Kochen

Stockbrot Rezept & Bannock: Stockbrotteig mit und ohne Hefe fürs Lagerfeuer

16 Min. Lesezeit · Aktualisiert

Ein gutes Stockbrot Rezept braucht nur fünf Zutaten: pro Person etwa 100–125 g Mehl, eine Prise Salz, einen Esslöffel Öl, Wasser und entweder Backpulver (schnell) oder Hefe (fluffiger). Den Teig wickelst du als Spirale um einen entrindeten, grünen Stock und backst ihn 10–15 Minuten über der Glut – nicht in den Flammen.

Derselbe Teig wird in Schottland und Kanada als Bannock in der Pfanne gebacken – ideal für Touren, weil die trockene Mischung wochenlang hält. Hier bekommst du Mengen für beide Varianten, eine Backmischung zum Mitnehmen, Tipps zum richtigen Stock, Stockbrot für Kinder und eine Fehlertabelle. Die Grundlagen findest du unter Kochen am Lagerfeuer und im Guide Bushcraft für Anfänger.

Schritt für Schritt

  1. Flammen20–30 minGlühende Glut
    1

    Feuer zu Glut herunterbrennen

    Stockbrot backt über Glut, nicht über Flammen. Rechne 20–30 Minuten, bis ein kleines Hartholzfeuer eine gleichmäßige Glut hat.

  2. 60–75 ml100–125 g Mehl / PersonWeich, nicht klebrig
    2

    Stockbrotteig anrühren

    Pro Person 100–125 g Mehl, Salz, Öl und Backpulver oder Hefe mit Wasser zu einem weichen, nicht klebrigen Teig kneten.

  3. 20–25 cm1,5–2,5 cm dickHasel oder Birke, frisch1–1,5 m lang
    3

    Stock vorbereiten

    Nimm einen daumendicken, frischen Stock von Hasel oder Birke, 1–1,5 m lang, und entrinde die oberen 20–25 cm.

  4. Teigschlange ~1 cmKleine Lücken, Enden fest
    4

    Teig um den Stock wickeln

    Roll den Teig zu einer fingerdicken Schlange und wickle sie spiralförmig mit kleinen Lücken um das warme Stockende.

  5. 15–20 cm10–15 Min., ständig drehen
    5

    Über der Glut backen

    Halte das Stockbrot 15–20 cm über die Glut und dreh es ständig, bis es nach 10–15 Minuten goldbraun ist.

Stockbrot und Bannock: Was ist der Unterschied?

Stockbrot kennst du wahrscheinlich vom Zeltlager oder Pfadfinderabend: Hefe- oder Backpulverteig, um einen Stock gewickelt und über der Glut gebacken. Bannock ist im Grunde derselbe Teig, stammt aber aus einer anderen Tradition. Ursprünglich war Bannock ein flaches, rundes Brot aus Schottland, früher aus Hafer oder Gerste auf einem heißen Stein gebacken. Mit Pelzhändlern kam es nach Kanada, wo es bis heute als schnelles Pfannenbrot mit Backpulver verbreitet ist – und von indigenen Gemeinschaften seit Generationen weiterentwickelt wurde.

Für Bushcraft ist das ideal: kein Ofen, kein langes Kneten, und die trockenen Zutaten wiegen wenig und halten lange. Am Feuer kommt nur noch Wasser dazu – ob du dann Stockbrot am Stock, Bannock in der Pfanne oder Fladen in der Asche backst, entscheidest du vor Ort.

Stockbrot Rezept: Mengen pro Person

Beim Stockbrot geht es mehr um Verhältnisse als um exakte Grammangaben. Wenn du die kennst, kannst du für dich allein oder für eine ganze Schulklasse ohne Waage rechnen. Als Faustregel gilt: Wasser ist etwa 55–65 % des Mehlgewichts.

