Ausrüstung

Kompass, GPS & Karten-Apps: Was du mitnehmen solltest und wie du es kombinierst

19 Min. Lesezeit 6 Schritte Aktualisiert

Beim Kompass kaufen für die Wanderung ist ein flüssigkeitsgedämpfter Plattenkompass (Kartenkompass) mit Lineal, drehbarer Dose und möglichst einstellbarer Missweisung die beste Wahl – dazu eine Papierkarte in einer wasserdichten Hülle und ein Handy oder GPS-Gerät mit Offline-Karten. Jedes Werkzeug deckt die Schwächen der anderen ab: Karte und Kompass brauchen keinen Strom, die Elektronik liefert in Sekunden deine Position.

Dieser Ratgeber behandelt die Ausrüstung, nicht die Technik: Welcher Maßstab, welche Kompassart, welche Funktionen, wie du einen Kompass prüfst, GPS-Gerät oder Handy, wie du eine Wander-App offline vorbereitest, Strom sparst und alles zusammen übst. Wie du Karte liest und eine Marschzahl läufst, steht in Navigation mit Karte und Kompass. Mehr zur Ausrüstung findest du in den Ausrüstungs-Ratgebern, die Grundlagen in den Bushcraft-Grundlagen.

Schritt für Schritt

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  1. Handy-Ausfall einplanen – Akku, Kälte, Nässe und fehlendes Netz können die Navigation per Handy beenden. Plane ein zweites System, das ohne Strom auskommt.
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    Handy-Ausfall einplanen

    Akku, Kälte, Nässe und fehlendes Netz können die Navigation per Handy beenden. Plane ein zweites System, das ohne Strom auskommt.

  2. Papierkarte in der Hülle – Eine Karte 1:25.000 deines Gebiets in einer wasserdichten Hülle, so gefaltet, dass die Route sichtbar ist.
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    Papierkarte in der Hülle

    Eine Karte 1:25.000 deines Gebiets in einer wasserdichten Hülle, so gefaltet, dass die Route sichtbar ist.

  3. Plattenkompass wählen – Flüssigkeitsgedämpft, mit Lineal und Planzeigern; eine einstellbare Missweisung ist ein Plus. Knopfkompasse sind nur Notbehelf.
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    Plattenkompass wählen

    Flüssigkeitsgedämpft, mit Lineal und Planzeigern; eine einstellbare Missweisung ist ein Plus. Knopfkompasse sind nur Notbehelf.

  4. Kompass prüfen – Kleine Blase, Rot zeigt nach Norden, keine Ablenkung durch Metall. Zu Hause testen und nach jedem Transport im vollen Rucksack erneut.
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    Kompass prüfen

    Kleine Blase, Rot zeigt nach Norden, keine Ablenkung durch Metall. Zu Hause testen und nach jedem Transport im vollen Rucksack erneut.

  5. Handy oder GPS vorbereiten – Offline-Karten laden, im Flugmodus testen, Route einspielen und mit vollem Akku und Powerbank starten.
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    Handy oder GPS vorbereiten

    Offline-Karten laden, im Flugmodus testen, Route einspielen und mit vollem Akku und Powerbank starten.

  6. Alle drei abgleichen – Karte, Kompass und Elektronik sollten übereinstimmen. Wenn nicht: stehen bleiben und die Ursache klären, bevor du weitergehst.
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    Alle drei abgleichen

    Karte, Kompass und Elektronik sollten übereinstimmen. Wenn nicht: stehen bleiben und die Ursache klären, bevor du weitergehst.

Warum mehr als ein Handy? Akku, Kälte, Nässe und Netz

Ein Smartphone mit guter Karten-App ist das bequemste Navigationswerkzeug, das es je gab: Es zeigt deine Position als Punkt auf der Karte, führt dich entlang einer geplanten Route und passt in die Hosentasche. Das Problem ist nicht, was es kann, wenn es funktioniert, sondern wie viele alltägliche Dinge es lahmlegen. Vier davon spielen auf fast jeder Tour eine Rolle.

So versagt ein Handy draußen – und was dagegen hilft
SchwachstelleWas passiertGegenmaßnahme
AkkuHelles Display, ständige Positionsabfrage und schwacher Empfang entleeren den Akku viel schneller als im Alltag; ein langer Navigationstag mit eingeschaltetem Display kann ihn leerenFlugmodus, Display beim Gehen aus, Powerbank, Energiesparmodus
KälteLithium-Ionen-Akkus liefern bei Kälte weniger und schalten das Handy ab, obwohl noch Ladung angezeigt wirdIn der Innentasche am Körper tragen; siehe die Hinweise zu Batterien bei Kälte
NässeRegen und nasse Finger lösen Fehlbedienungen aus; wasserdicht nach Norm ist nicht „regenfest im Dauereinsatz“; Sturz kann das Glas beschädigenZip-Beutel oder Packsack, robuste Hülle, an nassen Tagen die Papierkarte als Hauptsystem
NetzOnline-Karten laden ohne mobile Daten nicht; in Mittelgebirgstälern und Wäldern gibt es oft keins, obwohl die Satellitenortung funktioniertOffline-Karten zu Hause laden und im Flugmodus testen
Blendung und HandschuheDisplays sind in der Sonne schlecht lesbar und reagieren oft nicht auf dicke HandschuheDisplay beschatten, Touch-Handschuhe, Wichtiges auf Papier

Die praktische Antwort sind zwei unabhängige Systeme, von denen eines ohne Strom auskommt: Papierkarte und Kompass. Die Elektronik wird zur schnellen zweiten Meinung statt zur einzigen Schwachstelle. Die Satellitenortung braucht kein Mobilfunknetz, nur freien Himmel – deshalb funktioniert eine Wander-App offline auch dort, wo eine Online-Karte aufgibt. Das Handy bleibt im Gepäck, aber du kannst die Frage „Was, wenn das Gerät in einer Stunde leer ist?“ beantworten, ohne zu hoffen. Die Technik steht im Navigations-Ratgeber; hier geht es um die Ausrüstung.

