Ausrüstung

Trekkingstöcke richtig nutzen: Länge, Schlaufen, Technik und Tarp-Aufbau

20 Min. Lesezeit 6 Schritte Aktualisiert

Trekkingstöcke richtig nutzen heißt vor allem vier Dinge: die Länge so einstellen, dass der Ellbogen in der Ebene etwa im rechten Winkel steht, die Hand von unten durch die Schlaufe führen, die Spitzen im Gehrhythmus neben den Füßen aufsetzen und die Stöcke bergauf kürzer, bergab länger stellen. So entlasten Wanderstöcke beim Abstieg die Knie, geben dir auf rauem Gelände und im Bach zwei zusätzliche Stützpunkte – und werden im Lager zu Zelt- oder Tarpstangen.

Dieser Ratgeber erklärt Stocktypen und ihre Vor- und Nachteile, die richtige Länge, die Schlaufen, die Technik für jedes Gelände, Spitzen und Teller, den Aufbau eines Tarps mit Trekkingstöcken, Notfall-Einsätze, Pflege und Reparatur – und wann die Stöcke besser an den Rucksack gehören. Er gehört zu unseren Ratgebern zur Bushcraft-Ausrüstung und passt zu Wanderschuhen und Fußpflege und einem gut eingestellten Rucksack.

Schritt für Schritt

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  1. Länge einstellen: Ellbogen 90° – Aufrecht auf ebenem Boden stehen, Spitze neben dem Fuß, und so einstellen, dass der Unterarm etwa waagerecht ist und der Ellbogen im rechten Winkel steht.
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    Länge einstellen: Ellbogen 90°

    Aufrecht auf ebenem Boden stehen, Spitze neben dem Fuß, und so einstellen, dass der Unterarm etwa waagerecht ist und der Ellbogen im rechten Winkel steht.

  2. Hand von unten in die Schlaufe – Die Hand von unten durch die Schlaufe schieben und dann den Griff umfassen – die Schlaufe liegt unter der Handfläche und nimmt Druck auf.
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    Hand von unten in die Schlaufe

    Die Hand von unten durch die Schlaufe schieben und dann den Griff umfassen – die Schlaufe liegt unter der Handfläche und nimmt Druck auf.

  3. Gehen: Arm und Bein gegengleich – Links den Stock setzen, wenn der rechte Fuß nach vorn geht, und umgekehrt. Die Spitze landet etwa auf Höhe der Füße, leicht nach hinten geneigt.
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    Gehen: Arm und Bein gegengleich

    Links den Stock setzen, wenn der rechte Fuß nach vorn geht, und umgekehrt. Die Spitze landet etwa auf Höhe der Füße, leicht nach hinten geneigt.

  4. Bergauf kürzer, bergab länger – Für lange Anstiege beide Stöcke etwa 5–10 cm kürzen, für lange Abstiege etwa 5–10 cm verlängern.
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    Bergauf kürzer, bergab länger

    Für lange Anstiege beide Stöcke etwa 5–10 cm kürzen, für lange Abstiege etwa 5–10 cm verlängern.

  5. Bäche auf drei oder vier Beinen – Hüftgurt öffnen, gegen die Strömung schauen, Stöcke weit setzen und immer nur einen Stock oder einen Fuß bewegen.
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    Bäche auf drei oder vier Beinen

    Hüftgurt öffnen, gegen die Strömung schauen, Stöcke weit setzen und immer nur einen Stock oder einen Fuß bewegen.

  6. Im Lager das Tarp daran aufbauen – Beide Stöcke auf gleiche Länge stellen, an den Enden des Firsts aufstellen und jeden in Firstrichtung abspannen.
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    Im Lager das Tarp daran aufbauen

    Beide Stöcke auf gleiche Länge stellen, an den Enden des Firsts aufstellen und jeden in Firstrichtung abspannen.

Wozu Trekkingstöcke? Was sie können – und was nicht

Wanderstöcke sind längst nicht nur etwas für Alpinisten. Auf einer Bushcraft-Tour mit schwerem Rucksack, matschigen Rückewegen, steilen Bachufern im Mittelgebirge und der einen oder anderen Furt erledigen sie gleich mehrere Aufgaben.

  • Weniger Last auf den Knien beim Abstieg. Setzt du die Stöcke bergab vor dir auf, tragen Arme und Schultern einen Teil jedes Schritts mit. Wer empfindliche Knie hat, merkt das vor allem auf langen Abstiegen mit vollem Rucksack. Wie viel die Stöcke abnehmen, hängt von Technik, Gefälle und Gepäck ab – eine verlässliche Zahl dafür gibt es nicht, also Vorsicht bei pauschalen Prozentangaben.
  • Gleichgewicht. Zwei zusätzliche Stützpunkte helfen auf nassen Wurzeln, Geröll, Eis, Schnee und schmalen Pfaden – und am Ende eines langen Tages, wenn die Beine müde sind.
  • Rhythmus und Schub bergauf. Die Arme schieben mit und helfen, ein gleichmäßiges Tempo zu halten.
  • Bachquerungen. Mit zwei Stöcken stehen immer zwei oder drei Punkte sicher auf dem Grund, während du den nächsten bewegst.
  • Im Lager. Sie ersetzen die Stangen eines Trekkingstock-Zelts oder zwei Bäume unter dem Tarp, prüfen Schnee- und Wassertiefe, halten Brombeerranken weg und helfen beim Aufstehen vom niedrigen Sitzplatz.

