Fertigkeiten

Wichtige Knoten für Outdoor und Bushcraft: 16 Knoten und Bünde

28 Min. Lesezeit · Aktualisiert

Die wichtigen Knoten fürs Outdoor sind ein kleiner, verlässlicher Werkzeugkasten: eine feste Schlaufe (Palstek), ein schneller Knoten um eine Stange (Webeleinstek, auch Mastwurf), ein Flaschenzug zum Spannen (Trucker’s Hitch), eine verstellbare Abspannleine (Spannleinenknoten), ein Klemmknoten (Prusik) und drei Bünde für Lagermöbel. Damit baust du jedes Tarp auf, hängst Essen und Topf auf und bindest Dreibeine und Gestelle.

Diese Anleitung erklärt 16 Knoten und Bünde im Detail – wofür sie gut sind, wie du sie Schritt für Schritt bindest und wie sicher sie wirklich halten – plus eine große Tabelle „Knoten nach Aufgabe“, die zu unserem interaktiven Knoten-Finder passt. Knoten gehören zu den grundlegenden Bushcraft-Fertigkeiten und stehen in unserem Leitfaden Bushcraft für Anfänger ganz am Anfang. Übe zu Hause mit einem Stück Schnur – du brauchst diese Knoten auf jeder Tour.

Schritt für Schritt

  1. PalstekMastwurfTrucker’sSpannleinenkn.PrusikJeden 20-mal binden
    1

    Zuerst die Grundfünf lernen

    Palstek, Webeleinstek, Trucker’s Hitch, Spannleinenknoten und Prusik decken fast alle Aufgaben im Lager ab. Jeden 20-mal binden.

  2. Baum 1
    2

    Firstleine anschlagen

    Ein Ende mit Siberian Hitch oder Rundtörn mit zwei halben Schlägen am Baum befestigen – schnell und leicht lösbar.

  3. 3:1Straff gespannt
    3

    Mit Trucker’s Hitch spannen

    Der eingebaute Flaschenzug zieht die Firstleine straff. Mit geslippten halben Schlägen abbinden, dann ist sie schnell gelöst.

  4. Prusiks verschiebenSpannleinenknoten justieren
    4

    Tarp befestigen und justieren

    Prusikschlingen verschieben das Tarp auf der Firstleine, Spannleinenknoten justieren die Abspannleinen, wenn der Stoff nachgibt.

  5. FestziehenEnde ≥ 10× Ø4 cm bei 4 mmGeordnet:ohne Kreuzung
    5

    Ordnen, festziehen, testen

    Windungen sauber legen, jeden Strang festziehen, ein Ende von 10× Seildurchmesser lassen und vor dem Vertrauen belasten.

Welche Knoten brauchst du fürs Bushcraft?

Segler, Kletterer und Pfadfinder kennen Hunderte Knoten – fürs Bushcraft reichen erstaunlich wenige. Entscheidend ist, dass jede Aufgabe abgedeckt ist: eine Schlaufe bilden, an Baum oder Stange festmachen, eine Leine spannen und später nachjustieren, zwei Seile verbinden, an einer Leine klemmen und Stangen zusammenbinden. Ein guter Bushcraft-Knoten ist leicht zu binden (auch mit kalten, nassen Fingern im Dunkeln), hält unter Last, schont die Schnur und lässt sich hinterher wieder lösen.

Die 16 Knoten unten sind nach Familien sortiert. Als Einsteiger lernst du zuerst die fünf „Grundknoten“ – damit baust du ein Tarp-Setup vom ersten bis zum letzten Handgriff auf. Die anderen kommen mit deinen Projekten dazu: Bünde für Lagertisch und Topfdreibein, der Marlspiekerschlag für Knebel und Griffe, Stiche zum Verbinden und der Schmetterlingsknoten für Schlaufen mitten in der Leine.

Ein Wort zu den Namen: Viele Knoten haben im Deutschen mehrere Bezeichnungen. Der Webeleinstek heißt im Klettersport Mastwurf, der Trucker’s Hitch auch Fuhrmannsknoten, und für den Siberian Hitch gibt es keinen gängigen deutschen Namen. Wir nennen jeweils die geläufigsten.

Die 16 wichtigen Bushcraft-Knoten im Überblick
KnotenFamilieHaupteinsatzPriorität
PalstekSchlaufeFeste Schlaufe um Baum, durch Öse, zum AufhängenGrundknoten
Webeleinstek (Mastwurf)StekSchnell an einer Stange, Anfang und Ende von BündenGrundknoten
Trucker’s Hitch (Fuhrmannsknoten)SpannknotenStraffe Firstleinen und LastenGrundknoten
SpannleinenknotenVerstellbarer StekAbspannleinen zum HeringGrundknoten
PrusikknotenKlemmknotenVerschiebbare Tarp-Befestigung auf der FirstleineGrundknoten
Rundtörn mit zwei halben SchlägenStekSicherer Anschlag an Baum, Stange, RingAls Nächstes
ZimmermannsknotenStekFirstleine oder Diagonalbund beginnen, Stämme ziehenAls Nächstes
Siberian Hitch (Evenk)StekSchneller, lösbarer Firstleinen-StartAls Nächstes
AchterschlaufeSchlaufeSehr sichere feste Schlaufe, leicht zu kontrollierenAls Nächstes
SchotstekStichSeile unterschiedlicher Stärke verbindenAls Nächstes
Doppelter SpierenstichStichDauerhafte Verbindung, PrusikschlingenAls Nächstes
MarlspiekerschlagStekKnebel, Griffe, LeitersprossenSpäter
SchmetterlingsknotenSchlaufeSchlaufe mitten in der Leine, in alle Richtungen belastbarSpäter
KreuzbundBundStangen im rechten Winkel (Tisch, Gestell)Als Nächstes
DiagonalbundBundSchräg kreuzende oder federnde StangenSpäter
DreibeinbundBundTopfdreibein, Tipi-Gerüst, TrockengestellAls Nächstes

Knotenbegriffe erklärt: loses Ende, Bucht, Stek und Stich

Anleitungen verstehst du erst, wenn du ein paar Grundbegriffe kennst. Viele stammen aus der Seefahrt – ein Stek verbindet ein Seil mit einem Gegenstand, ein Stich zwei Seilenden miteinander.

Knoten-Vokabular

Loses Ende
Das Ende, mit dem du den Knoten bindest (Arbeitsende)
Stehender Part
Der lange, ruhende Teil des Seils, der meist die Last trägt
Bucht
Ein U-förmig gelegtes Seilstück, das sich nicht kreuzt
Auge / Schlaufe
Eine Bucht, deren Schenkel sich kreuzen
Törn
Eine Windung des Seils um einen Gegenstand
Rundtörn
Eine volle Umschlingung, sodass das Seil den Gegenstand ganz umschließt
Stek
Knoten, der ein Seil an einem Gegenstand befestigt
Stich
Knoten, der zwei Seilenden verbindet
Bund
Bindung aus Wicklungen und Würgeschlägen, die Stangen zusammenhält
Würgeschläge
Windungen zwischen zwei Stangen, die die Wicklungen eines Bundes festziehen
Geslippt
Mit einer Bucht statt mit dem Ende abgeschlossen – ein Zug am Ende löst den Knoten
Ordnen & Setzen
Alle Parts sauber legen, dann jeden Strang festziehen
Seil am Boden mit beschriftetem stehendem Part, Bucht, Auge und losem Ende.
Vier Begriffe an einem Seil. Eine Bucht ist ein U-förmig gelegtes Stück, dessen Schenkel sich nicht kreuzen; sobald sie sich kreuzen, wird daraus ein Auge.
Seil einmal über eine Stange gelegt neben einem Seil, das die Stange ganz umschlingt.
Ein Törn führt das Seil einmal über die Stange, ein Rundtörn umschließt sie ganz – und dank der zusätzlichen Reibung hältst du einen kräftigen Zug mit einer Hand.

