Rechner · Werkzeug

Schleifwinkel-Rechner

Wie hoch der Klingenrücken für deinen Winkel muss – oder welchen Winkel dein Scandi-Schliff wirklich hat.

In welchem Winkel schärfst du eigentlich? Der Schleifwinkel-Rechner beantwortet zwei Fragen. Bei einem Flachschliff mit Sekundärfase sagt er dir, wie hoch du den Rücken über dem Stein anheben musst, um deinen Wunschwinkel zu treffen – in Millimetern und als Stapel Euro-Münzen, den du unter die Klinge legen kannst, um den Winkel zu sehen. Bei einem Scandi-Messer rechnet er rückwärts und ermittelt aus zwei Messwerten den Winkel deiner vorhandenen Fase. Die Winkelbereiche stammen aus unserem Ratgeber Welcher Schleifwinkel für welches Werkzeug?: Scandi etwa 10–12° pro Seite, Sekundärfase etwa 15–20° und Äxte etwa 20–25°.

Deine Angaben

Was willst du wissen?
mm
°
Flachschliff mit Sekundärfase etwa 15–20°, Äxte etwa 20–25°.
Rücken anheben 7,3 mm
Rücken anheben 7,3 mm über dem Stein
Münzstapel ≈ 3,1 × 1 € oder 3,3 × 2 €
Gesamtwinkel 34 ° typische Sekundärfase eines Flachschliffs

Rückenhöhe bei 25 mm Klingenbreite

Winkel pro SeiteRückenhöhe1-€-Münzen
10°4,3 mm1,9
12°5,2 mm2,2
15°6,5 mm2,8
17°7,3 mm3,1
20°8,6 mm3,7
22°9,4 mm4,0
25°10,6 mm4,5

Leg einmal Münzen unter den Rücken, um den Winkel zu sehen, und versuch ihn dann frei zu halten. Ein Scandi-Schliff muss nicht angehoben werden: Leg seine breite Fase flach auf.

Wie wird das berechnet?

Rückenhöhe = Klingenbreite × sin(Winkel pro Seite). Die Höhe gilt bis zur Unterseite des Rückens, die Klingenstärke bleibt unberücksichtigt – bei dicken Klingen wird der echte Schneidenwinkel deshalb einige Grad steiler (wer es genau will, hebt den Rücken um etwa die halbe Rückenstärke weniger an). Münzstapel: 1-€-Münze 2,33 mm, 2-€-Münze 2,20 mm dick. Winkelbereiche wie in unserem Schärf-Ratgeber: Scandi etwa 10–12°, Sekundärfase etwa 15–20°, Äxte etwa 20–25° pro Seite.

So nutzt du den Schleifwinkel-Rechner

Wähle zuerst, was du wissen willst.

Wie hoch der Rücken muss

  1. Miss die Klingenbreite vom Rücken bis zur Schneide – an der Stelle, die du gerade schärfst.
  2. Gib den gewünschten Winkel pro Seite ein – bei einem Flachschliff mit Sekundärfase meist 15–20°. Kennst du den Winkel deines Messers nicht, triff die vorhandene Fase mit dem Filzstift-Trick, statt eine neue zu schleifen.

Das Ergebnis zeigt, wie weit du den Rücken anheben musst, dieselbe Höhe als Münzstapel aus 1-€- und 2-€-Münzen, den Gesamtwinkel (beide Seiten zusammen) mit einer kurzen Einordnung und eine Tabelle der Rückenhöhen von 10° bis 25° für deine Klingenbreite – die Zeile, die deinem Winkel am nächsten liegt, ist hervorgehoben.

Winkel meines Scandi-Schliffs

  1. Miss die Klingenstärke an der Schliffkante – dort, wo der Schliff beginnt, nicht am Rücken.
  2. Miss die Breite der Schliff-Fase von der Schneide bis zur Schliffkante, quer über die flache Fase.

Das Ergebnis zeigt den Winkel pro Seite mit Einordnung, den Gesamtwinkel und eine Tabelle, wie breit die Fase bei deiner Klingenstärke für 10°, 11°, 12° und 15° sein müsste.

Rechenbeispiele

25 mm breite Klinge mit 17° pro Seite

Ein typisches Bushcraft- oder Allzweckmesser mit Flachschliff ist etwa 25 mm breit. Du willst eine Sekundärfase mit 17° pro Seite. Der Rechner zeigt:

  • Rücken anheben: 7,3 mm über dem Stein
  • Münzstapel: ≈ 3,1 × 1 € oder 3,3 × 2 €
  • Gesamtwinkel: 34° – typische Sekundärfase eines Flachschliffs

Die Tabelle für die 25-mm-Klinge:

Winkel pro SeiteRückenhöhe1-€-Münzen
10°4,3 mm1,9
12°5,2 mm2,2
15°6,5 mm2,8
17°7,3 mm3,1
20°8,6 mm3,7
22°9,4 mm4,0
25°10,6 mm4,5

Das ist dieselbe grobe Faustregel wie in unserem Schleifstein-Ratgeber: Bei einer etwa 25 mm breiten Klinge ergeben 6–9 mm unter dem Rücken ungefähr 15–20° pro Seite. Drei 1-€-Münzen unter dem Rücken sind ein gutes erstes Bild von 17°.