Es gibt auch Nachteile: Die Hände sind nicht frei für Karte, Kamera oder das Schnitzmesser, die Stöcke verhaken sich im dichten Unterholz, klackern auf Fels, und die Hartmetallspitzen zerkratzen Steine und tragen Wege ab. Wer jeden Schritt mit Stöcken geht, trainiert sein Gleichgewicht weniger – auf einfachen Abschnitten lohnt es sich, ohne Stöcke zu gehen.

Trekkingstöcke beim Bushcraft: Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Entlasten Knie und Beine beim Abstieg
  • Mehr Halt auf nassem, losem oder vereistem Boden
  • Sicherere Bachquerungen
  • Ersetzen Tarp- und Zeltstangen
  • Helfen beim gleichmäßigen Rhythmus mit schwerem Gepäck

Nachteile

  • Hände sind nicht frei
  • Verhaken sich in Dickicht und Unterholz
  • Zusätzliches Gewicht, ein Teil mehr
  • Stören beim Kraxeln
  • Spitzen zerkratzen Fels und schädigen weiche Wege

Für viele Bushcrafter lautet die Antwort deshalb: Es kommt auf die Tour an. Für den kurzen Weg ins Basislager im flachen Kiefernwald reicht oft ein einzelner Stock oder ein Wanderstab, den du dir vor Ort suchst (siehe unten). Auf einer mehrtägigen Tour mit steilen Abstiegen, etwa im Harz oder in der Sächsischen Schweiz, lohnen sich zwei verstellbare Stöcke. Der Rucksackgewicht-Rechner zeigt dir, wie schwer dein Gepäck wirklich ist – je schwerer, desto mehr bringen Stöcke.

Welche Trekkingstöcke? Teleskop oder Faltstock, Alu oder Carbon

Alle Trekkingstöcke bestehen aus denselben Teilen: Griff, Handschlaufe, ein Schaft aus zwei oder drei Segmenten, eine oder zwei Klemmen, ein Teller und eine Spitze. Unterschiede gibt es beim Zusammenlegen, beim Verschluss und beim Material.

Waagerecht liegender Trekkingstock mit beschriftetem Griff, Schlaufe, zwei Klemmen, Teller und Spitze
Aufbau eines Trekkingstocks: Griff mit Handschlaufe, Schaftsegmente mit Klemmen, Teller und Hartmetallspitze.

Teleskopstock oder Faltstock?

Teleskopstöcke haben zwei oder drei Segmente, die ineinandergeschoben werden. Ihr großer Vorteil ist der weite Verstellbereich: Du passt die Länge an jeden Anstieg und Abstieg an und kannst sie genau auf die Höhe einstellen, die dein Tarp braucht. Faltstöcke (Z-Stöcke) funktionieren wie Zeltstangen: Die Segmente hängen an einer innen liegenden Schnur und klappen zu einem kurzen Bündel zusammen. Sie sind kleiner im Packmaß und oft leichter, lassen sich aber meist nur oben wenig oder gar nicht verstellen. Für Bushcraft, wo die Stöcke oft als Tarpstangen dienen, ist ein verstellbares Modell vielseitiger.

Links zwei Teleskopstöcke, einer mit Klemmverschluss, einer mit Drehverschluss; rechts ein ausgeklappter Faltstock und ein zusammengelegtes Bündel
Teleskopstöcke mit Klemm- oder Drehverschluss lassen sich weit verstellen; Faltstöcke (Z) passen als kurzes Bündel in jeden Rucksack.

Klemmverschluss oder Drehverschluss?

Klemmverschlüsse (Hebel- oder Schnellverschlüsse) schließen mit einem Hebel um den Schaft. Du siehst auf einen Blick, ob sie zu sind, sie lassen sich mit Handschuhen bedienen, und die Klemmkraft ist meist mit einer kleinen Schraube nachstellbar. Drehverschlüsse arbeiten mit einem Spreizdübel im Schaft: Du drehst die Segmente gegeneinander fest. Sie sind schlank, können aber bei Schmutz und Nässe rutschen und sind mit kalten Fingern schwer zu öffnen. Viele finden Klemmverschlüsse draußen praktischer.

Aluminium oder Carbon?

Aluminium ist etwas schwerer, verbiegt sich aber meist, bevor es bricht – einen verbogenen Stock kannst du oft so weit zurückbiegen, dass er bis nach Hause hält. Carbon ist leichter und dämpft Schläge, kann aber bei seitlicher Belastung plötzlich brechen, etwa wenn der Stock zwischen Steinen eingeklemmt ist; Kratzer und Kerben schwächen ihn. Für raue Bushcraft-Touren, Bachquerungen und Tarps im Wind greifen viele zu Aluminium, für lange, schnelle Touren auf guten Wegen spart Carbon Gewicht.