So liest du die Zeichnungen: Der stehende Part trägt die Last (grauer Pfeil), das lose Ende hat eine runde Kappe, ein oben gezeichneter Strang läuft darüber, und orange Pfeile zeigen den nächsten Handgriff.

Eine Regel gilt für jeden Knoten hier: Lass ein ausreichend langes Ende – mindestens das Zehnfache des Seildurchmessers, also 4 cm bei 4-mm-Schnur –, und ordne den Knoten, bevor du ihn belastest. Ein schlampig gelegter Knoten kann deutlich schwächer sein als derselbe Knoten sauber gebunden, und manche – etwa der Palstek – können sich bei zu kurzem Ende lösen.

Welcher Knoten für welche Aufgabe?

Denke in Aufgaben, nicht in Knoten. Die Tabelle folgt derselben Logik wie unser interaktiver Knoten-Finder: Aufgabe wählen, prüfen, ob sich der Knoten schnell lösen lassen muss (etwa morgens mit kalten Händen), und die erste Wahl nehmen. Die Alternativen funktionieren ebenfalls und helfen, wenn die erste Wahl nicht zu Schnur oder Anschlagpunkt passt.

Knoten nach Aufgabe – passend zum Knoten-Finder
AufgabeBester KnotenAlternativenWarum
Firstleine am Baum beginnen (schnell lösbar)Siberian HitchZimmermannsknoten, Rundtörn mit zwei halben SchlägenIn Sekunden gebunden, ein Zug am Slip löst ihn
Firstleine beginnen (sicher, ohne Schnelllösung)Rundtörn mit zwei halben SchlägenPalstek, ZimmermannsknotenDer Rundtörn nimmt die Last, die halben Schläge rutschen nicht
Firstleine spannen & abbindenTrucker’s HitchSpannleinenknoten, Rundtörn mit zwei halben SchlägenEingebauter Flaschenzug für eine straffe Leine
Verstellbare Abspannleine am HeringSpannleinenknotenTrucker’s Hitch, PalstekVerschiebbar zum Nachspannen, hält unter Last
Tarp an der Firstleine verschiebenPrusikknotenWebeleinstek, SpannleinenknotenKlemmt unter Last, ohne Last verschiebbar
Feste Schlaufe am Seilende (leicht lösbar)PalstekAchterschlaufe, Siberian HitchZieht sich nicht fest, auch nach hoher Last lösbar
Feste Schlaufe am Seilende (maximal sicher)AchterschlaufePalstek, Siberian HitchSehr sicher und auf einen Blick zu prüfen
Zwei Seile verbinden (unterschiedlich stark oder schnell lösbar)SchotstekDoppelter Spierenstich, zwei PalsteksKlappt mit ungleichen Seilen, leicht zu lösen
Zwei Seile dauerhaft verbinden (gleich stark)Doppelter SpierenstichSchotstek, zwei PalsteksSehr sicher, ideal für geschlossene Schlingen
An Stange oder Ast binden (schnell lösbar)Webeleinstek (Mastwurf)Rundtörn mit zwei halben Schlägen, ZimmermannsknotenSchnell gebunden und justiert
An Stange oder Ast binden (sicher)Rundtörn mit zwei halben SchlägenWebeleinstek, ZimmermannsknotenRollt bei wechselnder Last nicht ab
Beutel oder Essenssack aufhängenPalstekWebeleinstek, Rundtörn mit zwei halben SchlägenSichere, lösbare Schlaufe – siehe Lebensmittel lagern
Schlaufe mitten in der LeineSchmetterlingsknotenAchterknoten auf BuchtIn drei Richtungen belastbar
Griff oder Knebel an der LeineMarlspiekerschlag—Fällt auseinander, wenn der Knebel raus ist
Zwei Stangen im 90°-WinkelKreuzbundDiagonalbundStabile, steife Verbindung
Schräg kreuzende StangenDiagonalbundKreuzbundZieht federnde Stangen zusammen
Topf- oder Shelter-DreibeinDreibeinbund—Drei Beine aus einer Bindung

Schnelle Knotenwahl

  1. Befestigst du das Seil an einem Gegenstand (Baum, Stange, Hering)?

    Ja → Nimm einen Stek: Webeleinstek, Rundtörn, Zimmermannsknoten, Siberian Hitch, Spannleinenknoten oder Trucker’s Hitch.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  2. Brauchst du eine Schlaufe?

    Ja → Am Seilende: Palstek oder Achterschlaufe. Mitten in der Leine: Schmetterlingsknoten.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  3. Willst du zwei Seile verbinden?

    Ja → Schotstek (schnell, ungleiche Seile) oder Doppelter Spierenstich (dauerhaft).Nein → Stangen verbinden? Kreuzbund, Diagonalbund oder Dreibeinbund.
Tarp an einer Firstleine zwischen zwei Bäumen, jeder der fünf Knoten dort beschriftet, wo er sitzt.
Die Grundfünf an einem Aufbau: Siberian Hitch an Baum 1, Trucker’s Hitch an Baum 2, Prusiks fürs Tarp, Spannleinenknoten an den Abspannleinen und ein Palstek für den hängenden Beutel.

Schlaufenknoten: Palstek, Achterschlaufe und Schmetterlingsknoten

Palstek binden – der König der Knoten

Einsatz: eine feste Schlaufe am Seilende, die weder rutscht noch sich festzieht – um einen Baum als Firstleinen-Start, durch eine Tarp-Öse, um einen Essenssack oder als Schlaufe für den Trucker’s Hitch. Die große Stärke des Palsteks: Er lässt sich auch nach hoher Belastung leicht wieder öffnen. Sicherheit: gut unter gleichmäßiger Last, kann sich aber bei ständigem Be- und Entlasten lockern, besonders in steifer oder glatter Schnur wie Dyneema. Wenn es darauf ankommt, sicherst du ihn mit einem Stopperknoten (doppelter Überhandknoten um den Schlaufenschenkel). Häufig genannt wird eine Restfestigkeit von grob 60–75 % – je nach Test.

Palstek binden – Schritt für Schritt

  1. Das Loch formen. Ein kleines Auge in den stehenden Part legen, wobei der Teil Richtung loses Ende oben liegt.
  2. Aus dem Loch. Das lose Ende von unten durch das Auge führen („Die Schlange kommt aus dem Teich“). Für eine Schlaufe um einen Baum das Ende vorher um den Baum legen.
  3. Um den Baum. Das Ende hinter dem stehenden Part herumführen („um den Baum“).
  4. Zurück ins Loch. Das Ende neben sich selbst wieder von oben durch das Auge stecken („zurück in den Teich“).
  5. Ordnen und festziehen. Schlaufe und Ende zusammen halten und am stehenden Part ziehen. Das Ende liegt innerhalb der Schlaufe; mindestens 10× Seildurchmesser lang lassen.

