Wasser
Wasser filtern: Wasserfilter Outdoor im Vergleich
Beim Wasser filtern drückst du Wasser durch eine Membran oder Keramik, deren Poren so fein sind, dass Bakterien und Parasiten nicht hindurchpassen – bei Hohlfaserfiltern typischerweise 0,1–0,2 Mikrometer (µm). Ein guter Wasserfilter fürs Outdoor entfernt Protozoen wie Giardien und Kryptosporidien sowie nahezu alle Bakterien und macht trübes Wasser klar. Was die meisten Filter nicht zurückhalten, sind Viren – sie sind bis zu hundertmal kleiner.
Dieser Ratgeber vergleicht Hohlfaser-, Keramik-, Schwerkraft-, Pump- und Strohhalmfilter, erklärt Porengrößen, zeigt, wie du vorfilterst und deinen Filter pflegst – und warum eine einzige Frostnacht ihn zerstören kann. Den Überblick über alle Methoden findest du unter Wasser entkeimen und im Wasser-Bereich.
Schritt für Schritt
-
1
An der klarsten Stelle schöpfen
Fülle Schmutzbeutel oder -flasche mit fließendem, klarem Wasser. Jedes Sandkorn, das du jetzt vermeidest, verlängert die Filterlebensdauer.
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2
Trübes Wasser vorfiltern
Schlammiges Wasser absetzen lassen und durch ein Halstuch oder einen Kaffeefilter gießen. So verstopfen die feinen Poren nicht.
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3
In sauberen Behälter filtern
Drücken, pumpen oder aufhängen und das Reinwasser in eine separate, saubere Flasche laufen lassen. Schmutz- und Reinseite strikt trennen.
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4
Bei Bedarf zusätzlich entkeimen
Wo Viren wahrscheinlich sind – nahe Ortschaften, Weiden oder auf Reisen – zusätzlich Chlordioxid verwenden oder abkochen.
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5
Rückspülen und vor Frost schützen
Rückspülen, sobald der Durchfluss nachlässt. In kalten Nächten den Filter im Schlafsack oder in der Innentasche aufbewahren.
Wie funktioniert ein Wasserfilter?
Ein mechanischer Wasserfilter ist ein Sieb im mikroskopischen Maßstab. Das Wasser wird durch ein Material voller winziger Kanäle gedrückt – hohle Kunststofffasern, poröse Keramik oder ein dichter Aktivkohleblock. Alles, was größer ist als die Kanäle, bleibt hängen: Sand, Schlamm, Algen, Zysten von Protozoen und Bakterien. Wassermoleküle und alles, was darin gelöst ist, gehen hindurch.
Genau das ist der Knackpunkt: Ein Filter ändert die Chemie des Wassers nicht. Salz, Nitrat, die meisten Pflanzenschutzmittel und Schwermetalle sind gelöst und rutschen durch einen Mikrofilter einfach durch. Aktivkohle kann manche organischen Stoffe binden und Geschmack und Geruch verbessern, ist aber keine verlässliche Barriere gegen Chemikalien oder Keime. Der erste und beste Schutz vor Chemie bleibt, eine saubere Quelle zu wählen.
Aufbau einer typischen Filterkette (oben = Rohwasser)
- Schwebstoffe, organisches Material, Protozoen, Bakterien, Viren, gelöste Chemikalien
- Hält Sand, Schlamm und grobe Teile zurück – schützt die feine Membran
- Entfernt Protozoen (Giardien, Kryptosporidien) und Bakterien
- Verbessert Geschmack und Geruch, reduziert manche Chemikalien und Chlor
- Viren und gelöste Chemikalien können noch enthalten sein
Porengröße: Was ein Filter entfernt – und was nicht
Die Porengröße eines Filters wird in Mikrometern angegeben (µm; 1 µm = 1/1000 mm). Vergleiche sie mit der Größe dessen, was du zurückhalten willst. Eine absolute Porengröße bedeutet, dass keine Pore größer ist als angegeben; eine nominelle bedeutet, dass die meisten Poren so groß sind, einzelne aber größer. Für Trinkwasser zählen nur absolute Angaben und unabhängige Prüfnormen.
