerdem ist das Licht unter dem Tarp angenehm ruhig.
Helle Farben (Orange, Gelb, Hellgrau) findest du im dichten Fichtenwald leichter wieder, sie sind im Notfall für Rettungskräfte sichtbar und machen es darunter an grauen Wintertagen heller. Ein guter Kompromiss: gedecktes Tarp plus ein kleines, auffälliges Teil – etwa ein oranges Tuch – im Rucksack. Egal welche Farbe: Es gilt der Grundsatz, keine Spuren zu hinterlassen.
Aufbau und Platzwahl: So holst du alles aus deinem Tarp heraus
Auch das beste Tarp leckt, wenn es schlecht aufgebaut ist. Suche ebenen, leicht erhöhten Boden zwischen zwei Bäumen mit etwa 4–5 m Abstand, prüfe die Baumkronen auf Totholz und meide Senken, in denen sich Wasser und Kaltluft sammeln – Details in Lagerplatz wählen. Spanne eine straffe Firstleine, richte die niedrige Seite in den Wind und spanne nach, bis der Stoff trommelfest sitzt.
Den richtigen Platz für das Tarp finden
1
Zwei Bäume 4–5 m auseinanderFür ein 3 × 3-m-Tarp zwei stabile Bäume mit etwa 4–5 m Abstand suchen, damit die Firstleine auf beiden Seiten Platz hat. Die Rinde mit breiten Gurten oder einer Unterlage unter der Leine schützen.
2
Nach oben schauenDie Kronen über dir auf Totholz und schräg stehende abgestorbene Bäume prüfen. Wind kann sie nachts herunterholen – lieber umziehen als hoffen.
3
Leicht erhöhter BodenEbenen Boden wählen, der etwas höher liegt als die Umgebung. Senken sammeln Regenwasser und Kaltluft; Bachufer sind kälter und feuchter.
4
Niedrige Seite in den WindHerausfinden, woher der Wind kommt, und die niedrige, geschlossene Seite des Tarps dorthin richten. Die offene Seite zeigt vom Wetter weg – und zum Feuer, falls du eines hast.
Die drei Aufbauten, die jeder Tarp-Besitzer beherrschen sollte: den A-Frame für Regen, das Lean-To für Abende am Feuer und einen geschlossenen Sturmaufbau gegen Wind. Schritt-für-Schritt-Anleitungen findest du unter Tarp-Aufbauten. Darunter übernimmt dein Schlafsystem den Rest; unter einem offenen Tarp rechnet der Schlafsack-Rechner mit etwa 1 °C Vorteil gegenüber dem Schlafen unter freiem Himmel.
| Was du siehst | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Wasser sammelt sich auf dem Dach | Dach zu flach oder schlaff | Steiler aufbauen, nachspannen, Abspannpunkt in der Fläche nutzen |
| Tropfen entlang der Firstleine | Wasser läuft an der Firstleine oder einer undichten Naht entlang | Tropfschnur anbringen (kurze Schnur, die außerhalb des Tarps von der Firstleine hängt); Naht zuhause versiegeln |
| Stoff flattert und knallt im Wind | Abspannleinen locker, hohe Seite zum Wind | Gleichmäßig spannen, Windseite absenken, mehr Heringe setzen |
| Tarp hängt über Nacht durch | Nasses Nylon dehnt sich, Knoten gerutscht | Mit verstellbaren Knoten nachspannen; Silpoly oder Polyester erwägen |
| Regen weht unten herein | Zu hoch aufgebaut oder offene Seite zum Wetter | Ränder absenken, offene Seite vom Wind wegdrehen, eine Seite schließen |
| Kondenswasser an der Unterseite | Feuchte, windstille Nacht, Aufbau flach und geschlossen | Enden für Luftzug offen lassen, bei trockenem Wetter höher aufbauen |
Bevor du irgendwo aufbaust: In Deutschland ist das Übernachten im Wald – auch unter einem Tarp – je nach Bundesland oft verboten oder nur mit Erlaubnis des Waldbesitzers möglich. Trekkingplätze und ausgewiesene Biwakplätze sind die legale Alternative. Einen Überblick gibt Wildcampen in Deutschland: Regeln – keine Rechtsberatung, informiere dich immer vor Ort.