Palstek

  1. 1. Forme im stehenden Part ein kleines Auge – das „Kaninchenloch". Der Teil zur großen Schlaufe liegt oben.

  2. 2. Das Kaninchen kommt aus dem Loch und läuft hinter dem Baum (stehender Part) herum.

  3. Stehender PartArbeitsendeAuge / Schlaufe„Kaninchenloch"

    3. …und geht zurück ins Loch. Ende und Schlaufe zusammen festhalten und am stehenden Part festziehen.

Achterschlaufe – die sichere Schlaufe

Einsatz: wenn Sicherheit wichtiger ist als leichtes Lösen – eine Schlaufe, die auf keinen Fall aufgehen darf, oder eine Schlaufe in glatter Schnur. Sie lässt sich gut kontrollieren: Ein richtig gebundener Achter zeigt überall zwei saubere, parallele Stränge. Sicherheit: sehr hoch; häufig genannt werden rund 75–80 % Restfestigkeit. Nachteil: Nach hoher Last zieht sie sich fest und ist in dünner Schnur mühsam zu öffnen.

So bindest du sie (auf Bucht): Seil zu einer etwa 30 cm langen Bucht doppeln. Die Bucht über den doppelten stehenden Part legen, sodass ein Auge entsteht, hinter den stehenden Parts herumführen und von vorn durch dieses Auge stecken – der Doppelstrang bildet eine „8“. Alle Stränge parallel ordnen, ohne dass sie sich kreuzen, dann alle vier Stränge einzeln festziehen. Um einen Baum oder durch einen Ring bindest du den gesteckten Achter: lockeren Achter in den Einzelstrang knoten, Ende um den Gegenstand führen und den Achter exakt parallel zurückverfolgen.

Stehender PartAuge / SchlaufeEnde
Achterschlaufe

Schmetterlingsknoten – die Schlaufe in der Leinenmitte

Einsatz: eine feste Schlaufe mitten in der Leine, die entlang des Seils und quer dazu belastet werden kann. Im Bushcraft ergibt sie einen Aufhängepunkt an der Firstleine für Lampe oder Ausrüstung, einen festen Abspannpunkt an einer langen Leine oder eine gut lösbare Schlaufe für den Trucker’s Hitch. Außerdem kann man damit eine beschädigte Seilstelle „abbinden“. Sicherheit: ausgezeichnet, und er zieht sich weniger fest als der Achter.

So bindest du ihn (Drehmethode): Eine Bucht legen und zweimal in dieselbe Richtung verdrehen, sodass eine Achterform mit kleiner unterer Öffnung und großem oberem Auge entsteht. Das obere Auge über die Verdrehungen nach unten klappen und durch die untere Öffnung führen. Neue Schlaufe und beide Enden in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Die ersten Male hilft eine Skizze – dann macht es plötzlich Klick.

Palstek oder Achterschlaufe?

Palstek

  • Auch nach hoher Last leicht lösbar
  • Schnell gebunden, mit Übung einhändig
  • Kann sich ohne Last lockern
  • In glatter Schnur mit Stopper sichern
vs

Achterschlaufe

  • Sehr sicher, leicht zu kontrollieren
  • In den meisten Tests etwas fester
  • Zieht sich nach hoher Last fest
  • Braucht mehr Seil

Alpiner Schmetterling

  1. 1. Mitten im Seil eine Bucht zu einem Auge verdrehen.

  2. 2. Noch einmal verdrehen, sodass eine Acht mit zwei Augen entsteht.

  3. Auge / SchlaufeLastLastLocker gezeigt – zum Setzen festziehen

    3. Das obere Auge nach unten über das untere Auge klappen, hindurchstecken und dann Schlaufe und beide Enden festziehen.

Steks für Bäume und Stangen: Mastwurf, Rundtörn, Zimmermannsknoten, Siberian Hitch, Marlspiekerschlag

Webeleinstek (Mastwurf) binden – schnell und verstellbar

Einsatz: schnell an einer Stange, einem Ast oder Hering festmachen und Standard-Anfang und -Ende von Kreuz- und Dreibeinbund. Durch Nachführen von Seil lässt er sich leicht verstellen, und man kann ihn in der Hand legen und über einen Pfosten stülpen. Sicherheit: mittel – bei wechselnder Last oder auf einer drehenden Stange kann er rollen und rutschen. Soll er lange halten, sicherst du ihn mit ein bis zwei halben Schlägen um den stehenden Part.

Mastwurf binden

  1. Erste Windung. Das lose Ende um die Stange führen.
  2. Kreuzen. Über den stehenden Part legen, sodass vorne ein X entsteht.
  3. Zweite Windung. Noch einmal um die Stange, direkt neben der ersten Windung.
  4. Durchstecken. Das Ende unter der zweiten Windung durchstecken; es kommt neben dem stehenden Part heraus, aber in Gegenrichtung.
  5. Festziehen und sichern. Beide Enden festziehen. Bei wechselnder Last einen halben Schlag ergänzen.
Stehender PartArbeitsendePfosten
Webeleinstek (Mastwurf)

Rundtörn mit zwei halben Schlägen – der verlässliche Anschlag

Einsatz: sicherer, einfacher Anschlag an Bäumen, Stangen, Ringen oder einem Taschengriff; guter Firstleinen-Start, wenn keine Schnelllösung nötig ist, und sicherer Abschluss für viele Leinen. Warum er funktioniert: Der Rundtörn nimmt über Reibung den Großteil der Last auf – du kannst einen kräftigen Zug mit einer Hand halten und mit der anderen die halben Schläge binden. Sicherheit: sehr gut, und ohne Last leicht zu lösen.

So bindest du ihn: Das lose Ende zweimal um den Anschlagpunkt legen (Rundtörn). Dann um den stehenden Part herum und durch die Lücke zurück – ein halber Schlag. Einen zweiten halben Schlag in dieselbe Richtung darunter setzen; zusammen bilden beide einen Webeleinstek um den stehenden Part. Die Schläge an den Rundtörn heranschieben. Für schnelles Lösen den letzten Schlag slippen.

Rundtörn2 halbe SchlägeLastStange / Ast
Rundtörn mit zwei halben Schlägen

Zimmermannsknoten – greift unter Last

Einsatz: ein Seil an einem Stamm, Baum oder Stangenbündel befestigen. Er hält, solange die Last gleichmäßig zieht, und fällt ohne Last fast von selbst auseinander – ideal, um eine Firstleine an einem dicken Baum zu beginnen oder einen Diagonalbund zu starten. Mit einem zusätzlichen halben Schlag weiter vorn zieht man damit Stämme. Sicherheit: gut unter Dauerzug, schlecht bei schlaffer Leine.

So bindest du ihn: Seil um den Baum legen. Das Ende einmal um den stehenden Part führen und dann drei- bis viermal um den eigenen Part (den Teil, der den Baum umschließt) drehen – bei glatter Rinde oder rutschiger Schnur fünfmal oder öfter. Am stehenden Part ziehen, bis sich die Windungen an den Baum pressen.