| Erreger / Filter | Typische Größe | Hält ein 0,1–0,2-µm-Filter zurück? |
|---|---|---|
| Giardien-Zysten (Protozoen) | ≈ 8–12 µm | Ja |
| Kryptosporidien-Oozysten (Protozoen) | ≈ 4–6 µm | Ja |
| Bakterien (E. coli, Campylobacter, Salmonellen) | ≈ 0,2–5 µm | Ja (≥ 99,9999 % bei guten Filtern) |
| Viren (Noro-, Hepatitis-A-, Rotaviren) | ≈ 0,02–0,1 µm | Nein – Entkeimung, Abkochen oder Purifier nötig |
| Hohlfaser-Mikrofilter | 0,1–0,2 µm | — |
| Keramikfilter | ≈ 0,2–0,5 µm | — |
| Virenfilter (Ultrafiltration) | ≈ 0,02 µm | Entfernt auch Viren |
In Mitteleuropa und Nordamerika gehen die Risiken bei Wasser aus der Natur vor allem von Protozoen und Bakterien aus Tier- und Weidehaltung aus. Deshalb verlassen sich viele Wanderer in abgelegenen Gebieten allein auf einen Mikrofilter. Viren werden dagegen hauptsächlich über menschliche Fäkalien verbreitet. Je näher du an Menschen bist – Hütten, Dörfer, beliebte Badeseen, Campingplätze – und je schlechter die Abwasserentsorgung, desto wichtiger wird Virenschutz. Für solches Wasser kombinierst du den Filter mit chemischer Entkeimung oder UV oder kochst das Wasser ab.
Ein Gerät, das als Purifier (Wasserentkeimer) statt als Filter verkauft wird, soll auch Viren entfernen oder inaktivieren. Achte auf unabhängige Prüfungen nach anerkannten Protokollen, etwa dem US-EPA-Prüfstandard für mikrobiologische Wasseraufbereiter: Er verlangt 99,9999 % Reduktion bei Bakterien, 99,99 % bei Viren und 99,9 % bei Protozoen-Zysten.
Wasserfilter vs. Wasserentkeimer (Purifier)
Filter (Mikrofilter)
- Entfernt Protozoen und Bakterien
- Hält keine Viren zurück
- Leichter, schneller, günstiger
- Ausreichend in abgelegener Wildnis mit wenig menschlichem Einfluss
Purifier
- Entfernt oder tötet auch Viren
- Ultrafilter, Elektroadsorption oder Filter + Chemie
- Schwerer, langsamer oder teurer
- Nötig nahe Ortschaften und auf Fernreisen
Welcher Wasserfilter ist der beste? Filtertypen im Vergleich
Den einen besten Wasserfilter gibt es nicht – nur den besten für deine Gruppengröße, deine Route und dein Klima. Fast alle Bauformen nutzen eines von zwei Filterelementen: Hohlfasern (Bündel dünner Kunststoffröhrchen mit mikroskopisch feinen Poren in der Wand) oder Keramik (eine poröse Tonkartusche). Sie unterscheiden sich darin, wie das Wasser hindurchbewegt wird.
Squeeze- und Inline-Hohlfaserfilter
Eine kleine Kartusche wird auf eine weiche Flasche oder einen Beutel geschraubt; du drückst das Schmutzwasser hindurch in einen sauberen Behälter oder saugst wie an einem Strohhalm. Leicht (oft unter 100 g), schnell und günstig im Unterhalt. Die Nähte der Quetschbeutel sind die häufigste Schwachstelle – nimm einen Ersatzbeutel mit oder nutze eine robuste Flasche.
Schwerkraftfilter
Ein Schmutzwassersack mit 3–10 Litern hängt an einem Ast, ein Schlauch führt durch eine Hohlfaserkartusche in einen sauberen Behälter. Du gehst weg und lässt die Schwerkraft arbeiten – ideal für Gruppen und das Basislager. Wird der Sack leerer, sinkt der Durchfluss; je höher du ihn aufhängst, desto mehr Druck.
Pumpfilter
Eine Handpumpe drückt das Wasser durch ein Keramik- oder Faserelement. Pumpen saugen auch aus flachen Pfützen und Felsmulden, in die keine Flasche passt. Sie sind schwerer und haben mehr bewegliche Teile, dafür lassen sich Keramikpumpen immer wieder reinigen.
Trinkhalm- und Flaschenfilter
Mit dem Trinkhalm trinkst du direkt aus der Quelle, beim Flaschenfilter sitzt das Element im Deckel. Beides ist ein prima Notfall-Backup, aber einen Kochtopf kannst du damit kaum füllen, und größere Mengen anzusaugen ist mühsam.