Stocktypen und Materialien im Vergleich
TypVerstellbereichPackmaßBelastbarkeitIdeal für
Teleskop, AluminiumGroßMittelVerbiegt sich eher, als zu brechenBushcraft-Allrounder, Tarpstangen, schweres Gepäck
Teleskop, CarbonGroßMittelLeicht, kann bei Seitenlast brechenLange Touren auf guten Wegen
Faltstock (Z), Alu oder CarbonKlein oder keinerKleinGut in LängsrichtungSchnelles Gehen, Reisen, Packen in die Tasche
HolzstabKeinerLangJe nach HolzKurze Wege rund ums Basislager

Gewichte und Preise unterscheiden sich stark zwischen Modellen – vergleiche die Angaben der Stöcke, die du in Betracht ziehst, statt dich auf Pauschalaussagen zu verlassen.

Griffe und Details

Griffe gibt es aus Schaumstoff, Kork oder Gummi. Schaum und Kork bleiben an warmen Tagen angenehm und nehmen Schweiß auf, Gummi ist robust und bei Kälte und Nässe im Vorteil. Eine verlängerte Schaumzone unter dem Griff erlaubt dir, den Stock bei kurzen Anstiegen und Querungen tiefer zu fassen, ohne die Länge zu ändern. Achte außerdem darauf, dass sich die Stöcke nicht nur auf deine Gehlänge, sondern auch auf die Höhe für dein Tarp-System einstellen lassen.

Länge der Wanderstöcke: Wanderstöcke richtig einstellen

Die klassische Faustregel für die Länge der Wanderstöcke: In der Ebene, mit der Spitze neben dem Fuß, steht der Ellbogen etwa im rechten Winkel und der Unterarm ungefähr waagerecht. Häufig liest du auch: etwa zwei Drittel der Körpergröße. Beides sind Ausgangswerte, keine exakten Formeln – Armlänge, Schuhsohle und persönliche Vorlieben spielen mit. Korrigiere die Länge anschließend nach Gefühl.

Teleskopstöcke richtig einstellen

  1. Klemme öffnen – Den Hebel aufklappen (oder einen Drehverschluss gegen den Uhrzeigersinn lösen). Bei dreiteiligen Stöcken mit dem unteren Segment beginnen.1
    Klemme öffnen

    Den Hebel aufklappen (oder einen Drehverschluss gegen den Uhrzeigersinn lösen). Bei dreiteiligen Stöcken mit dem unteren Segment beginnen.

  2. STOP-Marke beachten – Das untere Segment bis kurz vor die STOP-Marke herausziehen, nie darüber hinaus. Sonst ist die Überlappung im Schaft zu kurz, und der Stock kann sich verbiegen oder rutschen.2
    STOP-Marke beachten

    Das untere Segment bis kurz vor die STOP-Marke herausziehen, nie darüber hinaus. Sonst ist die Überlappung im Schaft zu kurz, und der Stock kann sich verbiegen oder rutschen.

  3. Länge an der Skala einstellen – Mit dem oberen Segment an der aufgedruckten Skala fein einstellen. Merk dir deinen Wert für die Ebene – dann stellst du beide Stöcke in Sekunden gleich ein.3
    Länge an der Skala einstellen

    Mit dem oberen Segment an der aufgedruckten Skala fein einstellen. Merk dir deinen Wert für die Ebene – dann stellst du beide Stöcke in Sekunden gleich ein.

  4. Schließen und testen – Klemme schließen und dich mit dem Körpergewicht auf den Stock stützen. Rutscht er, Hebel öffnen und die Stellschraube etwas nachziehen oder den Drehverschluss fester drehen.4
    Schließen und testen

    Klemme schließen und dich mit dem Körpergewicht auf den Stock stützen. Rutscht er, Hebel öffnen und die Stellschraube etwas nachziehen oder den Drehverschluss fester drehen.

Länge am Hang anpassen

Bei langen Anstiegen beide Stöcke um etwa 5–10 cm kürzen, damit du schieben kannst, ohne die Schultern hochzuziehen. Bei langen Abstiegen um etwa 5–10 cm verlängern, damit du sie vor dir aufsetzen kannst, ohne dich nach vorn zu beugen.

Länge der Wanderstöcke auf einen Blick (Faustregeln)

Ebene
Ellbogen etwa 90°, Unterarm ungefähr waagerecht
Langer Anstieg
Etwa 5–10 cm kürzer als in der Ebene
Langer Abstieg
Etwa 5–10 cm länger als in der Ebene
Querung
Bergseitiger Stock kürzer, talseitiger länger – oder bergseitig tiefer greifen
Tarpstange
Nach Aufbauhöhe – oft etwa 1,2–1,4 m

Schlaufen an Wanderstöcken richtig nutzen

Die Handschlaufe ist nicht nur dazu da, dass dir der Stock nicht herunterfällt. Richtig benutzt, überträgt sie einen Teil des Drucks, sodass du den Griff nicht den ganzen Tag fest umklammern musst. Der Trick: die Hand von unten durch die Schlaufe führen und dann Griff und Schlaufe zusammen umfassen. Die Schlaufe liegt dann zwischen Handfläche und Griff, und du stützt dich mit lockerer Hand darauf ab.

Hand richtig in die Schlaufe

  1. Schlaufe hängen lassen – Den Stock vor dich halten und die Schlaufe offen hängen lassen. Die Weite so einstellen, dass die Hand gerade hindurchpasst – im Winter mit Handschuhen.1
    Schlaufe hängen lassen

    Den Stock vor dich halten und die Schlaufe offen hängen lassen. Die Weite so einstellen, dass die Hand gerade hindurchpasst – im Winter mit Handschuhen.