Stockbrotteig: Mengen pro Person
ZutatStockbrot ohne HefeStockbrot mit HefeWozu
Mehl (Type 405 oder 550)100–125 g100–125 gGrundgerüst; 100 g als Snack, 125 g als Mahlzeit
Backpulver1 gestr. TL (4–5 g)–Lockert sofort, ohne Wartezeit
Hefe–ca. 2 g Trockenhefe oder 5 g frische HefeMehr Geschmack, braucht 30–60 Min. Gehzeit
Salz1 Prise (1–2 g)1–2 gGeschmack
Öl oder Butter10–15 g (1 EL)10 gMacht den Teig geschmeidig
Zucker (optional)1 TL1 TLBräunung; füttert die Hefe
Wasser oder Milch60–75 ml55–65 ml, lauwarmNach und nach zugeben

Für 4 Personen mit Hefe: 500 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe (7 g) oder ½ Würfel frische Hefe (21 g), 1 TL Salz, 1 TL Zucker, 3 EL Öl, 250–300 ml lauwarmes Wasser.

Stockbrot mit Hefe

Die klassische Variante für Lagerfeuerabende. Löse die Hefe mit dem Zucker in lauwarmem (nicht heißem) Wasser, gib Mehl, Salz und Öl dazu und knete den Teig etwa 5 Minuten, bis er glatt ist. Abgedeckt an einem warmen Ort – neben dem Feuer, nicht darauf – geht er in 30–60 Minuten auf etwa das Doppelte auf. An kühlen Abenden dauert es deutlich länger. Deshalb setzen viele den Hefeteig schon zu Hause oder direkt nach der Ankunft an.

Stockbrot ohne Hefe

Mit Backpulver bist du in fünf Minuten startklar – perfekt für Touren und spontane Feuer. Mehl, Backpulver und Salz mischen, Öl dazu, Wasser nach und nach unterkneten, 30 Sekunden kneten, fertig. Backpulver reagiert schon beim Anfeuchten und noch mal bei Hitze, also lass den Teig nicht länger als 10–15 Minuten stehen. Der Teig wird etwas kompakter, eher wie ein Scone.

Stockbrotteig anrühren und kneten

  1. Backmischung in die Schüssel – Schütte eine Portion Backmischung (Mehl, Backpulver, Salz, evtl. Milchpulver) in eine Schüssel, einen Topf oder direkt in den geöffneten Zipbeutel. Klümpchen mit den Fingern zerdrücken.1
    Backmischung in die Schüssel

    Schütte eine Portion Backmischung (Mehl, Backpulver, Salz, evtl. Milchpulver) in eine Schüssel, einen Topf oder direkt in den geöffneten Zipbeutel. Klümpchen mit den Fingern zerdrücken.

  2. Fett dazu – Pro Person etwa 1 EL Öl oder weiche Butter einarbeiten, bis die Mischung wie grobe Krümel aussieht. Das Fett umhüllt das Mehl und macht die Krume zart.2
    Fett dazu

    Pro Person etwa 1 EL Öl oder weiche Butter einarbeiten, bis die Mischung wie grobe Krümel aussieht. Das Fett umhüllt das Mehl und macht die Krume zart.

  3. Wasser nach und nach – 60–75 ml Wasser in zwei, drei Portionen zugießen und rühren. Aufhören, sobald kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist – Wasser nachgießen geht immer, herausholen nie.3
    Wasser nach und nach

    60–75 ml Wasser in zwei, drei Portionen zugießen und rühren. Aufhören, sobald kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist – Wasser nachgießen geht immer, herausholen nie.

  4. Etwa 30 Sekunden kneten – Den Teig nur so lange falten und drücken, bis er zusammenhält und glatt ist. Langes Kneten macht Backpulverteig zäh; nur Hefeteig braucht die vollen 5 Minuten.4
    Etwa 30 Sekunden kneten

    Den Teig nur so lange falten und drücken, bis er zusammenhält und glatt ist. Langes Kneten macht Backpulverteig zäh; nur Hefeteig braucht die vollen 5 Minuten.

  5. Portionieren und bald backen – Für den Stock in Stücke von 80–100 g teilen oder einen Fladen für die Pfanne formen. Backpulverteig innerhalb von 10–15 Minuten aufs Feuer bringen.5
    Portionieren und bald backen

    Für den Stock in Stücke von 80–100 g teilen oder einen Fladen für die Pfanne formen. Backpulverteig innerhalb von 10–15 Minuten aufs Feuer bringen.