Stehender Part3–4 Mal um sich selbstBaum
Zimmermannsknoten

Siberian Hitch (Evenk) – der schnelle Firstleinen-Start

Einsatz: ein fester Start für die Firstleine, in wenigen Sekunden gebunden und mit einem Zug am geslippten Ende gelöst – ideal an kalten Morgen. Er wird für den Tarp-Aufbau viel gelehrt und ist im Knoten-Finder die erste Wahl, wenn schnelles Lösen gefragt ist. Sicherheit: gut unter Last; mit einem kleinen Stöckchen als Knebel in der Bucht wird er noch sicherer.

Siberian Hitch binden

  1. Um den Baum. Seil um den Baum führen, das lose Ende in der Hand halten; der stehende Part führt vom Baum weg.
  2. Über die Hand. Das lose Ende über die offene Handfläche legen, die Hand liegt unter dem stehenden Part.
  3. Drehen. Die Hand um den stehenden Part drehen, sodass sich eine Schlaufe um die Hand legt.
  4. Bucht greifen. Mit den Fingern das lose Ende hinter dem stehenden Part greifen und als Bucht durch die Schlaufe ziehen.
  5. Festziehen und lösen. Am stehenden Part ziehen, bis der Knoten am Baum sitzt. Zum Lösen am Ende ziehen.
Stehender PartSlip: am Ende ziehen zum LösenBaum
Siberian Hitch (Evenk)

Marlspiekerschlag – Griffe, Knebel und Sprossen

Einsatz: ein vorübergehender Stek, der ein Stöckchen quer an einer Leine hält – als Griff zum Straffziehen, als Knebel zum Befestigen eines Beutels oder als Sprosse einer Strickleiter. Zieht man das Holz heraus, fällt der Knoten auseinander. Sicherheit: in Ordnung, solange der Knebel belastet ist; ohne Holz hält er nichts.

So bindest du ihn: Ein kleines Auge in die Leine legen und über den stehenden Part zurückklappen, sodass ein Strang des stehenden Parts mitten durch das Auge zu sehen ist. Das Stöckchen über die Ränder des Auges und unter diesem Strang hindurchschieben. An der Leine ziehen – das Auge zieht sich um das Holz fest.

Marlspiekerschlag

  1. 1. Ein kleines Auge ins Seil drehen und auf den stehenden Part legen.

  2. 2. Den Knebel über eine Seite des Auges, unter dem stehenden Part hindurch und über die andere Seite schieben.

  3. Stehender PartKnebel / GriffArbeitsende

    3. Das Auge um den Knebel festziehen – jetzt hast du einen bequemen Griff zum kräftigen Ziehen.

Knoten zum Spannen: Trucker’s Hitch und Spannleinenknoten

Trucker’s Hitch (Fuhrmannsknoten) – die straffe Firstleine

Einsatz: eine Leine richtig straff ziehen – Firstleinen, Leinen zum Aufhängen von Essen, Lasten auf Rucksack oder Schlitten, eine Wäscheleine im Lager. Er funktioniert wie ein einfacher Flaschenzug: Eine Schlaufe im stehenden Part wirkt als Umlenkrolle und bringt theoretisch eine 3:1-Übersetzung (in der Praxis weniger wegen der Reibung). Sicherheit: hervorragend, sobald er mit zwei halben Schlägen abgebunden ist; den letzten slippen, dann ist er schnell gelöst. Tipp: Bei Kunstfaser kann die Reibung in der Schlaufe die Fasern anschmelzen, wenn du hin und her sägst – gleichmäßig ziehen.

Trucker’s Hitch binden

  1. Umlenkschlaufe legen. Etwa eine Armlänge vor dem Anschlagpunkt eine feste oder geslippte Schlaufe in den stehenden Part knoten – geslippter Überhandknoten, gesteckter Achter oder Schmetterlingsknoten.
  2. Um den Anschlagpunkt. Das lose Ende um Baum, Hering oder Ring führen.
  3. Zurück durch die Schlaufe. Das Ende von der Baumseite her durch die Schlaufe fädeln.
  4. Spannen. Das Ende Richtung Baum ziehen. Die Schlaufe wirkt als Umlenkrolle – ziehen, bis die Leine so straff ist wie gewünscht.
  5. Halten und abbinden. Die Kreuzung zusammendrücken, um die Spannung zu halten, dann zwei halbe Schläge um beide Stränge unterhalb der Schlaufe. Den letzten slippen.
Stehender PartUmlenkschlaufe (3:1)ZiehenSichern: 2 halbe SchlägeBaum
Trucker’s Hitch (Fuhrmannsknoten)

Spannleinenknoten – die verstellbare Abspannleine

Einsatz: verstellbare Abspannleinen. Nachdem die Leine um den Hering geführt wurde, bindest du ihn um den stehenden Part; er lässt sich zum Spannen oder Lockern verschieben, hält aber unter Last. Tarps dehnen sich bei Nässe und Kälte – nachspannen zu können, ohne neu zu knoten, ist Gold wert. Der Tarp-Aufbau- & Schnur-Planer sagt dir, wie viele Abspannleinen und wie viel Schnur ein Aufbau braucht. Sicherheit: gut auf Nylon, Polyester und Paracord; auf sehr glatter, dehnungsarmer Schnur wie Dyneema rutscht er gern – dort sind Leinenspanner oder ein Trucker’s Hitch besser.

Spannleinenknoten binden

  1. Um den Hering. Das lose Ende um den Hering und wieder neben dem stehenden Part nach oben führen.
  2. Zwei Windungen innen. Das Ende zweimal um den stehenden Part wickeln, Richtung Hering, innerhalb der Schlaufe.
  3. Eine Windung außen. Das Ende über die Windungen hinweg führen und einmal um den stehenden Part oberhalb (außerhalb) der ersten beiden wickeln, in derselben Richtung.
  4. Festziehen. Am Ende festziehen und die Windungen ordnen.
  5. Justieren. Den Knoten am stehenden Part nach oben schieben zum Spannen, nach unten zum Lockern. Er bleibt, wo du ihn lässt.

Klassische Tarp-Firstleine mit fünf Knoten

  1. AnschlagenSiberian Hitch oder Rundtörn mit zwei halben Schlägen an Baum 1
  2. BefestigenZwei Prusikschlingen auf der Firstleine für die Tarp-Ecken
  3. SpannenTrucker’s Hitch an Baum 2, mit geslippten halben Schlägen abgebunden
  4. AbspannenSpannleinenknoten zu den Heringen an Ecken und Seiten
  5. FeinjustierenPrusiks verschieben, Tarp mittig ausrichten und straffen; in der Dämmerung nachspannen

So sieht eine gut gespannte Firstleine aus

  • Gerade von Baum zu Baum, ohne sichtbares Durchhängen, bevor das Tarp drauf ist
  • Die Windungen am Anschlag liegen nebeneinander und rutschen nicht am Stamm herunter
  • Trucker’s-Schlaufe etwa eine Armlänge vor Baum 2, die geslippten halben Schläge sitzen satt darunter
  • Prusik-Windungen sauber und parallel, Schlingen zeigen zu den Tarp-Ecken
  • Jeder Spannleinenknoten hat noch Platz, um nach oben zu rutschen
  • Jedes Ende mindestens 10× Seildurchmesser lang
Stehender Part2 Windungen innen1 Windung außenHeringArbeitsende
Spannleinenknoten (Taut-line)

Klemmknoten: der Prusikknoten

Einsatz: eine geschlossene Schlinge aus dünnerer Schnur um eine dickere Leine. Unter Last klemmt sie, ohne Last kannst du sie von Hand verschieben. Auf der Tarp-Firstleine lassen zwei Prusiks das Tarp exakt positionieren und den First straffen, ohne irgendetwas neu zu binden. Im Lager dienen sie auch als verstellbare Aufhängepunkte für Lampe, Topf oder Ausrüstung. Sicherheit: hängt vom Durchmesserverhältnis ab – die Schlinge muss deutlich dünner sein als die Leine (zum Beispiel 2–3 mm auf einer 4–5-mm-Firstleine). Sind beide ähnlich dick, rutscht der Prusik; dann hilft eine zusätzliche Windung.