  2. Hand von unten durch – Die Hand von unten durch die Schlaufe nach oben schieben, sodass das Band über dem Handrücken am Gelenk liegt.2
    Hand von unten durch

    Die Hand von unten durch die Schlaufe nach oben schieben, sodass das Band über dem Handrücken am Gelenk liegt.

  3. Griff über der Schlaufe fassen – Den Griff umfassen, beide Bandenden liegen zwischen Handfläche und Griff. Jetzt stützt du dich auf die Schlaufe und hältst den Griff locker.3
    Griff über der Schlaufe fassen

    Den Griff umfassen, beide Bandenden liegen zwischen Handfläche und Griff. Jetzt stützt du dich auf die Schlaufe und hältst den Griff locker.

Stell die Schlaufe so ein, dass die Hand auf dem Griff liegt, ohne dass das Handgelenk gezogen wird. Ist sie zu lang, musst du zudrücken; ist sie zu kurz, schnürt sie ein. Eine lockere Hand ist wichtig – wer den ganzen Tag fest zugreift, bekommt müde Unterarme und oft taube Finger.

Wann die Hände aus den Schlaufen müssen

Die Schlaufe verbindet den Stock mit deinem Handgelenk. Auf normalen Wegen ist das praktisch, überall dort aber ein Risiko, wo sich der Stock verkeilen kann: zwischen Felsen, Wurzeln oder im Bachbett. Stürzt du mit der Hand in der Schlaufe, kann der Stock Handgelenk oder Schulter verdrehen. Nimm die Hände deshalb beim Kraxeln, auf Blockfeldern, in steilen Wurzelpassagen, bei Bachquerungen und im Tiefschnee aus den Schlaufen und halte die Stöcke nur am Griff. Auch im dichten Jungwuchs, wo die Stöcke an Ästen hängen bleiben, lassen viele die Schlaufen weg.

Gehtechnik mit Stöcken: Ebene, bergauf, bergab und Querung

In der Ebene

Nutze den natürlichen Gehrhythmus: Arm und Bein gegengleich, so wie du die Arme auch ohne Stöcke schwingst. Geht der rechte Fuß nach vorn, setzt du den linken Stock, und umgekehrt. Die Spitze landet etwa auf Höhe der Füße, leicht nach hinten geneigt, sodass du dich abdrücken kannst. Greif in der Ebene nicht weit nach vorn – das bremst nur und belastet die Handgelenke. Auf einfachen Wegen setzen manche beide Stöcke gleichzeitig (Doppelstockschub), um den Rücken zu strecken oder eine kurze Stufe hochzuschieben.

Bergauf

Stöcke etwas kürzen, leicht nach vorn lehnen und die Spitzen nah an den Füßen oder knapp dahinter aufsetzen. Beim Hochsteigen über die Schlaufen nach unten und hinten drücken – die Arme helfen den Beinen. Bei hohen Stufen beide Stöcke gemeinsam auf die Stufe darüber setzen und dich hochschieben. Kurze Schritte, gleichmäßiges Tempo: Der Gehzeit-Rechner zeigt, warum Anstiege länger dauern, als man denkt.

Bergab

Hier helfen Stöcke am meisten. Verlängere sie, halte die Knie leicht gebeugt und das Gewicht über den Füßen, und setze die Stöcke vor dir auf, bevor du hinuntersteigst. In steilen Passagen beide Stöcke gemeinsam setzen und dann zwischen oder neben sie treten. Lehn dich nicht nach hinten auf die Stöcke – dann rutschen dir die Füße weg. Kurze Schritte und eine Fersenschnürung im Schuh (siehe Wanderschuhe richtig schnüren) schonen die Zehen.

Querungen und Hangwege

Führt der Pfad quer durch den Hang, sollte der bergseitige Stock kürzer sein als der talseitige. Stell die Stöcke für eine lange Querung unterschiedlich ein oder fass den bergseitigen Stock einfach weiter unten. Den talseitigen Stock etwas weiter außen aufsetzen und das Gewicht über den Füßen halten, statt dich in den Hang zu lehnen.

Schnee, Eis und Matsch

Im Schnee Schneeteller aufschrauben, damit die Stöcke nicht einsinken, und sie etwas länger stellen. Auf vereisten Forstwegen greifen die Hartmetallspitzen gut, ersetzen aber keine Grödel an den Schuhen. Im tiefen Matsch die Stöcke auf festeren Boden am Wegrand setzen und erst belasten, wenn sie halten – ein plötzlich einsinkender Stock bringt dich aus dem Gleichgewicht. Für Touren im Frost helfen die Ratgeber Unterwegs im Schnee und Wintercamping.

Stocktechnik nach Gelände
GeländeStocklängeWohin die SpitzenWorauf achten
Ebener WegEllbogen etwa 90°Neben die Füße, leicht nach hintenNicht weit nach vorn greifen
BergaufEtwa 5–10 cm kürzerNah an oder hinter die FüßeÜber die Schlaufen drücken, kurze Schritte
BergabEtwa 5–10 cm längerVor dich, auf festen GrundNicht nach hinten auf die Stöcke lehnen
QuerungBergseitig kürzerTalseitigen Stock weiter außenGewicht über den Füßen
SchneeEtwas längerBreit, mit SchneetellernIm Tiefschnee Hände aus den Schlaufen
Wurzeln und BlöckeWie am HangIn Lücken setzen, dann testenHände aus den Schlaufen

Bäche sicher queren mit Trekkingstöcken

Bei einem kleinen Bach machen dich Stöcke vom Zweibeiner zu einem stabilen Drei- oder Vierbeiner. Die Grundregeln jeder Querung gelten trotzdem: Kein Wasser queren, das schnell fließt, trüb ist, über das Knie reicht oder nach Regen steigt. Geh stattdessen bachauf- oder bachabwärts zu einer breiteren, ruhigeren Stelle oder kehr um. Im Zweifel: nicht queren.