Keramikfilter
Keramikkartuschen sind langsamer und schwerer, aber sehr robust und oft mit einem Aktivkohlekern kombiniert. Die zugesetzte Außenschicht lässt sich abschrubben, bis eine Lehre anzeigt, dass die Wand zu dünn ist. Fallen sie herunter oder frieren sie nass ein, können sie reißen.
| Typ | Gewicht | Tempo | Ideal für | Schwachstellen |
|---|---|---|---|---|
| Squeeze / Inline Hohlfaser | ≈ 40–100 g | Schnell | Solo, schnelle Touren | Beutel platzen, Frostschäden |
| Schwerkraft Hohlfaser | ≈ 200–350 g | Freihändig, voll schnell | Gruppen, Lager | Aufhängepunkt nötig, langsamer bei leerem Sack |
| Pumpe (Faser oder Keramik) | ≈ 300–600 g | Mittel, anstrengend | Flache Quellen, Expeditionen | Schwer, bewegliche Teile, Dichtungen |
| Trinkhalm / Flaschenfilter | ≈ 30–200 g | Nur schluckweise | Notfall-Backup, Tagestouren | Töpfe schwer zu füllen, Saugaufwand |
| Keramik Schwerkraft / Pumpe | ≈ 400–1.000 g | Langsam | Trübes Wasser, lange Lager | Reißt bei Sturz oder Frost |
Welcher Filter passt zu dir?
Filterst du für eine Gruppe oder ein festes Lager?
Ja → Schwerkraftfilter mit 4–10-L-Schmutzsack.Nein → Weiter.Musst du aus flachen Pfützen oder Felsmulden schöpfen?
Ja → Pumpfilter (Keramik bei trübem Wasser).Nein → Weiter.Zählt auf einer Solotour jedes Gramm?
Ja → Squeeze- oder Inline-Hohlfaserfilter plus Tabletten als Reserve.Nein → Squeeze-Filter oder robustes Keramiksystem.Bist du nahe Ortschaften oder auf Fernreise unterwegs?
Ja → Purifier mit Virenschutz wählen oder Chlordioxid / Abkochen ergänzen.Nein → In abgelegener Natur reicht meist ein Mikrofilter.
Filtern in der Praxis: Tempo, Kapazität und Tagesablauf
Wie viel Wasser du pro Tag filterst, entscheidet, welches System bequem ist. Ein Solowanderer braucht an einem milden Tag inklusive Kochwasser vielleicht 4–5 Liter, eine Vierergruppe schnell 20 Liter. Deinen eigenen Wert ermittelst du mit dem Wasserbedarf-Rechner – multipliziert mit den Tourtagen siehst du, ob die angegebene Filterkapazität ausreicht.
Das Tempo hängt vom Druck und vom Zustand des Elements ab. Ein frischer Squeeze-Filter füllt eine Literflasche bei kräftigem Drücken in etwa einer Minute; ein hoch aufgehängter Schwerkraftsack schafft das freihändig, während du das Tarp aufbaust. Mit zunehmender Verschmutzung verdoppeln oder verdreifachen sich die Zeiten – das ist dein Signal zum Rückspülen. Pumpen ist pro Liter am langsamsten, dafür erreichst du Quellen, an die andere Systeme nicht herankommen.
Ein einfacher Tagesablauf
- Abends: Schwerkraftsack oder Schmutzbeutel an der Quelle füllen und genug für Abendessen, Frühstück und die ersten Wanderstunden filtern.
- Nachts: Filter im Zipbeutel mit in den Schlafsack, sobald Frost möglich ist.
- Tagsüber: an jeder guten Quelle nachfüllen und filtern, statt zu warten, bis die Flasche leer ist – das beste Wasser ist oft das, an dem du vorbeikommst, nicht das, das du erst erreichst.
- Auf langen Touren wöchentlich: gründlich rückspülen, Dichtungen und Beutel prüfen, außen trocknen.
Gefiltertes Wasser schmeckt nach seiner Quelle: Ein Moorbach im Hochmoor bleibt leicht bräunlich und erdig, weil gelöste Huminstoffe die Membran passieren. Die Färbung selbst ist harmlos, kann aber ein Hinweis darauf sein, dass auch andere gelöste Stoffe aus dem Einzugsgebiet im Wasser sind. Beurteile deshalb die Quelle, nicht nur das Glas.
Wasserfilter im Test: worauf achten?