Prusikknoten binden

  1. Schlinge knoten. 40–60 cm dünne Reepschnur mit einem Doppelten Spierenstich zur geschlossenen Schlinge verbinden.
  2. Hinter die Leine legen. Die Schlinge hinter die Firstleine halten, der Knoten liegt seitlich.
  3. Durch sich selbst wickeln. Ein Ende der Schlinge um die Firstleine und durch das andere Ende führen. Wiederholen, bis drei Windungen nebeneinanderliegen.
  4. Ordnen. Die Windungen sauber und parallel legen, ohne Kreuzungen, dann die Schlinge mittig herausziehen.
  5. Einhängen. Die Tarp-Abspannung an der Schlinge befestigen. Belasten und prüfen, ob sie klemmt, bevor du dich darauf verlässt.
Firstleineje 3 WindungenLocker verschiebbar,klemmt unter Last
Prusikknoten

Essen, Topf und Ausrüstung an der Leine aufhängen

Dieselben Knoten halten Essenssack, Topf oder Lampe vom Boden fern: Der Palstek hält den Beutel, der Trucker’s Hitch strafft die Leine, und der Prusik ergibt einen verschiebbaren Aufhängepunkt. Für Lebensmittel gelten die Hinweise unter Lebensmittel lagern.

Einen Beutel an einer Leine zwischen zwei Bäumen aufhängen

  1. Palstek um den Beutelhals – Das Ende um den Hals des Beutels oder durch den Griff führen und einen Palstek binden. Die Schlaufe darf sich nicht zuziehen.1
    Palstek um den Beutelhals

    Das Ende um den Hals des Beutels oder durch den Griff führen und einen Palstek binden. Die Schlaufe darf sich nicht zuziehen.

  2. Leine zwischen zwei Bäumen spannen – An Baum 1 mit Rundtörn und zwei halben Schlägen oder Siberian Hitch anschlagen, an Baum 2 mit dem Trucker’s Hitch spannen und geslippt abbinden.2
    Leine zwischen zwei Bäumen spannen

    An Baum 1 mit Rundtörn und zwei halben Schlägen oder Siberian Hitch anschlagen, an Baum 2 mit dem Trucker’s Hitch spannen und geslippt abbinden.

  3. An den Prusik hängen – Den Beutel an eine Prusikschlinge hängen und in Position schieben. Ohne Last gleitet sie, unter Last klemmt sie. Kriecht sie, eine Windung ergänzen.3
    An den Prusik hängen

    Den Beutel an eine Prusikschlinge hängen und in Position schieben. Ohne Last gleitet sie, unter Last klemmt sie. Kriecht sie, eine Windung ergänzen.

  4. Sicher ablassen – Am Baum stehen, nie unter dem Beutel. Am geslippten Ende ziehen und die Leine kontrolliert herunterlassen.4
    Sicher ablassen

    Am Baum stehen, nie unter dem Beutel. Am geslippten Ende ziehen und die Leine kontrolliert herunterlassen.

Stiche zum Verbinden: Schotstek und Doppelter Spierenstich

Schotstek – verbindet ungleiche Seile

Einsatz: schnell zwei Seile verbinden, vor allem unterschiedlicher Stärke oder aus verschiedenem Material – eine Abspannleine verlängern, Paracord mit Naturschnur verbinden oder eine Leine an einer Tarp- oder Deckenecke befestigen. Sicherheit: gut unter gleichmäßiger Last; ohne Last und bei flatternder Leine kann er sich lösen. Bei glatter Schnur oder großem Durchmesserunterschied nimmst du den doppelten Schotstek mit einer zusätzlichen Windung. Achte darauf, dass beide kurzen Enden auf derselben Seite des Knotens liegen – die „linke“ Variante hält schlechter.

Schotstek binden

  1. Bucht legen. Im Ende des dickeren Seils eine Bucht formen und festhalten.
  2. Von unten durch. Das Ende des dünneren Seils von unten durch die Bucht führen.
  3. Hinten herum. Hinter beiden Schenkeln der Bucht herumführen.
  4. Unter sich selbst. Unter dem eigenen stehenden Part durchstecken – über der Bucht, nicht durch sie hindurch.
  5. Festziehen. Am stehenden Part des dünnen Seils ziehen und dabei die Bucht halten. Für den doppelten Schotstek vor dem Durchstecken eine zweite Windung um die Bucht legen.
Seil A (dicker)Seil B (dünner)
Schotstek

Doppelter Spierenstich – die dauerhafte Verbindung

Einsatz: eine sehr sichere Verbindung zweier Seile ähnlicher Stärke, vor allem für geschlossene Schlingen wie Prusikschlingen. Sicherheit: ausgezeichnet – einer der sichersten Stiche überhaupt. Nachteil: Nach Belastung ist er kaum noch zu öffnen; nimm ihn also dort, wo die Verbindung bleiben soll.

So bindest du ihn: Beide Enden etwa 30 cm überlappend und gegenläufig nebeneinanderlegen. Ein Ende zweimal um beide Seile wickeln, zurück Richtung eigener stehender Part, und durch die beiden Windungen stecken (ein doppelter Überhandknoten um das andere Seil). Mit dem anderen Ende spiegelbildlich wiederholen. An beiden stehenden Parts ziehen, bis die Knoten aneinanderrutschen. Richtig gebunden zeigt er auf einer Seite vier parallele Linien, auf der anderen zwei saubere X. Mindestens 2 cm Ende lassen.

Seil A (dicker)Seil B (dünner)An den Seilen ziehen: die Knoten rutschen zusammen
Doppelter Spierenstich

Bünde: Kreuzbund, Diagonalbund und Dreibeinbund

Bünde verbinden Stangen zu Lagermöbeln: Topfdreibein, Trockengestell, Tisch, erhöhtes Bettgestell oder das Gerüst eines Lean-To. Jeder Bund folgt demselben Muster: ein Anfangsknoten (Webeleinstek oder Zimmermannsknoten), mehrere straffe Wicklungen um die Stangen, einige Würgeschläge zwischen den Stangen, die alles festziehen, und ein Endknoten (Webeleinstek). Für Stangen bis Handgelenkstärke rechnest du 3–5 m Schnur. Arbeite mit Totholz vom Boden oder Holz, das du nutzen darfst – lebende Jungbäume zu schneiden, ist im Wald ohne Erlaubnis verboten.

Kreuzbund

Einsatz: zwei Stangen, die sich im rechten Winkel kreuzen – Querstreben, Tische, Rahmen, Leitern. Festigkeit: Ein sauber gebundener Kreuzbund ist sehr steif.

