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Regenkleidung: Regenjacke, Poncho & Gamaschen fürs Wandern und Bushcraft

21 Min. Lesezeit 5 Schritte Aktualisiert

Die richtige Regenjacke zum Wandern ist nur ein Teil guter Regenkleidung: Dazu gehören eine Regenhose oder Beinlinge, Gamaschen gegen nasses Gras und Gestrüpp und – je nach Gelände – ein Poncho, der auch den Rucksack schützt und sich als Tarp aufbauen lässt. Genauso wichtig ist der Umgang damit: lüften, bevor du schwitzt, darunter die passenden Schichten tragen und das Obermaterial so pflegen, dass Wasser abperlt.

Hier erfährst du, was wasserdicht und wasserabweisend unterscheidet, wie Membranen und Beschichtungen funktionieren, warum du trotzdem von innen nass wirst, ob Poncho oder Regenjacke besser passt, welche Gamaschen wofür taugen und wie du Regenkleidung wäschst und imprägnierst. Der Ratgeber baut auf unserem Beitrag zur Bushcraft-Kleidung und zum Zwiebelprinzip auf und gehört zu unseren Ratgebern zur Bushcraft-Ausrüstung. Wie du das Lager bei Dauerregen organisierst, steht unter Camping bei Regen.

Schritt für Schritt

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  1. Jacke, Poncho oder beides – Die Jacke hält Wind und Gestrüpp stand, der Poncho ist luftig, deckt den Rucksack ab und wird zum Unterstand. Viele tragen eine Jacke und nehmen fürs Lager ein Tarp mit.
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    Jacke, Poncho oder beides

    Die Jacke hält Wind und Gestrüpp stand, der Poncho ist luftig, deckt den Rucksack ab und wird zum Unterstand. Viele tragen eine Jacke und nehmen fürs Lager ein Tarp mit.

  2. Kapuze, Unterarmzips, Länge – Die Kapuze dreht mit dem Kopf mit und hat einen festen Schirm. Unterarm-Reißverschlüsse lassen Dampf raus, der Saum bedeckt das Gesäß.
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    Kapuze, Unterarmzips, Länge

    Die Kapuze dreht mit dem Kopf mit und hat einen festen Schirm. Unterarm-Reißverschlüsse lassen Dampf raus, der Saum bedeckt das Gesäß.

  3. Beine und Füße schützen – Regenhose oder Beinlinge halten die Oberschenkel warm; Gamaschen halten Wasser, Matsch und Zecken vom Schuhschaft fern.
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    Beine und Füße schützen

    Regenhose oder Beinlinge halten die Oberschenkel warm; Gamaschen halten Wasser, Matsch und Zecken vom Schuhschaft fern.

  4. Lüften, bevor du schwitzt – Achselzips und Frontreißverschluss früh öffnen, die Zwischenschicht ausziehen, etwas langsamer gehen. Schweiß durchnässt dich so schnell wie Regen.
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    Lüften, bevor du schwitzt

    Achselzips und Frontreißverschluss früh öffnen, die Zwischenschicht ausziehen, etwas langsamer gehen. Schweiß durchnässt dich so schnell wie Regen.

  5. Trocknen, waschen, imprägnieren – Nach jeder Tour aufhängen, mit Spezialwaschmittel waschen und die Imprägnierung erneuern – immer so, wie es das Pflegeetikett vorgibt.
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    Trocknen, waschen, imprägnieren

    Nach jeder Tour aufhängen, mit Spezialwaschmittel waschen und die Imprägnierung erneuern – immer so, wie es das Pflegeetikett vorgibt.

Wasserdicht oder wasserabweisend: Was bedeuten die Angaben?

Wasserabweisende Kleidung hält einen Schauer eine Zeit lang ab: Tropfen perlen an dichtem Gewebe oder einer Imprägnierung ab. Bei Dauerregen, unter den Schultergurten des Rucksacks oder wenn du dich auf nassen Boden kniest, dringt das Wasser aber irgendwann durch. Softshells, Windjacken, Baumwollmischgewebe und viele „Outdoorjacken“ gehören in diese Gruppe. Wasserdichte Kleidung hat eine durchgehende Sperrschicht – Membran oder Beschichtung – und verschweißte oder abgeklebte Nähte. Dort kommt auch nach Stunden kein Regen durch.

Beides hat seinen Platz. Ein wasserabweisender Anorak ist viel atmungsaktiver und ideal bei Nieselregen, Wind und Arbeit am Feuer. Die wasserdichte Jacke brauchst du, wenn es den ganzen Tag regnet, wenn es kalt und windig ist oder wenn Nasswerden gefährlich würde. Nasse Kleidung entzieht dem Körper bei kühlem Wetter sehr schnell Wärme – Wasser leitet Wärme etwa 25-mal besser als Luft. Deshalb packt unser Ausrüstungsplaner auf jeder Tour eine echte Regenjacke ein.

Wassersäule: Wie dicht ist dicht?

Die Wasserdichtigkeit wird meist als Wassersäule in Millimetern angegeben: die Höhe einer Wassersäule, der ein Gewebe standhält, bevor Wasser durchgedrückt wird. Als Prinzip ist der Wert hilfreich, als genaue Rangliste nicht – Prüfverfahren unterscheiden sich, und im Gelände entscheiden Nähte, Reißverschlüsse und Verschleiß mehr als die Zahl.