Drei Teigkugeln im Vergleich: zu nass und klebrig, richtig und glatt, zu trocken und rissig
Teigprobe: Zu nasser Teig klebt am Finger und läuft auseinander, der richtige ist glatt und formstabil, zu trockener reißt an den Rändern.

So sieht der Teig richtig aus

Drück eine bemehlte Fingerspitze in den Teig. Guter Stockbrotteig fühlt sich an wie weiche Knete: Die Delle bleibt, am Finger klebt nichts, und die Oberfläche ist eher matt als glänzend. Ziehen sich Teigfäden am Finger, knete teelöffelweise Mehl unter. Reißen die Ränder, wenn du ein Stück flach drückst, mach die Hände nass und knete noch einmal durch – so kommt gerade genug Wasser dazu, ohne dass der Teig schlaff wird.

Stockbrot mit oder ohne Hefe?

Mit Backpulver

  • In 5 Minuten fertig zum Backen
  • Funktioniert auch bei Kälte
  • Kompakter, mürber Teig
  • Ideal für Touren und die Pfanne
vs

Mit Hefe

  • 30–60 Min. Gehzeit, bei Kälte länger
  • Weicher, fluffiger, aromatischer
  • Der Klassiker für Gruppen
  • Ideal für Grillplatz und Zeltlager

Backmischung für unterwegs: Stockbrot im Zipbeutel

Der beste Stockbrot-Trick passiert in deiner Küche. Füll pro Mahlzeit Mehl, Backpulver, Salz und etwas Milchpulver in einen Zipbeutel und schreib drauf, wie viel Wasser und Öl dazukommen. Am Feuer gießt du nur Wasser in den Beutel, knetest ihn von außen durch und hast saubere Hände und keinen Abwasch.

Halte die Mischung trocken und luftdicht, denn feuchtes Backpulver verliert seine Triebkraft. Kühl und trocken gelagert hält sie mehrere Wochen. Wie du Lebensmittel draußen vor Nässe und Tieren schützt, steht unter Lebensmittel draußen lagern. Wie viele Portionen du für eine Tour brauchst, rechnet dir der Kalorien- & Essensplaner aus, und in der Bushcraft-Packliste siehst du, wo der Beutel hingehört.

Backmischung pro Person (eine Mahlzeit)

  • 110 g Weizenmehl (oder 80 g Weizenmehl + 30 g Vollkornmehl)
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Milchpulver (optional)
  • 1 TL Zucker (optional, für schöne Bräune)
  • Aufschrift: „+ 1 EL Öl + ca. 70 ml Wasser“

Welcher Stock eignet sich für Stockbrot?

Der Stock entscheidet mit darüber, ob dein Stockbrot gelingt. Ideal ist ein gerader, frischer Stock von etwa Daumendicke (1,5–2,5 cm) und 1–1,5 m Länge. Ist er zu dünn, wird der Teigring dünn und verbrennt schnell; ein dickerer Stock hinterlässt ein Loch, das du später füllen kannst.

Nimm nur Holz, das du sicher bestimmen kannst und das als unbedenklich gilt – bewährt sind Hasel und Birke. Tabu sind Eibe, Goldregen, Stechpalme und alles, was du nicht sicher erkennst, außerdem lackiertes, behandeltes oder imprägniertes Holz. Entrinde die oberen 20–25 cm mit einem Bushcraft-Messer, denn Rinde schmeckt bitter und ist schmutzig. Wie du dabei sicher vom Körper weg schnitzt, zeigt Schnitzen – Grundlagen.

Frische Äste von lebenden Bäumen darfst du übrigens nicht einfach abschneiden: Die Waldgesetze der Länder erlauben das nur mit Zustimmung des Waldbesitzers, und in Schutzgebieten ist es ganz verboten. Auf vielen Grillplätzen und in Zeltlagern gibt es vorbereitete Stöcke – oder du bringst eigene vom Gartenschnitt mit.

Stockbrot backen: Schritt für Schritt über der Glut

Wenn Teig und Stock bereit sind, kommt es nur noch auf Geduld an. Die meisten verbrannten oder rohen Stockbrote entstehen, weil sie zu nah an die Flammen gehalten werden.