Sicher durch den Bach mit zwei Stöcken

  1. Am Ufer vorbereiten – Hüftgurt und Brustgurt öffnen, damit du bei einem Sturz aus dem Rucksack kommst. Hände aus den Stockschlaufen. Schuhe oder geschlossene Lagerschuhe anbehalten – nie barfuß queren.1
    Am Ufer vorbereiten

    Hüftgurt und Brustgurt öffnen, damit du bei einem Sturz aus dem Rucksack kommst. Hände aus den Stockschlaufen. Schuhe oder geschlossene Lagerschuhe anbehalten – nie barfuß queren.

  2. Gegen die Strömung, Stöcke weit – Mit dem Gesicht leicht schräg gegen die Strömung stellen, die Stöcke weit auseinander stromaufwärts setzen. So lehnst du dich auf einer breiten Basis ins Wasser.2
    Gegen die Strömung, Stöcke weit

    Mit dem Gesicht leicht schräg gegen die Strömung stellen, die Stöcke weit auseinander stromaufwärts setzen. So lehnst du dich auf einer breiten Basis ins Wasser.

  3. Immer nur einen Punkt bewegen – Nur einen Stock oder einen Fuß zugleich bewegen, sodass immer zwei oder drei Punkte am Grund bleiben. In kleinen Schritten seitwärts gehen und jeden Tritt prüfen, bevor du ihn belastest.3
    Immer nur einen Punkt bewegen

    Nur einen Stock oder einen Fuß zugleich bewegen, sodass immer zwei oder drei Punkte am Grund bleiben. In kleinen Schritten seitwärts gehen und jeden Tritt prüfen, bevor du ihn belastest.

  4. Raus, schließen, trocknen – Am anderen Ufer den Gurt wieder schließen und beim nächsten Halt trockene Socken anziehen. Kaltes Wasser kühlt Füße und Beine schnell aus – in Bewegung bleiben.4
    Raus, schließen, trocknen

    Am anderen Ufer den Gurt wieder schließen und beim nächsten Halt trockene Socken anziehen. Kaltes Wasser kühlt Füße und Beine schnell aus – in Bewegung bleiben.

Mit einem Stock tastest du Tiefe und Grund vor dir ab. Verschwindet er viel tiefer als gedacht oder drückt ihn die Strömung kräftig zur Seite, ist das dein Signal zum Umkehren.

Spitzen und Teller: Hartmetall, Gummipuffer, Trekking- und Schneeteller

Die meisten Stöcke haben eine Hartmetallspitze (Widia), die auf Fels, Eis und hartem Boden greift. Auf Asphalt, in Ortschaften und auf harten Schotterwegen dämpft ein Gummipuffer das Klackern, schont die Spitze und hält auf glatten Flächen besser. Gummipuffer schützen außerdem den Tarpstoff, wenn du den Stock mit der Spitze nach oben als Tarpstange nutzt, und vermeiden Kratzer auf viel begangenen Felswegen.

Vier Stockspitzen nebeneinander: blanke Hartmetallspitze, Gummipuffer, kleiner Teller und großer Schneeteller
Von links: Hartmetallspitze für Fels und Eis, Gummipuffer für harte Wege, kleiner Trekkingteller für weichen Boden, großer Schneeteller für Schnee.
Welche Spitze, welcher Teller für welchen Untergrund?
Spitze oder TellerEinsatzHinweis
HartmetallspitzeFels, Eis, harte Waldwege, WurzelnNutzt sich ab; bei vielen Stöcken austauschbar
GummipufferAsphalt, Schotter, Ortschaften, Tarp-AufbauAuf Eis und nassem Fels abnehmen – rutscht
Kleiner TrekkingtellerMatsch, weicher Waldboden, zwischen SteinenVerhindert Einsinken und Verkeilen
SchneetellerSchneeGroßer Durchmesser, der Stock sinkt kaum ein

Teller werden über der Spitze aufgeschraubt oder aufgeklickt. Pack Ersatzteile ins Reparaturset – ein verlorener Teller im Schnee macht den Stock fast nutzlos. Auf Fels und Eis die Gummipuffer abnehmen: Auf nassem Stein rutschen sie.

Tarp mit Trekkingstöcken aufbauen: A-Frame ohne Bäume

Einer der besten Gründe für Trekkingstöcke beim Bushcraft: Sie ersetzen Bäume. Auf freier Fläche, in der Heide, oberhalb der Baumgrenze oder wenn die Bäume falsch stehen, tragen zwei Stöcke den First eines Tarps – der klassische A-Frame. Stell beide Stöcke auf gleiche Länge, je nach Tarp und Aufbau oft etwa 1,2–1,4 m, und spann jeden in Firstrichtung ab. Die Spannung von Abspannleinen und Tarp hält die Stöcke aufrecht.