Tarp pflegen und reparieren
Schmutz und Nadeln vor dem Einpacken abschütteln und das Tarp zu Hause vollständig trocknen, bevor du es locker gerollt oder gefaltet an einem trockenen, dunklen Ort lagerst. Feuchte Lagerung ruiniert PU-Beschichtungen und lässt Baumwollmischgewebe schimmeln. Reinigen mit lauwarmem Wasser und Schwamm; keine Waschmittel und keine Waschmaschine – beides schadet der Beschichtung.
Tarp zusammenlegen und verpacken
1
AbschüttelnVor dem Abbau Nadeln, Laub und Wasser abklopfen. Ist das Tarp nass, die Tropfen abschütteln, solange es noch steht – dann trocknet es zuhause viel schneller.
2
Einmal halbierenMit der schmutzigen Unterseite nach innen halbieren, damit beim nächsten Auspacken die saubere Seite oben liegt.
3
Auf Packsackbreite faltenWeiter in Drittel oder Viertel falten, bis der Streifen etwa so breit ist, wie der Packsack hoch ist.
4
AufrollenStraff zu den Heringsschlaufen hin aufrollen und dabei die Luft herausdrücken. Die Abspannleinen aufgeschossen obenauf legen, damit sie sich nicht verheddern.
5
Ab in den PacksackDie Rolle in einen Packsack schieben, der groß genug ist, um das Tarp auch nass und in Eile aufzunehmen. Zuhause auspacken und vor dem Einlagern vollständig trocknen.
Kleine Löcher mit passendem Reparaturtape flicken (Silikongewebe braucht spezielle silikonverträgliche Flicken oder Dichtmasse) und Nähte neu versiegeln, sobald sie tropfen. Nach Stürmen die Abspannpunkte kontrollieren und angerissene Schlaufen nachnähen – genau dafür ist die kräftige Nadel aus den 10 C's da.

| Wahl | Größe | Material | Gewicht | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| Allrounder | 3 × 3 m | PU-Polyester | 700–1.000 g | Solo-Bushcraft, Einsteiger |
| Leicht | 3 × 3 m | Silpoly / Silnylon | 400–650 g | Längere Touren, Trekking |
| Am Feuer | 3 × 3 m oder größer | Baumwollmischgewebe | 2–3 kg | Basislager, Lean-To mit Feuer |
| Zu zweit | 3 × 4 m / 3,5 × 3,5 m | Polyester / Silpoly | 600–1.300 g | Paare, kleine Gruppen |
| Hängematte | Hex / Diamond, 3–3,5 m First | Silpoly / Silnylon | 350–900 g | Hängemattenschläfer |
Häufige Fehler
- Ein zu kleines Tarp kaufen – das erzwingt bei Regen niedrige, enge Aufbauten.
- Ein Tarp mit nur vier Eckschlaufen wählen, das kaum Aufbauvarianten zulässt.
- Feuer dicht neben einem Nylon- oder Polyester-Tarp machen.
- Silnylon abends straff spannen und bei Regen nicht nachspannen, wenn es sich dehnt.
- Das Tarp feucht einlagern – das zerstört Beschichtungen und lässt Stoffe schimmeln.
- Die Nähte bei silikonbeschichteten Tarps nicht versiegeln.
Das brauchst du
- Tarp 3 × 3 m (oder passende Größe)
- Firstleine 10–15 m, 3–5 mm
- 6–8 Abspannleinen à 2–3 m mit Leinenspannern
- 8–10 Heringe
- Prusikschlaufen oder Tarp-Clips
- Bodenplane
- Nahtdichter und Reparaturtape