Papierkarten: Maßstab, Inhalt und wasserdichte Kartenhülle

Eine Papierkarte hat zwei Stärken, die keine App erreicht: Sie zeigt das ganze Gebiet auf einen Blick in einem festen, bekannten Maßstab, und sie braucht keinen Strom. Beim Wandern und im Bushcraft entscheidet der Maßstab über den Detailgrad. Das Lesen von Höhenlinien, Gitter und Signaturen lernst du unter Karte lesen; hier geht es darum, welche Karte du kaufst.

Kartenmaßstäbe fürs Wandern im Vergleich (typischer Inhalt; die Legende deiner Kartenreihe gilt)
Maßstab1 cm auf der Karte =1 km =Was typischerweise drauf istGeeignet für
1:25.000250 m4 cmKleine Pfade, Wege, Feld- und Waldgrenzen, einzelne Gebäude, kleine Bäche, Höhenlinien oft alle 5–10 mWandern, Bushcraft, weglose Navigation, kleine Ziele
1:50.000500 m2 cmHauptwege und Straßen, größere Waldflächen, Orte, Höhenlinien oft alle 10–20 m; viele kleine Wege fehlenLange Routen, Überblick, Radfahren
1:100.0001 km1 cmStraßen, Siedlungen, Haupttäler und KämmeTourenplanung und Anreise, nicht zum Wandern
Zwei Kartenblätter nebeneinander: links ein großes rotes Kilometerquadrat mit kleinen Wegen und Gebäuden bei 1:25.000, rechts ein kleines rotes Quadrat bei 1:50.000 mit weniger Details.
Dasselbe Ein-Kilometer-Quadrat (rot) in zwei Maßstäben: 1:25.000 zeigt kleine Wege und Gebäude, 1:50.000 deckt mehr Fläche ab, lässt aber Details weg.

Welchen Maßstab kaufen?

Zum Navigieren im Wald, wo Merkmale klein sind und dicht beieinander liegen, ist 1:25.000 die beste Wahl. Wanderkarten von Wandervereinen oder den Landesvermessungsämtern beruhen meist auf denselben Daten, ergänzt um markierte Wanderwege. Eine Karte 1:50.000 ist ein gutes zweites Blatt für lange Routen und zum Überblick über Ausstiegsmöglichkeiten. Achte auf das Erscheinungsjahr: Höhenlinien ändern sich kaum, Forstwege, Kahlschläge und Markierungen dagegen schon.

Wenn du Kartenausschnitte selbst druckst, drucke mit 100 % und miss die Maßstabsleiste mit einem Lineal nach: Eine auf „Seite anpassen“ geschrumpfte Karte hat einen anderen Maßstab als aufgedruckt. Prüfe auch die Lizenz der Kartendaten.

Wasserdichte Kartenhüllen

Papier mag keinen Regen, also braucht es Schutz. Üblich sind eine durchsichtige Kartenhülle mit Rollverschluss oder Zip, eine Karte auf wasserfestem Papier oder ein stabiler Zip-Beutel. Die Hülle sollte groß genug sein, um das Routenfenster zu zeigen, ohne das ganze Blatt aufzufalten, und eine Schnur haben, damit der Wind sie nicht mitnimmt.

  • Karte so falten, dass dein Routenabschnitt oben liegt und du ohne Öffnen zum nächsten Abschnitt weiterschieben kannst.
  • Auf die Hülle schreiben, nicht auf die Karte: Marschzahlen, Zeiten und Schritte mit Bleistift oder abwischbarem Stift.
  • Griffbereit tragen: Deckeltasche oder Hüftgurttasche statt Rucksackboden. Eine Karte, die du im Regen erst auspacken musst, liest du nicht.
  • Ersatz mitnehmen: eine zweite Kopie des wichtigsten Ausschnitts im Zip-Beutel, an anderer Stelle im Rucksack, deckt Verlust und Durchnässen ab.

Welcher Kompass fürs Wandern? Platten-, Spiegel-, Militär- und Knopfkompass im Vergleich

Alle Kompasse zeigen magnetisch Nord, aber sie unterscheiden sich darin, wie gut du mit einer Karte arbeiten kannst, wie genau du anpeilst und wie viel sie wiegen. Die Tabelle vergleicht die vier Typen, die dir begegnen. Die kurze Antwort auf „Kompass kaufen – welcher?“: ein Plattenkompass (auch Kartenkompass oder Orientierungslauf-Kompass) – er ist genau für die Kombination aus Karte und Gelände gemacht, die Wanderer brauchen.