So backst du Stockbrot richtig

  1. Stock anwärmen – Halte das entrindete Ende etwa eine Minute über die Glut. An einem warmen, trockenen Stock hält der Teig besser, und das Brot gart auch von innen.1
    Stock anwärmen

    Halte das entrindete Ende etwa eine Minute über die Glut. An einem warmen, trockenen Stock hält der Teig besser, und das Brot gart auch von innen.

  2. Schlange rollen – Roll 80–100 g Teig zwischen den Handflächen zu einer Schlange von rund 1 cm Dicke und 40–50 cm Länge. Von der Mitte nach außen rollen, dann wird sie gleichmäßig.2
    Schlange rollen

    Roll 80–100 g Teig zwischen den Handflächen zu einer Schlange von rund 1 cm Dicke und 40–50 cm Länge. Von der Mitte nach außen rollen, dann wird sie gleichmäßig.

  3. Aufwickeln – Wickle den Teig spiralförmig mit kleinen Lücken um das warme Stockende und drück Anfang und Ende fest an, damit sich nichts abwickelt.3
    Aufwickeln

    Wickle den Teig spiralförmig mit kleinen Lücken um das warme Stockende und drück Anfang und Ende fest an, damit sich nichts abwickelt.

  4. Über der Glut backen – Halte das Stockbrot 15–20 cm über glühende Kohlen – nie in die Flammen – und dreh es langsam und ohne Pause, alle paar Sekunden eine Vierteldrehung.4
    Über der Glut backen

    Halte das Stockbrot 15–20 cm über glühende Kohlen – nie in die Flammen – und dreh es langsam und ohne Pause, alle paar Sekunden eine Vierteldrehung.

  5. Garprobe – Nach 10–15 Minuten ist es rundum goldbraun, klingt beim Klopfen hohl und lässt sich mit einer leichten Drehung vom Stock ziehen.5
    Garprobe

    Nach 10–15 Minuten ist es rundum goldbraun, klingt beim Klopfen hohl und lässt sich mit einer leichten Drehung vom Stock ziehen.

Stockbrot über Glut gebacken im Vergleich zu Stockbrot, das in den Flammen verbrennt
Über der Glut mit 15–20 cm Abstand backt das Stockbrot gleichmäßig durch; in den Flammen wird es außen schwarz und bleibt innen roh.

Kontrollpunkte beim Backen

  • Nach 2–3 Minuten: Der Teig wird von glänzend zu matt und fester. Bräunt er jetzt schon, bist du zu nah dran.
  • Nach 5–8 Minuten: rundum hellgoldene Stellen, die Spirale ist aufgegangen und hat die Lücken fast geschlossen.
  • Nach 10–15 Minuten: gleichmäßig goldbraun, trocken beim Anfassen, und das Brot dreht sich locker auf dem Stock. Genau dieses lockere Drehen ist das sicherste Zeichen, dass es innen durch ist.

Tipp für Gruppen: Back das erste Stockbrot des Abends als Probestück und brich es auf. Dann weißt du, wie lange die Glut heute braucht, und kannst allen anderen sagen, wann ihr Brot fertig ist.

Bannock aus der Pfanne und Aschebrot

Bannock in der Pfanne

So wird Bannock im kanadischen Norden traditionell gebacken. Es ist weniger fummelig als Stockbrot und macht mehrere Leute auf einmal satt. Drück den Stockbrotteig ohne Hefe zu einem Fladen von 1,5–2 cm Dicke in Pfannengröße. Etwas Öl in die Pfanne, kleine Hitze – ein paar Glutstücke am Feuerrand oder die kleinste Kocherstufe – und Deckel drauf. Nach 6–10 Minuten wenden, noch mal so lange backen, bis beide Seiten goldbraun sind und das Brot beim Klopfen hohl klingt.

Schwere Pfannen aus Stahl oder Gusseisen verteilen die Hitze gleichmäßig, dünne Alupfannen lassen den Boden schnell anbrennen. Einen Materialvergleich findest du unter Kochgeschirr. Für ein dickeres Brot mit Glut auf dem Deckel eignet sich der Dutch Oven perfekt.

