FeatherSticks · Shelter
Camping bei Wind & Sturm: Lagerplatz, Aufbau, Verankerung
Nicht der Wind ist gefährlich. Sondern was er herunterholt.
Kurz & knapp
- Grundregel
- Böen einplanen, nach oben schauen, schmale Seite in den Wind
- Schwierigkeit
- Mittel; Sturm braucht Erfahrung und Reserven
- Ideal für
- Tarp-, Zelt- und Hängemattennutzer in offenem Gelände und im Herbst
- Du brauchst
- Zusätzliche Abspannleinen, lange Heringe, Ersatzschnur, Wetterbericht
Das brauchst du
- Tarp oder Zelt mit genügend Abspannpunkten, auch in der Bahnmitte
- 10 m oder mehr Ersatzschnur für zusätzliche Abspannleinen
- Zusätzliche Heringe, darunter längere V- oder Y-Heringe für weichen Boden
- Packsäcke, die als Sand- oder Schneeanker dienen können
- Winddichte Schicht, Mütze und eine zusätzliche warme Schicht
- Stirnlampe, Ohrstöpsel und ein geladenes Handy mit Wetterbericht
- Kocher mit passendem Windschutz
Schritt für Schritt
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1 Mittelwind und Böen prüfen
Lies im Wetterbericht Mittelwind und Böen, nicht nur eine Zahl. Plane mit den Böen; bei Unwetterwarnung oder ab Windstärke 7 im Wald verschiebst du die Tour.
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2 Windschutz suchen, nach oben schauen
Lagere im Lee einer Böschung, dichter junger Bäume oder eines Waldrands. Nie unter totem Holz, hängenden Ästen oder bei Sturm unter hohen Bäumen.
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3 Schmale, tiefe Seite in den Wind
Richte die niedrige oder geschlossene Seite von Tarp oder Zelt in den Wind, damit Böen darüber gleiten. Plane für die stärkste Windrichtung der Nacht.
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4 Erst die Windseite abspannen
Lass das Tarp im Packsack, zieh ein Ende heraus und spann zuerst die Ecken im Wind ab. Dann mit dem Wind ausrollen, beschweren, Firstleine tief spannen.
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5 Leinen ergänzen, Heringe schräg
Spann jeden Punkt ab, ergänze Leinen auf der Windseite, setze Heringe etwa 45° vom Zug weg geneigt und sichere sie mit Steinen oder einem zweiten Hering.
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6 Nachts prüfen, rechtzeitig gehen
Nach Böen nachspannen, mit der Stirnlampe kontrollieren. Steigt der Wind Richtung Windstärke 7 oder fallen Äste, früh abbauen und auf offenes, geschütztes Gelände ausweichen.
Häufige Fehler
- Mit dem Mittelwind planen und vergessen, dass Böen doppelt so stark sein können.
- Unter hohen Bäumen mit Totholz lagern, weil sie Windschutz bieten.
- Quer zum Wind aufbauen, sodass Tarp oder Zelt wie ein Segel wirkt.
- Das ganze Tarp auspacken, bevor es verankert ist – und ihm dann hinterherlaufen.
- Heringe senkrecht oder zum Shelter hin geneigt setzen, sodass sie in Böen herausrutschen.
- Offenes Feuer auf der Windseite des Zelts oder ab Windstärke 6 anzünden.
- Mit der Entscheidung zu gehen warten, bis der Sturm nachts seinen Höhepunkt erreicht.