Kompassarten im Vergleich
TypStärkenGrenzenKartenarbeitEinsatz
PlattenkompassDurchsichtige Platte mit Anlegekante, Lineal und Planzeigern, drehbare Dose, flüssigkeitsgedämpfte Kapsel; leicht und schnell erlerntAnpeilen ferner Objekte weniger präzise als mit SpiegelAusgezeichnetWandern, Bushcraft, Orientierungslauf – die Standardwahl
Spiegelkompass (Peilkompass)Plattenkompass mit Klappspiegel und Visier: genauere Peilungen auf ferne Punkte, Ablesen der Skala beim Anpeilen; der Spiegel kann auch Lichtsignale gebenMehr Teile, etwas schwerer, der Deckel kann hängen bleibenAusgezeichnetOffenes Gelände, Kreuzpeilung, Vielpeiler
Militärkompass (Lensatic)Visierdraht und Diopter mit kleiner Linse; robustes Gehäuse; sehr schnelles Anpeilen eines fernen PunktsKeine durchsichtige Lineal-Platte, daher umständlich für Peilungen aus der Karte; meist Kartenrose; schwererEingeschränktGrobes Arbeiten im Gelände, Anpeilen; als Zweitkompass ok
Knopf- / TaschenkompassWinzig, günstig, leicht; passt an Reißverschluss oder BandKleine Skala, träge Nadel, kaum Gradeinteilung; lässt sich leicht durch Metall ablenkenKeineNotbehelf für eine grobe Richtung
Vier Kompasse nebeneinander: Platten- und Spiegelkompass mit Häkchen für Kartenarbeit, Militärkompass mit Warndreieck, Knopfkompass mit Kreuz.
Die vier Kompassarten und ihre Eignung für Kartenarbeit. Nur Platten- und Spiegelkompass sind dafür gebaut.

Und Kompasse in Uhr, Pfeife oder Handy?

Ein Kompass in Uhr, Pfeife, Messer oder Handy gehört in dieselbe Kategorie wie der Knopfkompass: gut genug für eine grobe Richtung, nicht für eine Marschzahl aus der Karte. Metallgehäuse und Elektronik lenken die Nadel ab, und der Sensor im Handy muss kalibriert werden und fällt mit dem Akku aus.

Ein sinnvolles Set

Ein guter Plattenkompass an einer Schnur um den Hals oder in der Brusttasche – nicht unten im Rucksack – reicht für fast alles. Ein günstiger Zweitkompass auf längeren Touren lässt dich einen verdächtigen Wert gegenprüfen. Plattenkompasse wiegen typischerweise etwa 30–60 g.

Kompass-Merkmale, auf die es ankommt: Missweisung, Nadel, Maßstäbe, Neigungsmesser, Leuchtmarken

Neben der Bauart trennen ein paar Merkmale einen guten Kompass von einem bloß ausreichenden. Die meisten sind nützlich, keines ist unverzichtbar, und für nicht genutzte Extras solltest du nicht zahlen.

Einstellbare Missweisung

Mit einem einstellbaren Kompass stellst du die örtliche Missweisung einmal ein, und die Dose zeigt dann Kartenmarschzahlen ohne Kopfrechnen – ein echter Vorteil, denn Addieren statt Subtrahieren fällt kaum auf. Prüfe die Einstellung vor jeder Tour und suche den aktuellen Wert heraus; er ändert sich langsam. Die Korrektur von Hand steht im Abschnitt Missweisung.

Globalnadel

Eine Nadel ist für die Neigung des Erdmagnetfelds in einer Region ausbalanciert; anderswo kann sie kippen und schleifen. Eine „Global“-Nadel funktioniert in allen Zonen – wichtig nur, wenn du weit reist.

Planzeiger und Lineal

Mit Lineal und den kleinen Eckskalen, den Planzeigern, misst du Entfernungen und liest Koordinaten auf etwa 100 m genau ab. Prüfe, ob die Skalen zu deinen Kartenmaßstäben passen (üblich: 1:25.000 und 1:50.000) und ob die Platte mit rund 10 cm lang genug ist, um zwei Punkte auf der Karte zu verbinden.

Neigungsmesser

Ein Neigungsmesser (Klinometer) misst den Winkel eines Hangs, praktisch zum Einschätzen der Steilheit. Er ersetzt keine Ausbildung: Schneehänge und Lawinengelände zu beurteilen erfordert einen richtigen Kurs und Notfallausrüstung, was dieser Artikel nicht vermittelt.

Leuchtmarken

Leuchtende Marken machen den Kompass im Dunkeln lesbar. Allgemein gibt es zwei Prinzipien: Marken, die Licht speichern und danach eine Weile nachleuchten, und Marken mit dauerhaftem, selbstversorgtem Leuchten über Jahre. Die erste Art braucht Aufladen durch Licht und verblasst über die Nacht. Zum Ablesen ist eine Stirnlampe im Rotlicht schonender für die Augen; siehe Rotlicht und Nachtsicht.

Kompass prüfen: Blase, Polung und Störungen

Ein Kompass kann falsch gehen, ohne falsch auszusehen. Das Prüfen dauert fünf Minuten und gehört nach dem Kauf, nach einem Flug und nach jedem Kontakt mit etwas Magnetischem dazu. Die vier Tests brauchen kein Werkzeug.