Wassersäule – sehr grobe typische Bereiche
AusrüstungTypische AngabeWarum
Wasserabweisender Anorak, SoftshellKeine oder niedrige AngabeHält Schauer ab, wird bei Dauerregen oder Druck nass
Tarp oder Außenzelt≈ 1.500–3.000 mmHängt schräg, nichts drückt darauf – siehe Wie wasserdicht muss ein Tarp sein?
Regenjacke und RegenhoseHäufig etwa 5.000–20.000 mm oder mehrRucksackgurte, Sitzen und Knien drücken Wasser ins Gewebe
BodenplaneHöher als beim Tarp darüberDas Körpergewicht drückt direkt auf nassen Boden

Typische Herstellerangaben zur Orientierung, keine Testergebnisse. Eine verschlissene Beschichtung oder offene Naht ist undicht, egal welche Zahl auf dem Etikett steht.

Prüfe deshalb vor der Zahl drei Dinge: abgeklebte Nähte (innen siehst du Nahtband entlang jeder Naht), abgedeckte oder wasserabweisende Reißverschlüsse und eine Kapuze, die eng ums Gesicht schließt. Eine gut verarbeitete Jacke mit mittlerer Wassersäule hält dich trockener als eine hohe Zahl mit schlechter Kapuze.

Wasserdicht und atmungsaktiv: So funktionieren Membran und Beschichtung

Eine Jacke, die wasserdicht und atmungsaktiv sein soll, muss zwei widersprüchliche Aufgaben erfüllen: flüssigen Regen draußen halten und Wasserdampf aus deinem Schweiß nach außen lassen. Dafür gibt es zwei Grundprinzipien mit vielen Varianten.

  • Membranen: ein hauchdünner Film, der auf die Rückseite des Obermaterials laminiert ist. Mikroporöse Membranen haben Poren, die viel zu klein für Wassertropfen, aber groß genug für Dampfmoleküle sind; porenfreie Membranen transportieren den Dampf durch das Material selbst. Membranen sind meist die haltbarste und atmungsaktivste Lösung.
  • Beschichtungen: eine wasserdichte Schicht, die innen auf das Gewebe aufgetragen ist. Beschichtete Jacken sind oft günstiger und leichter, atmen aber meist schlechter und können an Reibstellen wie Schultern und Hüfte verschleißen.

Innen schützt ein Futter die Sperrschicht: eine dritte Stofflage („3-Lagen“), eine dünne aufgedruckte Schutzschicht („2,5-Lagen“) oder ein lose hängendes Netzfutter („2-Lagen“). 3-Lagen-Jacken halten Rucksack und Gestrüpp am besten aus; leichte 2,5-Lagen-Jacken sind klein verpackt, verschleißen aber schneller.

Drei übereinanderliegende Stofflagen, oben perlen Wassertropfen, ein gestrichelter Dampfpfeil führt von unten durch alle Lagen
Querschnitt einer wasserdichten, atmungsaktiven Jacke: Regen perlt am imprägnierten Obermaterial ab, Membran oder Beschichtung stoppen flüssiges Wasser, Schweißdampf wandert durch alle Lagen nach außen – solange das Obermaterial nicht vollgesogen ist.

Die Imprägnierung (DWR)

Das Obermaterial trägt eine wasserabweisende Ausrüstung (DWR, Imprägnierung), an der Regen abperlt. Sie hält dich nicht trocken – das macht die Membran –, aber sie hält die Jacke atmungsaktiv. Lässt die Imprägnierung nach, saugt sich das Obermaterial voll, wird dunkler und schwerer, und ein Wasserfilm liegt über der Membran. Dampf kommt kaum noch durch, innen bildet sich Kondenswasser, und die Jacke fühlt sich kalt und klamm an, obwohl sie dicht ist. Deshalb sind Pflege und Nachimprägnieren so wichtig (siehe unten).

Stoffstreifen mit runden Wassertropfen neben einem Stoffstreifen mit dunklem, vollgesogenem Fleck
Links: Die Imprägnierung wirkt – Tropfen perlen ab, die Jacke atmet weiter. Rechts: Das Obermaterial ist durchnässt – es saugt Wasser, sperrt den Dampf und fühlt sich klamm an, obwohl die Membran noch dicht ist.

Atmungsaktivität: Was die Werte bedeuten

Für die Atmungsaktivität gibt es zwei verbreitete Angaben. Der MVTR-Wert nennt, wie viele Gramm Wasserdampf in 24 Stunden durch einen Quadratmeter gelangen – je höher, desto besser. Der RET-Wert (Wasserdampfdurchgangswiderstand) funktioniert umgekehrt – je niedriger, desto besser. Als oft genannte Faustregel gelten Werte unter etwa 6 als sehr atmungsaktiv, Werte über etwa 20 als wenig atmungsaktiv. Verschiedene Prüfverfahren liefern sehr unterschiedliche Zahlen; vergleiche daher nur innerhalb eines Herstellers, nie zwischen Marken.

Ehrlich gesagt: Kein Gewebe atmet schnell genug für harte Arbeit. Bergauf mit Rucksack produzierst du weit mehr Schweiß, als eine Membran abtransportieren kann. Atmungsaktivität hilft bei ruhigem Tempo und in der Pause – für alles andere brauchst du Belüftung.

Warum du in der Regenjacke trotzdem nass wirst

Die meisten „undichten“ Jacken sind gar nicht undicht. Das Wasser innen kommt aus drei Quellen, und nur eine davon ist Regen:

  • Schweiß: Du produzierst mehr Dampf, als das Gewebe durchlässt, und er durchnässt die Basisschicht.
  • Kondenswasser: Warme, feuchte Luft trifft auf die kalte Innenseite der Jacke und schlägt sich als Tropfen nieder – wie Atem an einer kalten Scheibe. Je kälter und nasser es draußen ist, desto mehr kondensiert, und ein durchnässtes Obermaterial verstärkt das noch.
  • Echte Undichtigkeiten: Wasser, das an Kapuze, Ärmeln und Saum hineinläuft oder in den Ärmeln hochkriecht, durch abgelöstes Nahtband, eine kaputte Beschichtung oder eine offene Tasche.
Zwei Wandernde in blauen Jacken; links Dampfpfeile an Hals und Achsel nach außen, rechts Tropfen auf der Innenseite der Jacke
Links: Achselzips und Frontreißverschluss sind offen, warme feuchte Luft entweicht. Rechts: Alles zu und harte Arbeit – der Dampf staut sich, kondensiert innen an der Jacke und macht dich von innen nass.