Wer Wasserfilter vergleicht, sollte weniger auf Werbeversprechen mit riesigen Literzahlen achten als auf überprüfbare Angaben: absolute Porengröße, unabhängige Prüfberichte nach anerkannten Normen, Ersatzteilversorgung (Beutel, Dichtungen, Kartuschen), Frostempfindlichkeit und Gewicht. Wichtig ist auch, ob der Filter auf gängige Flaschengewinde passt – so kannst du im Notfall einfach eine PET-Flasche als Schmutzwasserbehälter nutzen.
Squeeze-Filter benutzen – Schritt für Schritt
1
Schmutzbeutel füllenHalte den Beutel mit der Öffnung stromaufwärts in die Hauptströmung, knapp unter die Oberfläche. Nicht über den Grund schrammen und den schlammigen Rand meiden.
2
Filter aufschraubenDie Kartusche handfest auf den Beutel schrauben. Ab jetzt gelten Beutel, Gewinde und deine nasse Hand als Schmutzseite.
3
Umdrehen und drückenBeutel kopfüber über eine saubere Flasche halten und mit beiden Händen sanft drücken. Ein gleichmäßiger Strahl ist richtig; festes Quetschen belastet nur die Nähte.
4
Aufrollen statt auswringenWird der Beutel leer, rollst du ihn vom Ende zum Filter hin auf. Verdrehen oder Auswringen ist der häufigste Grund für geplatzte Nähte.
5
Sauberen Auslauf verschließenSchließ die Auslaufkappe, bevor du den Filter ablegst. Aufbereitetes Wasser bleibt in seiner markierten Flasche, der saubere Auslauf berührt nie Beutel oder Bach.
So sieht ein Filterdurchgang aus, wenn alles stimmt
- Durchfluss: Ein frischer Squeeze-Filter füllt eine Literflasche bei kräftigem, gleichmäßigem Druck in etwa einer Minute. Dauert es zwei- bis dreimal so lange, ist Rückspülen fällig.
- Ergebnis: klares Wasser, auch aus leicht trübem Ausgangswasser. Trübes Filtrat heißt: Element beschädigt oder falsch zusammengesetzt – aufhören und eine andere Methode nutzen.
- Beutel: glatte Nähte, kein Tropfen am Gewinde. Nasse Finger auf der sauberen Seite deuten auf ein Leck hin.
- Saubere Seite: Auslauf, Reinflasche und ihr Gewinde hatten zu keinem Zeitpunkt Kontakt mit Rohwasser.
Schwerkraftfilter aufbauen
1
Schmutzsack füllenDen 3–10-Liter-Sack an der Quelle an der klarsten Stelle füllen. Gut verschließen, bevor du ihn ins Lager trägst.
2
An einen Ast hängenDen Sack an der Schlaufe an einen kräftigen Ast oder Trekkingstock hängen. Prüfe, ob der Ast hält – ein voller 4-Liter-Sack wiegt rund 4 kg.
3
Filter anschließen, weggehenDen Schlauch durch die Hohlfaserkartusche in eine saubere Flasche oder einen Sack am Boden führen. Während die Schwerkraft arbeitet, baust du das Tarp auf.
4
Höher heißt schnellerDer Durchfluss hängt vom Höhenunterschied zwischen Sack und Filter ab. Wird er mit leerer werdendem Sack langsamer, erst höher hängen, bevor du den Filter verdächtigst.
Vorfiltern: der billigste Weg zu doppelter Filterlebensdauer
Nichts ruiniert einen Hohlfaserfilter schneller als Schwebstoffe. Feiner Ton und Gletschermehl setzen sich in den Poren fest, und jedes Rückspülen holt weniger davon heraus. Vorfiltern entfernt die grobe Last, bevor sie die Membran erreicht – der Filter arbeitet schneller und hält länger. Es hilft auch jeder anderen Methode: Trübes Wasser schirmt Keime vor UV-Licht ab und verbraucht chemische Entkeimungsmittel.
- Absetzen lassen: Schlammiges Wasser 30 Minuten bis mehrere Stunden im Topf oder Beutel stehen lassen und den klaren Teil abgießen.
- Tuch: durch ein Halstuch, ein mehrfach gefaltetes Schlauchtuch oder einen Kaffeefilter gießen. Kaffeefilter halten erstaunlich feine Teilchen zurück.
- Ansaugsieb: Viele Pumpen haben einen Schaum- oder Siebvorfilter am Ansaugschlauch – nicht auf den Grund legen.