Vier schnelle Tests für jeden Kompass

  1. Blase ansehen – Eine winzige Blase in der Kapsel ist normal und egal. Eine große kann die Nadel bremsen. Kälte, niedriger Luftdruck und Höhenwechsel lassen sie wachsen; Aufwärmen verkleinert sie meist wieder.1
    Blase ansehen

    Eine winzige Blase in der Kapsel ist normal und egal. Eine große kann die Nadel bremsen. Kälte, niedriger Luftdruck und Höhenwechsel lassen sie wachsen; Aufwärmen verkleinert sie meist wieder.

  2. Flach halten, zur Ruhe kommen lassen – Halte den Kompass waagerecht, fern von Metall. Die Nadel sollte nach wenigen Sekunden ruhen, nicht kleben oder zittern. Zieht sie zu einer Seite, ist der Kompass gekippt oder die Nadel beschädigt.2
    Flach halten, zur Ruhe kommen lassen

    Halte den Kompass waagerecht, fern von Metall. Die Nadel sollte nach wenigen Sekunden ruhen, nicht kleben oder zittern. Zieht sie zu einer Seite, ist der Kompass gekippt oder die Nadel beschädigt.

  3. Polung prüfen – Das rote Ende muss nach Norden zeigen. Vergleiche mit einem zweiten Kompass oder einer bekannten Nordrichtung, etwa einer langen geraden Linie auf der Karte. Zeigt Rot nach Süden, ist die Nadel umgepolt: nicht mehr vertrauen.3
    Polung prüfen

    Das rote Ende muss nach Norden zeigen. Vergleiche mit einem zweiten Kompass oder einer bekannten Nordrichtung, etwa einer langen geraden Linie auf der Karte. Zeigt Rot nach Süden, ist die Nadel umgepolt: nicht mehr vertrauen.

  4. Störungen testen – Bring langsam Handy, Messer oder Stahlschnalle näher. Bewegt sich die Nadel, weißt du, wie weit du sie fernhalten musst. Peile nur, wenn diese Dinge außer Reichweite sind.4
    Störungen testen

    Bring langsam Handy, Messer oder Stahlschnalle näher. Bewegt sich die Nadel, weißt du, wie weit du sie fernhalten musst. Peile nur, wenn diese Dinge außer Reichweite sind.

Handy und Messer beim Peilen fernhalten

Alles mit Eisen, Stahl oder Magnet kann die Nadel ziehen: ein Handy samt Magnethülle, Kopfhörer, ein Taschenmesser oder festes Messer, eine Stahlgürtelschnalle, Stockspitzen, ein Auto, ein Zaun oder eine Hochspannungsleitung. Der Fehler kommt ohne Warnung, und schon wenige Grad führen dich nach einem Kilometer weit vom Ziel weg. Als Faustregel: Kompass auf Armlänge vom Körper halten, Handy und Messer in der Tasche auf der anderen Körperseite, und weit weg von Fahrzeugen und Leitungen.

Umpolung

Starke Magnete – ein Lautsprecher, ein Magnetverschluss an Tasche oder Handyhülle, ein Elektromotor – können den Magnetismus der Nadel umkehren, sodass das „rote“ Ende nach Süden zeigt. Dann läufst du 180° falsch, obwohl alles am Kompass normal aussieht. Lagere Kompasse fern von solchen Dingen; bei Verdacht ersetze den Kompass oder lass ihn prüfen, statt im Gelände zu improvisieren.

GPS-Gerät oder Handy zum Wandern: was ist besser?

Keines ersetzt Karte und Kompass, und keines ist der klare Sieger. Ein Outdoor-GPS-Gerät ist für draußen gebaut; ein Smartphone hast du ohnehin dabei, und es kann vieles andere. Die Wahl hängt von der Tour ab, und die typischen Werte unten sind Faustwerte, die zwischen Geräten stark schwanken.

GPS-Handgerät und Smartphone im Vergleich (typische Werte, geräteabhängig)
KriteriumGPS-HandgerätSmartphone mit Karten-App
Akkulaufzeit beim NavigierenEtwa 15–30 Std. am Stück mit einem Satz Batterien oder einer LadungEtwa 6–10 Std. mit eingeschaltetem Display; ein Tag oder mehr mit Flugmodus und meist ausgeschaltetem Display
StromquelleOft wechselbare Zellen, Ersatz mitnehmbarFester Akku, Laden über Powerbank
KälteLithium-Zellen arbeiten im Frost weiter; Tasten gehen mit HandschuhenKann in der Kälte abschalten; Touchscreen reagiert schlecht auf dicke Handschuhe
Nässe und StößeRobust und wassergeschützt gebautBestenfalls wassergeschützt, bruchempfindlich; Hülle und Beutel helfen
Gewicht und ExtrasZusätzliches Gerät, etwa 150–250 g, sonst keine FunktionenOhnehin dabei, zugleich Kamera, Lampe und Notruftelefon

Was solltest du mitnehmen?

Auf markierten Tageswegen reichen meist ein Handy mit Offline-Karten und eine Powerbank, mit Papierkarte und Kompass im Rucksack. Auf Mehrtagestouren, im Winter oder in abgelegenem Gelände hat ein GPS-Handgerät echte Vorteile: Laufzeit, Ersatzzellen und Tasten, die mit Handschuhen gehen. Viele nehmen beides mit, das Handy im Flugmodus als Notruftelefon und Zweitkarte.