Kleines Messer: 18 mm mit 15°

Ein schlankes Messer, nur 18 mm breit, geschärft mit 15° pro Seite: Der Rücken muss nur 4,7 mm hoch – ein Stapel von etwa 2,0 × 1 € oder 2,1 × 2 € – für einen Gesamtwinkel von 30°, weiterhin eine typische Sekundärfase eines Flachschliffs. Je schmaler die Klinge, desto weniger hebst du für denselben Winkel an. Deshalb braucht dasselbe Messer zur Spitze hin, wo es schmaler wird, einen etwas niedrigeren Rücken.

Breite Hackklinge: 50 mm mit 22°

Eine schwere, 50 mm breite Klinge mit 22° pro Seite braucht den Rücken 18,7 mm hoch – etwa 8,0 × 1 € oder 8,5 × 2 € – für einen Gesamtwinkel von 44°. Der Rechner ordnet das als Axt-Bereich – robust, zum Hacken gemacht ein. Eine Axt selbst schärfst du aber meist nicht mit angehobenem Rücken: Ihre ballige Schneide wird mit der Feile repariert und mit einem runden Axtstein in Kreisen abgezogen, wie unter Axt schärfen beschrieben.

Scandi-Fase messen: 3,2 mm Klingenstärke, 8 mm Fase

Dein Scandi-Messer ist dort, wo der Schliff beginnt, 3,2 mm stark, die Fase ist 8 mm breit. Der Rechner zeigt:

  • Winkel pro Seite: 11,5° – typischer Scandi-Bushcraft-Schliff
  • Gesamtwinkel: 23,1°
  • Fasenbreite bei dieser Klingenstärke: 9,2 mm bei 10°, 8,4 mm bei 11°, 7,7 mm bei 12° und 6,2 mm bei 15°

Der Gesamtwinkel wird aus dem ungerundeten Winkel berechnet, deshalb steht dort 23,1° und nicht 2 × 11,5°. Eine dünnere Klinge mit gleichem Winkel hat eine schmalere Fase: 2,5 mm Klingenstärke und 6 mm Fase ergeben 12,0° pro Seite und einen Gesamtwinkel von 24,0°. Beim Scandi-Schliff musst du diesen Winkel gar nicht halten – leg die Fase flach auf den Stein, dann stimmt er. Wie das geht, steht unter Bushcraft-Messer mit Scandi-Schliff schärfen.

So rechnet der Rechner

Rückenhöhe. Klinge und Stein bilden ein rechtwinkliges Dreieck: Die Schneide liegt auf dem Stein, die Klingenbreite ist die lange Seite, die Rückenhöhe die Seite gegenüber dem Winkel. Also gilt: Rückenhöhe = Klingenbreite × sin(Winkel pro Seite). Für 25 mm und 17°: 25 × 0,292 ≈ 7,3 mm. Die Klingenstärke bleibt unberücksichtigt.

Münzstapel. Die Rückenhöhe geteilt durch die Dicke der Münzen: Eine 1-€-Münze ist 2,33 mm dick, eine 2-€-Münze 2,20 mm.

Scandi-Fase. Beim Scandi-Schliff reicht die Fase von der Schneide bis zur Schliffkante. Die halbe Klingenstärke an der Schliffkante ist die Seite gegenüber dem Winkel, die Fasenbreite die lange Seite: Winkel pro Seite = asin((Klingenstärke ÷ 2) ÷ Fasenbreite). Der Gesamtwinkel ist das Doppelte. Die Fase muss breiter sein als die halbe Klingenstärke, sonst bittet dich der Rechner, die beiden Messwerte zu prüfen.

Einordnung. Der Hinweis unter jedem Winkel folgt unserem Schärf-Ratgeber:

  • unter 10°: sehr fein – empfindliche Schneide, nur für Druckschnitte
  • 10–12,5°: typischer Scandi-Bushcraft-Schliff
  • über 12,5° bis unter 15°: zwischen Scandi und Sekundärfase
  • 15–20°: typische Sekundärfase eines Flachschliffs
  • über 20° bis 25°: Axt-Bereich – robust, zum Hacken gemacht
  • über 25°: sehr stumpfer Winkel – robust, schneidet aber schlecht

Grenzen des Rechners

  • Deine Hand ist die eigentliche Führung. Der Münzstapel zeigt dir den Winkel einmal; danach hältst du ihn frei. Gleichmäßigkeit zählt mehr als die genaue Zahl: konstante 17° schlagen wackelnde 15°.
  • Klingenstärke und Schliff. Die Formel für die Rückenhöhe behandelt die Klinge als dünn. Bei einer dicken Klinge kann der Winkel an der Schneide etwas steiler ausfallen als angezeigt. Mal die Fase mit einem wasserfesten Filzstift an, mach einen Zug und schau, wo die Farbe weg ist: nur an der Schneide heißt zu steil, nur an der Schulter zu flach.
  • Messgenauigkeit. Ein Lineal ist nur auf etwa einen halben Millimeter genau, das verschiebt ein Scandi-Ergebnis um ein Grad oder mehr. Nimm, wenn möglich, einen Messschieber.
  • Ballige Schneiden. Ein balliges Messer oder eine Axt hat keine einzelne flache Fase zum Messen. Die Bereiche geben dir ein Ziel vor, die Technik ist aber eine andere.
  • Klingen, die sich verjüngen. Breite und Stärke ändern sich entlang der Klinge. Miss dort, wo du gerade schärfst.