- Improvisierter Sedimentfilter: Für sehr schmutziges Wasser klärt ein Schichtfilter aus Sand und Holzkohle – siehe Wasserfilter selber bauen. Er klärt das Wasser, macht es aber nicht sicher.
Ablauf bei trübem Wasser
- SchöpfenAn der ruhigsten, klarsten Stelle, nicht vom Grund.
- Absetzen30 Min. oder länger, dann oben abgießen.
- VorfilternHalstuch oder Kaffeefilter.
- FilternIn eine saubere, markierte Flasche.
- Bei Bedarf entkeimenChlordioxid oder Abkochen bei Virenrisiko.
Filterpflege: Rückspülen, Reinigen, Lagern
Jeder Filter wird langsamer, je mehr Schmutz er sammelt. Die Abhilfe hängt vom Element ab: Hohlfaserfilter werden rückgespült, Keramik wird abgeschrubbt, Aktivkohle wird ersetzt. Halte dich immer an die Herstellerangaben – die Schritte unten zeigen das Grundprinzip.
So spülst du einen Hohlfaserfilter zurück
1
Nur sauberes Wasser verwendenDie Rückspülspritze mit bereits gefiltertem oder aufbereitetem Wasser aus deiner Reinflasche füllen. Rohwasser würde Keime direkt auf die saubere Seite drücken.
2
Gegen die Flussrichtung drückenSpritze auf den Reinwasserauslass setzen und kräftig drücken. Das Wasser läuft rückwärts durch die Fasern, braune Rückstände kommen am Schmutzeinlass heraus.
3
Wiederholen, bis es klar läuft – wegkippenZwei, drei kräftige Stöße stellen meist einen Großteil des Durchflusses wieder her. Das Spülwasser auf den Boden laufen lassen, weit weg von Quelle und Reinflaschen.
4
Außen trocknen und sicher lagernManche Modelle dürfen nie austrocknen, andere sollen trocken gelagert werden – siehe Anleitung. Vor monatelanger Lagerung empfehlen viele Hersteller eine schwache Desinfektionslösung. Bruchsicher und frostfrei verpacken.
Kreuzkontamination vermeiden
Die größte Schwachstelle eines Filters ist nicht die Membran, sondern deine Hände. Ein einziger Tropfen Rohwasser am Reinwasserauslass, am Gewinde der sauberen Flasche oder an deinem Becher macht die ganze Arbeit zunichte. Markiere Schmutz- und Reinflasche deutlich (Klebeband, Farbe, Knoten in der Schnur), halte den Auslass nie in die Quelle und verschließe Schläuche. Nach dem Filtern Hände waschen oder desinfizieren, bevor du saubere Behälter anfasst – unser Ratgeber Wasserbehälter zeigt Systeme, die das erleichtern.
Wann ist ein Filter verbraucht?
Ein Hohlfaserfilter, der nach dem Rückspülen nicht mehr gut durchläuft, ist dauerhaft verstopft. Ein Keramikelement ist am Ende, wenn die Lehre eine zu dünne Wand anzeigt. Aktivkohle ist erschöpft, wenn der Geschmack nicht mehr besser wird oder die angegebene Literzahl erreicht ist. Und jeder Filter, der hart heruntergefallen ist, nass eingefroren war oder Risse zeigt, gilt als unzuverlässig.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Was tun |
|---|---|---|
| Durchfluss nur noch ein Rinnsal | Poren mit Schwebstoffen zugesetzt | Mit sauberem Wasser rückspülen; die nächsten Füllungen absetzen lassen und vorfiltern |
| Nach dem Rückspülen weiter langsam | Dauerhaft verstopft | Kartusche ersetzen; bis dahin abkochen oder Tabletten nutzen |
| Plötzlich schneller als neu | Fasern durch Frost oder Stoß gerissen | Als defekt behandeln: auf Abkochen oder Chemie umsteigen und ersetzen |
| Es tropft am Gewinde | O-Ring fehlt oder verdreht, schief aufgeschraubt | Abschrauben, O-Ring richtig einlegen, gerade und handfest aufschrauben |
| Beutel leckt an der Naht | Zu fest gedrückt oder ausgewrungen | Ersatzbeutel oder robuste Flasche nutzen; aufrollen statt wringen |
| Filtrat sieht trüb aus | Element beschädigt oder falsch montiert | Nicht weiter benutzen – das Wasser ist nicht verlässlich gefiltert |
Frostschäden: der unsichtbare Filterkiller
Nasse Hohlfasern enthalten Wasser. Gefriert es, dehnt es sich aus und kann die Faserwände sprengen – die Löcher sind dann viel größer als die angegebene Porengröße. Der Filter sieht normal aus und läuft vielleicht sogar schneller, doch Bakterien und Protozoen kommen nun hindurch. Die meisten Hersteller geben an, dass einem Hohlfaserfilter, der nass eingefroren sein könnte, nicht mehr zu trauen ist, und viele Modelle lassen sich unterwegs nicht zuverlässig prüfen.