Kreuzbund binden

  1. Anfangen. Einen Webeleinstek an der senkrechten Stange knapp unterhalb der Querstange binden. Das kurze Ende um den stehenden Part drehen.
  2. Wickeln. Schnur über die Querstange, hinter der Senkrechten entlang, auf der anderen Seite über die Querstange und wieder hinter der Senkrechten. 3–4 volle Wicklungen, jede straff ziehen.
  3. Sauber legen. Auf der Querstange außen, auf der Senkrechten innen neben die vorige Wicklung legen, damit nichts übereinanderläuft.
  4. Würgen. 2–3 Würgeschläge zwischen den Stangen um die Wicklungen legen und kräftig anziehen.
  5. Abschließen. Mit einem Webeleinstek an der Querstange abbinden und das Ende verstauen.

Diagonalbund

Einsatz: Stangen, die sich nicht im rechten Winkel kreuzen oder auseinanderfedern und zusammengezogen werden müssen – Diagonalstreben eines Gestells, das X eines Zweibeins, ein Bettgestell. Der Zimmermannsknoten am Anfang zieht die Stangen zusammen, bevor du wickelst.

Diagonalbund binden

  1. Anfangen. Einen Zimmermannsknoten diagonal um beide Stangen an der Kreuzung binden und die Stangen zusammenziehen.
  2. Erste Diagonale. 3–4 straffe Wicklungen in derselben Diagonale wie der Zimmermannsknoten.
  3. Zweite Diagonale. 3–4 straffe Wicklungen über die andere Diagonale.
  4. Würgen. 2–3 Würgeschläge zwischen den Stangen, um beide Wicklungen festzuziehen.
  5. Abschließen. Mit einem Webeleinstek an einer Stange abbinden.

Dreibeinbund

Einsatz: drei Stangen, oben zu einem stabilen Dreibein verbunden – zum Aufhängen des Topfs über dem Feuer (siehe Kochen am Lagerfeuer), eines Wassersacks oder einer Lampe oder als Gerüst für ein Tipi-Shelter. Tipp: Nicht zu fest binden, sonst lassen sich die Beine nicht spreizen.

Dreibeinbund binden – und den Topf daran aufhängen

  1. Stangen auslegen – Drei Stangen nebeneinanderlegen, die mittlere in Gegenrichtung, damit sich die Beine beim Spreizen sauber kreuzen. Nimm Totholz vom Boden in ähnlicher Stärke.1
    Stangen auslegen

    Drei Stangen nebeneinanderlegen, die mittlere in Gegenrichtung, damit sich die Beine beim Spreizen sauber kreuzen. Nimm Totholz vom Boden in ähnlicher Stärke.

  2. Anfangen und flechten – Einen Webeleinstek an einer äußeren Stange etwa 30 cm unterhalb der Spitzen binden. Die Schnur in Achterform über und unter den Stangen hindurchflechten oder locker um alle drei wickeln – insgesamt 5 bis 8 Windungen.2
    Anfangen und flechten

    Einen Webeleinstek an einer äußeren Stange etwa 30 cm unterhalb der Spitzen binden. Die Schnur in Achterform über und unter den Stangen hindurchflechten oder locker um alle drei wickeln – insgesamt 5 bis 8 Windungen.

  3. Würgen und abschließen – In jede Lücke zwischen den Stangen zwei Würgeschläge legen, dann mit einem Webeleinstek an der anderen äußeren Stange abbinden.3
    Würgen und abschließen

    In jede Lücke zwischen den Stangen zwei Würgeschläge legen, dann mit einem Webeleinstek an der anderen äußeren Stange abbinden.

  4. Aufrichten und spreizen – Dreibein aufrichten und die Beine spreizen, indem du das mittlere Bein überkreuzt. Lassen sie sich nicht spreizen, ist der Bund zu fest – Würgeschläge lockern und neu versuchen.4
    Aufrichten und spreizen

    Dreibein aufrichten und die Beine spreizen, indem du das mittlere Bein überkreuzt. Lassen sie sich nicht spreizen, ist der Bund zu fest – Würgeschläge lockern und neu versuchen.

  5. Testen, dann den Topf hängen – Kräftig von oben drücken und prüfen, dass kein Bein rutscht. Nah an der Flamme hängt der Topf besser an einem Drahthaken oder einer Kette als an Schnur.5
    Testen, dann den Topf hängen

    Kräftig von oben drücken und prüfen, dass kein Bein rutscht. Nah an der Flamme hängt der Topf besser an einem Drahthaken oder einer Kette als an Schnur.

Seil und Schnur fürs Bushcraft: welches Material für welchen Knoten?

Ein Knoten ist nur so gut wie die Schnur, in die er gebunden ist. Die Materialien verhalten sich sehr unterschiedlich: Nylon dehnt sich und saugt Wasser, Polyester bleibt formstabil, Dyneema ist extrem fest, aber glatt, Naturfasern greifen gut, sind aber schwächer und verrotten. Nimm zwei, drei Sorten für verschiedene Aufgaben mit. Wer seine Schnur selbst herstellen will, findet alles in unserer Anleitung Schnur aus Naturfasern – aus Brennnessel, Lindenbast und Weidenrinde.

Schnurarten fürs Bushcraft im Vergleich
SchnurÜbliche StärkeStärkenSchwächenIdeal für
Paracord (Nylon, Kernmantel)Ca. 4 mmVielseitig, Innenseelen zum Nähen und Angeln nutzbar, Knoten halten gutDehnt sich und hängt bei Nässe durch, recht voluminös; billige Kopien schwächer als echtes Typ IIIAllround, Bünde, Abspannleinen
Geteerte Bankline1,5–2 mmGriffig, Knoten halten hervorragend, kompakt, günstigGeringe Festigkeit pro Strang, klebriger TeerBünde, Abspannpunkte, Reparaturen
Geflochtenes Polyester2–5 mmDehnungsarm, UV-beständig, bleibt nass straffSteifer, Knoten lockern sich eherFirstleinen, Abspannleinen
Dyneema / UHMWPE1,5–3 mmExtrem fest und leicht, kaum DehnungGlatt – viele Knoten rutschen; niedriger SchmelzpunktUltraleichte Firstleinen mit extra sicheren Knoten
Naturfaserseil (Sisal, Jute, Hanf)3–8 mmGriffig, biologisch abbaubar, günstigSchwächer, verrottet bei nasser LagerungBünde, Handwerk, Arbeiten am Feuer
Selbstgemachte Naturschnur2–5 mmSelbst hergestellt, abbaubar, echte KernfertigkeitFestigkeit schwankt, zeitaufwendigLeichte Aufgaben – so geht’s

Ein praxistaugliches Set für die erste Tour: 15–20 m Paracord oder geflochtenes Polyester (4 mm) für die Firstleine, 10–15 m Schnur (2–3 mm) für Abspannleinen, vier Prusikschlingen und ein kleiner Strang Bankline für Bünde und Reparaturen. Der Ausrüstungsplaner setzt Schnur automatisch auf deine Packliste, und unser Ratgeber Das richtige Tarp erklärt, auf welche Abspannpunkte du achten solltest.