Lüften: die Technik, die dich trocken hält

Lüften heißt, Dampf rauszulassen, bevor er kondensiert. Öffne die Unterarm-Reißverschlüsse und den Frontreißverschluss ein Stück, lockere die Ärmelbündchen, schieb die Kapuze zurück, sobald der Regen nachlässt, und zieh die Zwischenschicht vor dem Anstieg aus, nicht erst oben. Etwas langsamer zu gehen, damit du nicht überhitzt, ist der wirksamste Trick überhaupt. Viele erfahrene Wandernde tragen eine Mütze unter der Kapuze und lassen die Jacke bei mildem Regen weit offen – eine feuchte Basisschicht, die warm bleibt, ist besser als eine klatschnasse.

Innen nass? Ursachen nach Anzeichen
Was du bemerkstWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Rücken und Brust feucht, Ärmel trockenSchweiß und KondenswasserAchselzips auf, Zwischenschicht aus, langsamer gehen
Obermaterial dunkel und schwerImprägnierung erschöpft, Stoff durchnässtZu Hause waschen und imprägnieren; heute mehr lüften
Kragen und Hals nassKapuze schließt nicht, Regen läuft hineinKapuzenweite und Gesichtskordel einstellen, Kragen schließen
Unterarme nassWasser läuft in die ÄrmelBündchen über die Handschuhe, Arme möglichst unten
Nur die Schultern nassRucksackgurte drücken Wasser durch abgenutztes GewebeBeschichtung prüfen; Regenhülle oder Poncho nutzen
Feuchte Streifen an den NähtenNahtband löst sichZu Hause neu abdichten – siehe Reparaturset für unterwegs

Regenjacke fürs Wandern: Diese Details zählen

Auf dem Bügel sehen die meisten Regenjacken gleich aus. Im Sturm entscheiden die Details, ob du es gut aushältst. Probier eine Jacke über einem Fleece an, am besten mit Rucksack, und beweg dich: Arme hoch, Kopf drehen, in die Hocke gehen.

  • Kapuze: das wichtigste Detail. Sie dreht mit dem Kopf mit (Weitenregulierung am Hinterkopf), schließt mit einer Kordel ums Gesicht und hat einen festen Schirm, der Regen von Gesicht und Brille fernhält. Eine Kapuze, die die Sicht zur Seite versperrt, ist im unwegsamen Gelände gefährlich.
  • Unterarm-Reißverschlüsse: lange Belüftungszips unter den Achseln. Für alle, die bergauf gehen, ihr geringes Gewicht wert.
  • Länge: Ein Saum, der das Gesäß bedeckt, hält Wasser vom Hosenbund fern, wenn du auf einem Baumstamm sitzt oder kniest. Sehr kurze „Alpin-Schnitte“ passen zum Klettergurt, nicht zum Bushcraft.
  • Ärmel und Bündchen: lang genug, dass sie beim Greifen nicht hochrutschen, mit verstellbaren Bündchen, die über Handschuhe passen.
  • Frontreißverschluss und Taschen: Abdeckleiste oder wasserabweisender Reißverschluss, Brusttaschen oberhalb des Hüftgurts, damit sie mit Rucksack erreichbar bleiben.
  • Stoffstärke: Robustere Obermaterialien halten Dornen und Rucksackreibung besser aus. Der Ausrüstungsplaner rechnet für eine typische Regenjacke mit 350 g.

Anprobe im Laden oder zu Hause

  • Kapuze dreht mit dem Kopf mit, die Sicht zur Seite bleibt frei
  • Schirm hält beim Blick nach unten den Regen vom Gesicht
  • Arme hoch: Saum bleibt über dem Hosenbund, Bündchen über dem Handgelenk
  • Platz für ein Fleece darunter, ohne einzuengen
  • Unterarmzips mit einer Hand erreichbar und bedienbar
  • Brusttaschen frei vom Hüftgurt des Rucksacks
  • Nähte innen abgeklebt, Reißverschlüsse abgedeckt oder wasserabweisend

Poncho oder Regenjacke: Was ist besser?

Auf die Frage Poncho oder Regenjacke gibt es keine Einheitsantwort – es kommt auf Gelände, Wind und den Rest deiner Ausrüstung an. Eine Jacke sitzt eng, bleibt bei Wind an ihrem Platz und kommt durchs Unterholz. Ein Poncho ist eine große wasserdichte Plane mit Kapuze: Er wird von unten belüftet, bedeckt dich und den Rucksack und lässt sich als Unterstand oder Bodenplane nutzen.