Bannock in der Pfanne – Schritt für Schritt

  1. Fladen formen – Den Teig mit der Handfläche zu einem 1,5–2 cm dicken Fladen drücken, etwas kleiner als die Pfanne. Gleichmäßige Dicke heißt gleichmäßig gar.1
    Fladen formen

    Den Teig mit der Handfläche zu einem 1,5–2 cm dicken Fladen drücken, etwas kleiner als die Pfanne. Gleichmäßige Dicke heißt gleichmäßig gar.

  2. Pfanne auf kleiner Hitze ölen – Eine dünne Schicht Glut an den Feuerrand ziehen und die Pfanne auf Steinen darüber stellen. Etwas Öl hinein und warten, bis es leicht schimmert.2
    Pfanne auf kleiner Hitze ölen

    Eine dünne Schicht Glut an den Feuerrand ziehen und die Pfanne auf Steinen darüber stellen. Etwas Öl hinein und warten, bis es leicht schimmert.

  3. Deckel drauf – Fladen einlegen, Deckel auflegen und 6–10 Minuten backen. Die gestaute Hitze lässt die Oberseite fest werden, während die Unterseite bräunt.3
    Deckel drauf

    Fladen einlegen, Deckel auflegen und 6–10 Minuten backen. Die gestaute Hitze lässt die Oberseite fest werden, während die Unterseite bräunt.

  4. Einmal wenden – Ist die Unterseite goldbraun und der Rand trocken, mit dem Pfannenwender wenden – oder auf den Deckel gleiten lassen und umgedreht zurück. Zweite Seite genauso backen.4
    Einmal wenden

    Ist die Unterseite goldbraun und der Rand trocken, mit dem Pfannenwender wenden – oder auf den Deckel gleiten lassen und umgedreht zurück. Zweite Seite genauso backen.

  5. Garprobe – Beide Seiten goldbraun, Rand fest, klingt beim Klopfen hohl. Bräunt der Boden schon vor 5 Minuten, beim nächsten Fladen die Glut halbieren.5
    Garprobe

    Beide Seiten goldbraun, Rand fest, klingt beim Klopfen hohl. Bräunt der Boden schon vor 5 Minuten, beim nächsten Fladen die Glut halbieren.

Aschebrot und heißer Stein

Ganz ohne Ausrüstung backst du Fladen direkt im Feuer: Drück einen festen Teig 1–1,5 cm flach, zieh heiße Asche und Glut glatt, leg den Fladen darauf und bedecke ihn dünn mit heißer Asche. Nach 5–8 Minuten pro Seite abklopfen und Asche abbürsten. Verwende nur Asche von sauberem, naturbelassenem Holz. Alternativ heizt du einen flachen, trockenen Stein 30 Minuten neben dem Feuer auf und backst dünne Fladen darauf. Steine aus Bächen oder nassem Boden nie verwenden – eingeschlossenes Wasser kann sie beim Erhitzen platzen lassen.

Aschebrot backen

  1. Glattes Bett ziehen – Heiße, weiße Asche und kleine Glutstücke zu einer ebenen Fläche ziehen, etwas größer als das Brot. Keine Flammen, keine großen glühenden Scheite.1
    Glattes Bett ziehen

    Heiße, weiße Asche und kleine Glutstücke zu einer ebenen Fläche ziehen, etwas größer als das Brot. Keine Flammen, keine großen glühenden Scheite.

  2. Fladen auflegen – Einen festen Teig 1–1,5 cm dick flach drücken. Weicher Teig saugt Asche auf und klebt fest.2
    Fladen auflegen

    Einen festen Teig 1–1,5 cm dick flach drücken. Weicher Teig saugt Asche auf und klebt fest.

  3. Mit heißer Asche bedecken – Eine dünne Schicht heiße Asche darüber verteilen. Etwa 5–8 Minuten backen, mit einem Stock wenden und die zweite Seite genauso lange.3
    Mit heißer Asche bedecken

    Eine dünne Schicht heiße Asche darüber verteilen. Etwa 5–8 Minuten backen, mit einem Stock wenden und die zweite Seite genauso lange.