Ein GPS-Handgerät mit Tasten und der Angabe typisch 15–30 Stunden neben einem Smartphone mit der Angabe typisch 6–10 Stunden.
Typische Laufzeiten eines GPS-Handgeräts und eines Smartphones mit eingeschaltetem Display – die Werte schwanken stark mit Gerät, Einstellung und Temperatur.

Satelliten-Messenger und SOS-Geräte

Jenseits der Mobilfunkabdeckung gibt es Geräte, die über Satelliten funken. Allgemein sind es drei Arten: Personenortungsbaken (PLB), die bei Aktivierung einen Notruf mit deiner Position senden; Satelliten-Messenger mit Zwei-Wege-Kommunikation für kurze Nachrichten, oft mit SOS-Taste; und Smartphones mit Satelliten-Notruf, soweit verfügbar. Sie müssen meist registriert werden, manche brauchen ein Abonnement. Lerne die SOS-Funktion kennen, teste sie, wo der Hersteller es erlaubt, und trage das Gerät so, dass du es mit einer Hand erreichst.

Ein solches Gerät ist ein Sicherheitsnetz, kein Navigationswerkzeug und kein Grund für größere Risiken. Es zeigt dir keinen Weg, es hilft nur den Rettern, dich zu finden. Wie du Hilfe signalisierst, deinen Standort durchgibst und auf Rettung wartest, steht in Notsignale & gefunden werden; in Europa gilt der Notruf 112.

Wander-App offline: Karten, Tracks und Wegpunkte vorbereiten

Eine Wander-App offline ist nur so gut wie deine Vorbereitung. Die Arbeit passiert zu Hause im WLAN, ein bis zwei Tage vor der Tour; im Wald ist es zu spät. Suche eine App, die eine topografische Karte mit Höhenlinien zeigt, deine Position ohne mobile Daten anzeigt, ganze Regionen zum Download anbietet, Tracks importiert und exportiert und das gewünschte Koordinatenformat kennt. Meide Apps, die für die Positionsanzeige eine Verbindung verlangen.

Offline-Karte in vier Schritten vorbereiten

  1. Gebiet zu Hause laden – Lade im WLAN die ganze Route plus großzügigen Puffer herunter, samt Ausstiegen und nächsten Orten. Karten großer Gebiete brauchen Speicher, prüfe also den freien Platz.1
    Gebiet zu Hause laden

    Lade im WLAN die ganze Route plus großzügigen Puffer herunter, samt Ausstiegen und nächsten Orten. Karten großer Gebiete brauchen Speicher, prüfe also den freien Platz.

  2. Im Flugmodus testen – Schalte das Handy in den Flugmodus und prüfe, ob die Karte lädt, du verschieben und zoomen kannst und deine Position erscheint. Fehlt etwas, kannst du es zu Hause noch beheben.2
    Im Flugmodus testen

    Schalte das Handy in den Flugmodus und prüfe, ob die Karte lädt, du verschieben und zoomen kannst und deine Position erscheint. Fehlt etwas, kannst du es zu Hause noch beheben.

  3. Wegpunkte setzen – Markiere Parkplatz, geplantes Lager, Wasserstellen und Ausstiege als Wegpunkte. Wenn du müde bist oder das Licht schlecht ist, navigierst du zu einem benannten Punkt, statt zu rechnen.3
    Wegpunkte setzen

    Markiere Parkplatz, geplantes Lager, Wasserstellen und Ausstiege als Wegpunkte. Wenn du müde bist oder das Licht schlecht ist, navigierst du zu einem benannten Punkt, statt zu rechnen.

  4. Track aufzeichnen – Starte die Aufzeichnung am Ausgangspunkt. Die Linie ist deine Brotkrumenspur, und eine Rückweg-Funktion führt dich bei schlechter Sicht auf demselben Weg hinaus.4
    Track aufzeichnen

    Starte die Aufzeichnung am Ausgangspunkt. Die Linie ist deine Brotkrumenspur, und eine Rückweg-Funktion führt dich bei schlechter Sicht auf demselben Weg hinaus.

Bevor du das WLAN verlässt

  • Offline-Karte für das ganze Gebiet plus Puffer, im Flugmodus getestet
  • Geplante Route als Track importiert; Wegpunkte für Lager, Wasser und Ausstiege
  • Koordinatenformat und Kartendatum passend zur Papierkarte eingestellt
  • Ersatz: der Papierkartenausschnitt im Zip-Beutel

Tracks speichern

Ein Track ist die Folge von Positionen, die dein Gerät aufzeichnet. Er lässt dich den Weg zurückverfolgen, zeigt, wo du die Route verlassen hast, und vergleicht Plan und Wirklichkeit. Kürzere Aufzeichnungsintervalle zeichnen eine feinere Linie, brauchen aber mehr Strom; auf Mehrtagestouren wähle ein längeres Intervall. Exportiere Routen und Tracks in einem gängigen Trackformat, damit ein anderes Gerät sie öffnen kann, wenn das erste ausfällt.

Folge einer geplanten Linie nicht blind. Forstwege ändern sich, und Apps nehmen an, dass der Weg existiert; gleiche mit der Papierkarte ab und vertraue dem Gelände mehr als dem Bildschirm.

Koordinatenformate und Kartendatum im Überblick

Derselbe Punkt lässt sich auf mehrere Arten schreiben, und Gerät und Karte können verschiedene nutzen. Die meisten Apps lassen das Format umstellen; wähle das, das zu deiner Papierkarte und deinem Notfallplan passt, und übe, es laut vorzulesen.