Regenjacke oder Poncho

Regenjacke

  • Bleibt auch bei starkem Wind an ihrem Platz
  • Bleibt im dichten Unterholz nicht hängen
  • Bildet mit der Regenhose ein komplettes System
  • Rucksack braucht eigene Regenhülle oder Innensack
  • Weniger luftig – Lüften liegt bei dir
vs

Poncho

  • Sehr gute Belüftung von unten
  • Bedeckt den Rucksack, keine Hülle nötig
  • Taugt als kleines Tarp oder Bodenplane
  • Flattert und wird auf freier Fläche zum Segel
  • Bleibt an Ästen hängen, Unterschenkel werden nass

Als Faustregel gilt: Auf Forstwegen bei warmem Landregen ist ein Poncho sehr angenehm; auf Kämmen, bei kaltem Wind oder in dichtem Gestrüpp ist die Jacke sicherer. Viele Bushcrafter tragen unterwegs eine Jacke und haben fürs Lager ein Tarp dabei. Andere nutzen den Poncho als Notunterstand – der Ausrüstungsplaner führt einen Notfall-Poncho oder ein kleines Backup-Tarp mit etwa 300 g für Touren, auf denen du einen Naturshelter planst.

Jacke, Poncho oder beides?

  1. Bist du auf offenem, windigem Gelände unterwegs (Heide, Grat, Küste)?

    Ja → Nimm eine Regenjacke – ein Poncho wird zum Segel. Bei kühlem Wetter eine Regenhose dazu.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  2. Führt die Route durch dichtes Gestrüpp oder junge Dickungen?

    Ja → Jacke und Gamaschen kommen dort besser durch.Nein → Weiter zur nächsten Frage.
  3. Soll der Regenschutz auch als Unterstand dienen?

    Ja → Nimm einen Poncho – oder eine Jacke plus leichtes Tarp, wenn das Gewicht passt.Nein → Eine Jacke mit Unterarmzips und ein Rucksack-Innensack sind die einfachste Lösung.

Regenschirm: unterschätzt auf Wegen

Auf breiten Forstwegen bei Windstille ist ein Trekkingschirm erstaunlich gut: Kopf und Oberkörper bleiben trocken, während du die Jacke für maximale Belüftung offen lässt – auch beim Kartenlesen oder am Sitzplatz angenehm. Bei starkem Wind und im Unterholz ist er nutzlos, er blockiert eine Hand für die Stöcke, und bei Gewitter hältst du ihn nie hoch – siehe Verhalten bei Gewitter. Er ist eine Ergänzung, kein Ersatz für die Jacke.

Poncho als Tarp oder Bodenplane nutzen

Ponchos mit Shelter-Funktion haben verstärkte Ösen oder Abspannpunkte an Ecken und Seiten und eine verschließbare Kapuze. Typisch sind Maße um etwa 1,4 × 2,2 m – klein für ein Tarp, also flach aufbauen und einen geschützten Platz wählen. Die Grundformen sind dieselben wie bei jedem Tarp; unsere Anleitung zum Tarp-Aufbau erklärt Firstleine und Knoten, und unter Biwakieren siehst du, wie ein minimaler Unterstand und ein Biwaksack zusammenspielen.

Vom Regenschutz zum Unterstand

  1. Ausbreiten, Kapuze zubinden – Leg den Poncho flach hin und zieh die Kapuze mit ihrer Kordel fest zu oder dreh sie ein und binde sie mit Schnur ab. Eine offene Kapuze im Dach ist ein Trichter direkt auf deinen Schlafsack.1
    Ausbreiten, Kapuze zubinden

    Leg den Poncho flach hin und zieh die Kapuze mit ihrer Kordel fest zu oder dreh sie ein und binde sie mit Schnur ab. Eine offene Kapuze im Dach ist ein Trichter direkt auf deinen Schlafsack.

  2. Firstleine und flaches A-Dach – Spann eine straffe Firstleine zwischen zwei Bäumen etwa auf Hüft- bis Brusthöhe, leg den Poncho darüber und spann die Seitenösen tief ab. Ein flacher Aufbau gibt mit wenig Fläche mehr Schutz.2
    Firstleine und flaches A-Dach

    Spann eine straffe Firstleine zwischen zwei Bäumen etwa auf Hüft- bis Brusthöhe, leg den Poncho darüber und spann die Seitenösen tief ab. Ein flacher Aufbau gibt mit wenig Fläche mehr Schutz.

  3. Schrägdach mit der flachen Seite zum Wind – Bei Schlagregen eine Längsseite hoch anbinden und die andere auf der Windseite am Boden abspannen. Die schräge Rückwand fängt Wind und Regen ab; du liegst unter der hohen Seite.3
    Schrägdach mit der flachen Seite zum Wind

    Bei Schlagregen eine Längsseite hoch anbinden und die andere auf der Windseite am Boden abspannen. Die schräge Rückwand fängt Wind und Regen ab; du liegst unter der hohen Seite.

  4. Oder als Bodenplane – Unter einem Tarp schützt der Poncho Isomatte und Schlafsack vor nassem Boden. Er muss deutlich innerhalb der Tropfkante liegen – eine Kante, die herausragt, fängt Regen und leitet ihn unter dich.4
    Oder als Bodenplane

    Unter einem Tarp schützt der Poncho Isomatte und Schlafsack vor nassem Boden. Er muss deutlich innerhalb der Tropfkante liegen – eine Kante, die herausragt, fängt Regen und leitet ihn unter dich.

An der Unterseite jeder wasserdichten Plane bildet sich Kondenswasser, also lass die Enden für den Luftaustausch offen. Morgens schüttelst du den Poncho ab, wischst die Innenseite trocken und ziehst ihn wieder an – oder du packst ihn außen an den Rucksack, damit die nasse Plane nicht die trockene Ausrüstung durchnässt. Der Tarp-Planer hilft auch bei kleinen Planen, die Schnurlängen zu berechnen.

Regenhose und Beinlinge: warme Beine bei Regen

Nasse Oberschenkel kühlen viel stärker aus, als die meisten denken, besonders bei Wind. Bei Sommerschauern kannst du feuchte Beine oft hinnehmen, wenn die Hose schnell trocknet. Im Herbst, Winter und an langen Regentagen lohnt sich eine Regenhose.