Tarp-A-Frame an zwei Trekkingstöcken

  1. Beide Stöcke gleich lang – Etwa 1,2–1,4 m sind für einen A-Frame typisch – niedriger bei Wind und Regen, höher für mehr Kopffreiheit. Viele stellen den Stock auf den Griff und stecken die Spitze mit Gummipuffer in die Firstschlaufe des Tarps.1
    Beide Stöcke gleich lang

    Etwa 1,2–1,4 m sind für einen A-Frame typisch – niedriger bei Wind und Regen, höher für mehr Kopffreiheit. Viele stellen den Stock auf den Griff und stecken die Spitze mit Gummipuffer in die Firstschlaufe des Tarps.

  2. Jeden Stock in Firstrichtung abspannen – Von jeder Stockspitze eine Abspannleine in Firstrichtung nach außen zu einem Hering in etwa 45° führen. Bei Wind eine zweite Leine im V dazunehmen.2
    Jeden Stock in Firstrichtung abspannen

    Von jeder Stockspitze eine Abspannleine in Firstrichtung nach außen zu einem Hering in etwa 45° führen. Bei Wind eine zweite Leine im V dazunehmen.

  3. Ränder abspannen – Ecken und die Mitte jeder Seite festlegen. Gegenüberliegende Ecken abwechselnd spannen, damit das Tarp mittig über den Stöcken bleibt.3
    Ränder abspannen

    Ecken und die Mitte jeder Seite festlegen. Gegenüberliegende Ecken abwechselnd spannen, damit das Tarp mittig über den Stöcken bleibt.

  4. Kontrolle: senkrecht und straff – Beide Stöcke stehen senkrecht, der First ist gerade und straff. Kippt ein Stock, korrigiere seine Abspannleine – nicht die Tarpränder.4
    Kontrolle: senkrecht und straff

    Beide Stöcke stehen senkrecht, der First ist gerade und straff. Kippt ein Stock, korrigiere seine Abspannleine – nicht die Tarpränder.

Für Aufbauten mit nur einem Stock, etwa Plow Point oder halbe Pyramide, reicht ein Stock an der vorderen Ecke; für einen asymmetrischen Aufbau kombinierst du einen Baum mit einem Stock. Alle Aufbauvarianten, Winkel und Firsthöhen erklärt der Ratgeber Tarp aufbauen, und der Tarp-Planer rechnet die Höhe für deine Tarp-Größe aus. Bei Wind niedrig aufbauen und die schmale Seite in den Wind drehen – mehr dazu unter Camping bei Wind. Ein straffer First steht und fällt mit guten Spannknoten.

Viele leichte Zelte werden statt mit eigenen Stangen mit Trekkingstöcken aufgebaut, wie im Zelt-Ratgeber beschrieben. Prüf vor dem Kauf die nötige Stocklänge: Manche Faltstöcke sind zu kurz oder lassen sich nicht exakt einstellen. Für ein schnelles Nachtlager beim Biwak genügen oft Stöcke und ein kleines Tarp. Wo du ein Tarp aufbauen darfst, regeln die Waldgesetze der Länder unterschiedlich – keine Rechtsberatung, informier dich vor Ort.

Trekkingstöcke im Notfall: Schiene und andere Behelfe

Im Notfall gehören Stöcke zu den nützlichsten Dingen im Gepäck – solange du deine Grenzen kennst. Was zu tun ist, lernst du in einem Erste-Hilfe-Kurs; die Stöcke liefern nur das Material.

  • Versteifung einer gepolsterten Schiene: Ein Stock kann eine aus der Isomatte gerollte Schiene bei Verdacht auf eine Verletzung am Unterschenkel oder Unterarm versteifen. Gut mit Kleidung polstern, die Gelenke ober- und unterhalb ruhigstellen, fest, aber nicht abschnürend fixieren und die Durchblutung hinter der Schiene regelmäßig prüfen. Halte dich an Improvisieren draußen und hol Hilfe, statt mit Verdacht auf einen Bruch selbst hinauszulaufen.
  • Schutz: Ein niedriges Tarp an den Stöcken schützt eine verletzte Person vor Wind und Regen, während ihr auf Hilfe wartet. Noch wichtiger ist die Isolierung vom Boden – siehe Unterkühlung.

Pflege und Reparatur: damit die Stöcke halten

Stöcke brauchen wenig Pflege. Schmutz und Wasser in den Segmenten sind aber die Hauptursache für rutschende Verschlüsse und festsitzende Teile.

  1. Nach nassen oder matschigen Touren: Segmente ganz auseinanderziehen, Sand abspülen und getrennt bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
  2. Verschlüsse: Prüfen, ob die Klemmen fest greifen; die kleine Stellschraube von Hand oder mit einer Münze nachziehen. Drehverschlüsse nicht ölen – sie brauchen Reibung.
  3. Spitzen und Teller: Hartmetallspitzen auf Verschleiß prüfen und tauschen, bevor sie bis zur Kunststofffassung abgelaufen sind; verlorene Teller ersetzen.
  4. Schlaufen und Griffe: Verschwitzte Schlaufen und Schaumgriffe ab und zu mit Wasser und etwas milder Seife waschen.