Gängige Koordinatenformate (derselbe erfundene Punkt in drei Schreibweisen)
FormatBeispielHinweise
Dezimalgrad50,1234° N, 10,5678° OLeicht zu tippen und zu lesen; Standard in vielen Apps
Grad und Dezimalminuten50° 07,404′ N, 10° 34,068′ OÜblich bei GPS-Handgeräten, in Seefahrt und Luftfahrt
Gitterkoordinaten (UTM oder nationales Gitter)Zone, Ostwert, Nordwert in MeternPasst zum Gitter vieler topografischer Karten und lässt sich mit dem Planzeiger leicht abmessen

Zwei Details verhindern Fehler. Erstens das Datum: das Bezugssystem, auf das sich die Koordinaten beziehen. Deine Karte nennt es im Kartenrand, und die meisten Apps und Geräte nutzen standardmäßig ein globales System; eine Abweichung kann deine Position spürbar verschieben, also lies den Kartenrand. Zweitens nenne immer Format und Halbkugel bzw. Zone, wenn du Koordinaten jemand anderem vorliest. Im Notfall liest du sie Ziffer für Ziffer und lässt sie wiederholen; die Details stehen unter Standort genau durchgeben. Wie das Gitter einer Papierkarte funktioniert, erklärt der Abschnitt Gitternetz und Koordinaten.

Stromversorgung: Powerbank, kalte Akkus und Flugmodus

Auf einer Navigationstour ist Strom eine Ressource wie Wasser: Du planst ihn vor der Tour (dabei hilft der Powerbank-Rechner) und teilst ihn unterwegs ein. Ziel ist nicht, das Handy dauerhaft auszuschalten, sondern die Ladung bis zu dem Moment zu strecken, in dem du sie wirklich brauchst. Halte etwa 20–30 % als Reserve für einen Notruf zurück, wie in Notsignale & gefunden werden empfohlen.

Vier Gewohnheiten, die den Akku strecken

  1. Flugmodus – Bei den meisten Handys läuft die Satellitenortung im Flugmodus weiter, während der Funk, der ein Netz sucht, ausgeschaltet ist. Das spart in Gebieten mit schwachem Empfang viel Strom. Prüfe einmal zu Hause, ob dein Handy so reagiert.1
    Flugmodus

    Bei den meisten Handys läuft die Satellitenortung im Flugmodus weiter, während der Funk, der ein Netz sucht, ausgeschaltet ist. Das spart in Gebieten mit schwachem Empfang viel Strom. Prüfe einmal zu Hause, ob dein Handy so reagiert.

  2. Display beim Gehen aus – Das Display ist der größte Verbraucher. Schalte es an Kreuzungen und Kontrollpunkten ein, nicht dauerhaft, und senke die Helligkeit. Schließe Apps, die du nicht brauchst.2
    Display beim Gehen aus

    Das Display ist der größte Verbraucher. Schalte es an Kreuzungen und Kontrollpunkten ein, nicht dauerhaft, und senke die Helligkeit. Schließe Apps, die du nicht brauchst.

  3. Innentasche – Trage Handy, Powerbank und Ersatzzellen nah am Körper. Ein Akku, der in der Kälte leer wirkt, erholt sich oft beim Aufwärmen. Dasselbe gilt für die Stirnlampen-Batterien; siehe Batterien bei Kälte.3
    Innentasche

    Trage Handy, Powerbank und Ersatzzellen nah am Körper. Ein Akku, der in der Kälte leer wirkt, erholt sich oft beim Aufwärmen. Dasselbe gilt für die Stirnlampen-Batterien; siehe Batterien bei Kälte.

  4. Powerbank und kurzes Kabel – Nimm eine Powerbank mit kurzem Kabel im Zip-Beutel mit. Lade in der Mittagspause oder abends, bei Kälte mit Handy und Powerbank im Schlafsack.4
    Powerbank und kurzes Kabel

    Nimm eine Powerbank mit kurzem Kabel im Zip-Beutel mit. Lade in der Mittagspause oder abends, bei Kälte mit Handy und Powerbank im Schlafsack.

Faustregeln: Von der aufgedruckten Kapazität einer Powerbank kannst du wegen Wandlungsverlusten etwa 60–70 % nutzen, rechne also damit. Lade in einer Pause oder abends, nicht erst bei 5 %, und lade Lithium-Ionen-Akkus nur über dem Gefrierpunkt, wie bei Stirnlampen. Ein Akku, der in der Kälte leer scheint, läuft nach 10–20 Minuten am Körper oft wieder.

Höhenmesser, Barometer und Uhrenfunktionen kurz erklärt

Ein barometrischer Höhenmesser in Uhr oder GPS-Gerät rechnet Luftdruck in Höhe um. Er ist ruhiger als die Satellitenhöhe, aber der Druck ändert sich auch mit dem Wetter, die Anzeige driftet also: Kalibriere an einem bekannten Höhenpunkt wie einer Höhenkote auf der Karte oder einer Hütte. Ein stetiger Druckabfall über mehrere Stunden kündigt oft einen Wetterwechsel an; siehe Wetter deuten. Ein Uhrenkompass ist nur ein grober Anhalt. Eine einfache Uhr ist trotzdem nützlich, um Etappen zu stoppen; siehe den Gehzeit-Rechner.