  4. Abklopfen und abbürsten – Herausheben, gegen ein Holzscheit klopfen und die lose Asche abbürsten. Fertig ist es, wenn es hohl klingt und die Kruste rundum fest ist.4
    Abklopfen und abbürsten

    Herausheben, gegen ein Holzscheit klopfen und die lose Asche abbürsten. Fertig ist es, wenn es hohl klingt und die Kruste rundum fest ist.

Backmethoden im Vergleich
MethodeTeigdickeHitzeZeitIdeal für
Stockbrot am Stock1-cm-SchlangeGlut, 15–20 cm Abstand10–15 Min.Kinder, Gruppen, Snacks
Bannock in der Pfanne1,5–2 cm FladenKlein, wenig Glut, Deckel12–20 Min. gesamtFrühstück, mehrere Personen
Dutch Oven2–4 cm LaibGlut unten und auf dem Deckel20–30 Min.Größere Brote, Basislager
Aschebrot1–1,5 cm FladenHeiße Asche und Glut10–15 Min. gesamtGanz ohne Ausrüstung
Heißer Stein0,5–1 cm FladenVorgeheizter, trockener Stein3–5 Min. pro SeiteFladenbrot

Stockbrot-Varianten: herzhaft, süß, Vollkorn

Der Grundteig ist wandelbar. Extras mischst du schon zu Hause unter oder knetest sie am Feuer ein.

  • Herzhaft: geriebener Hartkäse (20–30 g pro Person), getrocknete Kräuter aus dem Supermarkt, Knoblauchpulver, klein gewürfelter Speck oder Salami, Paprikapulver. Keine selbst gesammelten Wildkräuter.
  • Süß: 1–2 TL Zucker, Zimt, Rosinen oder gehackte Trockenfrüchte, Schokostückchen. Süßer Teig verbrennt schneller – mehr Abstand halten.
  • Vollkorn: bis zur Hälfte des Mehls durch Vollkorn- oder Dinkelmehl ersetzen. Braucht etwas mehr Wasser und sättigt länger.
  • Mit Haferflocken: 20–30 % Mehl durch zarte Haferflocken ersetzen – eine Verbeugung vor dem schottischen Original.

Weitere Ideen für Eintöpfe, Suppen und One-Pot-Gerichte, zu denen Bannock passt, findest du in unseren Bushcraft-Rezepten.

Wie viele Kalorien hat Stockbrot?

Weizenmehl liefert grob 340–360 kcal pro 100 g, Öl oder Butter etwa 7–9 kcal pro Gramm. Eine typische Portion aus 110 g Mehl, 1 EL Öl und etwas Milchpulver kommt damit auf geschätzt 450–550 kcal. Die trockene Backmischung hat eine Energiedichte von rund 3,5–4 kcal pro Gramm – ungefähr die Stufe „Standard“ in unserem Kalorienplaner.

Geschätzte Energie pro Portion

  • Stockbrot schlicht (100 g Mehl, ohne Fett)Kleiner Snack
  • Standard-Bannock (110 g Mehl, Öl, Milchpulver)Portion für eine Mahlzeit
  • Käse-Stockbrot (+30 g Käse)Herzhaftes Mittagessen
  • Süßes Stockbrot (+Zucker, Rosinen)Energie für kalte Tage

Das sind Schätzwerte; die genauen Zahlen hängen von Mehl, Fett und Extras ab. Für exakte Werte schau auf die Nährwertangaben deiner Zutaten.

Stockbrot für Kinder: sicher am Lagerfeuer

Stockbrot ist oft die erste echte Aufgabe, die Kinder am Feuer übernehmen. Mit ein paar festen Regeln bleibt es sicher und macht allen Spaß. Für Kinder eignet sich der Hefeteig besonders gut, weil er weich und elastisch ist und nicht so leicht abfällt.