  • Regenhose: der vollständigste Schutz. Achte auf lange seitliche Reißverschlüsse (am besten bis zur Hüfte), damit du sie über die Schuhe ziehen kannst, einen elastischen oder verstellbaren Bund und verstärkte Innenknöchel, wo Schuhhaken scheuern.
  • Regen-Beinlinge (Chaps): zwei einzelne Beinröhren, die an einem Gürtel hängen. Viel luftiger als eine Hose und gut unter Poncho oder langer Jacke, aber Gesäß und Schritt bleiben ungeschützt.
  • Regenrock: eine wasserdichte Bahn um die Hüfte, bei Weitwandernden wegen der Belüftung beliebt. Im Gestrüpp weniger praktisch.

Zieh die Regenhose früh an – auf trockenem Boden geht das viel leichter als im Matsch. Bei Regen trägst du sie über den Gamaschen, damit das Wasser außen abläuft und nicht in die Gamasche hinein; im Tiefschnee ist es oft umgekehrt.

Beinschutz im Vergleich
VarianteSchutzBelüftungIdeal für
RegenhoseSehr gutGering – Seitenzips zum Lüften nutzenKalter Regen, Wind, Dauerregen
Regen-BeinlingeGut an den Beinen, keiner am GesäßGutMit Poncho oder langer Jacke, warmer Regen
RegenrockGut oberhalb des KniesSehr gutOffene Wege, warmer Regen
Nur wasserabweisende HoseNur bei SchauernSehr gutSommer, kurze Regenphasen

Gamaschen zum Wandern: niedrig, hoch, gegen Schnee und Zecken

Gamaschen zum Wandern schließen die Lücke zwischen Hose und Schuh. Sie halten Wasser, das an den Beinen herunterläuft, nasses Gras, Matsch, Nadeln, Steinchen und Schnee vom Schuhschaft fern, schützen die Hose vor Dornen und sind eine einfache Barriere gegen Zecken. Damit wird jeder Schuh vielseitiger – unser Ratgeber zu wasserdichten und atmungsaktiven Schuhen erklärt, warum Wasser von oben der häufigste Grund für nasse Füße ist.

Gamaschen-Arten
ArtHöheGut fürGrenzen
Niedrige Gamaschen (Trail-Gamaschen)Knapp über dem KnöchelTrailschuhe, Sand, Nadeln, TauHalten nasses Gras auf Schienbeinhöhe nicht ab
Hohe GamaschenBis knapp unters KnieNasses Gras, Matsch, Gestrüpp, ablaufender RegenWärmer, müssen gut über den Schuh passen
Schnee- und WintergamaschenKniehoch, robustTiefschnee, Harsch, KälteSchwerer; siehe Unterwegs im Schnee
Gestrüpp-GamaschenKniehoch, abriebfeste FrontDornen, Heide, dichtes UnterholzWeniger atmungsaktiv

Gamaschen richtig anlegen

  1. Um den Unterschenkel legen – Die meisten Gamaschen öffnen vorn oder seitlich. Leg sie mit dem Verschluss nach vorn um den Unterschenkel, über das Hosenbein – im Gestrüpp und Schnee kannst du die Hose auch hineinstecken.1
    Um den Unterschenkel legen

    Die meisten Gamaschen öffnen vorn oder seitlich. Leg sie mit dem Verschluss nach vorn um den Unterschenkel, über das Hosenbein – im Gestrüpp und Schnee kannst du die Hose auch hineinstecken.

  2. Haken einhängen, Riemen unter die Sohle – Den vorderen Haken in die unterste Schnürung oder Schnürschlaufe einhängen, dann den Riemen unter dem Fußgewölbe direkt vor dem Absatz durchführen. Ein Riemen unter dem Ballen scheuert schnell durch.2
    Haken einhängen, Riemen unter die Sohle

    Den vorderen Haken in die unterste Schnürung oder Schnürschlaufe einhängen, dann den Riemen unter dem Fußgewölbe direkt vor dem Absatz durchführen. Ein Riemen unter dem Ballen scheuert schnell durch.

  3. Vorne schließen, oben zuziehen – Klett oder Reißverschluss von unten nach oben schließen und die Kordel oben knapp unter dem Knie zuziehen – fest genug, dass nichts rutscht, locker genug, dass nichts auf die Wade drückt.3
    Vorne schließen, oben zuziehen

    Klett oder Reißverschluss von unten nach oben schließen und die Kordel oben knapp unter dem Knie zuziehen – fest genug, dass nichts rutscht, locker genug, dass nichts auf die Wade drückt.

Gamaschen gegen Zecken

Zecken warten auf niedriger Vegetation und klettern von den Schuhen aus nach oben. Helle Gamaschen über der Hose schließen die Lücke, und Zecken sind darauf leicht zu sehen und abzustreifen. Das abendliche Absuchen nach Zecken ersetzen sie nicht – Repellents, behandelte Kleidung und richtiges Entfernen erklärt Zecken und Mücken: Schutz draußen.

Gewachste Baumwolle und Canvas: Regenschutz am Lagerfeuer

Bevor es Kunstfaserjacken gab, hielten sich Waldläufer mit gewachster Baumwolle, Ölzeug und dichtem Canvas trocken. Im Bushcraft sind sie bis heute beliebt – wegen des Feuers. Ein Funke auf einer Membranjacke schmilzt ein Loch, und geschmolzene Kunstfaser auf der Haut verursacht schwere Verbrennungen. Gewachste Baumwolle und Canvas verkohlen schlimmstenfalls und tropfen nicht.