Reparatur unterwegs

Ein verbogenes Alu-Segment lässt sich oft vorsichtig von Hand zurückbiegen, abgestützt über dem Knie – langsam, und es bleibt schwächer. Ein gerissenes oder gebrochenes Segment schienst du wie eine Zeltstange: mit einer Reparaturhülse oder einem geraden Stock, der mit Tape oder Schnur über die Bruchstelle gebunden wird, wie unter gebrochene Zeltstange reparieren gezeigt. Ein rutschender Drehverschluss greift oft wieder, wenn du die Segmente säuberst und trocknest. Fehlt die Schraube am Klemmverschluss, hält ein Kabelbinder ihn bis zum Tourende zu.

Probleme mit Stöcken nach Symptom
ProblemWahrscheinliche UrsacheLösung
Stock rutscht unter Last zusammenKlemme zu locker oder Drehverschluss verschmutztStellschraube nachziehen; Drehverschluss säubern und trocknen
Segmente sitzen festSand, Korrosion oder getrockneter SchlammMit warmem Wasser spülen, vorsichtig drehen; Carbon nie mit der Zange
Unteres Segment verbogenZwischen Steinen eingeklemmtVorsichtig zurückbiegen oder Ersatzsegment einsetzen
Carbon-Segment angebrochenSeitenlast oder SchlagFür den Rückweg schienen, dann ersetzen
Spitze rutscht auf FelsGummipuffer drauf oder Spitze abgenutztPuffer abnehmen; Spitze tauschen

Wann die Stöcke an den Rucksack gehören

Zur guten Stocktechnik gehört auch, zu wissen, wann sie wegmüssen. Pack sie dann zusammengeschoben an den Rucksack – seitlich festgezurrt oder in die Stockhalter, Spitzen nach unten und abgedeckt:

  • Kraxeln: Sobald du die Hände am Fels brauchst, stören Stöcke und können dich aus dem Gleichgewicht hebeln. Vor der Kletterstelle zusammenschieben, nicht mittendrin.
  • Gewitter: Stöcke nicht über den Kopf halten und nicht so am Rucksack befestigen, dass sie nach oben herausragen. Viel wichtiger als die Stöcke ist es, Grate und Gipfel früh zu verlassen; ist das Gewitter in Reichweite – weniger als 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner –, schiebst du die Stöcke zusammen und legst sie ein paar Meter von dir entfernt auf den Boden. Lies dazu Verhalten bei Gewitter und Gewitter erkennen.
  • Kompasspeilung: Stöcke nah am Kompass können die Nadel ablenken – leg sie beiseite, wie bei der Navigationsausrüstung erklärt.

Stöcke raus oder weg?

  1. Brauchst du die Hände am Fels?

    Ja → Stöcke vorher zusammenschieben und an den Rucksack packen.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  2. Donnert es oder baut sich ein Gewitter in der Nähe auf?

    Ja → Exponiertes Gelände sofort verlassen; Stöcke zusammenschieben, nie über den Kopf halten und bei nahem Gewitter ein paar Meter entfernt ablegen.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  3. Versperrt dichtes Unterholz den Weg?

    Ja → Beide Stöcke in einer Hand oder am Rucksack tragen.Nein → Stöcke raus, auf normalen Wegen Hände in die Schlaufen.

Der Wanderstab aus Holz: die Bushcraft-Alternative

Bevor es verstellbare Stöcke gab, gingen Wanderer mit einem Holzstab – und der hat beim Bushcraft bis heute seinen Platz. Ein einzelner Stab gibt dir am Hang und im Bach einen dritten Stützpunkt, schiebt Brombeeren beiseite, dient als Messlatte oder Stütze und kostet nichts. Er ist nicht verstellbar, schwerer als ein Stock, und ein Stab entlastet die Knie weniger als zwei Stöcke.

Den richtigen Stab finden und bearbeiten

  • Holz: gerade, zähe und elastische Laubhölzer wie Hasel, Esche oder Eberesche; der Ratgeber Bäume bestimmen hilft beim Erkennen. Kein totes, morsches oder sprödes Holz.
  • Länge: für einen einzelnen Stab etwa Schulter- bis Kinnhöhe – oder so lang wie deine Stöcke, wenn du ihn wie einen Trekkingstock nutzen willst.
  • Bearbeitung: Seitentriebe entfernen, den Griffbereich mit dem Messer glätten, das obere Ende abrunden und das untere stumpf und leicht angefast lassen, damit es nicht aufspaltet. Die Grundschnitte zeigen unsere Ratgeber Schnitzen und Schnitzen für Einsteiger.

Lebendes Holz nur mit Erlaubnis des Waldbesitzers schneiden – vielerorts ist es verboten, die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland. Ein heruntergefallener, gesunder Ast oder ein Stab aus dem eigenen Garten ist die sichere Wahl.

Trekkingstöcke oder Holzstab?

Trekkingstöcke

  • Verstellbar für Anstieg, Abstieg und Tarp
  • Zwei Stützpunkte
  • Leicht und klein verpackt
  • Brauchen Pflege und Ersatzteile
vs

Holzstab

  • Feste Länge
  • Ein Stützpunkt
  • Schwerer, lässt sich nicht packen
  • Kostenlos, reparierbar, vor Ort gemacht

Viele Bushcrafter kombinieren beides: Stöcke auf dem Weg hinein mit schwerem Rucksack, ein Stab rund ums Basislager. Neu dabei? Starte mit Bushcraft für Einsteiger und nimm Stöcke dazu, sobald du dein Gelände kennst. Der Ausrüstungsplaner hilft dir zu entscheiden, was in den Rucksack kommt und was zu Hause bleibt.