Checkliste Stockbrot mit Kindern

  • Ein Erwachsener beaufsichtigt das Feuer die ganze Zeit
  • Sicherheitskreis von etwa 1–1,5 m um das Feuer mit Steinen oder einem Stock markieren
  • Lange Stöcke (1–1,5 m), damit die Kinder weit genug weg bleiben
  • Stöcke vorher von Erwachsenen zuschneiden und entrinden lassen; Kinder schnitzen nur mit Anleitung
  • Lange Haare zusammenbinden, keine flatternden Schals, möglichst keine Kunstfaserkleidung am Feuer
  • Kein Rennen und keine Stockkämpfe rund ums Feuer
  • Stockbrot kurz abkühlen lassen – heiße Füllung und Dampf verbrennen den Mund
  • Kühles Wasser für Verbrennungen griffbereit halten

Stockbrot roh oder verbrannt? Fehler und Lösungen

Fast jedes Stockbrot-Problem hat eine von drei Ursachen: zu viel Hitze, zu dicker Teig oder falsche Wassermenge.

Drei Stockbrote: blass, goldbraun und verbrannt
Die Farbe verrät es: Blass heißt innen noch teigig, gleichmäßig goldbraun heißt gar, schwarz heißt viel zu nah an der Hitze.
Ist es gar? Die Garprobe für jede Methode
MethodeAussehenAnfassen und KlangIm Zweifel
StockbrotRundum gleichmäßig goldbraunTrockene Oberfläche, dreht sich locker am Stock, klingt hohlEins abziehen und aufbrechen: innen luftig, nicht nass
Bannock in der PfanneBeidseitig goldbraun, trockener RandIn der Mitte fest, klingt hohlSauberen Holzspan hineinstecken: Er muss ohne feuchten Teig herauskommen
AschebrotFeste Kruste ohne weiche StellenKlingt nach dem Abbürsten hohlNoch 2–3 Minuten pro Seite in der Asche
Brot aus dem Dutch OvenOberfläche gebräunt, löst sich vom RandKlopfen auf den Boden klingt hohlStäbchenprobe an der dicksten Stelle
Typische Probleme beim Stockbrot
ProblemUrsacheLösung
Innen roh und teigigZu heiß und zu schnell, oder Teig zu dickDünnere Schlange, mehr Abstand, mehr Zeit; Stock vorwärmen
Außen verbranntIn die Flammen gehalten oder zu nah an der GlutNur über Glut, 15–20 cm Abstand, ständig drehen
Teig fällt vom StockTeig zu feucht oder Stock zu dünn und glattMehl unterkneten, dickeren Stock nehmen, Enden fest andrücken
Hart und kompaktAltes Backpulver, zu trocken oder zu lange geknetetFrische Mischung, kurz kneten, etwas mehr Wasser
Klebt, lässt sich nicht formenZu viel WasserMit Mehl bestäuben, Hände einölen
Hefeteig geht nicht aufZu kalt oder Wasser zu heißLauwarmes Wasser, warmer Platz neben dem Feuer, mehr Zeit

Das richtige Feuer für Stockbrot – und wo du es machen darfst

Brot braucht gleichmäßige, mittlere Hitze aus Glut. Ein kleines Feuer aus trockenem Hartholz – Buche, Eiche, Birke oder Esche – ist nach 20–30 Minuten so weit heruntergebrannt, dass die Glut für eine Runde Stockbrot reicht. Für Gruppen eignet sich ein Schlüssellochfeuer mit einer Flammenseite zum Nachlegen und einer Glutseite zum Backen; mehr dazu unter Feuerarten & Aufbau. Wie viel Holz du brauchst, schätzt der Brennholz-Rechner.

In deutschen Wäldern ist offenes Feuer grundsätzlich verboten, außer an ausgewiesenen Grill- und Feuerstellen oder mit Erlaubnis des Waldbesitzers. Die Waldgesetze der Länder unterscheiden sich im Detail, und bei hoher Waldbrandgefahr (Waldbrandgefahrenindex) werden auch Grillplätze gesperrt. Informiere dich vorher bei Gemeinde oder Forstamt – das ist keine Rechtsberatung. Alles zu sicheren Feuerstellen und zum vollständigen Löschen findest du unter Lagerfeuer sicher & spurlos, weitere Kochideen in der Übersicht Kochen.