Olivfarbenes Stück gewachste Baumwolle mit kleinem dunklem Fleck neben einem blauen Kunstfaserstück mit geschmolzenem Loch
Dieselbe Glut auf zwei Stoffen: Gewachste Baumwolle bekommt einen kleinen Brandfleck, eine Kunstfaserjacke schmilzt ein Loch, das tropfen kann – auf der Haut bedeutet das eine Verbrennung.

Gewachste Baumwolle und Canvas

Stärken

  • Verträgt Funken viel besser als Kunstfaser
  • Sehr robust gegen Dornen und Abrieb
  • Leise, reparierbar, jahrzehntelang nachwachsbar
  • Winddicht und gut bei Nieselregen

Schwächen

  • Schwer, nass noch schwerer
  • Gewachst kaum atmungsaktiv
  • Bei langem, starkem Regen kann Wasser durchdringen
  • Bei Kälte steif, braucht regelmäßig neues Wachs

Ein bewährter Ansatz: Im Lager und am Feuer trägst du einen Anorak aus gewachster Baumwolle, Wolle oder Baumwollmischgewebe, die leichte Kunstfaser-Regenjacke bleibt für lange Regenwanderungen im Rucksack. Musst du die Kunstfaserjacke doch am Feuer tragen, setz dich seitlich und auf die Windseite, damit Funken von dir wegfliegen, und leg dir eine Wolldecke oder eine Canvas-Schürze über die Knie.

Was trägt man unter der Regenjacke?

Regenkleidung funktioniert nur als Teil des Zwiebelprinzips. Unter der Jacke sollte jede Schicht auch feucht noch wärmen – Wolle oder Kunstfaser, bei kühlem Wetter nie Baumwolle.

Unter der Regenjacke (oben = außen)

  1. Regenjacke oder PonchoHält Regen und Wind ab; über Achselzips und Frontreißverschluss lüften
  2. Dünne Zwischenschicht (optional)Leichtes Fleece oder dünne Wolle – beim Gehen im Regen oft zu warm, in der Pause anziehen
  3. BasisschichtMerino oder Kunstfaser – wärmt auch, wenn sie vom Schweiß feucht ist

Trag unter der Jacke weniger, als du denkst: Die Jacke selbst wärmt stark, weil sie den Wind abhält. Bewährt hat sich Basisschicht plus Regenjacke beim Gehen und bei jeder Pause eine Isolationsjacke darüber oder darunter. Bei kaltem, nassem und windigem Wetter prüfst du die gefühlte Temperatur mit dem Windchill-Rechner und achtest – in der Gruppe gegenseitig – auf erste Anzeichen einer Unterkühlung: Zittern, Ungeschicklichkeit, undeutliches Sprechen. Nass und windig bei wenigen Grad über null ist das klassische Unterkühlungswetter.

Bei warmem Sommerregen gilt das Gegenteil – unter einer Jacke wird es oft heißer und nasser als im Regen selbst. Ein leichtes, schnell trocknendes Hemd, ein Schirm oder ein offener Poncho sind dann die bessere Wahl; Warnzeichen für Hitzeschäden findest du unter Hitze draußen.

Regenjacke waschen und imprägnieren

Schmutz, Schweiß, Sonnencreme und Rauch verstopfen das Obermaterial und schwächen die Imprägnierung. Regelmäßiges Waschen schadet einer wasserdichten Jacke nicht – meist stellt es die Funktion wieder her. Halte dich immer an das Pflegeetikett: Temperatur, Waschmittel und ob Wärme erlaubt ist, unterscheiden sich je nach Material.

Regenjacke waschen und imprägnieren

  1. Etikett lesen, vorbereiten – Pflegeetikett prüfen, alle Reißverschlüsse und Klettverschlüsse schließen, Kordeln lockern, Taschen leeren. Ein Spezialwaschmittel für Outdoorbekleidung nehmen, kein normales Waschmittel und keinen Weichspüler – sie hinterlassen Rückstände.1
    Etikett lesen, vorbereiten

    Pflegeetikett prüfen, alle Reißverschlüsse und Klettverschlüsse schließen, Kordeln lockern, Taschen leeren. Ein Spezialwaschmittel für Outdoorbekleidung nehmen, kein normales Waschmittel und keinen Weichspüler – sie hinterlassen Rückstände.

  2. Waschen und gründlich spülen – Bei der Temperatur auf dem Etikett waschen und einen zusätzlichen Spülgang einlegen, damit kein Waschmittel im Gewebe bleibt. Waschmittelreste ziehen Wasser an.2
    Waschen und gründlich spülen

    Bei der Temperatur auf dem Etikett waschen und einen zusätzlichen Spülgang einlegen, damit kein Waschmittel im Gewebe bleibt. Waschmittelreste ziehen Wasser an.

  3. Imprägnierung erneuern – Perlt Wasser nach dem Waschen nicht mehr ab, ein Imprägnierspray oder eine Einwaschimprägnierung genau nach Herstellerangabe verwenden – viele werden auf die saubere, noch feuchte Jacke aufgetragen. Spray behandelt nur die Außenseite und passt gut zu Membranjacken.3
    Imprägnierung erneuern

    Perlt Wasser nach dem Waschen nicht mehr ab, ein Imprägnierspray oder eine Einwaschimprägnierung genau nach Herstellerangabe verwenden – viele werden auf die saubere, noch feuchte Jacke aufgetragen. Spray behandelt nur die Außenseite und passt gut zu Membranjacken.

  4. Aktivieren und testen – Manche Imprägnierungen brauchen sanfte Wärme: im Trockner oder mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe – nur, wenn das Etikett es erlaubt. Dann Wasser auf die Schultern sprenkeln: Es sollte wieder abperlen.4
    Aktivieren und testen

    Manche Imprägnierungen brauchen sanfte Wärme: im Trockner oder mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe – nur, wenn das Etikett es erlaubt. Dann Wasser auf die Schultern sprenkeln: Es sollte wieder abperlen.