Weiterlesen

Fang mit dem Ratgeber Schleifstein benutzen an, um den Stein vorzubereiten, und schleif dann einen Grat an und entferne ihn, wie unter Grat und Körnungsfolge beschrieben. Welchen Schliff dein Messer hat – Scandi, flach oder ballig –, erklärt Messerschliffe im Überblick. Für Beil und Axt lies unseren Ratgeber Axt auswählen und benutzen, für Schnitz- und Hakenmesser den Überblick über Schnitzwerkzeug. Öl, Rostschutz und Lagerung nach dem Schärfen behandelt Werkzeugpflege. Planst du eine längere Tour mit Handy und Stirnlampe? Der Powerbank-Rechner ermittelt den Akku, der im Rucksack neben deinem Stein liegt.

Häufige Fragen

Wie hoch muss der Rücken für 20 Grad?
Das hängt von der Klingenbreite ab: Rückenhöhe = Breite × sin(Winkel). Bei einer 25 mm breiten Klinge bedeuten 20° pro Seite 8,6 mm, etwa 3,7 × 1-€-Münzen. 15° sind 6,5 mm, 17° sind 7,3 mm. Bei einer schmaleren Klinge hebst du weniger an – eine 18-mm-Klinge braucht für 15° nur 4,7 mm.
Welchen Schleifwinkel braucht mein Bushcraft-Messer?
Ein Scandi-Schliff etwa 10–12° pro Seite – leg die breite Fase flach auf, dann gibt das Messer den Winkel selbst vor. Ein Flachschliff mit Sekundärfase etwa 15–20° pro Seite, Äxte etwa 20–25° pro Seite mit balliger Schneide. Kennst du den Winkel deines Messers nicht, triff die vorhandene Fase mit dem Filzstift, statt einen neuen Winkel zu schleifen.
Was ist der Unterschied zwischen Winkel pro Seite und Gesamtwinkel?
Der Winkel pro Seite liegt zwischen einer Seite der Schneide und der Klingenmitte – das ist der Winkel, den du auf dem Stein hältst. Der Gesamtwinkel umfasst beide Seiten. Eine Schneide mit 17° pro Seite hat einen Gesamtwinkel von 34°. Manche Schärfsysteme sind mit dem einen, manche mit dem anderen beschriftet, also genau hinschauen.
Wie finde ich den Winkel meines Scandi-Messers heraus?
Miss die Klingenstärke dort, wo der Schliff beginnt, und die Breite der Fase von der Schneide bis zur Schliffkante, und gib beides ein. Eine 3,2 mm starke Klinge mit 8 mm breiter Fase hat etwa 11,5° pro Seite, also 23,1° Gesamtwinkel. Ein Messschieber liefert deutlich bessere Werte als ein Lineal.
Warum Münzen, um den Winkel zu prüfen?
Münzen haben eine bekannte, gleichmäßige Dicke und sind immer zur Hand: Eine 1-€-Münze ist 2,33 mm dick, eine 2-€-Münze 2,20 mm. Leg sie einmal unter den Rücken auf den Stein, um zu sehen, wie der Winkel aussieht, nimm sie dann weg und versuch, denselben Winkel frei zu halten. Für 17° bei 25 mm Klingenbreite sind das etwa 3,1 × 1 €.
Funktioniert der Rechner auch für Äxte?
Die Winkelbereiche ja: Äxte liegen typischerweise bei etwa 20–25° pro Seite. Die Rückenhöhe hilft dagegen wenig, denn eine Axt hat eine ballige Schneide, die mit der Feile geformt und mit einem runden Axtstein in kleinen Kreisen abgezogen wird, statt in festem Winkel auf einem Bankstein zu liegen. Mehr dazu im Abschnitt Axt schärfen unseres Schärf-Ratgebers.
Ist ein kleinerer Winkel immer schärfer?
Ein feinerer Winkel schneidet leichter, aber die Schneide ist schwächer. Unter etwa 10° pro Seite stuft der Rechner sie als sehr fein und empfindlich ein, nur für Druckschnitte. Fürs Schnitzen und allgemeine Lagerarbeit ist ein Scandi-Schliff mit etwa 10–12° ein guter Kompromiss; für gröbere Arbeit hält eine Sekundärfase mit 15–20° besser.