Knotenfestigkeit und Sicherheit: was Knoten können – und was nicht

Jeder Knoten schwächt ein Seil, weil er die Fasern scharf umlenkt und ungleichmäßig belastet. Als grobe Orientierung verringern Knoten die Seilfestigkeit um etwa 20–50 % – abhängig von Knoten, Material, Sorgfalt beim Binden und Testmethode. Veröffentlichte Werte schwanken stark; nimm einzelne Prozentangaben daher mit Vorsicht. Fürs Bushcraft zählt ohnehin mehr die Sicherheit – ob ein Knoten bei wechselnder Last hält – und ob du ihn hinterher wieder aufbekommst.

Sicherheit und Lösbarkeit – qualitativer Vergleich
KnotenSicherheitLösbar nach LastAchtung
PalstekGut (gleichmäßige Last)Sehr leichtKann sich ohne Last lockern; bei glatter Schnur sichern
AchterschlaufeSehr hochSchwer nach hoher LastZieht sich in dünner Schnur fest
SchmetterlingsknotenSehr hochRecht leichtRichtig binden – mit Skizze üben
Webeleinstek (Mastwurf)MittelSehr leichtRollt bei wechselnder Last – halbe Schläge ergänzen
Rundtörn mit zwei halben SchlägenHochLeichtBeide halben Schläge in dieselbe Richtung
ZimmermannsknotenGut unter ZugSehr leichtFällt ohne Last auseinander
Siberian HitchGutSofort (am Ende ziehen)Mit Knebel extra sichern
Trucker’s HitchHoch, wenn abgebundenLeicht, wenn geslipptReibung an der Schlaufe
SpannleinenknotenGut auf griffiger SchnurLeichtRutscht auf Dyneema
PrusikknotenGut bei deutlichem DurchmesserunterschiedLeichtRutscht, wenn die Schlinge zu dick ist
SchotstekGut (gleichmäßige Last)LeichtBei glatten oder sehr ungleichen Seilen doppelt stecken
Doppelter SpierenstichSehr hochSehr schwerNur für dauerhafte Schlingen
Prusik mit parallelen Windungen als richtig markiert, Prusik mit gekreuzten Windungen als falsch markiert.
Erst ordnen, dann festziehen: Parallele Prusik-Windungen klemmen gleichmäßig (links), gekreuzte klemmen ungleichmäßig und halten schlechter (rechts).

So sieht ein geordneter, gesetzter Knoten aus: Er gleicht der Skizze Strang für Strang, parallele Parts bleiben parallel, es gibt keine losen Schlaufen, und seine kompakte Form ändert sich unter Last nicht. Sieht er anders aus, binde ihn neu – fester ziehen macht aus einem falschen Knoten nur einen festen falschen Knoten.

Knoten schnell lernen – und typische Probleme lösen

Knoten sind Bewegungsgedächtnis: Du lernst sie durch Wiederholen, nicht durch Lesen. Leg dir ein 1,5 m langes Stück Schnur neben das Sofa und knote beim Fernsehen. Dann steigerst du die Schwierigkeit: um ein Stuhlbein, hinter dem Rücken, mit Handschuhen, mit geschlossenen Augen. Ein Knoten, den du nur mit Skizze vor Augen schaffst, lässt dich an einem dunklen, verregneten Abend im Stich.

Vier-Wochen-Übungsplan für Knoten

  • Woche 1: Palstek, Webeleinstek, Rundtörn mit zwei halben Schlägen – je 20-mal am Tag
  • Woche 2: Trucker’s Hitch, Spannleinenknoten, Prusik – damit ein Tarp im Garten aufbauen
  • Woche 3: Zimmermannsknoten, Siberian Hitch, Schotstek, Doppelter Spierenstich – vier Prusikschlingen knoten
  • Woche 4: Kreuzbund, Diagonalbund, Dreibeinbund – ein Topfdreibein und einen kleinen Lagertisch bauen
  • Danach: Achterschlaufe, Schmetterlingsknoten, Marlspiekerschlag – jeden mit geschlossenen Augen binden
  • Test: Im Knoten-Finder zu jeder Aufgabe erst selbst den Knoten nennen, dann nachsehen

Ordnen, setzen, prüfen: die Routine für jeden Knoten

Jeder Knoten endet gleich: ordnen, festziehen, Ende prüfen, belasten. Hier am Rundtörn mit zwei halben Schlägen, der einen Beutel hält.

Einen Knoten ordnen, setzen und prüfen

  1. Der Rundtörn nimmt die Last – Das lose Ende zweimal um die Stange legen. Die Reibung des Rundtörns hält den Großteil des Zugs, eine Hand ist frei zum Binden.1
    Der Rundtörn nimmt die Last

    Das lose Ende zweimal um die Stange legen. Die Reibung des Rundtörns hält den Großteil des Zugs, eine Hand ist frei zum Binden.

  2. Zwei halbe Schläge, gleiche Richtung – Den ersten halben Schlag um den stehenden Part legen, den zweiten darunter in dieselbe Richtung. Spiegelverkehrte Schläge können rutschen.2
    Zwei halbe Schläge, gleiche Richtung

    Den ersten halben Schlag um den stehenden Part legen, den zweiten darunter in dieselbe Richtung. Spiegelverkehrte Schläge können rutschen.

  3. Heranschieben und festziehen – Beide Schläge an den Rundtörn schieben, dann Ende und stehenden Part kräftig anziehen. Jede Windung liegt flach, ohne lose Schlaufen.3
    Heranschieben und festziehen

    Beide Schläge an den Rundtörn schieben, dann Ende und stehenden Part kräftig anziehen. Jede Windung liegt flach, ohne lose Schlaufen.

  4. Ende prüfen, dann belasten – Das Ende muss mindestens 10× so lang sein wie der Seildurchmesser – 4 cm bei 4-mm-Schnur. Kräftig belasten; bewegt sich etwas, neu binden.4
    Ende prüfen, dann belasten

    Das Ende muss mindestens 10× so lang sein wie der Seildurchmesser – 4 cm bei 4-mm-Schnur. Kräftig belasten; bewegt sich etwas, neu binden.

Fehlersuche nach Symptom
SymptomWahrscheinliche UrsacheAbhilfe
Rutscht oder kriechtGlatte oder steife Schnur, zu wenige Windungen, Prusikschlinge zu dickEine Windung mehr; dünnere Schlinge; auf Dyneema Trucker’s Hitch oder Leinenspanner
Zieht sich fest, geht nicht mehr aufAchterschlaufe oder Doppelter Spierenstich nach hoher LastWo du lösen musst, Palstek oder geslippten Abschluss nehmen; Knoten hin und her walken
Kippt (verändert seine Form)Falsch gebunden, falsch belastet, Webeleinstek auf drehender StangeMit der Skizze vergleichen und neu binden; halbe Schläge oder Stopper ergänzen
Fällt ohne Last auseinanderPalstek, Schotstek oder Zimmermannsknoten flattern ohne Last; Ende zu kurzLängeres Ende, Stopperknoten, doppelter Schotstek
Bund wackeltWicklungen laufen übereinander, schwache WürgeschlägeWicklungen nebeneinanderlegen, 2–3 Würgeschläge kräftig anziehen

Weitere typische Probleme

  • Die Firstleine hängt über Nacht durch. Nylon dehnt sich bei Nässe und Kälte. Nimm Polyester für die Firstleine, spanne vor dem Schlafengehen mit dem Trucker’s Hitch nach und bau das Tarp etwas tiefer auf als gedacht.
  • Der Prusik rutscht unter Last. Die Schlinge ist im Verhältnis zur Firstleine zu dick oder zu glatt. Eine vierte Windung ergänzen oder dünnere, weichere Schnur nehmen.
  • Der Spannleinenknoten kriecht. Die Schnur ist zu glatt oder zu steif. Eine zusätzliche innere Windung legen oder auf Trucker’s Hitch bzw. Leinenspanner umsteigen.
  • Der Palstek hat sich gelockert. Er wurde mit kurzem Ende immer wieder be- und entlastet. Längeres Ende lassen und einen Stopperknoten ergänzen.