Übungen: Karte, Kompass und App zusammen trainieren

Ausrüstung, die du nie im Ernstfall genutzt hast, ist Hoffnung, kein System. Diese Übungen trainieren die drei Werkzeuge zusammen und zeigen, wo jedes dich im Stich lässt. Beginne auf bekanntem Gelände bei gutem Wetter und steigere dann. Die Zahlen setzt du mit dem Schrittzähl-Rechner und dem Gehzeit-Rechner.

Die Dreifach-Kontrolle

  1. Etappe auf der Karte planen – Wähle ein klares Ziel in 300 m Entfernung, nimm die Marschzahl aus der Karte (zum Beispiel 50°) und notiere die erwarteten Schritte. Bei 64 Doppelschritten pro 100 m auf ebenem Boden sind das etwa 190 Doppelschritte.1
    Etappe auf der Karte planen

    Wähle ein klares Ziel in 300 m Entfernung, nimm die Marschzahl aus der Karte (zum Beispiel 50°) und notiere die erwarteten Schritte. Bei 64 Doppelschritten pro 100 m auf ebenem Boden sind das etwa 190 Doppelschritte.

  2. Mit dem Kompass gehen – Lass das Handy mit ausgeschaltetem Display in der Tasche. Geh die Marschzahl, nutze Geländepunkte und zähle Schritte. Schau nicht aufs Handy.2
    Mit dem Kompass gehen

    Lass das Handy mit ausgeschaltetem Display in der Tasche. Geh die Marschzahl, nutze Geländepunkte und zähle Schritte. Schau nicht aufs Handy.

  3. Erst jetzt das Handy prüfen – Schalte am Ende der Etappe das Handy ein und sieh dir deine Position an. Wo stehst du im Verhältnis zum Ziel?3
    Erst jetzt das Handy prüfen

    Schalte am Ende der Etappe das Handy ein und sieh dir deine Position an. Wo stehst du im Verhältnis zum Ziel?

  4. Vergleichen und Abweichung notieren – Miss den Unterschied und überlege, woher er kommt: Missweisung, Schrittzahl, ein Umweg, Störung. Schreib es auf und korrigiere es auf der nächsten Etappe.4
    Vergleichen und Abweichung notieren

    Miss den Unterschied und überlege, woher er kommt: Missweisung, Schrittzahl, ein Umweg, Störung. Schreib es auf und korrigiere es auf der nächsten Etappe.

Zwei weitere Übungen lohnen sich. In der Handy-aus-Stunde navigierst du eine bekannte Route nur mit Karte und Kompass. Beim Plausibilitätscheck schätzt du deine Position aus Hang, Sonne und Gelände, bevor du auf die App schaust (siehe Navigation ohne Kompass). Eine kurze Dämmerungsetappe mit Stirnlampe im Rotlicht trainiert das Ablesen bei schlechtem Licht; siehe Nachts draußen. Wenn du sicher bist, variiere die Bedingungen mit den Jahreszeiten: Nebel, Regen und Schnee verändern, was funktioniert – siehe Outdoor im Jahreslauf. Arbeitest du von einem Standlager aus, sind dieselben Übungen ein guter Nachmittag am Basislager: eine Schleife auf Marschzahl gehen und auf der Rückwärtspeilung zurückkehren.

Was mitnehmen: Navigations-Set nach Tourenart

Das Set wächst mit dem Risiko. Ein kurzer Spaziergang auf ausgeschilderten Wegen braucht nicht, was eine Wintertour verlangt, doch das Prinzip bleibt: ein System ohne Strom, ein elektronisches System und eine Möglichkeit, beide trocken und geladen zu halten.

Navigations-Set nach Tourenart
TourPapierkarteKompassHandy / GerätStrom und Extras
Tageswanderung auf markierten WegenWanderkarte des GebietsPlattenkompass in der TascheHandy mit Offline-KarteVoller Akku, kleine Powerbank
Weglos im Wald, Bushcraft-Tag1:25.000 in HüllePlattenkompass an der SchnurHandy mit Offline-Karte, Route und WegpunktenPowerbank, Pfeife, Bleistift
Ein bis zwei Nächte draußen1:25.000 plus 1:50.000 als ÜberblickPlattenkompass, Zweitkompass im RucksackHandy im FlugmodusPowerbank, Stirnlampe mit Ersatzzellen, Erste-Hilfe-Set
Mehrtages- oder FernreiseKompletter Satz in Hüllen, ErsatzausschnittSpiegel- oder Plattenkompass plus ErsatzGPS-Handgerät und HandyErsatzzellen, Powerbank, Satelliten-Messenger oder Bake
Winter, Nebel, schlechte SichtKarte in Hülle in der InnentaschePlattenkompass mit LeuchtmarkenGPS-Handgerät mit handschuhtauglichen TastenLithium-Zellen, warm lagern; Windchill und Kleidung beachten

Wiege die Teile zusammen: Karte, Kompass und Stift liegen deutlich unter ein paar Hundert Gramm, eine Powerbank wiegt typischerweise 150–300 g, ein GPS-Handgerät rund 150–250 g. Pack sie in die Deckeltasche des Rucksacks, damit sie griffbereit sind, und ergänze sie in deiner Bushcraft-Packliste oder der Liste aus dem Ausrüstungsplaner. Zur Tourenplanung selbst – Umkehrzeit, Ausstiege und wer wo Bescheid weiß – siehe Bushcraft-Tour planen. Wenn du draußen übernachtest, gelten außerdem die Regeln aus Wildcampen; sie unterscheiden sich je nach Bundesland, es ist keine Rechtsberatung.