Stockbrot & Bannock auf einen Blick
Stockbrot & Bannock auf einen Blick
VarianteTriebmittelMethodeZeit
Stockbrot mit HefeHefeStock über Glut30–60 Min. Gehzeit + 10–15 Min.
Stockbrot ohne HefeBackpulverStock über Glut10–15 Min.
BannockBackpulverPfanne mit Deckel12–20 Min.
AschebrotBackpulver oder keinsIn heißer Asche10–15 Min.
FladenKeinsHeißer Stein oder Pfanne3–5 Min. pro Seite

Häufige Fehler

  • Stockbrot in die Flammen halten – außen schwarz, innen roh.
  • Den Teig zu feucht anrühren, sodass er vom Stock rutscht.
  • Einen dünnen, trockenen oder unbekannten Stock nehmen – oder behandeltes Holz.
  • Backpulverteig eine Stunde stehen lassen, bevor er aufs Feuer kommt.
  • Die Backmischung so verpacken, dass sie feucht wird.
  • Kinder ohne Sicherheitskreis und Aufsicht ans Feuer lassen.

Das brauchst du

  • Abgewogene Backmischung im Zipbeutel
  • Kleine Flasche Speiseöl
  • Messer zum Entrinden
  • Pfanne mit Deckel
  • Faltflasche oder Becher zum Abmessen
  • Hitzefester Handschuh
  • Brandwundenverband im Erste-Hilfe-Set

Häufige Fragen

Wie viel Stockbrotteig braucht man pro Person?
Rechne etwa 100–125 g Mehl pro Person – 100 g für einen Snack am Lagerfeuer, 125 g, wenn das Stockbrot eine Mahlzeit ersetzt. Das ergibt mit Wasser und Öl rund 170–220 g Teig, also etwa zwei Stockbrote. Kinder essen meist eines bis zwei. Mit dem Kalorienplaner kannst du Touren genauer planen.
Kann man Stockbrot ohne Hefe machen?
Ja. Statt Hefe nimmst du pro 100–125 g Mehl einen gestrichenen Teelöffel Backpulver. Der Teig ist in fünf Minuten fertig und muss nicht gehen, wird aber etwas kompakter. Backe ihn innerhalb von 10–15 Minuten, sonst lässt die Triebkraft nach. Ganz ohne Triebmittel entsteht ein flaches Fladenbrot.
Welches Holz nimmt man für Stockbrot?
Einen frischen, daumendicken Stock von einer Holzart, die du sicher bestimmen kannst und die als unbedenklich gilt, etwa Hasel oder Birke, 1–1,5 m lang. Entrinde die Spitze mit einem Messer. Eibe, unbekanntes und behandeltes Holz sind tabu. Frische Äste nur mit Erlaubnis des Waldbesitzers schneiden.
Wie lange muss Stockbrot über das Feuer?
Über guter Glut und mit 15–20 cm Abstand braucht Stockbrot etwa 10–15 Minuten. Es ist fertig, wenn es rundum goldbraun ist, beim Klopfen hohl klingt und sich leicht vom Stock ziehen lässt. In den Flammen verbrennt es außen, bevor es innen durch ist.
Warum ist mein Stockbrot innen roh?
Meist war die Hitze zu hoch oder die Teigschlange zu dick. Die Kruste bräunt, bevor die Wärme den Kern erreicht. Halte mehr Abstand, backe nur über Glut, roll den Teig dünner und wärm den Stock vorher an, damit das Brot auch von innen gart. Mehr Tipps unter Kochen am Lagerfeuer.
Warum fällt der Teig vom Stock?
Der Teig ist zu feucht oder der Stock zu dünn und glatt. Knete etwas Mehl unter, bis der Teig nicht mehr klebt, nimm einen dickeren Stock und drück Anfang und Ende der Teigspirale fest an. Ein vorgewärmter, trockener Stock hält den Teig deutlich besser.
Was ist Bannock?
Bannock ist ein einfaches Brot aus Schottland, das mit Pelzhändlern nach Kanada kam und dort bis heute als schnelles Pfannenbrot mit Backpulver gebacken wird. Der Teig entspricht im Grunde Stockbrot ohne Hefe. Du backst ihn als Fladen in der Pfanne, im Dutch Oven oder in der Asche.