Trekkingstöcke auf einen Blick
Trekkingstöcke auf einen Blick
ThemaRichtigVermeiden
LängeEllbogen in der Ebene etwa 90°; bergauf kürzer, bergab längerEine Länge für jedes Gelände
SchlaufenHand von unten durch die SchlaufeSchlaufen beim Kraxeln oder in der Furt
TechnikArm und Bein gegengleich; Spitzen neben die FüßeIn der Ebene weit nach vorn greifen
TarpGleiche Länge, in Firstrichtung abgespanntStöcke ohne Abspannung
GewitterGrate verlassen; Stöcke zusammengeschoben ablegenStöcke über dem Kopf

Häufige Fehler

  • Stöcke zu lang eingestellt – die Schultern ziehen hoch, die Arme ermüden.
  • Hand von oben in die Schlaufe – dann trägt sie nichts.
  • Hände beim Kraxeln und in der Furt in den Schlaufen lassen.
  • Ein Segment über die STOP-Marke hinausziehen.
  • Sich bergab nach hinten auf die Stöcke lehnen.
  • Gummipuffer auf nassem Fels und Eis drauflassen.
  • Ein Tarp an Stöcken aufbauen, ohne sie in Firstrichtung abzuspannen.

Das brauchst du

  • Ein Paar verstellbare Trekkingstöcke mit Handschlaufen
  • Gummipuffer für harte Wege und den Tarp-Aufbau
  • Kleine Trekkingteller und Schneeteller für den Winter
  • Farbiges Tape zum Markieren der Einstellungen (zugleich Reparaturtape)
  • Ersatzspitze und Ersatzteller im Reparaturset
  • Zwei Abspannleinen und Heringe für ein Tarp an Stöcken

Häufige Fragen

Wie lang müssen Wanderstöcke sein?
Als Faustregel so, dass dein Ellbogen in der Ebene etwa im rechten Winkel steht, wenn die Spitze neben dem Fuß auf dem Boden ist. Oft liest du auch: etwa zwei Drittel der Körpergröße. Für lange Anstiege kürzt du um etwa 5–10 cm, für lange Abstiege verlängerst du um etwa 5–10 cm.
Wie benutzt man die Schlaufen an Wanderstöcken richtig?
Die Hand von unten durch die Schlaufe schieben und dann den Griff so fassen, dass beide Bandenden zwischen Handfläche und Griff liegen. So stützt du dich mit lockerer Hand auf die Schlaufe. Beim Kraxeln, bei Bachquerungen und im Tiefschnee die Hände aus den Schlaufen nehmen – ein verkeilter Stock kann sonst das Handgelenk verdrehen.
Entlasten Wanderstöcke wirklich die Knie?
Sie nehmen den Beinen einen Teil der Last ab, vor allem bergab, weil Arme und Schultern jeden Schritt mittragen. Wie viel, hängt von Technik, Gefälle und Rucksackgewicht ab – genaue Prozentangaben solltest du mit Vorsicht genießen. Viele Wanderer mit empfindlichen Knien empfinden lange Abstiege mit schwerem Rucksack mit Stöcken als deutlich leichter.
Ein Stock oder zwei?
Zwei Stöcke geben einen gleichmäßigen Rhythmus, mehr Gleichgewicht und mehr Entlastung bergab – und für einen A-Frame brauchst du zwei. Ein Stock oder ein Holzstab lässt eine Hand frei und reicht in einfachem Gelände rund ums Lager. Für Mehrtagestouren mit schwerem Gepäck sind zwei verstellbare Stöcke die übliche Wahl.
Sind Trekkingstöcke aus Carbon oder Aluminium besser?
Carbon ist leichter und dämpft Schläge, kann aber bei seitlicher Belastung oder nach einem Schlag brechen. Aluminium ist schwerer, verbiegt sich aber meist, bevor es bricht, und lässt sich oft so weit zurückbiegen, dass es bis nach Hause hält. Für raue Bushcraft-Touren, Furten und Tarps im Wind greifen viele zu Aluminium.
Kann man ein Tarp mit Trekkingstöcken aufbauen?
Ja. Beide Stöcke auf gleiche Länge stellen – für einen A-Frame oft etwa 1,2–1,4 m –, an den Enden des Firsts aufstellen und jeden in Firstrichtung zu einem Hering in etwa 45° abspannen. Dann die Ränder festlegen. Die Spannung hält die Stöcke aufrecht. Weitere Aufbauten zeigt der Ratgeber zum Tarp-Aufbau.
Darf man bei Gewitter Wanderstöcke benutzen?
Viel wichtiger als das, was du trägst, ist es, Grate, Gipfel und freie Flächen früh zu verlassen. Halte Stöcke nicht über den Kopf und lass sie nicht oben aus dem Rucksack ragen. Ist das Gewitter nah, schieb sie zusammen und leg sie ein paar Meter von dir entfernt ab. Echten Schutz bieten nur feste Gebäude oder geschlossene Fahrzeuge.

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