Navigationswerkzeuge im Überblick
Navigationswerkzeuge im Überblick
WerkzeugStärkeSchwachstelleRolle
Papierkarte (1:25.000)Überblick, kein Strom, fester MaßstabWird nass, braucht LesefähigkeitHauptsystem
PlattenkompassFunktioniert bei jedem Wetter, leichtBraucht Technik, Metall lenkt abHauptsystem
GPS-HandgerätLange Laufzeit, robustZusatzgewicht, EinarbeitungElektronik der Wahl auf langen Touren
Handy mit Offline-KartenBequem, ohnehin dabeiAkku, Kälte und NässeKontrolle und Reserve

Häufige Fehler

  • Nur aufs Handy verlassen, ohne Papierkarte, Kompass und Powerbank.
  • Offline-Karten erst auf dem Parkplatz laden und im Wald merken, dass das Gebiet unvollständig ist.
  • Mit Handy, Messer oder Stahlschnalle neben dem Kompass peilen.
  • Den Kompass unten im Rucksack tragen und erst benutzen, wenn es darauf ankommt.
  • Dem Bildschirm mehr glauben als dem Gelände, statt bei Widerspruch anzuhalten und die Ursache zu klären.
  • Den Kompass neben Magnet, Lautsprecher oder Magnethülle lagern, sodass die Polung kippt.
  • Einen Knopf- oder Uhrenkompass für eine Kartenpeilung benutzen.

Das brauchst du

  • Plattenkompass an der Schnur
  • Topografische Karte 1:25.000 in wasserdichter Hülle
  • Handy mit Offline-Karten und Schutzhülle
  • Powerbank und kurzes Kabel im Zip-Beutel
  • GPS-Handgerät mit Ersatzzellen (für lange oder abgelegene Touren)
  • Bleistift, Notizbuch und kleines Lineal
  • Pfeife und Stirnlampe mit Ersatzzellen

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Häufige Fragen

Welchen Kompass kaufen fürs Wandern?
Einen flüssigkeitsgedämpften Plattenkompass mit etwa 10 cm langer Platte, drehbarer Dose mit klarer 2°-Einteilung, Planzeigern für 1:25.000 und 1:50.000 und möglichst einstellbarer Missweisung. Er ist für die Arbeit mit der Karte gebaut, leicht und schnell erlernt. Eine Spiegelversion bringt mehr Genauigkeit auf ferne Ziele.
Reicht das Handy zum Wandern, oder brauche ich ein GPS-Gerät?
Auf markierten Tageswegen genügen meist ein Handy mit Offline-Karten und eine Powerbank, solange du Papierkarte und Kompass dabeihast. Auf Mehrtages-, Winter- und Fernreisen bietet ein GPS-Handgerät mehr Laufzeit, Ersatzzellen und Tasten für Handschuhe. Viele nehmen beides mit.
Was ist eine Wander-App offline, und wie bereite ich sie vor?
Eine App, die Kartendaten auf dem Handy speichert, sodass sie ohne mobile Daten läuft. Lade zu Hause im WLAN die ganze Route plus Puffer, teste sie im Flugmodus, lade die Route als Track, setze Wegpunkte für Lager, Wasser und Ausstiege und stelle Koordinatenformat und Datum passend zur Papierkarte ein.
Wie lange hält der Handy-Akku beim Navigieren?
Das hängt von Handy, Helligkeit, Empfang und Temperatur ab. Als Anhalt: etwa 6–10 Stunden mit eingeschaltetem Display, einen Tag oder mehr mit Flugmodus und meist ausgeschaltetem Display. Kälte verkürzt die Zeit, also warm halten und eine Powerbank mitnehmen.
Woran erkenne ich, dass mein Kompass defekt ist?
Prüfe vier Dinge: höchstens eine kleine Blase, eine Nadel, die nach Sekunden ruht, Rot zeigt nach Norden (Vergleich mit einem zweiten Kompass oder einer bekannten Richtung) und keine Bewegung der Nadel bei normalem Abstand zu Handy oder Messer. Zeigt Rot nach Süden, ist die Polung umgekehrt und der Kompass sollte ersetzt werden.
Kann das Handy als Kompass dienen?
Für eine grobe Richtung ja, aber der Sensor braucht Kalibrierung, Metall und Magnethüllen stören ihn, und er fällt mit dem Akku aus. Für Peilungen aus der Karte ist ein Plattenkompass zuverlässiger.
Brauche ich einen Satelliten-Messenger oder eine Notfallbake?
Nur, wenn du dorthin gehst, wo der Mobilfunk schlecht und Hilfe weit ist, etwa auf abgelegenen Mehrtagestouren. Diese Geräte alarmieren Retter und senden deine Position, navigieren aber nicht für dich, brauchen meist eine Registrierung und teils ein Abonnement. In Europa gilt der Notruf 112.
Welcher Kartenmaßstab ist fürs Wandern am besten?
1:25.000: 1 cm auf der Karte sind 250 m im Gelände, und sie zeigt kleine Wege, Bäche und Waldgrenzen. 1:50.000 (1 cm = 500 m) eignet sich für lange Routen und den Überblick.

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