Gewachste Baumwolle ist anders: Sie kommt nie in die Waschmaschine. Schmutz trocken abbürsten, mit Schwamm und kaltem Wasser abwischen und neu wachsen, wenn der Stoff hell und trocken aussieht – meist wird das Wachs dazu sanft erwärmt, eingerieben und dann einziehen gelassen. Lagere alle Regenkleidung sauber, trocken und locker hängend, nicht gepresst im Packsack, und nicht im heißen Kofferraum – Hitze und feuchte Lagerung schaden Beschichtungen und Nahtband.

Pflege auf einen Blick
AusrüstungReinigenImprägnierenVermeiden
Membranjacke und RegenhoseSpezialwaschmittel, laut EtikettSpray oder Einwaschmittel, Wärme nur wenn erlaubtWeichspüler, chemische Reinigung, wenn nicht erlaubt
Beschichteter Poncho, einfache JackeFeucht abwischen oder sanfte HandwäscheImprägnierspray außenHeißes Wasser, Auswringen, lange feuchte Lagerung
Gewachste BaumwolleBürsten, kalt abwischenNachwachsen, wenn hellWaschmaschine, heißes Wasser, Waschmittel
GamaschenMatsch abspülen, an der Luft trocknenSpray, wenn der Stoff sich vollsaugtTrocknen direkt am Feuer

Reparatur und günstige Regenkleidung

Kleine Schäden wachsen bei Regenkleidung schnell: Ein Dornenloch lässt Wasser ein und franst aus, ein abgelöstes Nahtband wird zum Rinnsal. Unterwegs dichtet ein Flicken aus Reparaturtape mit runden Ecken außen (am besten auch innen) einen kleinen Riss für den Rest der Tour ab; einen aufgebogenen Reißverschluss-Schieber kannst du oft mit einer Zange wieder zusammendrücken. Material und Techniken zeigt unser Beitrag Reparaturset für unterwegs. Zu Hause lassen sich gelöste Nähte mit Nahtdichter abdichten, und größere Risse sind eine professionelle Reparatur wert, bevor du die Jacke ersetzt.

Gute Regenkleidung ohne viel Geld

Beim Regenschutz zahlt sich Geld besonders aus – nass und kalt ist die gefährlichste Kombination –, sparen kannst du trotzdem sinnvoll. Unser Ratgeber Bushcraft-Ausrüstung günstig setzt eine echte Regenjacke weit oben auf die Prioritätenliste. Gute Sparmöglichkeiten:

  • Eine einfache, robuste Jacke mit abgeklebten Nähten, guter Kapuze und Unterarmzips schlägt eine leichte, teure Jacke mit Funktionen, die du nicht brauchst.
  • Ponchos aus Bundeswehr- oder Armeebeständen sind robust und taugen als Unterstand, meist aber schwer. Beschichtung und Ösen vor dem Einsatz prüfen.
  • Gebrauchte gewachste Baumwolle lässt sich nachwachsen und jahrzehntelang im Lager tragen.
  • Alte Ausrüstung testen – unter dem Gartenschlauch oder der Dusche, vor der Tour. Beschichtungen versagen mit dem Alter, manchmal auf einen Schlag.
  • Ein Rucksack-Innensack (ein reißfester Müllsack reicht) ist günstiger und zuverlässiger als nur eine Regenhülle – siehe Rucksack und Rucksack wasserdicht packen.

Dünne Einweg-Notfallponchos taugen nicht als Hauptregenschutz: Sie reißen im Gestrüpp und bei Wind. Mit wenigen Dutzend Gramm sind sie aber ein brauchbarer Ersatz im Tagesrucksack.

Regenkleidung im Lager: den Rest trocken halten

Im Lager wird die Regenkleidung Teil der Routine, mit der du deine trockene Garnitur trocken hältst. Zieh die Jacke für jeden Gang unter dem Tarp hervor wieder an, häng nasse Jacken an den Rand des Unterstands, wo sie außerhalb des Schlafplatzes abtropfen, und nimm nasse Regenkleidung nie mit in den Schlafsack. Beobachte den Himmel und zieh die Regenkleidung vor den ersten Tropfen an – Wetterzeichen lesen hilft beim richtigen Zeitpunkt.

Das komplette Regenlager – Platzwahl, Aufbau, Tropfkanten, Kondenswasser und Kochen – beschreibt Camping bei Regen, einschließlich warum es innen tropft. Wie du bei Nässe Feuer machst, steht unter Feuer bei Regen. Wenn du gerade anfängst, zeigt dir unser Bushcraft-Einstieg, welche Ausrüstung zuerst zählt, und die Bushcraft-Packliste ordnet die Regenkleidung ein.