Im Winter sind Kocher und Topf ohnehin meist die bessere Hauptmethode – du brauchst sie zum Schneeschmelzen, und Abkochen ist unabhängig von Kälte. Chemische Tabletten wirken auch in der Kälte, brauchen aber längere Einwirkzeiten. Ein Squeeze-Filter kann tagsüber nützlich bleiben, wenn du ihn warm hältst – eine Reservemethode gehört trotzdem immer dazu.
Vor jeder Tour: der Filter-Check
Filter-Checkliste vor der Tour
- Durchfluss nach einem Testlauf mit Leitungswasser normal
- Keine Risse an Gehäuse, Schläuchen oder Kartusche; O-Ringe vorhanden
- Schmutzbeutel oder -sack dicht, Nähte intakt
- Rückspülspritze oder Reinigungspad eingepackt
- Schmutz- und Reinbehälter deutlich markiert
- Reservemethode dabei: Tabletten oder Kocher und Topf
- Filterkapazität reicht für die Tour – siehe Wasserbedarf-Rechner
Nimm Filter und Reserve in deine Bushcraft-Packliste auf oder stell dir mit dem Ausrüstungsplaner eine Liste mit Gewichten zusammen. Verstaue den Filter im Rucksack so, dass er nicht gequetscht wird – ideal sind Deckelfach oder Seitentasche.
Filtern plus: Wann du Methoden kombinierst
Filtern ist die ideale erste Stufe einer Aufbereitungskette. Kombiniert mit einer zweiten Methode deckst du alle Erregergruppen ab:
- Filter + Chlordioxid: Der Filter entfernt Kryptosporidien, gegen die Chemie nur langsam wirkt, das Chlordioxid inaktiviert Viren. Eine starke, leichte Kombination für Reisen.
- Filter + Abkochen: Das Filtern klärt das Wasser, das Abkochen erledigt den Rest. Praktisch, wenn du sowieso kochst – den Brennstoffbedarf schätzt der Siedepunkt- und Brennstoff-Rechner.
- Filter + UV: Gefiltertes, klares Wasser ist genau das, was UV-Lampen für eine zuverlässige Wirkung brauchen.
Im Lager macht Abkochen in deinem Kochgeschirr auf dem Kocher oder über einem Feuer, das du mit sicherem Feuer machen entzündet hast, die zweite Stufe fast kostenlos. Wasseraufbereitung gehört zu den Kernthemen von Bushcraft für Anfänger.
Abgedeckte Erregergruppen

| Typ | Gewicht | Entfernt Viren | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Squeeze Hohlfaser | 40–100 g | Nein | Solo, ultraleicht |
| Schwerkraft Hohlfaser | 200–350 g | Nein | Gruppe, Lager |
| Pumpe (Keramik/Faser) | 300–600 g | Nein | Flache oder trübe Quellen |
| Trinkhalm / Flasche | 30–200 g | Nein | Backup |
| Purifier mit Virenschutz | 300–600 g | Ja | Reisen, nahe Ortschaften |
Häufige Fehler
- Glauben, ein Mikrofilter entferne Viren.
- Einen nassen Hohlfaserfilter über Nacht einfrieren lassen.
- Trübes Wasser ohne Absetzen oder Vorfiltern filtern.
- Reinwasserauslass oder saubere Flasche mit Rohwasser oder schmutzigen Händen berühren.
- Mit ungefiltertem Wasser rückspülen.
- Erwarten, dass ein Filter Chemikalien, Nitrat oder Salz entfernt.
- Keine Reservemethode dabeihaben, falls der Filter bricht oder verstopft.
Das brauchst du
- Hohlfaser-Squeeze- oder Schwerkraftfilter
- Rückspülspritze
- Markierter Schmutzbeutel und saubere Flasche
- Halstuch oder Kaffeefilter zum Vorfiltern
- Chlordioxid-Tabletten als Reserve
- Zipbeutel, um den Filter nachts warm zu halten