Vier kurze Übungen

  • Teile benennen: an jedem Knoten auf stehenden Part, loses Ende, Bucht und Törns zeigen
  • Augen zu: jeden Grundknoten blind binden, dann mit der Skizze vergleichen
  • Mit Handschuhen: Siberian Hitch, Trucker’s Hitch und Spannleinenknoten in Winterhandschuhen
  • Tarp im Garten: die ganze Firstleine aufbauen und nur über die geslippten Enden wieder abbauen

Knoten hängen mit fast jeder anderen Fertigkeit zusammen. Sie halten deine Hängematte und dein Tarp, sichern das Gerüst einer Laubhütte, bringen den Topf auf die richtige Höhe, halten Essen außer Reichweite von Tieren und ordnen deinen Lageraufbau. Selbst das Reibungsfeuer braucht Schnur: Die Sehne beim Feuerbohren mit dem Bogen muss straff genug gespannt sein, um die Spindel zu greifen. Bleib dran – und entdecke den Rest der Fertigkeiten, sobald die Knoten automatisch sitzen.

Die fünf Grundknoten fürs Bushcraft
Die fünf Grundknoten fürs Bushcraft
KnotenAufgabeLeicht lösbarTipp
PalstekFeste SchlaufeJaBei glatter Schnur sichern
Webeleinstek (Mastwurf)An Stange binden, Bünde beginnenJaHalben Schlag ergänzen
Trucker’s HitchFirstleine spannenJa, wenn geslipptMit zwei halben Schlägen abbinden
SpannleinenknotenVerstellbare AbspannleineJaNicht auf Dyneema
PrusikknotenKlemmen an einer LeineJaSchlinge dünner als Leine

Häufige Fehler

  • Zu kurze Enden – mindestens 10× Seildurchmesser, bei glatter Schnur mehr.
  • Knoten nicht ordnen: Gekreuzte Stränge können die Sicherheit halbieren.
  • Einen Webeleinstek allein verwenden, wo die Last die Richtung wechselt – er rollt ab.
  • Einen Prusik aus genauso dicker Schnur wie die Firstleine binden – er rutscht.
  • Nylon-Paracord als Firstleine nehmen und sich wundern, warum das Tarp im Regen durchhängt.
  • Bushcraft-Knoten und Schnur zum Klettern, Baumklettern oder Heben von Menschen verwenden.
  • Knoten nur von Bildern lernen und nie mit kalten Händen oder im Dunkeln üben.

Das brauchst du

  • 15–20 m Paracord oder geflochtenes Polyester, 4 mm (Firstleine)
  • 10–15 m Schnur, 2–3 mm, für Abspannleinen
  • Vier Prusikschlingen aus 2–3-mm-Reepschnur
  • Ein Strang geteerte Bankline für Bünde und Reparaturen
  • Kleines Messer oder Schnurschneider
  • Feuerzeug zum Verschmelzen von Kunstfaserenden

Rechner zu diesem Thema

Häufige Fragen

Welche Knoten sind fürs Outdoor am wichtigsten?
Fünf Knoten decken die meisten Aufgaben im Lager ab: der Palstek für feste Schlaufen, der Webeleinstek (Mastwurf) für Stangen und Bünde, der Trucker’s Hitch für eine straffe Firstleine, der Spannleinenknoten für verstellbare Abspannleinen und der Prusik zum Verschieben des Tarps. Mit Rundtörn, Zimmermannsknoten, Schotstek und den drei Grundbünden kannst du fast alles im Lager bauen.
Wie bindet man einen Palstek am einfachsten?
Mit der Merkhilfe von der Schlange: Leg ein kleines Auge in den stehenden Part (der Teich), führ das lose Ende von unten hindurch (die Schlange kommt heraus), hinter dem stehenden Part herum (um den Baum) und wieder zurück ins Auge. Schlaufe und Ende zusammen halten und am stehenden Part festziehen. Lass ein Ende von mindestens 10× Seildurchmesser und übe, bis es mit geschlossenen Augen klappt.
Welcher Knoten eignet sich für die Tarp-Firstleine?
Bewährt hat sich: Siberian Hitch oder Rundtörn mit zwei halben Schlägen am ersten Baum, Prusikschlingen fürs Tarp und ein Trucker’s Hitch am zweiten Baum, abgebunden mit geslippten halben Schlägen. So wird die Leine straff und ist in Sekunden gelöst. Unsere Tarp-Aufbauten und der Tarp-Planer zeigen den kompletten Aufbau.
Was ist der Unterschied zwischen Mastwurf und Webeleinstek?
Es ist derselbe Knoten. „Webeleinstek“ ist der seemännische Name, „Mastwurf“ der im Klettersport übliche. Er wird schnell um eine Stange oder einen Ast gelegt, lässt sich gut verstellen und beginnt und beendet Kreuz- und Dreibeinbund. Bei wechselnder Last kann er rollen, deshalb sicherst du ihn für längere Zeit mit ein bis zwei halben Schlägen.
Welcher Knoten ist am stärksten?
Den einen stärksten Knoten für alle Seile und Tests gibt es nicht. Unter den gängigen Schlaufen behält die Achterschlaufe meist etwas mehr Seilfestigkeit als der Palstek, und der Doppelte Spierenstich zählt zu den sichersten Stichen. Grob gilt: Jeder Knoten mindert die Festigkeit um etwa 20–50 %. Fürs Bushcraft sind Sicherheit und leichtes Lösen wichtiger als die letzten Prozent.
Ist Paracord gut für Bushcraft-Knoten?
Ja, Paracord ist vielseitig, hält Knoten gut, und die Innenseelen lassen sich zum Nähen oder Angeln nutzen, wo das erlaubt ist. Nachteile sind die Dehnung – Nylon hängt bei Nässe durch – und das Volumen. Viele nehmen geflochtenes Polyester für die Firstleine, dünne Schnur für Abspannleinen und Bankline für Bünde. Echtes Typ-III-Paracord ist fester als viele billige Kopien.
Darf ich Bushcraft-Knoten zum Klettern verwenden?
Nein. Bushcraft-Knoten und -Schnüre sind für Aufgaben im Lager gedacht, etwa Tarp, Aufhängen und Bünde. Klettern, Abseilen und Rettung erfordern zertifizierte Seile und Ausrüstung, spezielle Knoten, Redundanz und eine Ausbildung, zum Beispiel beim DAV. Trage nie das Gewicht eines Menschen mit Paracord oder Lagerknoten und klettere nie mit improvisierten Seilsystemen auf Bäume.