Packliste Regenschutz

  • Wasserdichte Jacke mit Kapuze und Unterarmzips
  • Regenhose oder Beinlinge (Herbst bis Frühjahr, Dauerregen)
  • Gamaschen für nasses Gras, Gestrüpp, Schnee oder Zeckengebiete
  • Poncho oder kleines Tarp, wenn ein Notunterstand nötig ist
  • Rucksack-Innensack und Packsäcke für Schlafsack und Trockengarnitur
  • Ersatzmütze und -handschuhe – sie werden zuerst nass
  • Reparaturtape für kleine Risse
Regenkleidung auf einen Blick
Regenkleidung auf einen Blick
AusrüstungAufgabeStärkeSchwäche
Membran-RegenjackeRegen und Wind unterwegsSitzt eng, taugt bei Wind und im GestrüppMuss gelüftet werden; schmilzt durch Funken
PonchoRegenschutz für Körper und RucksackLuftig, auch als UnterstandFlattert im Wind, bleibt hängen
Regenhose / BeinlingeWarme, trockene BeineStoppt Auskühlung der OberschenkelRegenhose wenig luftig
GamaschenTrockener Schuhschaft, weniger ZeckenNasses Gras, Matsch, Schnee, GestrüppIm Sommer warm
Jacke aus gewachster BaumwolleLager und Arbeit am FeuerFunkenfest, sehr robustSchwer, wenig atmungsaktiv

Häufige Fehler

  • Alles dicht machen und schnell marschieren, bis man innen nassgeschwitzt ist.
  • Die Regenkleidung erst anziehen, wenn man schon nass ist.
  • Die Jacke nie waschen und ein durchnässtes Obermaterial für ein Leck halten.
  • Mit Kunstfaserjacke oder Poncho dicht am Feuer sitzen.
  • Bei Regen Gamaschen über der Regenhose tragen, sodass Wasser in die Gamasche läuft.
  • Einen Poncho als Unterstand mit offener Kapuze aufbauen.
  • Sich auf eine alte Jacke oder einen Armeeponcho verlassen, ohne sie vorher zu testen.

Das brauchst du

  • Wasserdichte, atmungsaktive Jacke mit abgeklebten Nähten, Schirmkapuze und Unterarmzips
  • Regenhose mit Seitenreißverschlüssen oder Regen-Beinlinge
  • Niedrige oder hohe Gamaschen
  • Poncho mit Shelter-Funktion (optional)
  • Anorak aus gewachster Baumwolle oder Wolle fürs Feuer (optional)
  • Spezialwaschmittel und Imprägnierung
  • Reparaturtape und Nahtdichter

Häufige Fragen

Welche Regenjacke ist die beste zum Wandern?
Eine wasserdichte, atmungsaktive Jacke mit abgeklebten Nähten, einer Kapuze, die mit dem Kopf mitdreht, und Unterarm-Reißverschlüssen. Dazu bei kühlem Wetter eine Regenhose oder Beinlinge und Gamaschen für nasses Gras. Wähle nach Route: Jacke für Wind und Gestrüpp, Poncho für geschützte Waldwege.
Poncho oder Regenjacke – was ist besser?
Die Regenjacke ist bei Wind, auf offenem Gelände und im dichten Unterholz besser, weil sie eng anliegt und nirgends hängen bleibt. Der Poncho ist luftiger, bedeckt den Rucksack und lässt sich als kleines Tarp oder als Bodenplane nutzen. Viele Bushcrafter tragen eine Jacke und nehmen ein Tarp mit, andere nutzen den Poncho als Notunterstand.
Warum werde ich in meiner wasserdichten Jacke nass?
Meist durch Schweiß und Kondenswasser, nicht durch ein Leck. Bei Anstrengung entsteht mehr Dampf, als ein Gewebe durchlassen kann; er schlägt sich innen an der kalten Jacke nieder, besonders wenn das Obermaterial durchnässt ist. Früh Achselzips und Frontreißverschluss öffnen, Zwischenschicht ausziehen, langsamer gehen und die Imprägnierung pflegen.
Was ist der Unterschied zwischen wasserdicht und wasserabweisend?
Wasserabweisende Stoffe halten leichten Regen eine Weile ab, werden bei Dauerregen oder Druck aber nass. Wasserdichte Kleidung hat eine durchgehende Membran oder Beschichtung und abgedichtete Nähte, sodass auch nach Stunden kein Wasser durchkommt. Wasserabweisende Anoraks atmen besser; bei Dauerregen, Kälte und Wind brauchst du eine wasserdichte Jacke.
Welche Wassersäule braucht eine Regenjacke?
Als wasserdicht verkaufte Jacken geben häufig etwa 5.000 bis 20.000 mm oder mehr an – ein sehr grober typischer Bereich, keine Qualitätsgarantie. Höhere Werte helfen dort, wo Rucksackgurte drücken oder du kniest. Abgeklebte Nähte, eine gute Kapuze und abgedeckte Reißverschlüsse zählen mindestens so viel wie die Zahl.
Braucht man Gamaschen zum Wandern?
Nicht immer, aber in nassem Gras, Matsch, Schnee, Gestrüpp und Zeckengebieten helfen sie sehr. Niedrige Gamaschen halten Sand und Nadeln aus Trailschuhen fern, kniehohe halten Wasser und Matsch vom Schuhschaft ab und schützen die Hose vor Dornen. Bei Regen die Regenhose über den Gamaschen tragen, damit das Wasser außen abläuft.
Wie imprägniere ich eine Regenjacke richtig?
Zuerst mit Spezialwaschmittel waschen und gründlich spülen, wie auf dem Pflegeetikett angegeben. Perlt Wasser nicht mehr ab, ein Imprägnierspray oder eine Einwaschimprägnierung genau nach Herstellerangabe verwenden, oft auf die saubere, feuchte Jacke. Manche Mittel brauchen sanfte Wärme aus Trockner oder Bügeleisen – nur, wenn das Etikett das erlaubt.
Ist gewachste Baumwolle gute Regenkleidung für Bushcraft?
Fürs Lager und die Arbeit am Feuer ja: Gewachste Baumwolle verträgt Funken viel besser als Kunstfaserjacken, ist sehr robust und lässt sich jahrzehntelang nachwachsen. Sie ist aber schwer, wenig atmungsaktiv und kann bei langem, starkem Regen durchnässen. Viele tragen deshalb am Feuer gewachste Baumwolle oder Wolle und unterwegs eine leichte Membranjacke.

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